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GeophysikerIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.790,- bis € 3.170,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

GeophysikerInnen erforschen die physikalischen Vorgänge und Strukturen des Systems Erde. Ihr Sachgebiet reicht vom Erdinneren über die Erdkruste und Ozeane sowie über die Meteorologie bis hin zur äußeren Erdatmosphäre.

GeophysikerInnen führen physikalische Messungen im Gelände oder an Observatorien durch und werten diese mittels mathematischer und statistischer Methoden aus.

Zur Suche nach Bodenschätzen (z.B. Mineralien, Erdöl, Wasser) setzen sie geoelektrische, geomagnetische und gravimetrische* Untersuchungsmethoden ein. GeophysikerInnen führen mittels Simulationsverfahren Berechnungen zur gezielten Prognose durch - vor allem in den Bereichen Erdbebenforschung (Seismologie), Vulkanerkundung und Bodenuntersuchungen (Seismik). GeophysikerInnen arbeiten oft mit MeteorologInnen, PhysikerInnen, BiologInnen und HistorikerInnen zusammen.

Die Geophysik gliedert sich im Wesentlichen die drei Teilbereiche Theoretische Geophysik Angewandte Geophysik und Experimentelle Geophysik. Die experimentelle Geophysik befasst sich mit Laborversuchen. Häufig geht es um die Untersuchung von Materialeigenschaften (z.B. Steine), unter Bedingungen, wie sie im Erdinneren herrschen.

 

*Gravimeter sind hoch empfindliche Messgeräte, mit denen Veränderungen des Schwerefeldes der Erde gemessen werden. Gravimetrie beruht auf dem physikalischen Prinzip der Massenanziehung (Gravitation).

Grundlegende Voraussetzungen sind bereits in der Ausbildung wichtig: Naturwissenschaftlich-technisches Verständnis, analytisches Denkvermögen, mathematische Begabung (Berechnungen), räumliches Vorstellungsvermögen, Schwindelfreiheit, körperliche Fitness und Ausdauer (Untersuchungen und Messungen im Freien, klimatisch belastende Zonen), Teamfähigkeit.

Für internationale Projekte (Forschungsaufträge) sind gute Fremdsprachenkenntnisse erforderlich. Englisch ist hier die Wissenschaftssprache und Projektsprache.

Im Beruf ist oft der Umgang mit GIS- und CAD-Systemen erforderlich. Manche Arbeiten erfordern auch grundlegende grafische Kenntnisse.

Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen in Unternehmen der Rohstoffproduktion und der Erkundung von Rohstofflagerstätten, an Messstellen und -warten, an Sternwarten sowie an den Universitätsinstituten. Für Ingenieur- und Planungsbüros erstellen sie unter anderem Gutachten zur Umweltverträglichkeit und führen Baugrunduntersuchungen durch.

Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten bieten die Flugwetterdienste, Umweltmessstellen, Massenmedien und Volksbildungseinrichtungen, eventuell auch Bergbaubetriebe. Sie wirken an der Erstellung von Softwateprodukten im Bereich Gewinnung und Verarbeitung von Geodaten mit.

Der Rohstoffbedarf steigt seit Jahren und somit gewinnen Fragen des Umweltschutzes eine stärkere Rolle. Ebenso rückt das Thema Erneuerbare Energien in den Vordergrund. Der Arbeitsmarkt bietet AbsolventInnen grundsätzlich eine breite Palette an beruflichen Perspektiven (z.B. Informations- und Datenbeschaffung, Datenmanagement).

Forschungs- und Entwicklungsbereiche sind z.B. Umwelttechnik, Vermessungstechnik, Bohr- und Sprengtechnik, Ökosystemwissenschaften, standortbezogene Erkundungsprogramme, Big Data, Data Science und Künstliche Intelligenz.

Des Weiteren gibt es spezielle, oft interdisziplinäre Fachbereiche wie die Hydrologie, die Meteorologie, die Geophysik oder die Geoinformatik.

Sehr gute Englischkenntnisse sind sowohl aufgrund der fachlichen Kommunikation sowie der starken internationalen Ausrichtung dieses Bereiches unumgänglich.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "PhysikerIn", dem der Beruf "GeophysikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Studiengänge aus diesem Bereich Erdwissenschaften, Angewandte Geowissenschaften, Geologie, Geographie und Physik bieten entsprechende Lehrinhalte bzw. Spezialisierungen. Zudem gibt es die Studiengänge Atmosphärenwissenschaften sowie Meteorologie (Meteorologie ist Teil der Geophysik).

Geodäsie und Vermessungswesen (Geodäsie ist einerseits das Bindeglied zwischen Geophysik und Astronomie, andererseits sind viele geodätische Messverfahren den Ingenieurwissenschaften zugeordnet).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen z.B. in den Bereichen Qualitätssicherung – Qualitätsmanagement sowie Sicherheitstechnik – Arbeitssicherheitstechnik. Wichtig sind Präsentationskenntnisse, Programmierkenntnisse (Python, C, Matlab) und der Umgang mit Geografischen Informationssystemen (GIS):

FH: Geoinformation und Umwelt (Ausbildung über räumliche Wissensverarbeitung sowie Informatik und Marketing von Geographischen Informationssystemen - GIS).

Uni: Angewandte Geoinformatik, Geodäsie und Geoinformation, Raumplanung und Raumordnung.

 

 

GeophysikerInnen können in öffentlichen bzw. staatlichen Einrichtungen (Behörden, Ämter, geologischer Dienst) tätig sein. Sie können für die Industrie bzw. Unternehmen arbeiten, die sich mit Rohstoffen aller Art (fossil, mineralisch, Wasser) befassen - und vor allem auch mit Umweltschutz. Sie beschäftigen sie sich auch in Projekten mit der Einschätzung von Naturrisiken (z.B. Felsschläge, Hochwassergefahr, Hangrutschungen).

Voraussetzungen für eine entsprechende Karriere ist hier üblicherweise eine mehrjährige Berufserfahrung sowie ein sehr gutes Organisations-, Planungs- und Verhandlungsgeschick.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Rechtskraftgewerbes oder im reglementierten Gewerbe: Ingenieurbüros (Beratende Ingenieure). Nähere Infos bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Naturwissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Geophysik
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