Ausbildungsform auswählen
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnung(en): KerammodelleurIn, PorzellanformerIn

 


Dieser Lehrberuf kann mit folgenden Ausbildungsschwerpunkten erlernt werden:
- Gebrauchskeramik
- Baukeramik
- Industriekeramik

Tätigkeitsmerkmale

KeramikerInnen erzeugen Gegenstände aller Art aus Ton oder ähnlichen mineralischen Rohstoffen. Dabei werden zunächst die Rohstoffe zu formbaren Massen aufbereitet; diese werden dann händisch oder maschinell bzw. mit eigenen Formen zu Gegenständen geformt und anschließend bei Temperaturen von mehr als 900 Grad Celsius in einem Brennofen gebrannt. Durch das Brennen wird das Material hart und widerstandsfähig sowie hitzebeständig. Die wichtigsten Erzeugnisse der KeramikerInnen sind Geschirr (z.B. Teller, Tassen, Krüge), Zier- und Kunstgegenstände (z.B. Vasen, Wandteller, Figuren), Gegenstände für den sanitären Bereich (z.B. Waschbecken, Klomuscheln, Brausetassen, Kacheln, Fliesen) und technische Erzeugnisse (z.B. Isolatoren für den Elektrobereich).

Die beiden Ausbildungsschwerpunkte "Gebrauchskeramik" (Tassen, Teller, Vasen usw.) und "Baukeramik" (Kacheln, Fliesen, Gefäße usw.) sind eher handwerklich ausgerichtet; in der "Industriekeramik" liegt der Schwerpunkt beim Umrüsten und Einrichten der Formgebungsmaschinen und beim Formen der keramischen Rohlingen mit diesen Maschinen in der industriellen Produktion.

Die wichtigsten Ausbildungsinhalte aller drei Schwerpunkte sind:

  • Anfertigen und Umsetzen von Entwürfen,
  • Herstellen von Formen und Modellen,
  • Aufbereiten keramischer Rohstoffe zu Massen,
  • Drehen und Formen von keramischen Gegenständen (händisch oder maschinell)
  • Garnieren und Nachbearbeiten keramischer Rohlinge,
  • Zubereiten und Aufbereiten von Glasuren, Engoben (dünnflüssige Tonmasse zur Einfärbung oder Beschichtung keramischer Produkte) und Farben,
  • Veredeln keramischer Oberflächen,
  • Trocknen und Brennen,
  • Prüfen der Produkte auf Fehler.

• Handgeschicklichkeit: Freidrehen und freies Aufbauen, Verzieren, Formen von Modellen, Bearbeiten der Werkstücke mit Messern und Schnitzeisen
• Fingerfertigkeit: Garnieren, Bemalen, Freidrehen; Feinbearbeiten der Formteile, Ausbessern kleiner Fehler
• Tastsinn: Kontrollieren der Oberfläche von Formen und Werkstücken
• Auge-Hand-Koordination: Herstellen und Bearbeiten von Modellen und Formen, Verzieren
• Sehvermögen: maßgenaues Formen von Modellen anhand der Modellzeichnung, Bemalen, Qualitätskontrolle
• Unempfindlichkeit der Haut: Belastung durch Staub/Verschmutzung (mineralische Rohstoffe, Gips, Kunststoff)
• räumliche Vorstellungsfähigkeit: Arbeiten an der Töpferscheibe, Herstellen von Formen, Formen von Modellen
• mathematisch-rechnerische Fähigkeit: Berechnen der Schwindung (Volumensverlust beim Trocknen der Werkstücke)
• Organisationstalent: Planen und Koordinieren des Arbeitsablaufes
• Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Teamarbeit mit anderen Fachkräften und angelernten ArbeiterInnen, z.B. bei der Herstellung großer Formen, z.B. für Sanitärkeramik
• logisch-analytisches Denken: Festlegen der Modellteilungen
• gestalterische Fähigkeit: Formgeben, Verzieren; Anfertigung von Modellzeichnungen und Modellen
• generelle Lernfähigkeit: Anfertigen von Modellen und Formen für neue Produkte

KeramikerInnen sind meist in Klein- und Mittelbetrieben des Keramikergewerbes beschäftigt. In den Großbetrieben der keramischen Industrie, die es vor allem in Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark und Wien gibt, arbeiten nur wenige ausgebildete KeramikerInnen. Der Bedarf an FacharbeiterInnen dürfte sowohl im keramischen Gewerbe als auch in der keramischen Industrie in den nächsten Jahren gleich bleiben.

Für Frauen bestehen in diesem Lehrberuf gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Grundsätzlich kann der Beruf von Frauen ohne Einschränkungen ausgeübt werden, viele Betriebe beschäftigen jedoch in bestimmten Aufgabenbereichen (z.B. Freidrehen größerer Gefäße oder Herstellen größerer Gipsformen) bevorzugt Männer. Rund die Hälfte der Lehrlinge sind Mädchen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "KeramikerIn", dem der Beruf "KeramikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

