Ausbildungsform auswählen

ArabistIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.780,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Arabisten und Arabistinnen beschäftigen sich mit der arabischen Hochsprache, mit regionalen arabischen Umgangssprachen und anderen hamito-semitischen Sprachen (vor allem Akkadisch, Aramäisch-Syrisch, Äthiopisch, Hausa, Kurdisch und Suaheli).

Sie arbeiten in Berufen, die sich mit der arabischen Geschichte, Geistes- und Kulturgeschichte des Islam sowie mit der arabischen Literatur- und Quellenkunde befassen. Sie erforschen und erschließen sprachliche, kulturelle und literarische Schriften, Objekte und Sachgebiete des arabischen Kulturraums in Bezug auf Politik, Geschichte, sowie der Philosophie und Religion des arabischen Kulturkreises.

Es gibt unterschiedliche Berufsfelder, in denen gute Kenntnisse des arabischen Kulturraums und der arabischen Sprache gefragt sind: Sie können z.B. als Content Writer an der Erstellung von Texten für Newsletter und Social Media arbeiten. Sie können als Fach-TrainerIn in der berufsbezogenen Weiterbildung tätig sein. Sie können im Lektorat für Schulbuchverlage oder belletristische Verlage mitarbeiten. Mit einer sprachbezogenen Ausbildung können ArabistInnen, je nach Qualifikation (Übersetzen, Lektorat) und weiteren Kenntnissen (Mode, Marketing, Technik) in unterschiedlichen Projekten mitwirken, z.B:

  • Arabische Handschriften und Inschriften übersetzen
  • Publikationen und Werbetexte entwickeln
  • Übersetzungen (Produktbeschreibungen, Reiseführer, Anwaltsliteratur) korrekturlesen
  • Qualitätskontrolle bei Drucksorten (Informationsblätter, Flyer)
  • Inhaltliche Überprüfung und redaktionelle Bearbeitung von Manuskripten
  • Socia Media-Texte gestalten
  • Fachterminologie-Glossars erstellen
  • Bei wissenschaftlichen Forschungsprojekten mitarbeiten
Siehe auch:
  • Freude an der arabischen Sprache und Kultur
  • Grundlegende interkulturelle Kompetenz
  • Gutes Hör- und Sprechvermögen
  • Gute Allgemeinbildung
  • Analytisches Denkvermögen

ArabistInnen arbeiten oft als MitarbeiterIn in Unternehmen, die mit dem jeweiligen Kulturraum Verbindungen unterhalten, z.B. Wirtschaftsunternehmen, Industriebetriebe, Pharmakonzerne, internationale Organisationen, Tourismuswesen, Kultur- und Freizeitbranche.

Der Berufseinstieg erfolgt oft als PraktikantIn. Wichtig sind jedoch Zusatzqualifikationen, z.B. Öffentlichkeitsarbeit, Online-Kommunikation, Medienlinguistik oder Organisation von Veranstaltungen. Je nach Zusatzqualifikation kann sich daraus eine projektbezogene Assistenzstelle ergeben (z.B. Bearbeitung historischer Themen für die Website eines Bundesarbeitsministeriums).

AbsolventInnen arbeiten oft in Bereichen, die mit Kulturvermittlung zusammen hängen. Aufgabenfelder bestehen dort, wo spezifische Länderkompetenz, Regionalkompetenz in Bezug auf die arabische Welt (Nordafrika und auf der Arabischen Halbinsel) erforderlich sind oder wo Arabisch als Fachsprache oder Wirtschaftssprache erforderlich ist, z.B:

  • Großhandelsunternehmen: Sales-CoordinatorIn
  • Wirtschaftsunternehmen: Z.B. Mitwirkung bei deutsch-arabischen Geschäftsanbahnungen, internationales Marketing
  • Institutionen der Sozial- und Integrationsarbeit
  • Nationale und internationale Organisationen: Z.B. Entwicklungszusammenarbeit
  • Kultur/Tourismus: Planung und Organisation von Kultur und Freizeit-Veranstaltungen
  • Medienarbeit: Verlage, Nachrichtenagenturen, Journalismus
  • Forschungsinstitutionen: Bibliotheken, Archive, Museen
  • Lehrinstitutionen: Erwachsenenbildung, Hochschulen

Arabisten/Arabistinnen die sich nach dem Studium zusätzlich für ein spezielles Aufgabenfeld qualifizieren, haben bessere Chancen auf den Arbeitsmarkt. International tätige Unternehmen, welche im Export und Import tätig sind, benötigen immer wieder Fachleute für Aufgaben im Marketing, Vertrieb und in der Fremdsprachenkorrespondenz.

