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Agrarbiologe/Agrarbiologin

Berufsbereiche: Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft / Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.540,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Agrarbiologen und Agrarbiologinnen beschäftigen sich mit den biologischen Grundlagen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln für Mensch und Tier.

Sie befassen sich mit Themen der Umweltsicherung und den Erhalt natürlicher Ressourcen. Sie erforschen genetische und physiologische Grundlagen von Nutztieren und Pflanzen. Somit versuchen sie zur Erzeugung von verbrauchergerechten Lebensmittel, zur Tiergesundheit, der Ressourceneffizienz bei der Zucht sowie zur tier- und umweltgerechten Haltung beizutragen. Als Ressourceneffizienz wird unter anderem das Verhältnis vom Einsatz der Betriebsmittel und dem erzielten Nutzen bezeichnet.

Agrarbiologen und Agrarbiologinnen können im Rahmen der Pflanzenproduktion tätig sein, z.B. in der Züchtungsforschung oder in der Erforschung der Interaktion zwischen Krankheiten und Standortfaktoren in Projekten zu Resistenzzüchtungen* von Nutzpflanzen.

Siehe auch die Berufe BiologIn und GenetikerIn.

 

*Resistenz: Widerstandskraft gegen Schädlinge und Krankheiten wie etwa Blattläuse, Mehltau, Feuerbrand oder Winterfrost.

Die beruflichen Anforderungen hängen in hohem Maße von der spezifischen beruflichen Tätigkeit ab.

  • Naturwissenschaftliches und technisches Verständnis
  • Umgang mit Chemikalien: Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Labortätigkeit
  • Kommunikative Fähigkeiten: Beratung, Schulungen und Vorträge zur politischen Willensbildung
  • Bereitschaft zur Mobilität: Reisetätigkeit zu landwirtschaftlichen Betrieben und internationalen Gremien
  • Gute Wahrnehmung und Beobachtungsgabe

 

Wichtig ist ein gewisses Maß an Weiterbildungsbereitschaft: Neue Produkte, Produktionsverfahren, Tierhaltungsmethoden, Einsatz künstlicher Intelligenz (digitale Technologie mit Sonden zur Überwachung der Bewässerungsssteme, autonomfahrende Traktoren, Precision Farming).

Neben der Tätigkeit im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb (Produktion, Vermarktung) arbeiten AgrarbiologInnen bzw. AgraringenieurInnen in der Genussmittelindustrie. Es besteht zudem die Möglichkeit im Bereich Unterricht und Forschung zu arbeiten (Universitäten, Landwirtschaftsschulen, Bildungseinrichtungen, Industrie).

AgrarbiologInnen können auch als BeraterIn für landwirtschaftliche Betriebe tätig sein oder verschiedene Funktionen in Bereichen der politischen Planung und Verwaltung sowie bei Interessenvertretungen (Genossenschaften, Kammern sowie Einrichtungen der Bundes- und Landesverwaltung) erfüllen, etwa als GutachterIn oder als SachverständigeR.

Managementfunktionen in landwirtschaftlichen Großunternehmen sowie der landwirtschaftlichen Zulieferindustrie (z.B. Saat-, Futter-, Düngemittelindustrie, Landmaschinenindustrie, Holz verarbeitende Industrie) zählen ebenso zum Tätigkeitsspektrum.

AgrarbiologInnen, die im Bereich des Umweltschutzes tätig sind, bewerten und beurteilen z.B. die Auswirkungen von Immissionen (Einwirkungen) auf die Landwirtschaft (Wasser- und Bodenverunreinigungen, Überdüngung). Sie kontrollieren zudem die Emissionen (Auswirkungen) landwirtschaftlicher Betriebe, z.B. Geruch, Lärm, Abwässer und Abfälle.

Weitere typische Aufgabengebiete in diesem Bereich sind die Ausarbeitung und Planung von Natur- und Landschaftsschutzauflagen sowie die Renaturierung von geschädigten Gebieten.

Das Thema Digitalisierung der Prozesse erweitert sich zunehmend im landwirtschaftlichen Bereich!

Aktuell gibt es drei Bereiche, in denen Digitalisierung sichtbar wird: Precision Farming, Automatisierung sowie Verwaltung und Abrechnung (vgl. www.ararheute.com, Artikel vom 30.Mai 2019).

Wissenschaftler des Wyss Institute der Harvard University (USA) eine Roboter-Biene (RoboBee) entwickelt, die mit intelligenten Sensoren ausgestattet ist. Die Sensoren ahmen die Funktion der Augen und Antennen von Bienen nach und können auf ihre Umgebung reagieren. Die RoboBees sind nur halb so groß wie eine Büroklammer. Sie fliegen mit „künstlichen Muskeln“, die aus Materialien bestehen, die sich beim Anlegen einer Strom-Spannung zusammenziehen.

Eine Studie, die in der Zeitschrift Agricultural Science and Technology veröffentlicht wurde, testete Drohnen zur Bestäubung von Hybridreis-Samen auf Reisplantagen in China (Artikel vom 22. Juli 2019 auf www.ararheute.com).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "AgrarwissenschafterIn", dem der Beruf "Agrarbiologe/Agrarbiologin" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die BOKU Wien bietet den Studiengang Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Agrarbiologie. Die FH Wr. Neustadt bietet den Studiengang Agrartechnologie (Themen: Technik und Agrar - Landwirtschaft 4.0 gestalten).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten sich unter anderem im Rahmen von Universitätslehrgängen, aufbauenden und weiterführenden Masterprogrammen, z.B. Agrarmarketing, Umwelt und Bioressourcenmanagement, Regionalmanagement, Biotechnologie, Forstwissenschaften, Agrar- und Umweltpädagogik-Lehramt (Hochschule für Agrar- und Umweltpäd. Wien).

Ein starker Trend geht in Richtung Digitales Farming. Geforscht wird unter anderem an selbstfahrenden Traktoren sowie Bodensonden und an Maschinen, die mit Sensoren ausgestattet sind (Landwirtschaft 4.0). Hierzu sind zusätzlich Kenntnisse aus der Informatik gefragt sowie der Umgang mit Geodaten. Inzwischen gibt es den Begriff Agrarinformatik (vgl. Zeitschrift für Agrarinformatik openagrar.at und topagrar.com).

Darüber hinaus gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten in Bereichen Management, Recht (z.B. Patentrecht, Produkthaftungsrecht) und Internationale Studien.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Bodenkultur (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
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