Ausbildungsform auswählen

KryptografIn

Berufsbereiche: Informationstechnologie
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
∅ Einstiegsgehalt: € 2.270,- bis € 3.170,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Kryptographie und Kryptoanalyse bilden gemeinsam die Kryptologie (kryptos: geheim, graphein: schreiben). Einige Begriffe:

Kryptographie: Geheimhaltung von Nachrichten.
Kryptoanalyse: Brechen (knacken) von geheimen Nachrichten.

Den Vorgang der Verschlüsselung bezeichnet man als Chiffrierung, den der Entschlüsselung als Dechiffrierung. Die geheime Information, die zur Verschlüsselung und Entschlüsselung dient, nennt man Schlüssel.

KryptoanalytikerIn: Person die einen Angriff durchführt.
Passiver Angriff: Den Inhalt einer Nachricht unerlaubt mitlesen.
Aktiver Angriff: Den Inhalt einer Nachricht unerlaubt ändern.

Tätigkeitsmerkmale

KryptografInnen (KryptographInnen) befassen sich mit Methoden und Verfahren zur Verschlüsselung von Signalen, Daten und Nachrichten (z.B. Mails, Dokumente) in informationsverarbeitenden Systemen.

Für deren Verschlüsselung wenden sie sog. kryptographische Verfahren an. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen symmetrischen Verschlüsselungsverfahren (z.B. AES, Blowfish) und asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren, wie PGP für Emails oder RSA, das auch zum Signieren von Daten dient.

Ziel der Kryptographie ist es, die Aufgabenbereiche Geheimhaltung, Authentizität, Integrität und Zuverlässigkeit möglichst umfassend zu gestalten. Authentizität dient hier der Übertragungssicherheit, Integrität und Zuverlässigkeit der Fälschungssicherheit.

KryptografInnen wählen und implementieren ein entsprechendes Kryptosystem. Dieses soll aktive und passive Angriffsmöglichkeiten soweit als möglich erschweren bzw. extrem aufwändig gestalten. Sie testen Systeme mittels Kryptoanalyse. Kryptanalyse hat zum Ziel, entwickelte Algorithmen und Protokolle zu brechen (zu knacken) und muss testweise aus der Sicht möglicher Angreifer erfolgen.

Das Anwendungsgebiet für die Datenverschlüsselung ist äußerst breit und umfasst die Übermittlung von Daten, Protokolle, den Schutz von Daten auf Speichermedien, die Codierung von (Fernseh)signalen sowie unterschiedliche Verfahren zu Verschlüsselungstechniken (Blockchiffren, Stromchiffren, Hashfunktionen) u.v.a.

KryptografInnen sind immer zugleich ausgezeichnete MathematikerInnen.

Spezialisierungsmöglichkeiten bestehen in verschiedenen Anwendungsbereichen kryptologischer Technologien: Z.B. Bargeldloses Bezahlen mittels EC-Karte, Umgang mit Computern am Arbeitsplatz, Nutzung von Bezahl-Fernsehen wie Pay-TV, Aufschließen und Starten von Autos u.v.a.

Siehe auch die Berufe InformatikerIn und IT-ForensikerIn

Kryptografie erfordert Kenntnisse der diskreten Mathematik, logisch-analytisches Denkvermögen, Abstraktionsvermögen, Problemlösungsfähigkeit, Kreativität, gute Englischkenntnisse (Literatur meist auf Englisch), Bereitschaft zur regelmäßigen Fort- und Weiterbildung.

Kryptografie ist ein wachsender Bereich welcher zukünftig Karrieremöglichkeiten bietet. Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen bei Hard- und Softwareunternehmen, Telekom- und Internetdienstleister, Forschungslabors, in Produktions- und Fertigungsstätten, IT/EDV-Dienstleistungsbetrieben, Verkehrstelematik, Unternehmen der Energiewirtschaft, sowie in Rechenzentren, im Banken- und Versicherungsbereich, an Universitäten, wissenschaftlichen Instituten und Forschungsstellen, in großen Wirtschaftsunternehmen, Datenschutzbehörden, der Polizei und dem Bundeskriminalamt.

Die Geschichte der Kryptographie ist älter als allgemein angenommen. Bereits 600 v. Chr. benutzten hebräische Gelehrte Zeichenaustauschalgorithmen, die sogenannte Atbash-Verschlüsselung.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch die Einführung der Telegrafen neue Überlegungen in der Kryptographie angeregt. Telegrafen konnten relativ einfach abghört (angezapft) werden, was den Wunsch und die Notwendigkeit der Verschlüsselung der „Daten“ bewirkte.

Durch die Steigerung der Verbreitung digitaler Hilfsmittel und Technologien erhält das Thema Kryptographie eine immer stärkere Bedeutung.

Klassische Sicherheitsaspekte der Integrität, Verfügbarkeit, Vertraulichkeit, Zuverlässigkeit und Authentizität sind gewünschte und zunehmend notwendige Merkmale bei Informations-/Kommunikationsprozessen und erweisen sich diesbezüglich als Markenzeichen.

Zudem ist es die - tlw. gesetzlich geregelte - Grundaufgabe der Sicherheitstechnik, die Identität von Personen (Datenschutz) sicherzustellen, das heißt sie zu authentifizieren sowie Verkehrsdaten zu verschlüsseln; siehe auch im Österr. Rechtssystem RIS.

Der Advanced Encryption Standard (AES) ist zurzeit das am meisten eingesetzte Verschlüsselungsverfahren der Welt und wird z.B. in den USA für staatliche Dokumente mit höchster Geheimhaltungsstufe verwendet.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Datensicherheitsexperte/-expertin", dem der Beruf "KryptografIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Uni: Z.B. Mathematische Studiengänge, Angewandte Informatik, Technische Informatik, Informations- und Kommunikationssysteme, Netzwerke und Sicherheit, Embedded Systems (MSc), Computational Intelligence, Computional logic, IT-Recht und Computerforensik.

FH: Z.B. Informatik, Sichere Informationssysteme, Netzwerktechnik und Datensicherheit, Informations- und Kommunikationssysteme, Communication Engineering for IT, Computer- und Mediensicherheit, Sichere Informationssysteme, IT-Security, Advanced Security Engineering.

Bei Studienrichtungen aus Informatik und Informationstechnik wird meist ein bestimmter Anteil an Lehrveranstaltungen in Englisch angeboten.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Um mit der rasanten technologischen Entwicklung mitzuhalten, wird regelmäßige Weiterbildung und -entwicklung vorausgesetzt.

Weiterbildungsmaßnahmen werden zum Teil betriebsintern angeboten, zum Teil gibt es Ausbildungen und Einschulungen von Seiten der großen Hard- und Softwareanbieter (einige Firmen verfügen über eigene Akademien).

Einschlägige Weiterbildungsmöglichkeit bieten beispielsweise die Bereiche Information Design - Verkehr und Transport, Verkehrsstelematik, Sensor- und Aktortechnik, IT-Projektmanagement, Rechtsinformatik.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Technik/Ingenieurwissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Informatik, Informatikmanagement, Informationstechnik, Telematik
Diese Berufe könnten Sie auch interessieren ...
Weitere Berufe aus dem Bereich "Informationstechnologie" anzeigen