MetalldesignerIn - Kunsthandwerk

Berufsbereiche: Maschinenbau, Kfz, Metall / Medien, Grafik, Design, Druck, Kunst, Kunsthandwerk
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.990,- bis € 2.490,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

MetalldesignerInnen mit dem Schwerpunkt Kunsthandwerk entwerfen, konstruieren und fertigen kunstvoll gestaltete Produkte aus Metall, z.B. Möbel, Wohn-Accessoires, Geländer, Grabmale, Skulpturen oder Pokale. Dabei verwenden sie unterschiedliche Arten von Metall wie Edelstahl, Messing, Eisen, Kupfer, Aluminium oder Bronze. Sie gestalten die Metallprodukte entweder auf Kundenwunsch oder aus Eigeninitiative.

Zunächst erstellen MetalldesignerInnen mit dem Schwerpunkt Kunsthandwerk Skizzen von Hand und planen die Fertigung des kunsthandwerklichen Werkstücks. Teilweise erstellen sie zusätzlich noch Konstruktionszeichnungen am Computer, z.B. mit Hilfe der Software CAD (Computer Aided Design). Weiters bestimmen sie die benötigten Materialien und wählen die geeignete Bearbeitungstechnik aus.

In Industriebetrieben werden die Entwürfe und Pläne bzw. die erstellten Modelle und Prototypen maschinell, also in Serie produziert. In kleineren Handwerksbetrieben und im Bereich Kunsthandwerk fertigen MetalldesignerInnen mit dem Schwerpunkt Kunsthandwerk die Werkstücke selbst. Zur Metallbearbeitung und -umformung wenden sie verschiedene Techniken an, z.B. Fräsen, Bohren, Biegen, Schweißen, Löten oder Nieten. Zudem bearbeiten sie die Oberflächen der Metallwerkstücke mit unterschiedlichen Methoden wie Schleifen, Polieren oder Gravieren. MetalldesignerInnen mit dem Schwerpunkt Kunsthandwerk können auch in der Restaurierung von historischen Metallobjekten tätig sein.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Kunsthandwerke aus Metall planen, gestalten und herstellen
  • Skizzen und technische Zeichnungen erstellen
  • Abmessungen und Berechnungen durchführen
  • Modelle, Schablonen und Pläne erstellen
  • Metalle bearbeiten und in Form bringen
  • Materialien einkaufen
  • Kosten kalkulieren
  • Stabilität, Ästhetik und Funktionalität der Werkstücke überprüfen
  • KundInnen beraten
Siehe auch:
  • Auge-Hand-Koordination
  • EDV-Anwendungskenntnisse
  • Gerne kreativ arbeiten
  • Gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • Handwerkliche Geschicklichkeit
  • Physische Ausdauer
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Sinn für Formen
  • Sinn für genaues Arbeiten
  • Unempfindlich gegenüber Hitze sein

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B. folgende Unternehmen und Branchen:

  • Betriebe des Metalldesign-Gewerbes, z.B. Metalldrückereien
  • Metallindustrieunternehmen mit Konstruktions- und Designabteilungen
  • Industriebetriebe im Bereich Metallverarbeitung
  • Schmieden und Schlossereibetriebe
  • Konstruktionsbüros, z.B. im Bereich Industrial Design
  • Restaurierungsbetriebe

Die metallverarbeitende Industrie zählt zu den wichtigsten Lieferanten für den Maschinenbau, die Fahrzeugindustrie und die Bauwirtschaft, da sie Bauteile und bereits vorverarbeitete Werkstoffe liefert. Viele Unternehmen haben sich auf Nischenbereiche und die Herstellung von Einzelstücken spezialisiert, sodass sie auch auf dem globalen Markt konkurrenzfähig sind. Durch die vielen verschiedenen Abnehmer sind Betriebe der Metallindustrie sehr wettbewerbsfähig.

