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Klinischer Linguist/Klinische Linguistin

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: ab € 1.570,- bis k.A. * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Klinische LinguistInnen befassen sich theoretisch-wissenschaftlich mit Phänomenen im Bereich Störungen der Sprache (Aphasie) und des Sprechens (Dysarthrie). Dazu gehört das Spektrum zentralorganisch bedingter Sprach-, Sprech-, Schluck-, Kommunikations- und Stimmstörungen sowie Schriftsprachstörungen, die entwicklungsbedingt oder erworben auftreten (z.B. durch Fehlentwickung, Koordinationsstörungen nach einem Unfall).

Als SprachforscherInnen führen sie linguistische und phonetische Analysen pathologischer sprachlicher Strukturen und Prozesse durch. Zudem können klinische LiguistInnen die Logopädie durch Entwicklung zusätzlicher Methoden und Materialien sowie durch Forschungen und Studien (z.B. zur Wirksamkeit logopädischer Methoden) unterstützen.

Siehe auch die Berufe ComputerlinguistIn und LogopädIn.

  • Analysefähigkeit
  • Einwandfreies Hörvermögen
  • Funktionale Artikulation und Stimmgebung
  • Gute Beobachtungsgabe
  • Soziale Kompetenz: Empathievermögen, Geduld
  • Kommunikative Kompetenz
  • Hohes Verantwortungsbewusstsein
  • Interkulturelle Kompetenz ist zum Teil auch gefragt

In Österreich arbeiten Klinische LinguistInnen derzeit nur in Forschung und Lehre (vor allem Universitäten und entsprechenden Forschungseinrichtungen, z.B. an Kliniken), da sie hierzulande derzeit keine eigenverantwortlichen therapeutischen Tätigkeiten bei Störungen der Sprache, des Sprechens und der Stimme ausüben dürfen. Dies ist den ausgebildeten LogopädInnen vorbehalten.

In Deutschland sind Klinische LinguistInnen neben Forschung und Lehre auch in Therapie und Beratung tätig; Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es dort vor allem in Krankenanstalten und Rehabilitationszentren, in ärztlichen Ordinationen, in Kuranstalten sowie in psychotherapeutischen und psychologischen Praxen).

Fachleute können - je nach (Zusatz)Qualifikation und Interesse - eine Karriere im Bereich Lehre und Forschung an einer Universität bzw. an einer außeruniversitären Institution bzw. im Medienbereich (Retrieval, Morphologie, Syntax) anstreben.

Sie können oder Bereich Sprachberatung, Kommunikationstraining (Rhetorik, Public Relations), Sprach- und Kommunikationswissenschaften, Soziolinguistik, Computer- oder Medienlinguistik tätig sein oder im Bereich Lehre und Forschung in der Sprachheilkunde. Sie können in der öffentlichen Verwaltung oder im diplomatischen Dienst tätig sein.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Logopäde/Logopädin", dem der Beruf "Klinischer Linguist/Klinische Linguistin" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Es werden Studiengänge im Bereich Linguistik (Sprachwissenschaft) mit dem Studienschwerpunkt Neurolinguistik oder Klinische Linguistik angeboten, bei denen interdisziplinär auch Module der Medizin, Psychologie und Sprachheil- oder Sonderpädagogik integriert sind (zusätzlich ist ein Praktikum erforderlich).

  • Linguistik - Spezialisierung Psycho, Neuro und Klinische Linguistik (BSc): UNI Salzburg
  • Psycho-, Neuro- und Klinische Linguistik (MSc): UNI Salzburg
  • Sprachwissenschaft mit Modul Psycho- und Patholinguistik (BA): UNI Wien
  • Sprachwissenschaft mit Modul Psycholinguistik inklusive Neuro- und Patholinguistik (BA): UNI Graz

 

Ausbildungen gibt es auch in der Sprachheilpädagogik oder Sprachkunst. Die UNI Innsbruck bietet den Bachelorstudiengang Sprachwissenschaft mit dem Modul Soziolinguistik.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es auch in Form von facheinschlägigen Seminaren, Kursen oder Lehrgängen, z.B. Health Economics & Management (MA) am MCI. Universitätslehrgänge: Klinische Linguistik (berufsbegleitend, MSc),
Speech and Language Facilitation (berufsbegleitend, MAS SLF), beide UNI Salzburg.

Für Deutschland gilt die Ausbildungsrichtlinie des BKL (Bundesverband der Klinischen LinguistInnen Deutschland).

Falls Klinische LinguistInnen in Österreich in ihrem Berufsbereich auch therapeutisch und beratend arbeiten wollen, müssen sie die Logopädie-Ausbildung absolvieren.

Gesetz für Medizinisch-technische Dienste (MTD-Gesetz): https://www.ris.gv.at.

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen etwa als ProjektleiterIn im Rahmen interessanter internationaler Forschungsprojekte. Je nach Interesse und Qualifikation kann die Mitarbeit bei der Optimierung von Software oder in einem Forschungsinstitut angestrebt werden (Kommunikation, Artificial Intelligence).

Eine freiberufliche Tätigkeit kann z.B. als WissenschafterIn oder als WissenschaftsjournalistIn ausgeübt werden. Es besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Gewerbes.

Es gibt Reglementierte und Freie Gewerbe. Nähere Infos bietet die Website der Wirtschaftskammer Österreich WKO und des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort BMDW abrufbar.

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