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VergolderIn und StaffiererIn

Berufsbereiche: Maschinen, Kfz und Metall
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

VergolderInnen und StaffiererInnen belegen Zier-, Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstände aus Holz, Metall, Gips, Marmor, Glas oder Kunststoff sowie Fassaden und andere Bauteile an Gebäuden mit Blattgold, Blattsilber, Schlagmetall, Blattaluminium, Blattkupfer oder Bronzepulver. Sie vergolden Rahmen, führen die Neuvergoldungen von Möbeln, Leisten, Lustern, Uhren, Figuren, Kirchenaltären, Kirchturmkreuzen und Turmuhren durch und restaurieren bereits vorhandene Vergoldungen an Antiquitäten und Baudenkmälern. Auch Ausstattungs- und Staffierarbeiten wie z.B. das Bemalen nichtvergoldeter Teile, die Verglasung von Bilderrahmen sowie Buchbinde- und Montagearbeiten gehören zu ihren Aufgaben. Vor dem Vergolden grundieren die VergolderInnen und StaffiererInnen die zu bearbeitenden Flächen, indem sie eine Emulsion aus Kreide und Leim mehrfach auf den Untergrund auftragen. Nach dem Austrocknen des Untergrundes schleifen sie seine Oberfläche und entstauben bzw. entfetten ihn mit Spiritus. Anschließend tragen sie mit einem Pinsel das sogenannte Poliment, eine Mischung aus Tonerde und Eiweiß, als Haftgrund für die Goldschichten auf. Die Vergoldung selbst erfolgt nach verschiedenen Techniken. Bei der "Branntweinvergoldung" belegen die VergolderInnen und StaffiererInnen den mit Branntwein oder einem Spiritus-Wassergemisch benetzten Haftgrund mit Blattgoldplättchen, die sie mit einem Pinsel auftragen. Die Branntweinvergoldung ist an sich matt und wird erst nach der Vergoldung durch Polieren mit einem Achatstein hochglänzend gemacht. Diese Technik wenden die VergolderInnen und StaffiererInnen vor allem für die Vergoldung von Zier- und Einrichtungsgegenständen an. Im Gegensatz dazu wird die sogenannte "einfache Ölvergoldung" nicht poliert, sondern behält ihr halbmattes Aussehen. Da diese Art der Vergoldung feuchtigkeits- und witterungsbeständig ist, wenden die VergolderInnen und StaffiererInnen sie vor allem bei der Außenvergoldung von Fassaden, Kuppeln und Turmuhren an. Bei der Blattmetallvergoldung verwenden die VergolderInnen und StaffiererInnen anstelle von Blattgold nur Blattmaterial (eine Bronzelegierung), das sie in der Technik der Ölvergoldung anbringen. Anschließend wird diese "unechte Vergoldung" mit einem Lack zum Schutz gegen Korrosion überzogen (Korrosion ist eine chemische Veränderung im Oberflächenmaterial fester Körper). Bei der Polierbronzevergoldung bringen die VergolderInnen und StaffiererInnen Bronzepulver, das sie vorher in verschiedenen Tinkturen anmischen, durch Aufspritzen oder durch Verstreichen mit einem Pinsel auf den Haftgrund auf. Die Vergoldung wird dann glänzend poliert. Im Gegensatz zur Polierbronzevergoldung werden bei der einfachen Bronzevergoldung die Gegenstände nicht glänzend poliert, sondern bleiben matt. Bei den Staffierarbeiten behandeln die VergolderInnen und StaffiererInnen sämtliche Oberflächen, also auch die nicht vergoldeten Teile eines Gegenstandes. Sie tragen z.B. auf Goldschichten durchscheinende Farbüberzüge auf ("Lüstrierung"), machen Holzstrukturen durch durchscheinende Lackanstriche sichtbar ("Lasierung"), marmorieren oder bemalen nicht vergoldete Teile von Kirchenfiguren oder Statuen ("Fassmalerei"). Außerdem führen sie sämtliche Endfertigungsarbeiten wie z.B. die Verglasung von Bilderrahmen, das Anbringen von Halte- oder Aufhängevorrichtungen, das Einziehen von elektrischen Drähten und verschiedene Montagearbeiten durch. Bei Restaurierungsarbeiten leisten die VergolderInnen und StaffiererInnen neben den bereits erwähnten Tätigkeiten zusätzliche Vorarbeiten. Sie nehmen alte Anstriche ab, konservieren das Trägermaterial und fertigen fehlende oder beschädigte Teile neu an.
VergolderInnen und StaffiererInnen belegen Zier-, Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstände aus Holz, Metall, Gips, Marmor, Glas oder Kunststoff sowie Fassaden und andere Bauteile an Gebäuden mit Blattgold, Blattsilber, Schlagmetall, Blattaluminium, Blattkupfer oder Bronzepulver. Sie vergolden Rahmen, führen die Neuvergoldungen von Möbeln, Leisten, Lustern, Uhren, Figuren, Kirchenaltären, Kirchturmkreuzen und Turmuhren durch und restaurieren bereits vorhandene Vergoldungen an Antiquitäten und Baudenkmälern. Auch Ausstattungs- und Staffierarbeiten wie z.B. das Bemalen nichtvergoldeter Teile, die Verglasung von Bilderrahmen sowie Buchbinde- und Montagearbeiten gehören zu ihren Aufgaben. Vor dem Vergolden grundieren die VergolderInnen und StaffiererInnen die zu bearbeitenden Flächen, indem sie eine Emulsion aus Kreide und Leim mehrfach auf den Untergrund auftragen. Nach dem Austrocknen des Untergrundes schleifen sie seine Oberfläche und entstauben bzw. entfetten ihn mit Spiritus. Anschließend tragen sie mit einem Pinsel das sogenannte Poliment, eine Mischung aus Tonerde und Eiweiß, als Haftgrund für die Goldschichten auf. Die Vergoldung selbst erfolgt nach verschiedenen Techniken. Bei der "Branntweinvergoldung" belegen die VergolderInnen und StaffiererInnen den mit Branntwein oder einem Spiritus-Wassergemisch benetzten Haftgrund mit Blattgoldplättchen, die sie mit einem Pinsel auftragen. Die Branntweinvergoldung ist an sich matt und wird erst nach der Vergoldung durch Polieren mit einem Achatstein hochglänzend gemacht. Diese Technik wenden die VergolderInnen und StaffiererInnen vor allem für die Vergoldung von Zier- und Einrichtungsgegenständen an. Im Gegensatz dazu wird die sogenannte "einfache Ölvergoldung" nicht poliert, sondern behält ihr halbmattes Aussehen. Da diese Art der Vergoldung feuchtigkeits- und witterungsbeständig ist, wenden die VergolderInnen und StaffiererInnen sie vor allem bei der Außenvergoldung von Fassaden, Kuppeln und Turmu ...
  • Körperliche Wendigkeit: Außenvergolden von Fassaden, Kirchtürmen usw.
  • Gleichgewichtsgefühl: Arbeiten auf Gerüsten bei Außenvergoldungen
  • Handgeschicklichkeit: Arbeiten mit Blattgold oder Bronzestaub
  • Fingerfertigkeit: Aufbringen des Blattgoldes und Bronzestaubes
  • Tastsinn: Prüfen der Materialoberfläche
  • Auge-Hand-Koordination: Vergolden, Staffieren, Malen
  • Sehvermögen: Malen, Auftragen des Goldes, Restaurieren
  • Unempfindlichkeit der Haut: Arbeiten mit Chemikalien beim Abbeizen, Vergolden
  • räumliche Vorstellungsfähigkeit: Einteilen der Oberfläche beim Vergolden und Bemalen
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Arbeiten mit Bildhauern und Restauratoren, Arbeiten im Team bei Großprojekten
  • gestalterische Fähigkeit: Vergolden, Malen, Restaurieren
  • Selbständigkeit: eigenverantwortliches Durchführen der Arbeiten
VergolderInnen und StaffiererInnen arbeiten hauptsächlich in Kleinbetrieben des Vergolder- und Staffierergewerbes. In geringerem Maß bieten sich in den Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamts, von Museen und anderen staatlichen Einrichtungen, aber auch in gewerblichen Mischbetrieben (z.B. Maler- und Anstreicherbetriebe, die auch Vergolderarbeiten übernehmen) Beschäftigungsmöglichkeiten. Aus diesem Grund wird dieser Lehrberuf häufig gemeinsam mit dem Lehrberuf "MalerIn und AnstreicherIn" im Rahmen einer Doppellehre erlernt. Das Lehrstellenangebot ist sehr gering, da es nur wenige Beschäftigungsbetriebe gibt, die außerdem meist Kleinbetriebe mit nur wenigen MitarbeiterInnen sind. In dieser Branche ist es üblich, LehrabsolventInnen oft bis zum Ausscheiden aus dem Berufsleben im Lehrbetrieb weiterzubeschäftigen, weshalb es auch nur wenige freie Stellen für VergolderInnen und StaffiererInnen gibt. In diesem Beruf sind sowohl Männer als auch Frauen in allen Bereichen (auch bei Baustellen und Montagearbeiten) beschäftigt. Der Anteil von Männern und Frauen bei geprüften FacharbeiterInnen ist ziemlich gleich.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "VergolderIn und StaffiererIn", dem der Beruf "VergolderIn und StaffiererIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
In folgenden Bundesländern befinden sich Berufsschulen für den Lehrberuf:
Quelle: Berufsschulverzeichnis des BMB (Bundesministerium für Bildung)

