Japanologe/Japanologin

Berufsbereiche: Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.780,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Japanologen und Japanologinnen beschäftigen sich wissenschaftlich mit der Erforschung und Beschreibung japanischer Gesellschaften sowie mit der japanischen Sprache. Sie erforschen die historische und moderne Sprache, Kultur und Geschichte. Zudem befassen sie sich mit der Rolle der Politik, Literatur, Religion und Kunst sowie mit den Erscheinungsformen der Gesellschaft, Wirtschaft und Recht des japanischen Kulturkreises.

Japanologen und Japanologinnen verstehen sich darüber hinaus als MittlerInnen zwischen den Kulturen. Oft organisieren sie die Schnittstellen zwischen Kultur und Wirtschaft. Durch die sprachbezogene Ausbildung können sie, je nach Qualifikation und weiteren Kenntnissen (Mode, Marketing, Technik) in unterschiedlichen Projekten mitwirken, auch in Import- und Exportabteilungen oder im internationalen Marketing. Einige typische Tätigkeiten sind z.B:

  • Alte Handschriften und Inschriften übersetzen
  • Dokumente für Archive sammeln und systematisieren
  • Übersetzungen (Produktbeschreibungen, Reiseführer, Anwaltsliteratur) korrekturlesen
  • Kulturveranstaltungen und Ausflüge organisieren
  • Interviews für TV-Beiträge führen
  • Fachartikel für die Veröffentlichung in den Medien verfassen
  • Qualitätskontrolle bei Drucksorten (Informationsblätter, Flyer)
  • Socia Media-Texte gestalten
Siehe auch:
  • Freude an der Sprache und Kultur
  • Grundlegende interkulturelle Kompetenz
  • Gutes Hör- und Sprechvermögen: Ein phonetisches Gehör ist von Vorteil, um verschiedene Laute gut zu unterscheiden
  • Gute Allgemeinbildung
  • Analytisches Denkvermögen

Der tatsächlich angestrebte Beruf ist letztendlich eine Frage des persönlichen Interesses. Es ist daher ratsam, in Kombination mit Japanologie auch ein weiteres Fach „gewinnbringend“ für sich zu nutzen.

Airlines suchen manchmal japanisch sprechende MitarbeiterInnen für ihr Team um japanische Touristen zu betreuen. Japanischen Wirtschaftszeitungen oder japanische Firmen in Europa.

JapanologInnen arbeiten zum Beispiel im Tourismus oder bei einer Dokumentationstelle (z.B. für Literatur). Der Berufseinstieg erfolgt oft als AssistentIn. Wichtig sind Zusatzqualifikationen, z.B. Öffentlichkeitsarbeit, Online-Kommunikation, Medienlinguistik oder Organisation von Veranstaltungen. Je nach Qualifikation kann sich daraus eine projektbezogene Stelle ergeben (z.B. Bearbeitung historischer Themen für die Website eines Ministeriums). Japan ist eine wichtige Wirtschaftsmacht in Asien.

Aufgabenfelder bestehen auch, wo spezifische Länderkompetenz, Regionalkompetenz oder wo Japanisch als Fach- oder Wirtschaftssprache erforderlich ist, z.B:

  • Großhandelsunternehmen: Sales-CoordinatorIn
  • Wirtschaftsunternehmen: Import- und Exportabteilung, internationales Marketing
  • Institutionen der Sozial- und Integrationsarbeit
  • Nationale und internationale Organisationen: Z.B. Entwicklungszusammenarbeit
  • Kultur/Tourismus: Planung und Organisation von Kultur und Freizeit-Veranstaltungen
  • Medienarbeit: Tagespresse, Rundfunk, Fernsehen (Feuilleton, KorrespondentIn)
  • Verlagswesen
  • Forschungsinstitutionen: Bibliothek, Archiv, Museum
  • Erwachsenenbildung
  • Internationales Versicherungswesen

Es gibt kein klar abgegrenztes Berufsbild für Japanologinnen/Japanologen. Es empfiehlt sich daher, Japanisch in Kombination mit einer anderen Fertigkeit zu beherrschen. In diesem Sinne können sich Praktika und projektbezogene Jobs als sehr nützlich erweisen - ebenso wie eine proaktive und initiative Persönlichkeit.

Wichtig ist es, einen möglichst realistischen Einblick in das Land Japan zu erhalten. Vielleicht durch die Mitarbeit bei einem (östereichischen) Start-up Unternehmen in Japan, das sich später vielleicht als internationale (Restaurant, Mode, Elektronik)Kette ausweitet. Vielleicht gibt es dort die Möglichkeit im Marketing tätig zu sein.

Zum Teil bestehen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Rahmen von internationalen politischen Veranstaltungen und Konferenzen, auch als ÜbersetzerIn (Fachtexte, Marketingartikel) oder als DolmetscherIn vor Gericht, bei politischen Organisationen oder im Medienbetrieb. Für all diese Bereiche besteht die Möglichkeit, einschlägige Zertifikate und Abschlüsse zu erwerben.

Workshops und detaillierte Informationen bietet auch die UNIVERSITAS Austria - Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen, URL: www.universitas.org.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Philologe/Philologin", dem der Beruf "Japanologe/Japanologin" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Universität Wien bietet verschiedene Studiengänge, z.B.

  • Japanologe
  • Koreanologie
  • Sprachen und Kulturen Südasiens und Tibet
Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Besonders gefragt sind digitale Kompetenzen sowie Zusatzqualifikationen im Bereich Organisation und Moderation. Bei der Bewerbung für ausgeschriebene Stellen ist es von Vorteil, die entsprechenden Zusatzqualifikationen präzise belegen (beweisen) zu können. Praktika oder Projektarbeiten, die bei renommierten Unternehmen, Kommunikations- oder Übersetzungsagenturen absolviert wurden, können mittels Arbeitszeugnis belegt werden.

Es gibt ein Angebot an Lehrgängen, Masterprogrammen und Seminaren zu unterschiedlichen Themen, z.B.:

  • Event-Management
  • Restaurant-Management
  • Marketing mit Schwerpunkt Social Media
  • Kongress-, Tagungs- und Konferenzmanagement
  • Kulturmanagement
  • Theater und Film
  • Translationswissenschaft

 

Die Teilnahme an Feldstudien und an Fachkongressen bieten ebenso die Möglichkeit, Kenntnisse zu erweitern und sich über neueste Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Für Tätigkeiten bei Forschungsprojekten sind z.B. häufig Zusatzkenntnisse im Projektmanagement nötig. Auch Kenntnisse im Bereich Moderation können sich als Vorteil erweisen.

AbsolventInnen können (selbstständig oder angestellt) in der Betreuung von Abteilungen und Organisationen im Bereich Wirtschaftsbeziehungen mit Nordostasien tätig sein oder bei einem Eventhoster, z.B. für gesellschaftliche und geschäftliche Veranstaltungen

Je nach Interesse und Qualifikation kann eine beratende Position angestrebt werden, etwa im Rahmen von Projekten in der Computerlinguistik, Redaktion, Medienauswertung, im Tourismus oder in der Lexikografie.

Infos zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Gewerbes bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Die aktuelle bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe sowie die Liste der reglementierten Gewerbe ist jeweils auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) abrufbar.

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