Die Metallbranche ist sowohl vom Import und Export von Rohstoffen und fertigen Produkten als auch von der aktuellen Wirtschaftslage abhängig. Nach einem kurzzeitigen Einbruch zu Beginn der Corona-Krise hat sich die Branche wieder stabilisiert und es werden in den meisten Bereichen Fachkräfte gesucht.

Die Berufsaussichten für MetalldesignerInnen mit dem Schwerpunkt Kunsthandwerk sind eingeschränkt, da die Anzahl der kunsthandwerklichen Betriebe in Österreich begrenzt ist. Erweiterte Kenntnisse in der Anwendung von CAD-Programmen und -Systemen (Computer Aided Design) für die Konstruktion und Zeichnung sind vorteilhaft.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "MetalldesignerIn", dem der Beruf "MetalldesignerIn - Kunsthandwerk" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Eine gute Basis für diesen Beruf bilden Ausbildungen an berufsbildenden höheren Schulen, z.B. im Bereich Metallbearbeitung oder Kunst. Höhere Lehranstalten im Bereich "Art und Design" bieten Schwerpunkte wie Graviertechnik, Kunstschmiede oder Metalldesign an. Ausbildungsinhalte an diesen Schulen sind z.B. Entwurf, Darstellung, Technologie und angewandte Informatik und Design.

Im Zuge der Ausbildung werden meist Kenntnisse in den Bereichen CAD-Technik (Computer Aided Design), CAM-Technik (Computer Aided Manufacturing), CNC-Technik (Computerized Numerical Control), Grafikdesign und Graviertechnik vermittelt. Weiters werden praktische Erfahrungen an schuleigenen Werkstätten bzw. Ateliers und Laboratorien sowie im Rahmen von mehrwöchigen betrieblichen Pflichtpraktika erworben.

Dieser Beruf kann auch im Rahmen einer Lehrausbildung erlernt werden, siehe dazu den Beruf MetalldesignerIn (Lehre).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten bieten Kollegs und Universitäten, z.B. im Bereich Industriedesign. Auch einschlägige Fachhochschul-Studiengänge bieten für berufserfahrene FachschulabsolventInnen sowie für BHS-AbsolventInnen eine Weiterbildungsperspektive. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Ablegung einer Meisterprüfung.

Informationen über Aus- und Weiterbildungen im Bereich Schweißtechnik bietet die Schweißtechnische Zentralanstalt (SZA). Weiters können bei der Österreichischen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung verschiedene Aus- und Weiterbildungen zur zerstörungsfreien Prüfung von Bauteilen absolviert werden.

Zudem können Weiterbildungen bei Erwachsenenbildungseinrichtungen wie BFI und WIFI sowie bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten absolviert werden, z.B. für folgende Bereiche:

  • Produktdesign
  • CAD (Computer Aided Design)
  • Industrial Engineering
  • CNC (Computer Numerical Control)
  • Schweißtechnik
  • Fertigungstechnik
  • Grafikdesign
  • Projektmanagement

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen in Form von leitenden Funktionen, z.B. als LeiterIn eines Konstruktionsbüros oder der Designabteilung, WerkstattleiterIn im Bereich Metallbau oder als LeiterIn eines Kunsthandwerksbetriebs.

Eine selbstständige Berufsausübung ist z.B. im Rahmen der reglementierten Gewerbe "Metalltechnik für Metall- und Maschinenbau, Metalltechnik für Schmiede und Fahrzeugbau, Metalltechnik für Land- und Baumaschinen (verbundenes Handwerk)", "Gold- und SilberschmiedIn, Gold-, Silber- MetallschlägerIn (verbundenes Handwerk)", "Oberflächentechnik, Metalldesign (verbundenes Handwerk)" und "VergolderIn und StaffiererIn, Schildherstellung (verbundenes Handwerk)" möglich.

Für reglementierte Gewerbe muss bei der Gewerbeanmeldung der jeweils vorgeschriebene Befähigungsnachweis, z.B. in Form einer Befähigungsprüfung, eines bestimmten Schul- oder Studienabschlusses oder einer fachlichen Tätigkeit, erbracht werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Liste der reglementierten Gewerbe (BMDW).

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