Aussichten bestehen zum Teil im Rahmen von internationalen politischen Veranstaltungen und Konferenzen, auch als ÜbersetzerIn (z.B. Fachtexte, Gebrauchsanweisungen, Arzneimittel-Beipackzettel) oder DolmetscherIn - etwa vor Gericht, bei Behörden, politischen Organisationen oder Radio und TV-Anstalten. Um in diesen Bereichen besser Fuß fassen zu können, sind einschlägige Zertifikate und Abschlüsse vorteilhaft (z.B. Konferenzdolmetschen-Zertifikat oder E-Commerce und Social Media Expert).

Workshops und detaillierte Informationen bietet auch die UNIVERSITAS Austria - Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen, URL: https://www.universitas.org.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Philologe/Philologin", dem der Beruf "ArabistIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Als akademische Basisausbildung (Bachelor) für das Masterstudium Arabistik dienen entsprechende Studienrichtungen, wie etwa Orientalistik. Tagesaktuelle nähere Infos über Studienangebote bieten die Universitäten.

Studierende, die sich für ein Sprachstudium entscheiden, können die Überlegung anstellen, ob sie eine weitere Ausbildung im Nebenfach studieren, z.B. Geschichte oder Kulturmanagement. Manche Universitäten bieten Erweiterungscurricula oder "Alternative Erweiterungen". Das sind weitere Lehrveranstaltungen oder Prüfungen, die sich Studierende zum eigenen Studium zuordnen lassen können.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Für AbsolventInnen eines Sprachstudiums sind zusätzliche Qualifikationen wichtig. Besonders gefragt sind wirtschaftliche Kompetenzen. Bei der Bewerbung für ausgeschriebene Stellen ist es wichtig, die entsprechenden Zusatzqualifikationen präzise belegen (beweisen) zu können. Daher sind Zertifikate oder Kenntnisse im Wirtschaftsbereich wichtig. Praktika oder Projektarbeiten, die bei renommierten Unternehmen, Kommunikations- oder Übersetzungsagenturen absolviert wurden, können mittels Arbeitszeugnis belegt werden. Ebenso spielen Auslandserfahrungen eine wichtige Rolle.

Es gibt ein Angebot an Lehrgängen, Masterprogrammen und Seminaren, z.B. zum Thema Übersetzungstheorien,

  • Umgang mit Content Management-Systemen
  • Gestalten von Werbemitteln und Newsletter
  • Organisation von Veranstaltungen
  • Online-Kommunikation
  • Fachübersetzen
  • Literarisches Übersetzen
  • Theaterregie
  • Kulturmanagement

 

Die Teilnahme an Feldstudien und an Fachkongressen bieten ebenso die Möglichkeit, Kenntnisse zu erweitern und sich über neueste Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Engagierte AbsolventInnen können (selbststängig oder angestellt) in der Betreuung von Abteilungen und Organisationen im Bereich Wirtschaftsbeziehungen mit dem Nahen Osten tätig sein. Je nach Interesse und Qualifikation kann zudem eine Tätigkeit im Bereich Übersetzen und Dolmetschen angestrebt werden. Die Aufnahme in den Diplomatischen Dienst (z.B. Öffentlichkeitsarbeit) ist geregelt (siehe UebersetzerIn im EU-Sprachendienst).

Infos zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Gewerbes bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Tagesaktuelle Fassung der Gewerbeordnung im österr. Rechtsinformationssystem: RIS.

Die aktuelle bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe sowie die Liste der reglementierten Gewerbe ist jeweils auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) abrufbar.

Diese Berufe könnten Sie auch interessieren ...
Weitere Berufe aus dem Bereich "Wissenschaft, Forschung und Entwicklung" anzeigen