KeramikerIn - Baukeramik
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Keramikergewerbe (gilt für alle Betriebe und selbständigen Betriebsabteilungen des keramischen Gewerbes, sofern sie sich ausschließlich mit der Erzeugung keramischer Gegenstände befassen (alle Bundesländer mit Ausnahme von Kärnten) (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Keramikergewerbe (gilt für alle Betriebe und selbständigen Betriebsabteilungen des keramischen Gewerbes, sofern sie sich ausschließlich mit der Erzeugung keramischer Gegenstände befassen) KÄRNTEN (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Porzellanwarenerzeuger in WIEN (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie: Feuerfest- und Elektrokeramikindustrie und Firma Laufen AG, Werke Wilhelmsburg und Gmunden (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie, Elektroporzellanindustrie STEIERMARK (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie, Elektroporzellanindustrie TIROL (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie, Zierkeramische Industrie BURGENLAND, OBERÖSTERREICH, TIROL, WIEN (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
KeramikerIn - Gebrauchskeramik
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Keramikergewerbe (gilt für alle Betriebe und selbständigen Betriebsabteilungen des keramischen Gewerbes, sofern sie sich ausschließlich mit der Erzeugung keramischer Gegenstände befassen (alle Bundesländer mit Ausnahme von Kärnten) (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Keramikergewerbe (gilt für alle Betriebe und selbständigen Betriebsabteilungen des keramischen Gewerbes, sofern sie sich ausschließlich mit der Erzeugung keramischer Gegenstände befassen) KÄRNTEN (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Porzellanwarenerzeuger in WIEN (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie: Feuerfest- und Elektrokeramikindustrie und Firma Laufen AG, Werke Wilhelmsburg und Gmunden (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie, Elektroporzellanindustrie STEIERMARK (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie, Elektroporzellanindustrie TIROL (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie, Zierkeramische Industrie BURGENLAND, OBERÖSTERREICH, TIROL, WIEN (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
KeramikerIn - Industriekeramik
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie: Feuerfest- und Elektrokeramikindustrie und Firma Laufen AG, Werke Wilhelmsburg und Gmunden (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie, Elektroporzellanindustrie STEIERMARK (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie, Elektroporzellanindustrie TIROL (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
Stein- und keramische Industrie - Feinkeramische und Feuerfestindustrie, Zierkeramische Industrie BURGENLAND, OBERÖSTERREICH, TIROL, WIEN (berechnete Monats-Richtwerte nach den Stundensätzen des Kollektivvertrags) (Arbeiter) 01.05.2018
KeramikerIn - Gesamt (inkl. Doppellehren)
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
Anz./Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
männlich 8 0 4 6 3 4 1 7 7 6
weiblich 8 1 4 5 5 7 7 7 5 3
gesamt 16 1 8 11 8 11 8 14 12 9
Frauenanteil 50,0% 100,0% 50,0% 45,5% 62,5% 63,6% 87,5% 50,0% 41,7% 33,3%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
KeramikerIn - Gesamt
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
HafnerIn nein
Ofenbau- und VerlegetechnikerIn nein
Platten- und FliesenlegerIn nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz

Folgende berufsbildende Schulen bieten teilweise eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

• Fachschule für Keramik und Ofenbau (Stoob/Burgenland)
• Höhere Lehranstalt für Kunst und Design (Ausbildungszweige "Plastisches Design") (Graz)
• Höhere Lehranstalt für Werkstoffingenieurwesen, Ausbildungsschwerpunkt "Keramik, Glas- und Baustofftechnik" (1200 Wien)

KeramikerInnen müssen sich ständig weiterbilden, vor allem über neue Materialien (Tone, Glasuren, Farben), aber auch über neue Entwicklungen bei der Gestaltung keramischer Produkte (Design). Ein Vorbereitungskurs auf die Meisterprüfung wird jährlich vom Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) und der Fachschule für Keramik und Ofenbau in Stoob (Burgenland) angeboten.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs:

• Meisterschule für Kunst und Gestaltung, Ausbildungszweig Keramische Formgebung (Graz, Dauer: 2 Jahre)

• Studium "Keramik" an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz

• Meisterklasse für Produktgestaltung - Keramik an der Universität für angewandte Kunst in Wien (Voraussetzung: Nachweis der künstlerischen Reife durch Vorlage von Arbeitsproben, Ablegung einer Aufnahmsprüfung)

Aufstiegsmöglichkeiten:

In Großbetrieben bestehen Aufstiegsmöglichkeiten zu VorarbeiterInnen, AbteilungsleiterInnen, WerkmeisterInnen und BetriebsleiterInnen. Die Voraussetzung für diese Positionen ist eine zusätzliche kaufmännische und technische Ausbildung.

Selbstständige Berufsausübung:

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für KeramikerInnen im reglementierten Gewerbe "KeramikerIn, Platten- und FliesenlegerIn" (verbundenes Handwerk, Befähigungsnachweis erforderlich).

Weiters können KeramikerInnen das freie Gewerbe "Erzeugung von kunstgewerblichen Zier- und Schmuckgegenständen aus unedlen Metallen, Draht, Gips, Beton, Holz, Horn, Kunststoff, Leder, textilen Materialien, Stroh, Papier und Glaselementen, Gemüse und Obst sowie durch Fädeln von Edelsteinen, Silber-, Glas-, Kunststoff- und Filzelementen und das Bemalen und das Verzieren von Holz, Keramik, Porzellan, Seide, Textilien, Billets und Wachswaren" ausüben.

Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Holz, Glas, Ton, Seite 87
Diese Berufe könnten Sie auch interessieren ...
Weitere Berufe aus dem Bereich "Glas, Keramik und Stein" anzeigen