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AkustikphysikerIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.790,- bis € 3.170,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

In der Physik versteht man unter Akustik die Lehre vom Schall sowie dessen Ausbreitungen und Phänomene.

AkustikphysikerInnen befassen sich mit einem weiten und vielfältigen Betätigungsfeld. Sie erforschen und beschreiben Schwingungen und Wellen in Gasen, Flüssigkeiten und Festkörpern - vor allem im Hör-Frequenzbereich. Sie untersuchen die Wandlung dieser Schwingungen in elektrische Signale. Ihre Erkenntnisse bilden die Grundlage für verschiedene Anwendungen z.B. in der informationstechnischen Signalverarbeitung.

Im Bereich Produktsound und Sound-Design beschäftigen sie sich mit der Erzeugung und Optimierung bestimmter (angenehmer) Geräusche. Beispiele: Schallpegel und Klang bei Haushaltsgeräten oder Motoren- und Türengeräusche von Fahrzeugen.

AkustikphysikerInnen wirken auch gemeinsam mit verschiedenen Fachleuten bei der Erstellung von Simulations-Modellen und im Prototypenbau mit. Sie können auch als GutachterIn für Schallmessungen und -berechnungen im Bereich Lärmschutz tätig sein.

AkustikphysikerInnen arbeiten manchmal mit HistorikerInnen zusammen: Früher gab es z.B. Tonvasen, die in der Nähe der vorderen Sitzreihen von Freilufttheatern eingesetzt wurden - diese werden als Vorläufer moderner Tiefenabsorber (für die Raumakustik) betrachtet.

Je nach Spezialisierung sind AkustikphysikerInnen in verschiedenen Bereichen tätig:

  • Akustische Produkte: z.B. Staubsauger, Gassensoren, Unterwassermikrophone
  • Filmsounds und Soundlogos
  • Einrichtungen der Verkehrsleittechnik: z.B. Akustische Warnsysteme
  • Fahrzeugindustrie: Geräuscharme Elektromotoren, Frequenzmodulation bei Eisenbahnen
  • Lärmschutztechnik: z.B. Entwicklung geräuscharmer Betriebsanlagen
  • Musikinstrumentenbau Entwicklung von Messverfahren, Schallanalysen
  • Medizintechnik: Sound-Design für medizintechnische Produkte, vibroakustische Optimierung von Prothesen
  • u.v.a.

 

Siehe auch den Berufe Industrial DesignerIn, KlinischeR LinguistIn und den Lehrberuf HörgeräteakustikerIn.

  • Freude und das Interesse an Mathematik und Physik: Phonetik, Audiometrie, Thermoakustik, Messtechnik, Berechnungen
  • Analytisches Denkvermögen
  • Wissenschaftliche Neugierde und Kreativität
  • Bereitschaft zu interdisziplinärer Arbeit: z.B. Automobil-, MedizintechnikerInnen

 

Ein einwandfreies Gehör ist ebenfalls sehr vorteilhaft. Die wissenschaftliche Literatur ist vorwiegend in Englisch abgefasst; internationale Projekte erfordern ebenfalls gute Kenntnisse der englischen Sprache.

Beschäftigungsmöglichkeiten für AkustikphysikerInnen bieten vor allem in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen, Hochschulen und Ingenieurbüros für technische Fachplanung:

  • Fahrzeugbau und Fluggerätebau: Sound-Design, Schallmessung
  • Optimierung der Schwingungen neuer Sportgeräte: Vibration-Design
  • Schallpegel und Klang bei Haushaltsgeräten: Produktsound
  • Anlagen- und Maschinenbau: Akustische Optimierung
  • Fernseh- und Gaming-Produktion: Sounddesign
  • Web- und Werbeagenturen: Audiodeskription, Soundlogos
  • Frequenzanalyse von Sprachsignalen: Akustische Phonetik
  • Psychoakustik und Audiologie: Medizinisch-technische Akustik
  • u.v.a.

 

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

In Stellenausschreibungen identifizierte Jobtitel: EntwicklungsingenieurIn Akustik und Schwingungen, HörgeräteakustikerIn, VersuchsingenieurIn Akustik und Störgeräuschprävention - Automobil/Luftfahrtindustrie, Akustik-BerechnungsingenieurIn - Schall­emissionen von Windenergie-Anlagen.

