PetrografIn

Berufsbereiche: Umwelt / Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.590,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Der Begriff Petrografie kommt vom Griechischen Wort petra und bedeutet Stein. Die Petrographie ist ein Gebiet der Geowissenschaften, welches sich aus der Mineralogie zu einer selbstständigen Richtung entwickelt hat.

Die Petrografie nimmt eine mehr beschreibende Rolle ein und ist eine Teilgebiet der Petrologie. Die Petrologie befasst sich vor allem mit erstarrten (magmatischen) und umgewandelten (metamorphen) Gesteinen, GeologInnen hingegen mit abgelagerten (sedimentären) Gesteinen.

Fachleute untersuchen und beschreiben die Entstehung, Form und das Vorkommen der Gesteine. Im Rahmen der Mineral- und Gesteinsbestimmung analysieren sie deren Zusammensetzung, Eigenschaften und Merkmale wie etwa Kieselsäuregehalt, Gefüge und Mineralbestand der Gesteine.

Mit Hilfe von Simulationen versuchen sie die Bedingungen der Gesteinsbildung zu erfassen. Sie simulieren und verändern diese unter Variation der Druck- und Temperaturbedingungen in speziellen Behältern (Autoklaven). Dadurch können PetrografInnen geologische Werdeprozesse rekonstruieren. Zudem können sie Verwendungsmöglichkeiten in der Industrie entwickeln, z.B. Zement, Keramik, Glas und Metalle.

Siehe auch den Kernberuf Geologie und die Spezialisierungsmöglichkeiten Mineralogie und Kristallografie.

Analytisches Denkvermögen, mathematische Begabung (Berechnungen), naturwissenschaftliches Interesse (z.B. Thermodynamik, Festkörperphysik), räumliches Vorstellungsvermögen, körperliche Fitness und Ausdauer für Tätigkeiten in klimatisch besonders belastenden Zonen oder im Freien), Teamfähigkeit.

Im Beruf sind grundsätzlich Englischkenntnisse nötig und der Umgang mit GIS- und CAD-Systemen.

Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen an den Universitätsinstituten, bei den geologischen Gesellschaften, an den Bundesversuchs- und Forschungsanstalten sowie in Museen. Methodisch ist die Tätigkeit gegliedert in Feldarbeit, Laboruntersuchung, Computerauswertung der Daten und Erstellen geologischer Karten.

Bei entsprechender Spezialisierung bestehen berufliche Möglichkeiten bei Bergbaubetrieben und im Tiefbaubereich (Straßen-, Kraftwerks-, Tunnelbau).

Die Bildanalyse spielt in diesen Bereich nach wie vor eine große Rolle, ebenso die Anwendung statistischer Methoden - deren Beherrschung verbessert oft die beruflichen Aussichten. Für die Mitwirkung in internationalen Projekten sollten sich AbsolventInnen zusätzlich Frendsprachen (Englisch) und Managementfähigkeiten aneignen.

Fachleute nutzen hier Lichtmikroskope mit Sensoren sowie Hellfeld-, Polarisations- und Fluoreszenz Spektrometer. Diese benötigen sie zur Messung der Reflexion, zur Analyse, Messung organischer Bestandteile etwa im Ölschlamm und zur Fluoreszenzmessung.

Die Technische Mineralogie setzt kristallographische Methoden und Vorstellungen zur Verbesserung technischer Stoffe und Verfahren ein.

In nationalen und internationalen Projekten können GeologInnen dieses Bereichs mit Fachleuten, etwa aus der Molekularbiologie, Maschinenbau, Physik, Chemie, Optik und Informatik (Speicher, Halbleiterelemente) zusammenarbeiten.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "GeowissenschafterIn", dem der Beruf "PetrografIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Petrologie, Petrographie bzw. Mineralogie wird als Lehrveranstaltung, Modul oder Schwerpunkt im Rahmen verschiedener Studiengänge geführt, wie z.B. Erdwissenschaften, Geologie, Geochemie, Angewandte Geowissenschaften.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildung erfolgt oft betriebsintern, auch durch den Besuch von Fachseminaren und dem Studium der Fachliteratur.

Theoretisch ausgebildete Erd- bzw. GeowissenschafterInnen benötigen üblicherweise praxisbezogene Zusatzqualifikationen. Zweckmäßig erscheinen Ausbildungen die betriebswirtschaftliche und technisch-industrielle Fähigkeiten vermitteln (z.B. Chemie und Verfahrenstechnik). Die Lehre von den Mineralien ist die Mineralogie, die von ihrer Verwendung und Bearbeitung die Lithurgik. Zum Umgang mit Geografischen Informationssystemen (GIS) gibt es Kurse sowie Uni- und FH-Lehrgänge.

Der FH-Studiengang "Geoinformation und Umwelt" vermittelt Kenntnisse über räumliche Wissensverarbeitung sowie Informatik von Geografischen Informationssystemen - GIS.

Karrieremöglichkeiten bestehen - je nach Interesse und Qualifikation - in vielfältigen Bereichen, z.B. Materialwissenschaften, Data Science, Qualitätsmanagement, Prozessmanagement. Fachleute können sich auch auf die kristallografische Untersuchung von Materialien spezialisieren.

Voraussetzungen für eine entsprechende Karriere sind üblicherweise entsprechende Qualifikationen sowie mehrjährige Berufserfahrung und Managementkenntnisse.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikertIn. Nähere Infos zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Gewerbes bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

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