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Polsterer/Polsterin

Berufsbereiche: Textil, Mode und Leder
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Polsterer/Polsterinnen fertigen und reparieren Polstermöbel (z.B. Sitzgarnituren, Couchen, Fauteuils, Innenausstattung von Autos), Matratzen (Federkern- und Rosshaarmatratzen) sowie Wand- und Türpolsterungen. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Restaurierung. Hierbei achten sie auf den Stil der unterschiedlichen historischen Epochen.

Polsterer/Polsterinnen kennen die aktuellen Trends bei Materialien (diese können aus pflanzlichen, tierischen und synthetischen Stoffen bestehen), Mustern und Farben, damit sie den Kundengeschmack zielsicher treffen. Bei der Herstellung von Polstermöbeln kann zwischen handwerklicher Einzelfertigung im Gewerbe und industrieller Serienfertigung unterschieden werden. Bei der Einzelfertigung bauen die Polsterer/Polsterinnen die Polsterung des Möbelstückes auf einem Untergestell auf, über welches sie zunächst Gurte aus Jute oder Kunststofffasern spannen. An dieser Begurtung befestigen sie Sprungfedern aus gehärtetem Stahldraht, welche auf die gewünschte Polsterhöhe zusammengedrückt ("dressiert") wurden. Anschließend verbinden sie die Sprungfedern mit Spagat, wodurch der Federgrund gebildet wird. Dieser verleiht der Polsterung die notwendige Maßgenauigkeit, Festigkeit und Elastizität. Um Unebenheiten des Federgrunds auszugleichen, ummanteln die Polsterer/Polsterinnen den Federgrund mit der sogenannten "Grundfasson" aus Kokosfasern oder Afrik (Fasermaterial aus Palmblättern), welche sie durch das Aufnähen eines Stücks Jute fixieren, um ein Verrutschen des Materials am Federgrund zu verhindern.

Anschließend bringen sie eine weiche und elastische Polsterschicht (Pikierung) auf, welche üblicherweise aus Rosshaar mit einer dünnen Wollvlies- oder Watteauflage besteht. Nach Abdecken der Pikierung mit einem Unterbezug aus Mollino (Baumwollstoff) ist die Polsterung fertig. Abschließend überziehen die Polsterer/Polsterinnen das Möbelstück mit einem Möbelstoff.

Zur Herstellung des Überzugs schneiden die Polsterer/Polsterinnen die benötigten Stoffteile nach einem Schnittmuster zu und nähen sie mit einer Nähmaschine zusammen. Sie ziehen den fertig genähten Überzug auf die Polsterung des Möbelstücks auf und befestigen ihn mit Stiften und Klammern am Polstergestell.

In der industriellen Serienfertigung von Polstermöbeln stellen sie Maschinen und Vorrichtungen ein und bedienen und überwachen diese. In der industriellen Serienfertigung erfolgt der Aufbau der Polsterung mit zum Teil anderen Materialien als im Gewerbe. Für Federkerne und Polstermatten werden z.B. Mischungen von natürlichen Polstermaterialien mit Gummi verwendet. Die Polsterer/Polsterinnen führen hier vor allem das Beziehen der von angelernten Hilfskräften vorgepolsterten Möbelgestelle mit vorgenähten Überzügen durch. In der Polstermöbelindustrie sind weitere Aufgabenbereiche die Arbeitsvorbereitung, die Endkontrolle der fertigen Polstermöbel sowie die Koordination und Leitung der verschiedenen Abteilungen des Produktionsablaufes. Mitunter arbeiten die Polsterer/Polsterinnen auch in der Entwurf- bzw. Entwicklungsabteilung größerer Industriebetriebe mit.

Die im Gewerbe beschäftigten Polsterer/Polsterinnen führen Reparaturarbeiten an hochwertigen Polstermöbeln durch. Der Umfang einer Reparatur kann vom einfachen Auswechseln des Möbelbezugsstoffes bis zur völligen Neupolsterung des Möbelstückes reichen. Bei der Restaurierung von Stilmöbeln wenden die Polsterer/Polsterinnen häufig traditionelle Polsterverfahren der jeweiligen Stilepoche an.
Polsterer/Polsterinnen fertigen und reparieren Polstermöbel (z.B. Sitzgarnituren, Couchen, Fauteuils, Innenausstattung von Autos), Matratzen (Federkern- und Rosshaarmatratzen) sowie Wand- und Türpolsterungen. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Restaurierung. Hierbei achten sie auf den Stil der unterschiedlichen historischen Epochen.

Polsterer/Polsterinnen kennen die aktuellen Trends bei Materialien (diese können aus pflanzlichen, tierischen und synthetischen Stoffen bestehen), Mustern und Farben, damit sie den Kundengeschmack zielsicher treffen. Bei der Herstellung von Polstermöbeln kann zwischen handwerklicher Einzelfertigung im Gewerbe und industrieller Serienfertigung unterschieden werden. Bei der Einzelfertigung bauen die Polsterer/Polsterinnen die Polsterung des Möbelstückes auf einem Untergestell auf, über welches sie zunächst Gurte aus Jute oder Kunststofffasern spannen. An dieser Begurtung befestigen sie Sprungfedern aus gehärtetem Stahldraht, welche auf die gewünschte Polsterhöhe zusammengedrückt ("dressiert") wurden. Anschließend verbinden sie die Sprungfedern mit Spagat, wodurch der Federgrund gebildet wird. Dieser verleiht der Polsterung die notwendige Maßgenauigkeit, Festigkeit und Elastizität. Um Unebenheiten des Federgrunds auszugleichen, ummanteln die Polsterer/Polsterinnen den Federgrund mit der sogenannten "Grundfasson" aus Kokosfasern oder Afrik (Fasermaterial aus Palmblättern), welche sie durch das Aufnähen eines Stücks Jute fixieren, um ein Verrutschen des Materials am Federgrund zu verhindern.

