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Lehrberufe

Holzblasinstrumentenerzeugerin
Holzblasinstrumentenerzeuger

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HolzblasinstrumentenerzeugerIn

Lehrberufe

Lehrzeit:
3 Jahre


Tätigkeitsmerkmale

HolzblasinstrumentenerzeugerInnen erzeugen, reparieren, warten und restaurieren Blasinstrumente, die ein Mundstück aus Holz bzw. ein Rohrblatt (eine tonerzeugende Zunge aus Pfahl- oder Schilfrohr oder auch aus anderen Natur- oder Kunststoffen) haben. Dazu gehören Flöten (Blockflöten, Sopran-, Tenor-, Bassflöten, Querflöten), Klarinetten, Oboen, Fagotte, Englischhörner und Saxophone.

Der überwiegende Teil der HolzblasinstrumentenerzeugerInnen arbeitet in kleinen Gewerbebetrieben. Da die Produktion von Holzblasinstrumenten in Österreich in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen ist, beschränken sich die Aufgaben heute meist auf die Bereiche Reparatur und Wartung. Während billige Lerninstrumente im Ausland in maschineller Serienproduktion erzeugt werden, beschränkt sich die Inlandsfertigung auf die Herstellung von Qualitätsinstrumenten für BerufsmusikerInnen.

Die HolzblasinstrumentenerzeugerInnen fertigen zunächst Skizzen und Werkzeichnungen der einzelnen Instrumententeile an. Meist liegen solche Entwürfe jedoch bereits vor, sodass sie nur mehr die den Kundenwünschen entsprechenden Änderungen am Standardmodell bezüglich Länge, Innenbohrung, Anordnung der Klappen usw. vorzunehmen haben. Hierauf stellen sie Schablonen her und wählen die Werkstoffe aus. Dabei verarbeiten sie verschiedenste einheimische und exotische Hölzer sowie Metalle und Metalllegierungen. Nach dem Messen, Anzeichnen, Anreißen und Zuschneiden der Werkstücke beginnen die HolzblasinstrumentenmacherInnen mit der Formgebung der einzelnen Instrumententeile. Hölzerne Teile drechseln sie an der Drehmaschine grob heraus, dann bohren sie das Klangloch ("Mensur") und schleifen es mit einem speziellen Werkzeug ("Räumer") aus; die Tonlöcher fräsen sie. Anschließend vollziehen sie die endgültige Formung des Werkstückes durch Feindrehen ("Fassonieren") sowie die Oberflächenveredlung durch Schleifen, Beizen und Lackieren.

Instrumententeile aus Metall stellen die HolzblasinstrumentenerzeugerInnen durch Biegen, Drehen, Schmieden und Löten des Rohstückes her und unterziehen sie einer Oberflächenbehandlung durch Polieren, Mattieren oder auch Galvanisieren (Auftragen eines Metallüberzuges durch elektrischen Strom).

Nach der Herstellung der Einzelteile bauen die HolzblasinstrumentenerzeugerInnen das Instrument zusammen. Eine Klarinette besteht beispielsweise aus fünf unterschiedlich großen Teilen, wobei die beiden mittleren Teile Griffe und Klappen tragen. Die Klappen bestehen in der Regel aus Gusseisen und werden gewöhnlich von entsprechend spezialisierten Betrieben fertig bezogen. Die HolzblasinstrumentenerzeugerInnen setzen die Griffe und Klappen mit den Säulchen (Verbindungsstücke zwischen Holzkörper und Klappen), den Nadelfedern und den Scharnierrohren zur Klappenmechanik zusammen. Vorher kleben sie an die Klappen Dichtungen aus Filz oder Leder an ("Bepolstern").

Abschließend kontrollieren sie das Instrument, prüfen die Stimmung der einzelnen Töne, das Ansprechen der Töne (abhängig von der Hubhöhe der Klappen) und den Oktavabstand der Töne zueinander.



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