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DokumentarIn

Berufsbereiche: Medien, Kunst und Kultur
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
∅ Einstiegsgehalt: ab € 1.880,- bis k.A. * Arbeitsmarkttrend: sinkend

Tätigkeitsmerkmale

DokumentarInnen sind SpezialistInnen für die Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung. Sie nutzen dazu Techniken der Datenstrukturierung, Datenverarbeitung und der statistischen Datenanalyse.

Sie beschaffen, erschließen, verwalten und bearbeiten Dokumente und Informationen. Erschließung beschäftigt sich mit der Katalogisierung der Dokumente. Das Ergebnis der Erschließung sind analoge oder elektronische Kataloge (ähnlich wie Suchmaschinen im Internet). DokumentarInnen bewerten Informationen und Dokumente nach Wichtigkeit und Qualität. Sie bereiten diese Dokumente auf, und versehen sie mit Schlagworten. Das ermöglicht die schnelle Suche und somit das Finden der benötigten Informationen. Dieser Vorgang wird als Information Retrieval (Informationsrückgewinnung) bezeichnet.

Dokumentation ist grundsätzlich Teil der Informations- bzw. Bibliothekswissenschaft. Dazu gehört auch die Erstellung, Bearbeitung, Prüfung von produktbegleitenden Dokumentationen. Das umfasst z.B. Labels, Manuals und Marketing-Materialien. DokumentarInnen führen auch Datenqualitätsprüfungen durch.

Im Gegensatz zu ArchivarInnen, die primär Dokumente bzw. Informationsmaterialien sammeln, bearbeiten DokumentarInnen diese weiter. DokumentarInnen nutzen dazu entsprechende technische Verfahren der Informationsvermittlung und konzipieren benutzerfreundliche Datenbankanwendungen.

Zudem erstellen Sie Fachpublikationen, Bedarfsanalysen und firmeninterne Wissensdatenbanken. Manchmal gehört auch die eigenständige Übersetzung von Gebrauchsanweisungen und Benutzerhandbüchern zu ihrem Tätigkeitsbereich.

Spezialisierungen sind in verschiedenen Bereichen möglich, z.B. als Medizin-DokumentarIn oder EU-DokumentarIn.

Häufig ist spezifisches Fachwissen nötig, je nachdem in welchem Bereich eine dokumentarische Tätigkeit angestrebt wird. Es kann sich um fachbezogene, historische oder moderne Themen handeln. Dokumentiert werden auch Patientenakte, Rezepturen, Patente und Unternehmensdokumente.

  • Freude am Umgang mit technischen Informationssystemen
  • Interesse an Informatik
  • Gute Allgemeinbildung
  • Gutes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen
  • Abstraktionsvermögen
  • Kreativität

 

Im Beruf sind grundlegende Kenntnisse über Datenbanksysteme und Speichertechnologien sowie über die Struktur von Daten und Informationen gefragt.

DokumentarInnen sind (zum Teil. im Rahmen des öffentlichen Dienstes) in Dokumentationszentren, Staatsarchiven, Bibliotheken, Bundesmuseen, an Universitäten, Gebietskörperschaften, Ministerien, Presseagenturen, Rundfunkveranstaltern, Verlagen, universitätsnahen und sonstigen wissenschaftlichen Einrichtungen, in Krankenhäusern sowie in den verschiedenen Wirtschaftsunternehmen beschäftigt.

Weitere berufliche Möglichkeiten bieten EDV-Firmen, Datenerfassungsdienste und Unternehmensberatungen. InformationsdesignerInnen sind u.a. beschäftigt in Unternehmen der Textil-, Mode- und Produktgestaltung (z.B. Modedesign und Industrial-Design, Design von Lernsoftware für eLearning).

Neue Technologien wie Internet of Things, Artificial Intelligence und Data Science ziehen verstärkt in sämtliche Berufsbereiche ein. Es kann eine Tätigkeit als Data Analyst oder als Data Scientist angestrebt werden.

Data Science (Datenwissenschaft) ist ein freier Begriff und stand früher für den Begriff Informatik in Zusammenhang mit Mathematik und Statistik. Data Scientists erheben, analysieren und interpretieren Rohdaten um Informationen zum Treffen fundierter Entscheidungen zu gewinnen. Data Scientists befassen sich mit der Ermittlung und der systematischen Analyse – dem sog Data Mining – unter anderem mit dem Ziel, verborgene Strukturen und Informationen in komplexen Daten zu finden.

Die Zahl der Unternehmen die Data Mining-Verfahren nutzen ist tendenziell stark steigend. Daten werden allgemein als „Öl der Zukunft“ bezeichnet (vgl. Die Datenspinne Google, Facebook, Alibaba & Co – Fluch oder Segen? URL: www.schule.at).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ArchivarIn und DokumentarIn", dem der Beruf "DokumentarIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Es gibt zwar keine streng geregelte Ausbildung für DokumentarInnen. Üblicherweise kommen diese aus dem Bereich Informatik bzw. Wirtschaftsinformatik, da Dokumentation Teil der Informations- bzw. Bibliothekswissenschaft ist. Sie können jedoch auch aus einem spezifischen technischen, künstlerischen oder anderem Fachbereich kommen und mit einer entsprechendem Zusatzqualifikation in der Dokumentation (z.B. als Medizinische oder Technische DokumentarIn) tätig sein.

Uni: Z.B. Wirtschaftsinformatik, Geschichtsforschung, Historische Hifswissenschaften und Archivwissenschaft, Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Information/Wissen/Medien, Library and Information Studies (in Kooperation mit der Österreichischen Nationalbibliothek).

FH: Z.B. Information Medien & Kommunikation -Schwerpunkt Bibliotheks- und Dokumentationsmanagement, Wirtschaftsinformatik, Informations- und Kommunikationssysteme, Informations- und Kommunikationsmanagement, Wissensmanagement, Angewandtes Wissensmanagement, Information and Communication Systems and Services.

Manchmal wird in Jobausschreibungen eine Ausbildung als TechnischeR RedakteurIn bzw. Technical Writer vorausgesetzt.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten diverse Universitätslehrgänge und Kurse, meist in Verknüpfung mit Bereichen aus der Betriebswirtschaft (z.B. Geschäftsprozessmanagement, E-Business, Wissensmanagement, Strategisches Informationsmanagement).

Relevant sind auch Kenntnisse in den Bereichen: Redaktionsmanagement, Technische Kommunikation, Informationsrecht und Rechtsinformation, im kaufmännischen Bereich, Archiv/Bibliothek sowie im EDV-Bereich; Themen sind auch barrierefreies Webdesign und E-Learning (AutorIn).

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen in leitenden Funktionen, z.B. in Archiven, im Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationswesen. Manchmal besteht die Möglichkeit, eine Position als Data Analyst oder Research Analyst anzustreben.

Zudem besteht die Möglichkeit der selbständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn) im Handelsgewerbe oder in der Unternehmensberatung und -organisation. Nähere Infos bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Kunst (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
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