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ElektrotechnikerIn

Berufsbereiche: Elektrotechnik, Elektronik und Telekommunikation
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.450,- bis € 2.490,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

ElektrotechnikerInnen beschäftigen sich mit der Herstellung, Aufbereitung, dem Transport, der Bereiststellung und Verwendung von elektrischem Strom.

Die Elektrotechnik befasst sich mit den Grundlagen und Anwendungen der Elektrizität und gliedert sich in die Teilgebiete: Allgemeine und Theoretische Elektrotechnik, Energie- und Antriebstechnik (früher: Starkstromtechnik), Nachrichtentechnik bzw. Informations- und Kommunikationstechnik (früher Schwachstromtechnik) und Elektronik.

Das Arbeitsspektrum von ElektrotechnikerInnen umfasst ein breites Feld. Sie entwerfen einfache Geräte oder komplexe elektrotechnische Anlagen nach Wünschen und Angaben von KundInnen, behördlichen Auflagen und Sicherheitsbestimmungen. ElektrotechnikerInnen montieren, warten und reparieren elektrotechnische Geräte, Anlagen, einzelne Komponenten und ganze Systeme.

ElektrotechnikerInnen können sich während ihrer Ausbildung oder im Berufsleben in vielfältigen Arbeitsbereichen spezialisieren: Z.B. Energietechnik, Antriebstechnik, Medizintechnik, Anlagentechnik, Gebäudetechnik, Automatisierungs- und Prozessleittechnik.

Für die Grundlagen in der Ausbildung: Freude an Mathematik, Naturwissenschaft und Technik (Maschinentechnik, Mechanik, Messtechnik).

Wichtig ist das Interesse für regelungstechnische Themenstellungen, sowie

  • Analytisches Denkvermögen
  • Freude an Technik und Informatik
  • Interesse an Mathematik und Darstellende Geometrie
  • Handgeschicklichkeit: Z.B. Reparatur von Geräten
  • Problemlösungkompetenz
  • Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten: Fehlersuche, Schichtdienst
  • Sicherheitsbewusstsein: Kenntnis von Normen und Arbeitsvorschriften
  • Weiterbildungsbereitschaft: Neue Technologien, rechtliche Aspekte

 

Im Beruf ist der Umgang mit Software-Tools nötig: Simulationen, Statistik, Eagle, CAD zur 3D-Modellierung.

Wichtig ist der Umgang mit spezifischer Software, etwa für die Querschnittsdimensionierung von Kabel- und Leitungsanlagen. Infos über aktuelle spezifische Software bietet auch der Österreichische Verband für Elektrotechnik OVE.

ElektrotechnikerInnen arbeiten - je nach Spezialisierung - in Betrieben des Elektroinstallationsgewerbes, in Industriebetrieben unterschiedlicher Branchen, in Gewerbeunternehmen, Verkehrsbetrieben, im Bereich Funk, Fernsehen, Computer und Telekommunikation, bei Energieversorgungsunternehmen oder in Elektrizitätskraftwerken.

Aufgabenbereiche sind unter anderem vor allem Projektierung, Konstruktion, Fertigung, Montage und Inbetriebsetzung von elektrischen Anlagen, Service, Wartung und Vertrieb, Programm- und Systementwicklung für Steuerungen, Regelungen sowie Automatisierungs- und industrielle Prozessleitsysteme.

Auch in Verkauf, Vertrieb und Marketing sowie in Wartungs- und Serviceunternehmen und in den Bereichen Forschung und Entwicklung können ElektrotechnikerInnen tätig sein.

Der Bereich Elektrotechnik ist stark geprägt von Trendentwicklungen:

1.) Forschung wird im Bereich von kognitiven technischen Systemen - vor allem in der Robotik, Automation und Produktionsplanung betrieben. Im Fokus stehen hier Automatisierungskonzepte die technische Prozesse automatisieren und Maschinen intelligent vernetzen, der sog. Industrie 4.0.

2.) Smart Homes und Health Assisted bzw. Ambient Assisted Living sind aktuelle Themen und stellen internationale Trends dar. Zukünftige Entwicklungen und Anwendungen im Bereich Prävention und Therapie von Demenzerkrankungen kommen bereits zum Einsatz. TechnikerInnen, arbeiten gemeinsam mit Ergo- und PhysiotherapeutInnen in interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsprojekten.

