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BauinformatikerIn

Berufsbereiche: Bau, Baunebengewerbe und Holz
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: ab € 2.570,- bis k.A. * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Bauinformatik ist ein Fachgebiet des Bauingenieurwesens. BauinformatikerInnen befassen sich mit Anwendungen der Computerwissenschaften für die Planung von Bauvorhaben, die Bauwirtschaft und die Bauverwaltung.

BauinformatikerInnen können z.B. den Nutzen eines Bauwerkes und dessen Wechselwirkung mit der Umwelt berechnen. Sie führen Simulationen für den Ausbau des Straßen- und Schienenverkehrs durch. Sie erstellen Strömungsmodelle um die Grundwasserhöhe und die Fließgeschwindigkeit zu berechnen. Sie können Software für die Überwachung und Steuerung von Bauvorhaben einsetzen. Zudem klässt sich ein virtuelles Gebäude samt der technischen Ausrüstung darstellen.

Die übergeordnete Aufgabe der BauinformatikerInnen ist es, Lösungsmöglichkeiten aus dem Bereich der Informatik auf die Probleme des Bauingenieurwesens zu finden. Dazu wenden sie informationstechnische Verfahren und Methoden an, zum Beispiel

  • Methoden zu Ordnungsstrukturen-Algebra: Mengen, Relationen, Vektoren, Matrizen
  • Methoden zur Numerik und Geometrie: Netze, Projektionen, geometrische Elemente
  • Informationslogistik und Informationsmanagement
  • Künstliche Intelligenz: Regelung des Verkehrs an Kreuzungen, Gefahrenerkennung im Tiefbau
  • Projektmodellierung
  • u.v.a.

 

BauinformatikerInnen befassen sich auch mit der Entwicklung oder Anpassung und dem Einsatz von Software oder ganzen Informationssystemen im Bauwesen. Bausoftware, die oft an individuelle Anforderungen angepasst werden muss: 

  • Baubezogene Software für Ausschreibungsprogramme
  • Bauphysik- und Tragwerksmodelle
  • Statiksoftware
  • Gelände- und Grundwassermodelle
  • Geografische Informationssysteme
  • 3D-Modellierung bis zur Fertigungszeichnung (z.B. AutoCAD, Eplan)
  • Betriebsmanagement und Facility Management

 

Siehe auch den Beruf InformatikerIn sowie WirtschaftsinformatikerIn.

  • Analytisches Denkvermögen
  • Abstraktionsvermögen
  • Gute mathematische Kenntnisse
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Im Beruf sind gute Englischkenntnisse von Vorteil

Wegen der Doppelqualifikation in den Disziplinen des Ingenieurwesens und der Angewandten Informatik können BauinformatikerInnen zur Lösung technischer Probleme eingesetzt werden.

Einsatzfelder ergeben sich in fachspezifischen und interdisziplinären Bereichen da BauinformatikerInnen in der Lages ind fachliche Problemstellungen aus technischen Bereichen mit den Methoden der Informatik zu lösen.

BauinformatikerInnen finden spannende Beschäftigungsbereiche in Bauwesen, Windparks und Solaranlagen, Wirtschafts-, Forschungs- und Industriebereichen sowie im gesamten Dienstleistungssektor.

Fachleute können je nach Zusatz-Qualifikation und Interesse eine Tätigkeit im Bereich der Gebäudeautomatisierung (auch im Gesundheitswesen) anstreben.

Entwicklungsmöglichkeiten werden im Bereich Industrie 4.0 prognostiziert. Gemeint ist die computergesteuerte Prozessautomation bei der Maschinen und Geräte untereinander über eine gemeinsame Steuereinheit "kommunizieren".

Ein aktuelles Thema ist auch die Energieberatung: Beratung über Methoden und Materialien, z.B. Dämmkonzept in Bezug auf bauphysikalische Gegebenheiten, deren Wirksamkeit, Kosten, Nutzen und Fördermöglichkeiten [Stand: 2019].

Grazer ForscherInnen entwickelten eine Sonde zum Umweltmonitoring an Kirchenwänden. Aus Sandstein gebaute Schlösser, Kirchen, Klöster und andere Kulturdenkmäler sind weltweit von Verwitterungsprozessen betroffen; diese gehen meist mit der Einwirkung von Feuchtigkeit im Wechsel mit eisiger Kälte und starker Trockenheit einher. Forscher an der Universität Graz haben eine handliche und günstige Feuchtesonde entwickelt. Die Entwicklung entsprechender Software zur Messung und Auswertung wird ebenso angestrebt.

Innovationen wie etwa 3D-Drucker werden zunehmend in fast jeder Branche eingesetzt, sei es im Bauwesen, im Werkzeugbau oder in der Medizintechnik. Zur digitalen Transformation gehört auch das Building-Information-Modeling (BIM). BIM ist die digitale Darstellung eines Bauwerkes und seiner Funktionen auf der Basis fortlaufend aktualisierter Daten. Viele ExpertInnen sind sich einig, dass durch die Digitalisierung das Betreiben von Bauwerken und Anlagen verbessert, energieeffizienter und kostengünstiger wird.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "BautechnikerIn", dem der Beruf "BauinformatikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Bauinformatik ist ein Fachgebiet des Bauingenieurwesens und befasst sich mit
bauingenieurspezifischen Anwendungen der Computerwissenschaften, Informationstechnik, Berechnungs- und Simulationsverfahren.

BauinformatkerInnen verfügen daher üblicherweise über ein Studium im Bereich Bauingenieurwesen, Bautechnik oder Architektur - in Kombination mit spezifischen Wissen aus der Informatik.

Bau-HTL in Wien: Kolleg Bautechnik Bau- und Informationstechnologie, 4 Semester.

In Deutschland existiert der Studiengang Bauinformatik.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Die Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten sind vielfältig. Universitätslehrgänge und Masterprogramme sind z.B. Business Process Management, Qualitätsmanagement, Smart Home Systems, Smart Buildings in Smart Cities sowie Umwelt - und Energiemanagement.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Weiterbildungsveranstaltungen der Ingenieursvereinigungen und Berufsvertretungen.

Fachleute können als ProjektleiterIn tätig sein. In dieser Funktion koordinieren und optimieren sie Projekte und Prozessabläufe um bei der Definition, Wartung und Weiterentwicklung der entsprechenden Infrastruktur (z.B. zur Steuerung von Smart Home Systems; Sensoreinheiten im Gebäude für Assistenzssteme) mitzuwirken. Die Forschung beschäftigt sich zudem mit Simulationen, Bildanalysen, Rechnernetzen und Künstliche Intelligenz.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Tagesaktuelle Fassung der Gewerbeordnung im österr. Rechtsinformationssystem: RIS.

Infos über Befähigungsnachweise bei der Wirtschaftskammer Österr: WKO.

Liste der reglementierten Gewerbe: Bundesministerium BMDW.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Technik/Ingenieurwissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen-Bauwesen
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