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Kameramann/-frau

Berufsbereiche: Medien, Kunst und Kultur
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
∅ Einstiegsgehalt: € 1.820,- bis € 4.330,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Kamerafrauen/-männer sind sowohl für die künstlerische Bildgestaltung als auch für die technisch einwandfreie Bildaufzeichnung von Filmmaterial verantwortlich. Ihr Aufgabenbereich umfasst die Analyse des Drehbuches bzw. Drehkonzeptes, die Auswahl entsprechender Kameratypen, des Filmmaterials und der technischen Hilfsmittel (Optiken, Filter, Blenden, verschiedene Scheinwerfer etc.) sowie die Kameraführung während der Aufnahme und die Nachbearbeitung des Rohmaterials (Licht- und Farbbestimmung, Schnitt u.a.). Sie arbeiten mit RegisseurInnen, ProduzentInnen, BeleuchterInnen und TontechnikerInnen zusammen.

Visuelle Auffassungsgabe, präzise Arbeitsweise, gute Allgemeinbildung, zeitliche und örtliche Flexibilität, Organisationsgeschick und die Bereitschaft zum Einsatz im Schichtbetrieb. Zudem ist Stressresistenz nötig sowie Improvisationsgeschick und Kommunikationsfähigkeit.

Je nach Aufgabe ist körperliche Fitness und Ausdauer nötig, sowie das Arbeiten bei ungünstigen Witterungsverhältnissen. Das gilt vor allem bei Produktionen außerhalb von Studios: Filmen bei Festivals, Events, Sportreportagen (Tauchen, Bergsteigen), Dokumentationen in Krisengebieten, Wüsten oder Eiswüsten.

Aufgabenfelder bestehen bei Unternehmen der Filmwirtschaft bzw. Produktionsgesellschaften und Sendern wie Rundfunk- und Fernsehanstalten.

Praktika, Volontariate oder Projektmitarbeiten sollten bereits während des Studiums absolviert werden, z.B. im Bereich Lichtbild und Fotografie, in Kamerateams, bei einem Film und Kopierwerk oder einem Film–Geräteverleih. In Stellenausschreibungen werden üblicherweise einige Jahre Berufserfahrung als Kameramann/Kamerafrau vorausgesetzt.

Der erste Berufseinstieg erfolgt üblicherweise als AssistentIn (Material-, Licht-, KameraassistentIn, später als Operator (SchwenkerIn) für die Kameraführung. Operateure sind für die Bedienung der Kamera zuständig, sie bewegen die Kamera in der Filmkunst nach den Vorgaben der Kamerafrau/des Kameramannes.

Der Beruf kann sowohl festangestellt oder in freiberuflicher Tätigkeit ausgeübt werden bzw. im Rahmen projektbezogener Tätigkeiten.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Kameramann/-frau", dem der Beruf "Kameramann/-frau" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Kameramann/Kamerafrau ist in Österreich kein allgemein anerkannter Ausbildungsberuf und es gibt kein behördlich festgelegtes Berufsbild.

UNI: Z.B. Bildtechnik und Kamera (BA, MA), Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien.

Das Ausbildungsprofil im Bacholorstudium umfasst die Berufsbilder Kamera-Assistenz, DIT (Digital Image Technician), Kameramann/Kamerafrau im Verbund, 2nd-Unit- sowie Industriefilm-Kameramann/Kamerafrau.

Das Bachelorstudium vermittelt unter anderem die Kenntnis unterschiedlicher Bildaufzeichnungsverfahren, das rasche Erfassen von Vorgängen und Situationen hinsichtlich ihrer optischen Darstellungsmöglichkeit, Grundkenntnisse der Lichtgestaltung sowie einschlägige Postproduktionserfahrung. Im Masterstudium wird die Bandbreite von der Konzeption und Vorbereitung über den eigentlichen Dreh bis zur Postproduktion vermittelt.

Interdisziplinäre bzw. ergänzende Studienrichtungen

Uni: Z.B. Film und Fernsehen, Schnitt, Regie, Bildtechnik und Kamera, Visuelle Mediengestaltung, Bildende Kunst, Computergrafik & Digitale Bildverarbeitung, Medieninformatik, Software & Information Engineering, Digital Art – Compositing

Privatuni: Z.B. Interactive Media Management.