Je nach Spezialisierung können Fachleute im Rahmen der Entwicklung von Anlagen, Geräten oder beim Gütertransport im Bereich Lärmemission tätig sein. Sie können bei der Entwicklung von akustischen Produkten und Systemen, wie etwa Staubsauger, Gassensoren oder Unterwassermikrophone mitwirken. Sie können auch Filmsounds und Soundlogos kreieren oder an der Optimierung der Schwingungen neuer Sportgeräte (Vibration-Design) arbeiten.

Häufig sind AkustikerInnen als GutachterIn für Schallmessungen und -berechnungen (Lärmschutz) tätig. Infos bietet auch der internationale Berufsverband der AudiotechnikerInnen Audio Engineering Society (AES).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "TechnischeR PhysikerIn", dem der Beruf "AkustikphysikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Je nach angestrebter Branche wird ein abgeschlossenes Studium im Bereich Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Technische Akustik, Fahrzeugtechnik/Automotive oder eine vergleichbare Qualifikation gefordert.

Wichtig sind auch Kenntnisse im Bereich akustische Messungen, Signalanalyse und Regelungstechnik.

Studienrichtungen mit Modulen/Lehrveranstaltungen zum Thema Akustikphysik:

  • Physik und Technische Physik
  • Biophysik
  • Medizinische Physik
  • Nanophysik
  • Physikalische Energie- und Messtechnik
  • Astronomie

 

Das Fach Akustik ist zudem in unterschiedlichen Studienrichtungen enthalten:

  • Elektrotechnik
  • Elektrotechnik-Toningenieur
  • Wirtschaftsingenieur Maschinenbau
  • Bauingenieurwesen, Architektur
  • Elektroakustische Komposition
  • Musikologie-Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik
  • Fahrzeugtechnik/Automotive Engineering
  • Logopädie-Phoniatrie-Audiologie

 

Infos bieten auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften - Institut für Schallforschung ÖAW und das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Die Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung sind sehr vielfältig. Spezialisierung erfolgt häufig im Rahmen der beruflichen Tätigkeit oder im Rahmen von Kursen und Fachvorträgen.

Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen werden zum Teil betriebsintern angeboten. Darüber hinaus gibt es Kurse und Lehrgänge an Fachhochschulen und Universitäten, z.B. Logopädie-Phoniatrie-Audiologie, Communication, Media, Sound and Interaction Design - Sound Design

Für den Bereich Hörakustik bietet die Akademie für Optometrie und Hörakustik Infos und Kurse. Die Universität für Musik und darstellende Kunst (Wien) bietet Infos zu Forschungsschwerpunkten und Lehrangeboten sowie eine Literaturdatenbank zur musikalischen Akustik

Engagierte TechnikerInnen können eine Position als EntwicklungsingenieurIn oder ProduktprüferIn, SicherheitstechnikerIn bzw. AbnahmentechnikerIn anstreben. Diese sind in der Industrie, im Forschungs- und Entwicklungslabor eines Institutes oder mit der Erstellung von Produktdatenblättern betraut.

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen in leitenden Positionen und Funktionen wie etwa AbteilungsleiterIn, PrüfingenieurIn, LeitendeR KonstrukteurIn oder Requirement Engineer. Requirement Engineering (Anforderungsmanagement) umfasst die Ermittlung, Analyse, Dokumentation, Validierung und Verwaltung von Anforderungen sowie die Ermittlung und Abklärung von Aufwandsabschätzungen und Machbarkeitsstudien für Projekte.

Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen auch im Qualitätsmanagement, Technologiemanagement, Projektmanagement, Vertrieb, Marketing sowie Beratung und Service.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Es besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen des reglementierten Gewerbes der Handwerke in Ingenieurbüros (Beratende IngenieurInnen) oder Unternehmensberatung und -organisation.

Infos zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Gewerbes bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Tagesaktuelle Fassung der Gewerbeordnung im österr. Rechtsinformationssystem: RIS.

Infos über Befähigungsnachweise bei der Wirtschaftskammer Österr: WKO.

Die aktuelle Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe sowie die Liste der reglementierten Gewerbe ist jeweils auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort - BMDW abrufbar.

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