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Gold-, Silber- und PerlenstickerIn

Berufsbereiche: Textil, Mode und Leder
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Gold-, Silber- und PerlenstickerInnen bringen Stickereien und Ziernähte an Kleidungsstücken und sonstigen textilen Gebrauchsgegenständen an und führen auch Reparatur- und Restaurationsarbeiten an Stickereien durch (vor allem an alten Kleidungsstücken, Messgewändern usw.). Die wichtigsten Anwendungsbereiche der Zierstickerei sind die Paramentenstickerei (Kirchentextilien wie z.B. Priesterkleidung, Altartücher, kirchliche Fahnen usw.), die Fahnen- und Abzeichenstickerei, die Theater- und Kostümstickerei, die Modestickerei (Abendkleider, Trachtenkleidung usw.).

Gold-, Silber- und PerlenstickerInnen führen alle Stickereien in Handarbeit aus. Dabei verwenden sie in erster Linie verschiedenfarbige Garne, häufig aber auch Materialien wie Lederriemchen, Metallfäden, -plättchen und -spiralen, Flitter sowie Perlen aus Glas, Keramik, Holz oder Kunststoff. Sie führen die Stickereien in verschiedenen Stickarten aus, z.B. in Nadelmalerei (gestickte Bilder), Gold- und Silbergespinststickerei mit Metallfäden, Perlen-, Flitter- und Folienstickerei (Folien sind kleine Metallplättchen) oder die Applikation (hierbei nähen sie verschiedenfarbige Stoff- oder Lederstücke auf einen Grundstoff auf).

Die Vorlagen für die Stickereien werden von den Gold-, Silber- und PerlenstickerInnen entweder selbst angefertigt oder sind bereits vorgegeben. Die Muster übertragen sie mittels Pausverfahren oder Kreidepapier auf den zu bestickenden Stoffteil. Dann spannen sie diesen in einen Stickrahmen ein und sticken das vorgestochene Muster aus.

  • Handgeschicklichkeit: Übertragen der Musterentwürfe auf die zu bestickenden Stoffteile, Sticken
  • Fingerfertigkeit: Zeichnen von Musterentwürfen, Sticken
  • Tastsinn: Arbeiten mit sehr kleinen und feinen Materialien, z.B. Metallfäden, Perlen, Plättchen usw.
  • Auge-Hand-Koordination: Entwerfen und Übertragen der Stickmuster, Sticken
  • Sehvermögen: Aussticken der Stickmuster, Kontrollieren und Ausbessern der Stickereien
  • gestalterische Fähigkeit: Entwerfen von Stickmustern, Auswählen der Garne und der sonstigen Stickmaterialien

Gold-, Silber- und PerlenstickerInnen werden vor allem in Klein- und Mittelbetrieben des Gold-, Silber- und Perlenstickergewerbes beschäftigt; häufig sind sie auch als HeimarbeiterInnen tätig. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sich in Museen (Restaurationsarbeiten), in Theatern (Kostümstickerei) sowie in Maschinstickereibetrieben.

Der Arbeitsmarkt ist für Gold-, Silber- und PerlenstickerInnen ausgeglichen; eine geringe Nachfrage nach Fachkräften steht einem geringen Angebot an Gold-, Silber- und Perlenstickern gegenüber. Das Lehrstellenangebot ist wegen der kleinen Zahl der Betriebe sehr gering.

Der Beruf wird zum überwiegenden Teil von Frauen ausgeübt; in den letzten Jahren haben auch ausschließlich Mädchen eine entsprechende Lehre absolviert.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "TextilgestalterIn", dem der Beruf "Gold-, Silber- und PerlenstickerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
In folgenden Bundesländern befinden sich Berufsschulen für den Lehrberuf:
Quelle: Berufsschulverzeichnis des BMB (Bundesministerium für Bildung)

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

Gold-, Silber- und PerlenstickerIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Textilgewerbe Österreichs mit Ausnahme von Vorarlberg (Sticker, Stricker, Wirker, Weber, Posamentierer und Seiler) (Arbeiter) 01.06.2017
Stickereigewerbe und Stickereiindustrie VORARLBERG (Arbeiter) 01.06.2017
Textilindustrie (Arbeiter) 01.04.2017
Gold-, Silber- und PerlenstickerIn (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
männlich 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
weiblich 0 0 0 1 1 1 0 0 0 0
gesamt 0 0 0 1 1 1 0 0 0 0
Frauenanteil - - - 100,0% 100,0% 100,0% - - - -
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
Gold-, Silber- und PerlenstickerIn
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
Textilgestalter/in - Posamentiererei nein
Textilgestalter/in - Stickerei nein
Textilgestalter/in - Strickwaren nein
Textilgestalter/in - Weberei nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz

Folgende berufsbildende Schulen bieten eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

Fachschule für Textiltechnik, Ausbildungszweig "Maschinstickerei"; Höhere Lehranstalt für Wirtschaftsingenieurwesen (Ausbildungszweige "Bekleidungstechnik", "Textilmanagement", "Textiltechnik"); Höhere Lehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik (Ausbildungsschwerpunkte "Angewandte Betriebsführung", "Bekleidungstechnik", "Kleidermachen", "Modedesign", "Modemarketing", "Modell-Lederwaren", "Modell-Modisterei", "Strick- und Wirkmoden", "Textil"); Höhere Lehranstalt für Modedesign und Produktgestaltung; Höhere Lehranstalt für künstlerische Gestaltung (Ausbildungsschwerpunkte "Gestaltung und Ausstattung", "Plastisches Gestalten", "Textiles Gestalten"); Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe, Ausbildungszweig "Produktionsmanagement und Präsentation".

Als Weiterbildungsmöglichkeiten für Gold-, Silber- und PerlenstickerInnen kommen Kurse für DamenkleidermacherInnen (z.B. Materialkunde, Schnittzeichnen, Modezeichnen usw.), die vom Berufsförderungsinstitut (bfi) und vom Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) abgehalten werden, in Frage.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs ist vor allem der Aufbaulehrgang für Mode und Bekleidungstechnik, Ausbildungsschwerpunkt Modedesign (3 Jahre).

Aufstiegschancen gibt es in diesem Beruf, abgesehen von einer selbständigen Berufsausübung, kaum, da er fast ausschließlich in Kleinbetrieben mit sehr wenigen Beschäftigten ausgeübt wird.

Selbständige Berufsausübung: Gold-, Silber- und PerlenstickerInnen können ihren Beruf auch selbständig ausüben; die Gold-, Silber- und Perlenstickerei, die Handstickerei und die Maschinstickerei sind freie Gewerbe, für deren Ausübung kein Befähigungsnachweis, sondern lediglich die Gewerbeanmeldung bei der Gewerbebehörde erforderlich ist.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Textil, Mode, Leder, Seite 133
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