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

VergolderIn und StaffiererIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Maler-, Lackierer-, Schilderherstellergewerbe (Arbeiter) 01.05.2017
VergolderIn und StaffiererIn (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
männlich 9 5 4 3 4 5 3 1 2 1
weiblich 3 8 11 8 4 4 4 4 3 1
gesamt 12 13 15 11 8 9 7 5 5 2
Frauenanteil 25,0% 61,5% 73,3% 72,7% 50,0% 44,4% 57,1% 80,0% 60,0% 50,0%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
VergolderIn und StaffiererIn
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
Beschriftungsdesigner/in und Werbetechniker/in nein
Maler/in und Beschichtungstechn. - Korrosionsschutz nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz
Folgende berufsbildende Schulen bieten eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf: Fachschule für Kunsthandwerk, Ausbildungszweig "Vergolder und Schilderhersteller".
Für VergolderInnen und StaffiererInnen gibt es keine spezifischen Weiterbildungsangebote; in Frage kommen allerdings Kurse über Holzoberflächenbehandlung und Restaurieren, die vom Berufsförderungsinstitut (bfi) und vom Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) angeboten werden
VergolderInnen und StaffiererInnen können zu MeisterInnen und RestauratorInnen aufsteigen; entsprechende Chancen bieten sich aber eher selten. Die Möglichkeit einer selbständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für VergolderInnen und StaffiererInnen in den Handwerken "Vergolder und Staffierer" oder "Schilderherstellung" (Voraussetzung: Meisterprüfung).

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Kunsthandwerk (Folder)
Reihe: Jobchancen Lehre
Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Kunst und Kunsthandwerk, Seite 95
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