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BibliothekarIn

Berufsbereiche: Medien, Kunst und Kultur
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

BibliothekarInnen sind für das Sammeln, systematische Ordnen, Bewahren und die Bereitstellung von Informationsmedien zuständig. Es kann sich dabei um analoge oder digitale Medien handeln z.B. um Bücher, DVD´s oder Netzpublikationen.

Um Medien zu suchen und bei Bedarf finden zu können, befassen sich BibliothekarInnen neben der Beschaffung mit der Verwaltung der unterschiedlichen Medien. Eine Möglichkeit ist die Einordnung über eine Systematik bzw. Klassifikation. Diesen Vorgang bezeichnet man als inhaltliche Erschließung. BibliothekarInnen ordnen die Medien in Gruppen ein, wie etwa Mathematik oder Geschichte. Dann ordnen sie den Medien bestimmte Einträge zu. Einträge sind unter anderem Titel, Sachgebiet, AutorIn sowie die Art des Mediums (Buch, DVD etc.). BibliothekarInnen nutzen zu dieser Tätigkeit spezielle Software, mit der sie dann in einem "elektronischen Katalog" zum Beispiel nach einer gewünschten Fachliteratur suchen können.

Ihr Aufgabenbereich umfasst grundsätzlich die Bereitstellung von Medien oder einzelner Informationen für KundInnen. BibliothekarInnen geben den NutzerInnen Erstinformationen über die gewünschten Medien wie etwa Standort (Raum, Regal), Inhalt und Thema. Zudem wickeln sie die Entlehnvorgänge ab, z.B. den Buchverleih.

BibliothekarInnen regeln insgesamt die Abwicklung der Formalitäten im Zusammenhang mit dem Erwerb (Einkauf, Tausch) neuer Medien oder dem Abonnement von Zeitschriften. Dazu gehört auch die Buchführung und die Kostenrechnung. Nach dem das Ordnen und Archivieren der Medienbestände erfolgt ist, sorgen sie für deren Pflege und Vollständigkeit.

BibliothekarInnen analysieren Geschäfts- und Informationsprozesse zur Digitalisierung traditioneller Medien unter Berücksichtigung der verschiedenen Medientypen und Speichermöglichkeiten.

Bibliothekswissenschaft gehört zu den Informationswissenschaften. Siehe auch ArchivarIn und DokumentarIn.

Analytisches Denkvermögen, Abstraktionsvermögen, von Vorteil sind Kenntnisse in verschiedenen Fachgebieten (z.B. Interesse an Geschichte) sowie Genauigkeit. Für den Umgang mit KundInnen sind oft gute Englischkenntnisse erforderlich.

Im Beruf sind durch den digitalen Wandel auch grundlegende Kenntnisse über Datenbanksysteme und Speichertechnologien sowie über die Struktur von Daten und Informationen gefragt.

BibliothekarInnen, InformationsassistentInnen, ArchivarInnen und DokumentarInnen sind meist im Rahmen des öffentlichen Dienstes bechäftigt: Im Österreichischen Staatsarchiv, in der Österreichischen Nationalbibliothek, in den Bundesmuseen, an Universitäts- und Hochschularchiven und -bibliotheken, Gebietskörperschaften, Staats-Archiven, Dokumentationsarchiven, Bibliotheken, Museen, Universitäten, universitätsnahen und sonstigen wissenschaftlichen Einrichtungen und Ministerien.

Ausgebildete InformationsassistentInnen und BibliothekarInnen können in verschiedenen Unternehmen im Bereich Wissensmanagement und Informationsbeschaffung tätig sein.

Insgesamt betrachtet, hat sich das Berufsbild der BibliothekarInnen stark verändert. Durch die Digitalisierung kamen mit der Zeit spezifische Tätigkeiten dazu. Ein Wandel erfolgte von BewahrerInnen und HüterInnen von Büchern zu "VermittlerInnen" von Informationen und Wissen.

Wichtig ist die Betreuung von div. bibliothekarischen IT-Anwendungen: z.B. Discovery System, Repository - wobei Programmierkenntnisse unbedingt erforderlich sind. Möglich ist auch ein Umstieg als InformationsbrokerIn (InformationsvermittlerIn), welche sich mit der systematischen Beschaffung von Informationen sowie deren Analyse, Aufbereitung und der zielgruppenorientierten Präsentation befassen. Siehe InformationsbrokerIn oder InformationsmanagerIn.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "BibliothekarIn", dem der Beruf "BibliothekarIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die einheitliche Ausbildung für Bibliothekspersonal mit Schwerpunkt wissenschaftliche Bibliotheken ist in Österreich in einer Gesetzesverordnung geregelt (BGBl. II Nr. 377/2014).

Uni: Z.B. Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement, Angewandte Informatik, Library and Information Studies (in Kooperation mit der Österreichischen Nationalbibliothek) Softwareentwicklung – Wirtschaft.

FH: Z.B. Information Medien & Kommunikation -Schwerpunkt Bibliotheks- und Dokumentationsmanagement, Wirtschaftsinformatik, Angewandte Informatik, Information and Communication Systems and Services, ev. Angewandtes Wissensmanagement.

Infos über die bibliothekarische Ausbildung an wissenschaftlichen Bibliotheken in Österreich auf der Website bibliotheksausbildung.at

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten diverse Universitätslehrgänge, z.B. "Library and Information Studies" und Lehrgänge die eine Verknüpfung mit Bereichen aus der Betriebswirtschaft und IT-Technik bieten: Z.B. Geschäftsprozessmanagement, Wissensmanagement, Informationsrecht.

Eine wichtige Rolle spielt das Management von Informationen in Datenbanken und Speichertechnologien. Beim Speichern muss hier eine verlustfreie Komprimierung (Entropiekodierung) genutzt werden. Bekannte Entropie basierende Codierungstechniken sind Lauflängenkodierung und Huffmancodierung.

Entropie: mittlerer Informationsgehalt eines Zeichens oder einer Nachricht.
Beispiel: Der Empfänger einer Nachricht weiß meistens weniger als der Sender. Dieser unterschiedliche Kenntnisstand wird Entropie genannt. Um die Entropie zu verringern, kann der Sender dem Empfänger Information zukommen lassen. Somit ist der Verlust an Entropie gleich der Zunahme an Information.

BibliothekarInnen können Managementaufgaben im Bereich Betriebsorganisation, Qualitätsmanagement, Controlling sowie Personalführung und -entwicklung übernehmen.

Es besteht die Möglichkeit der selbständigen Berufsausübung im Rahmen eines freien Gewerbes (z.B. Handelsgewerbe, Leihbücherei, Online-Shop, Buch-, Kunst- und Musikalienverlag). Siehe die Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe des Bundesministeriums für Digitalisiierung und Wirtschaftsstandort BMDW.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Kultur- und Humanwissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
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