Anschließend bringen sie eine weiche und elastische Polsterschicht (Pikierung) auf, welche üblicherweise aus Rosshaar mit einer dünnen Wollvlies- oder Watteauflage besteht. Nach Abdecken der Pikierung mit einem Unterbezug aus Mollino (Baumwollstoff) ist die Polsterung fertig. Abschließend überziehen die Polsterer/Polsterinnen das Möbelstück mit einem Möbelstoff.

Zur Herstellung des Überzugs schneiden die Polsterer/Polsterinnen die benötigten Stoffteile nach ...
  • Handgeschicklichkeit: Aufbauen der Polsterung, Schnüren der Federn, Beziehen
  • Fingerfertigkeit: Näharbeiten, Schnüren der Federn
  • Auge-Hand-Koordination: Näharbeiten
  • Unempfindlichkeit der Haut: Arbeiten mit natürlichen und synthetischen Polstermaterialien sowie Klebstoffen
  • räumliche Vorstellungsfähigkeit: Polsterungsarbeiten, Formgebung der Polstermöbel
  • technisches Verständnis: Zusammenbauen mechanischer Polstermöbel, Aufbauen komplizierter Polsterungen
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Teamarbeit in der Industrie
  • gestalterische Fähigkeit: Anfertigen von Möbeln nach eigenen Entwürfen, Abstimmen von Bezugsmaterialien
  • Selbständigkeit: eigenverantwortliches Durchführen von Reparaturen und Servicearbeiten
Polsterer/Polsterinnen arbeiten hauptsächlich in Betrieben der industriellen Polstermöbelherstellung und zu einem geringeren Teil in Betrieben des Tapezierergewerbes, die auf Polstermöbelerzeugung und -reparatur spezialisiert sind.

Lehrlinge werden zur Zeit hauptsächlich in Oberösterreich und in der Steiermark ausgebildet.

Derzeit besteht sowohl im Tapezierergewerbe als auch in der Polstermöbelindustrie Bedarf an hochqualifizierten FacharbeiterInnen, die mit allen Polsterungstechniken vertraut sind. In Gewerbebetrieben werden allerdings wegen der handwerklich umfangreicheren Ausbildung AbsolventInnen des Lehrberufs "TapeziererIn und DekorateurIn" mit Polsterungs-Kenntnissen bevorzugt.

Für Frauen und Männer bestehen in diesem Beruf die gleichen Beschäftigungsmöglichkeiten. Der Anteil an weiblichen Lehrlingen beträgt derzeit fast 40 Prozent.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Polsterer/Polsterin", dem der Beruf "Polsterer/Polsterin" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
In folgenden Bundesländern befinden sich Berufsschulen für den Lehrberuf:
Quelle: Berufsschulverzeichnis des BMB (Bundesministerium für Bildung)

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

Polsterer/Polsterin
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Tapezierergewerbe (Arbeiter) 01.05.2017
Holz verarbeitende Industrie - Möbelindustrie (Arbeiter) 01.05.2017
Polsterer/Polsterin (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
männlich 25 21 15 12 12 10 6 7 8 11
weiblich 17 21 12 11 10 12 10 11 10 7
gesamt 42 42 27 23 22 22 16 18 18 18
Frauenanteil 40,5% 50,0% 44,4% 47,8% 45,5% 54,5% 62,5% 61,1% 55,6% 38,9%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
Polsterer/Polsterin
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
Tapezierer/in und Dekorateur/in ja >
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz
> Die LAP des verwandten Lehrberufs ersetzt die LAP im beschriebenen Lehrberuf
Kein Eintrag
Wegen der geringen Anzahl an Polsterern/Polsterinnen gibt es für den Lehrberuf keine speziellen Weiterbildungskurse. Allerdings bieten sich wegen der weitgehenden Übereinstimmung der Aufgabenbereiche viele Weiterbildungsmöglichkeiten im verwandten Lehrberuf "TapeziererIn und DekorateurIn" an. Diesbezügliche Kurse werden vom Berufsförderungsinstitut (bfi) und vom Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) veranstaltet.
In der Industrie bestehen Aufstiegsmöglichkeiten zu AuflegerInnen (VorarbeiterInnen), ArbeitsvorbereiterInnen, KalkulantInnen, EndkontrollorInnen und AbteilungsleiterInnen.

Die Möglichkeit einer selbständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für Polsterer/Polsterinnen im Handwerk "Tapezierer und Dekorateure" (Voraussetzung: Meisterprüfung).

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Textil, Mode, Leder, Seite 135
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