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MedienlinguistIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.780,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: sinkend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Medienlinguistik ist ein Teilgebiet von Medienwissenschaft mit Bezug zur Sprachwissenschaft und zur Angewandten Informatik.

MedienlinguistInnen untersuchen, auf welche Weise Sprache in den Massenmedien verwendet wird bzw. werden soll. Sie prüfen die Verständlichkeit von Nachrichtentexten oder die Anwenderfreundlichkeit der Benutzeroberflächen von Websites. Dazu analysieren sie diese hinsichtlich der sprachlich-visuellen Wahrnehmung durch bestimmte Zielgruppen.

MedienlinguistInnen befassen sich zudem mit der Übersetzung - im Sinne der Übermittlung sprachlicher Anteile von Produkt-Websites für andere ("fremde") sprachliche Zielgruppen.

Beispiel: Für arabische Schriften und chinesische Schriftzeichen gelten andere Grundregeln bei der Plazierung und Sequenzierung von Textelementen als in westlichen Ländern.

MedienlinguistInnen beschäftigen sie sich ebenso mit Aspekten der Sprachökonomie bei der computervermittelten Kommunikation (z.B. enge Zeichenobergrenzen bei Twitter und SMS) und dem damit verbundenen Sprachwandel.

Mit der linguistischen Datenverarbeitung befassen sich ComputerlinguistInnen, siehe auch den Beruf LinguistIn.

Freude an der Spache, analytisches Denkvermögen, Kommunikationskompetenz, technisches Verständnis, Englischkenntnisse oder weitere Fremdsprachen, gute Allgemeinbildung und interkulturelle Kompetenz.

Manche Projekte erfordern die Bereitschaft zur Arbeit mit Fachleuten aus anderen Wissenschaften (z.B. Psychologie, Kognitionswissenschaft).

MedienlinguistInnen arbeiten unter anderem in den Bereichen

  • Kultur: Literatur- und Kulturmanagement: Ausstellungen, Literaturhäuser, Bibliotheken, Literaturarchive, Dokumentationsstellen; im internationalen Kultur- und Bildungsaustausch.
  • Medien: Rundfunk: Literaturabteilungen, Feature-Redaktionen
    Film und Video: Skriptherstellung
    Verlage
    : Lektorat, Öffentlichkeitsarbeit Buchhandel; Zeitungen und Zeitschriften: Kulturredaktionen, freiberufliche Tätigkeiten, Publizistik, Kommunikations- und Redetraining.
  • Textproduktion in Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung: Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und unternehmensinterne Kommunikation, Textkorrektur, technische Dokumentation, Information Retrieval.
  • Kommunikationsmanagement, Kommunikationstraining (z.B. Rhetorik)
  • Sprachanalysen in den verschiedenen Anwendungsbereichen anderer Disziplinen und Tätigkeitsfelder

Fachleute können - je nach (Zusatz)Qualifikation und Interesse - eine Karriere im Bereich Lehre und Forschung an einer Universität bzw. an einer außeruniversitären Institution bzw. im Medienbereich (Retrieval, Morphologie, Syntax) anstreben oder im Bereich Sprachberatung, Kommunikationstraining (Rhetorik, Public Relations), Sprach- und Kommunikationswissenschaften, Soziolinguistik und sogar forschend in der Sprachheilkunde. Sie können in der öffentlichen Verwaltung oder im diplomatischen Dienst tätig sein.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Philologe/Philologin", dem der Beruf "MedienlinguistIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Medienlinguistik als Teilbereich der Sprachwissenschaften kann auch als Schwerpunkt innerhalb des Studiums Germanistik (UNI Innsbruck) oder innerhalb eines Informatikstudiums (z.B. Univ. Graz und Klagenfurt) absolviert werden.

Uni: Studienrichtung "Medien" mit Wahlmodul Linguistik oder Medienlinguistik, am Department für Linguistische Medien- und Kommunikationswissenschaft, UNI Innsbruck.

Als Basisausbildung dienen manchmal die Studienrichtungen "Linguistik", "Angewandte Linguistik" oder "Sprachwissenschaft". Das Studium Allgemeine Linguistik bietet div. Schwerpunkte, z.B. Sprachlehrforschung/Sprachunterrichtsforschung; Diskursanalyse & Soziolinguistik; Grammatiktheorie und kognitive Sprachwissenschaft.

FH: Information, Medien & Kommunikation (FH Burgenland).

Verwandte Studien mit Schwerpukt linguistische Datenverarbeitung:
Computerlinguistik, Computational Intelligence, Computational Logic (DDP), Angewandte Informatik -Schwerpunkt-Human-Centered Computing oder -Natural Language Processing.

FH: Z.B. Human-Centered Computing, Angewandte Informatik.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Es existiert eine Menge an wissenschaftlicher Fachliteratur. Die Teilnahme an Kongressen ist ebenfalls zu empfehlen. Eine gute Möglichkeit zur Weiterbildung und Spezialisierung bieten Universitäts- und Fachhochschul-Lehrgänge, z.B. "Qualitätsmanagement" sowie Fort- und Weiterbildungen im EDV-Bereich und in der sozialwissenschaftlichen Methodik.

Die UNI Innsbruck bietet weiters ein Studium der Sprachwissenschaft mit den Modul Soziolinguistik (www.uibk.ac.at). Die Universität für angewandte Kunst in Wien bietet das Studium oder Sprachkunst (www.dieangewandte.at/sprachkunst).

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen etwa als Projektleiter im Rahmen interessanter internationaler Forschungsprojekte. Je nach Interesse und Qualifikation kann eine Position in einer Software-Firma oder in einem Forschungsinstitut angestrebt werden (Kommunikation, Artificial Intelligence).

Eine freiberufliche Tätigkeit kann z.B. als WissenschafterIn oder als WissenschaftsjournalistIn ausgeübt werden. Es besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen des Gewerbes.

Es gibt Reglementierte und Freie Gewerbe. Nähere Infos bietet die Website der Wirtschaftskammer Österreich WKO. Die Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe ist auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort BMDW abrufbar.

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