FH: Z.B. Digitale Medien, InterMedia, Mediengestaltung, Medientechnik und -design

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungskurse umfassen die Vertiefung oder Erweiterung der künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten, welche im Berufsbild Kameramann/Kamerafrau im Sinne einer künstlerischen Bildgestaltung in enger Zusammenarbeit mit der Regie definiert sind.

Zudem kann sich Fort- und Weiterbildungsbedarf durch die technische Entwicklung und neue Anforderungen ergeben.

Lehrgang: Z.B. „Film, TV & Media - Creation and Distribution“ MA (Kameraführung, Außendreh und Studiodreh, Kameraoperating, Bildgestaltung, Lichtsetzung, Produktionsplanung, Producing (Förderungen/Medienrecht etc.) an der FH St. Pölten.

Relevante Bereiche sind auch: Schnittechnik, Tontechnik, Color Correction, Motion Design, 3D-Animation, Multimedia Koordination, Bühne, Regieführung und Storyboard-Erstellung, Edit, Pflege und Wartung des Equipments, Produktionsorganisation, Journalismus, EDV und kaufmännische Kenntnisse (z.B. Kalkulation).

Darüber hinaus sind - je nach Projekt - betriebswirtschaftliche Kenntnisse (Budgetverwaltung, Rechnungskontrolle, Analysen, Reporting), Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen nötig (Synchronisation von Filmen in andere Sprachen).

Der Dachverband der österreichischen Filmschaffenden bietet detaillierte Infos zu Berufseinstieg und aktuellen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. 

Je nach Interesse und Qualifikation kann (in größeren Unternehmen) eine leitende Funktion angestrebt werden. In der Funktion als Chefkameramann/Chefkamerafrau ist man für die Bildgestaltung eines Filmwerkes verantwortlich. Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen wie z.B. Director of Photography.

Bei größeren Produktionen besteht das Kamerateam aus mehreren Funktionen (Chefkameramann oder Chefkamerafrau, SchwenkerIn, KameraassistentIn). Die Aufstiegsmöglichkeiten sind grundsätzlich eher begrenzt (vgl. Verband Österreichischer Kameraleute - AAC, abger. Feb. 2018, URL: www.aacamera.org).

Es kann jedoch eine Tätigkeit in der Wissenschaft, z.B. als VortragendeR oder Researcher (m/w) an Instituten und Hochschulen angestrebt werden.

Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen je nach Zusatzqualifikation. Spezialisierungen können z.B. in Bezug auf bestimmte Kameratypen, Techniken, Aufnahmeumgebungen (Studio- oder Außenübertragung) angestrebt werden oder in Bezug auf bestimmte Filmwerke.

Filmwerke sind z.B. Spiel- und Dokumentarfilme, Fernsehserien, Fernsehsendungen, Industrie- Image- und Werbefilme, Musikvideos, Event-Live-Streamings, Dreh von Low-Budget-Weltreisen, Reportagen von Sportarten (Tauchen, Fallschirmspringen), Berichte, Dokumentationen in Krisengebieten.

Fachleute können sich im Journalismus engagieren, z.B. Schreiben über aktuelle Filmthemen für Websites, Magazine, Fachbücher etc. Im Rahmen der Projektplanung- und -umsetzung und bei Presse-Events können Fachleute als SprecherIn Kontakte zu PolitikerInnen und internationalen Medienvertretern herstellen.

Je nach Interesse und Qualifikation kann grundsätzlich ein Umstieg in die Produktionsleitung erfolgen (z.B. in Redaktionen und TV-Anstalten). ProduktionsleiterInnen übernehmen die organisatorische Leitung von Bewegtbildprojekten in Abstimmung mit der Redaktion, verhandeln über Verträge, engagieren technisches Personal (Kameraleute, AssistentInnen) und sind für die Disposition zuständig.

Sie können als Multimedia KoordinatorIn (AnsprechpartnerIn der Beteiligten VideofilmerInnen, ScreendesignerIn, TontechnikerIn) z.B. bei Multimediaproduktionen tätig sein.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Kunst (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Film, Fernsehen und Tontechnik
Berufe mit Kurz- oder Spezialausbildung (Broschüre)
Reihe: Berufe ...
Fundstelle: MEDIEN, KULTUR, UNTERHALTUNG - Technische Kunst- und Medienberufe, Seite 55
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