In Zukunft sind innovative IKT-gestützte Lösungen für ein aktives und gesundes Altern im eigenen Heim, in der Gemeinschaft oder am Arbeitsplatz gefragt. Diese sollen zur Steigerung der Lebensqualität ältere Menschen beitragen. In diesem Bereich können sich Fachleute aus dem Gesundheitsbereich, Pflegemanagement, Informatik und Medizintechnik gemeinsam für Projekte in Forschung und Entwicklung AAL-Programme (Active and Assisted Living) engagieren.

Das Active and Assisted Living Research and Development Program ist ein gemeinsames europäisches Forschungs- und Entwicklungs- (F&E) Programm für "Aktives und unterstütztes Leben". Infos und Positionspapier der AAL Austria auf der Website des Bundesministeriums, URL: https:/www.bmvit.gv.at.

3.) Energieeffizienz, Klimawandel, Smart Cities: Einen Schlüsselmarkt stellen hier vor allem die Elektromobilität und Embedded Systems dar. Hier geht es v.a. um Fahrzeuge mit Elektroantrieben, Fahrassistenzsysteme sowie Neuerungen beim Carsharing (GetAuto) - auch im Bereich Telekommunikation (Wireless Driving). Bei den erneuerbaren Energien stellen Smart Grids (Intelligente Stromnetze) einen Trend dar. Laut Expertenmeinung könnte die Technologie als sogenannter Tech-Style sogar die Lebensentwürfe von Menschen verändern.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ElektrotechnikingenieurIn", dem der Beruf "ElektrotechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich bieten vor allem Fachschulen, HTL`s bzw. berufsbildende höhere Schulen im Bereich Elektrotechnik und Elektronik.

AbsolventInnen einer HTL kann die Standesbezeichnung Ingenieur/Ingenieurin verliehen werden (Nachweis über Ausbildung und Praxis erforderlich!).

Mit einem Beschluss im Nationalrat wird der Titel "Ingenieur" für HTL-AbsolventInnen nun dem Bachelor gleichgestellt. Infos bieten die Websites des Parlaments, der FH Technikum Wien, des BMDW (sowie Liste der kundgemachten Rechtsvorschriften).

Spezifische Informationen bietet der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie FEEI.

Zusätzlich werden Bachelorstudiengänge angeboten, z.B. Elektrotechnik Dual (mit Wahlfächern). Das Studium ist mit einer praktischen Berufsausbildung in einem Unternehmen verknüpft. Anrechnung großer Teile des 1. Semesters sind für HTL-AbsolventInnen möglich. Die Anstellung in einem Partnerunternehmen erfolgt ab dem 3. Semester (Infos bei der FH Vorarlberg).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen werden zum Teil betriebsintern angeboten. Zudem gibt es Kurse und Lehrgänge sowie Veranstaltungen der Ingenieursvereinigungen zu. Infos über Fachhochschulen, die duale Studiengänge anbieten, finden sich auf www.studieren.at.

Relevante Bereiche sind vor allem Messtechnik, Regel- und Steuerungtechnik (z.B. mikroelektronische Regelungs- und Steuersysteme) sowie Fachenglisch (technische Fachausdrücke). Weitere Beispiele:

  • Elektrobetriebstechnik
  • Elektroanlagentechnik
  • Tontechnik
  • Mechatronik und Verkehrstelematik
  • Elektroenergietechnik und Leistungselektronik
  • Elektrische Gebäudeinstallationen und Prozessleittechnik
  • Metallbearbeitung, Hydraulik, Pneumatik
  • Sicherheitstechnik

 

Entsprechend werden Lehrgänge und Masterprogramme angeboten.

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen in der Abteilungsleitung von Bereichen wie z.B. Technologiemanagement oder Industrial Engineering, Qualitätsmanagement, Vertrieb sowie Beratung und Service.

Engagierte TechnikerInnen können eine Position als EntwicklungsingenieurIn oder ProduktprüferIn, BetriebselektrikerIn, SicherheitstechnikerIn bzw. AbnahmentechnikerIn anstreben. Diese sind in der Industrie, im Forschungs- und Entwicklungslabor eines Institutes tätig oder mit der Erstellung von Produktdatenblättern betraut. Produktprüfungen finden in sämtlichen Bereichen statt (Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, Fahrassistenzgeräte, Robotik)

Es besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen des reglementierten Gewerbes der Handwerke in Ingenieurbüros (Beratende IngenieurInnen) oder Unternehmensberatung und -organisation. Nähere Infos bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Schule oder Lehre? 2 Wege zum Wunschberuf (Broschüre)
Reihe: Berufswahl
Fundstelle: Elektro, Seite 48
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