Ausbildungsform auswählen

MusikerIn - Elektroakustische Musik

Berufsbereiche: Medien, Kunst und Kultur
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.760,- bis € 2.620,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

MusikerInnen dieses Bereiches arbeiten an der Entwicklung, Komposition oder Produktion elektroakustischer Musik. Elektroakustische Musik bedeutet, dass bei der Art und Herstellung der Musik elektrische und/oder elektronische Geräte verwendet werden.

Der Einsatz eines Computers ermöglicht die digitale Klangsynthese und die jeweils aktuellen Formen interaktiver Echtzeitkomposition. Darüber hinaus können Geräusche oder „Sounds“ synthetisch am Computer erzeugt werden.

Die Manipulation bestehender Klänge mit Hilfe elektroakustischer Techniken war bereits 1948 als musique concrète in Paris bekannt. Bei dieser Kompositionstechnik werden bereits vorhandene und gespeicherte (also konkrete) Klänge oder Alltagsgeräusche (z.B. Straßenlärm) elektronisch verfremdet. Das geschieht oft durch Montage, Bandschnitt, Veränderung der Bandgeschwindigkeit und Tapeloops. Diese Musik basiert also nicht auf „abstraktem“ Material wie Noten und Instrumente, sondern auf konkretem Ausgangsmaterial. Eletroakustische MusikerInnen bereiten auch ein ganzes bereits bestehendes "klassisches" Musikstück entsprechend auf oder verändern es.

Die digitale Audioverarbeitung und Audiobearbeitung eröffnet dieser Musikgattung neue, vielfältige Möglichkeiten. ElektroakustikerInnen können sich auch mit der Entwicklung der dafür notwendigen Hardware befassen. Wissenschaftliche Forschungsprojekte gibt es auch zum Thema Frequenz-Medizin und Regulationstherapie.

Siehe auch die Berufe MedienkomponistIn und MusiktherapeutIn.

 

Ton: Audiosignal mit genau einer Frequenz

Klang (von mittelhochdt: klanc): Schallsignal mit mehreren Teilfrequenzen

Geräusch (von Rauschen): Hörempfindung mit unterschiedlichen Frequenzen, die nicht ausschließlich als Ton oder als Klang bezeichnet werden kann. Dominierende Frequenzen machen den Charakter eines Geräusches aus (Klatschen, Wasserplätschern, Papier zerreissen)

  • Freude an Musik (auch Gefühl für Takt, Tonsatz und Rhythmik)
  • Einwandfreies Gehör
  • Hohe Aufnahme- und Merkfähigkeit
  • Umgang mit Technik
  • Fähigkeit zur Teamarbeit und Empathievermögen
  • Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten

Die angebotenen Studien bilden üblicherweise für Tätigkeitsfelder im Bereich Komposition, Aufführung, Interpretation, Instrumentenentwicklung und Musikinformatik im Bereich der Computermusik aus. AbsolventInnen arbeiten vor allem im Feld der Musik, Kunst, Medien und Kreativwirtschaft. AbsolventInnen können sich in der elektronischen Komposition oder als Klangregisseur/Klangregisseurin etablieren.

ElektroakustikerInnen befassen sich auch mit Klangkunst, Sounddesign, Klanganalyse, Klangproduktion, Signalverarbeitung, Beschallungsanlagen und arbeiten in diversen künstlerischen Projekten mit. Diese MusikerInnen sind häufig auch als Disc-Jockeys (DJs) tätig.

Allgemein werden KomponistInnen hauptsächlich von Theatern, Opernhäusern sowie von privaten bzw. öffentlichen Fernsehanstalten und Filmgesellschaften beauftragt. Sie arbeiten unter anderem für Symphonie- und Rundfunkorchester, Theaterbetriebe, Konzertveranstalter, Chöre, Kapellen.

Als MusikinformatikerInnen können sie sich mit der Anwendung oder Programmierung von Computermusik-Systemen beschäftigen oder künstlerische Arbeiten soziologisch und ästhetisch kontextualisieren.

Künstlerische Forschung spielt eine bedeutende Rolle

Die Szene der Klanginstallationen ist in Österreich eher klein. Allerdings spielt die Elektronik eine durchaus bedeutende Rolle in der experimentellen Musik und in der elektronischen/ elektroakustischen Komposition.

Österreich hat mit seinen Forschungseinrichtungen verstärkt an der Entwicklung von Theorien im Grenzbereich zwischen Kunst und Wissenschaft teil.

Möglichkeiten im Bereich Forschung und Entwicklung ergeben sich auch in der Musiktherapie. Musiktherapeutische Maßnahmen könnten in Zukunft eine besondere Rolle einnehmen; diese werden z.B. bei Demenz-PatientInnen, Parkinson-PatientInnen, Alzheimer-PatientInnen und Menschen mit anderen Gedächtnisstörungen angewendet.

Wichtig ist hier die weitere Erforschung von therapeutisch relevanten Wirkfaktoren zur Aktivierung von PatientInnen im Sinne der Krankheitsbewältigung, Neuorientierung und Förderung der Lebensqualität (vgl. musiktherapie.de/zeitschrift).

Elektroakustische Musik früher und heute

1963 wurde der Lehrgang für "Elektroakustische Musik" an der Wiener Musikakademie gegründet, Die kommerzielle Produktion von Synthesizern erfolgte in den späten 1960er Jahren. Die Entwicklung des PC und seine Verwendung als Prozessrechner ermöglichte die Steuerung von extern erzeugten Signalen (Klängen), sowie deren Synthese nach unterschiedlichen Modellen.

Die MIDI-Schnittstelle (Musical Instruments Digital Interface) schaffte als verbindliche Norm der Steuersignale die Möglichkeit der Steuerung der Klangerstellung und der Partituren. Seitdem sind Eigenentwicklungen und kommerzielle Produkte damit kombinierbar.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "MusikerIn", dem der Beruf "MusikerIn - Elektroakustische Musik" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Studien sind entweder als Diplomstudium oder als Bachlor/Masterstudium aufgebaut, Ein Bachelor-Abschluss eröffnet jedoch den Weg zu unterschiedlichen Masterstudien (Infos bieten die Universitäten).

Die Universität für Musik und darstellende Kunst (mdw) in Wien führt das Diplomstudium Komposition und Musiktheorie (Studierende entwickeln z.B. Klangsprachen). Das Studium bietet verschiedene Studienzweige wie z.B. “Elektroakustische Komposition” oder “Medienkomposition und Angewandte Musik”.

Die mdw bietet auch den Lehrgang Computermusik und elektronische Medien (ELAK). Die Abkürzung steht für für Elektroakustische Musik.

Die Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz (KUG) führt den Studiengang Computermusik mit “Elektroakustische Musik” als zentrales künstlerisches Fach. Die KUG bietet auch den Studiengang Komposition und Musiktheorie mit Wahlfachschwepukt “Elektronische Musik und Akustik

Ebenso bietet die KUG die Masterstudiengänge Komposition-Musiktheater oder Communication, Media, Sound and Interaction Design-Sound Design.

Die Universität Wien führt das Studium Komposition mit Schwerpunkt Elektronik und Elektroakustik.

----------------------------------------------------------------------------------------------------

Das ingenieurwissenschaftliche Studium Elektrotechnik-Toningenieur an der KUG wird als Bachelor/Masterstudium angeboten. Die mdw bietet das Tonmeisterstudium als Diplom-Studium.

Diese beiden Ausbildungen befassen sich mit der Gestaltung musikalischer Produkte in technischer und künstlerischer Hinsicht. Bei TonmeisterInnen steht das Kreative und Künstlerische im Vordergrund. Elektrotechnik-ToningenieurInnen können im Bereich der Audiotechnik und Signalverarbeitung oder Akustik tätig sein. Sie können technische Aufgaben und Probleme analysieren und modellieren.

---------------------------------------------------------------------------------------------------

Musikinformatik ist als Fach im Studienplan der Studienrichtung Elektrotechnik-ToningenieurIn enthalten und kann unter Umständen als Individuelles Studium absolviert werden.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten werden an (Privat-)Universitäten und anderen Instituten angeboten, z.B. Viola d’amore, Schlagzeug der Popularmusik (Drum-Set und Percussion), Historische Instrumentenpraxis, Computermusik und elektronische Medien, Harmonikale Grundlagenforschung, Ensembleleitung, Musikmanagement, Atem-, Stimm- und Bewegungserziehung für InstrumentalistInnen.

Lehrgang: Musiktherapie (Universität für Musik und darstellende Kunst Graz in Kooperation mit der Medizinischen Universität Graz und der Karl-Franzens-Universität Graz).

Je nach Kompetenz können AbsolventInnen schöpferisch und technisch in der künstlerischen Leitung einer Produktion tätig sein. Sie können auch eine Position in der Forschung und Lehre anstreben (je nach Kompetenzen) zum Beispiel im Feld der Computermusik.

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen in leitenden Funktionen wie etwa als Requirement Engineer. Requirement Engineering (Anforderungsmanagement) umfasst die Ermittlung, Analyse, Dokumentation, Validierung und Verwaltung von Anforderungen sowie die Ermittlung und Abklärung von Aufwandsabschätzungen und Machbarkeitsstudien für ein Musikprojekt.

Daneben existieren wichtige Querschnittsbereiche in denen - je nach Interesse und Qualifikation - eine berufliche Karriere angestrebt werden kann. Beispiel: Artificial Intelligence, welches sich mit der Simulation, Nachahmung und Automatisierung intelligenten Verhaltens befasst (z.B. Spracherkennung, Linguistik, Bionik oder Robotik).

Sie können zudem als MusikvermittlerInnen an Konservatorien, Musikschulen, Universitäten der Künste und Volkshochschulen tätig sein.

Nähere Infos über Befähigungsnachweise für die Ausübung eines Gewerbes bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Kunst (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Komposition und Musikleitung
Diese Berufe könnten Sie auch interessieren ...
Weitere Berufe aus dem Bereich "Medien, Kunst und Kultur" anzeigen