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Pharmatechnolog(e)in

Berufsbereiche: Chemie, Kunststoffe, Rohstoffe und Bergbau
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Dieser neue Lehrberuf (gültig ab 1. April 2008) wurde eingerichtet, um einen entsprechenden Qualifikationsbedarf der Pharma-Branche zu befriedigen. Ausbildungsinhalt ist die hoch technisierte und zum Teil automatisierte Produktion von Arzneimitteln. Die Ausbildung im neuen Lehrberuf ist für die pharmazeutische Industrie und das pharmazeutische Gewerbe von großer Bedeutung und soll eine Lücke in der Qualifikation von FacharbeiterInnen schließen und damit auch eine Angleichung an die Bundesrepublik Deutschland und die Schweiz ermöglichen. Das Arbeitsgebiet der AbsolventInnen dieses Lehrberufes umfasst das team- und prozessorientierte Arbeiten in der pharmazeutischen Industrie und im pharmazeutischen Gewerbe. Einsatzmöglichkeiten bestehen vor allem in der Herstellung, aber auch in der Entwicklung von Arzneimitteln.


Berufsprofil (Quelle: Ausbildungsordnung - BGBl.II.Nr.105/2008):


1. Rezepturgemäßes Auswählen und Überprüfen der erforderlichen Roh- und Hilfsstoffe sowie sonstiger erforderlicher Materialien,


2. Rechnergestütztes Prozessüberwachen von Produktionsprozessen zur Herstellung von Arzneimitteln inklusive Abfüll- und Verpackungsprozessen,


3. Vornehmen erforderlicher Prozessoptimierungen während der Produktion sowie Erfassen technischer Daten während des Produktionsverlaufes,


4. Durchführen von Prozesskontrollen unter Einhaltung von erforderlichen GMP-Maßnahmen (Gute Herstellungspraxis) und Qualitätsmanagementsystemen,


5. Ausführen von Reinigungs-, Prozess- und Verpackungsvalidierungen,


6. Dokumentieren sämtlicher produktionsrelevanter Daten sowie deren Überprüfung auf Vollständigkeit und Richtigkeit,


7. Ausführen der Arbeiten unter Berücksichtigung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften, Normen und Umweltstandards.

PharmatechnologInnen arbeiten in Betrieben der Arzneimittelproduktion, wobei es sich meist um Zweigwerke großer Pharmakonzerne (Pharmazeutische Industrie) handelt. Es gibt aber auch kleinere Unternehmen, die teilweise auf bestimmte Spezialmedikamente spezialisiert sind.

Der geschätzte Lehrlings-Bedarf liegt in Österreich bei 40 bis 50 Lehrlingen pro Jahr. Genauere Bedarfsschätzungen für die nächsten 2 bis 3 Jahre liegen für das Bundesland Tirol vor, wo in den nächsten Jahren zusätzlich ca. 40 bis 60 Personen gebraucht werden, von denen ca. zwei Drittel in einer Lehre und ca. ein Drittel in Weiterbildungskursen ausgebildet werden sollen. Die allgemeine Bedarfseinschätzung in der Pharmatechnologie für die nächsten 5 bis 10 Jahre zeigt eine steigende Tendenz.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ChemieverfahrenstechnikerIn", dem der Beruf "Pharmatechnolog(e)in" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
In folgenden Bundesländern befinden sich Berufsschulen für den Lehrberuf:
Quelle: Berufsschulverzeichnis des BMB (Bundesministerium für Bildung)

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

Pharmatechnolog(e)in
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Pharmazeutische Industrie (Arbeiter) 01.05.2017
Pharmatechnolog(e)in (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
männlich k.A. 4 7 13 16 27 30 30 32 28
weiblich k.A. 10 12 18 21 28 37 41 42 50
gesamt k.A. 14 19 31 37 55 67 71 74 78
Frauenanteil k.A. 71,4% 63,2% 58,1% 56,8% 50,9% 55,2% 57,7% 56,8% 64,1%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
Pharmatechnolog(e)in
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
Chemieverfahrenstechniker/in nein
Drogist/in nein
Labortechniker/in - Biochemie nein
Labortechniker/in - Chemie nein
Labortechniker/in - Lack- und Anstrichmittel nein
Pharmazeutisch-kaufmännische/r Assistent/in nein
Prozesstechniker/in nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz

Folgende berufsbildende Schulen bieten teilweise eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

Fachschule für Chemie (Ausbildungszweige "Chemische Technologie und Umwelttechnik" oder "Biochemie und Bioanalytik");

Fachschule für Chemische Betriebstechnik (mit Technikerpraktikum);


Höhere Lehranstalt für Chemie (Ausbildungsschwerpunkte "Biochemie, Bio- und Gentechnologie", "Chemie-Informatik", "Leder- und Naturstofftechnologie", "Oberflächentechnik", "Technische Chemie - Umwelttechnik");


Höhere Lehranstalt für Chemieingenieurwesen (Ausbildungsschwerpunkte "Chemische Betriebstechnik", "Chemische Betriebs- und Umwelttechnik", "Chemische Betriebstechnik, SV Biochemie und Biotechnologie", "Textilchemie").

Die Weiterbildung der PharmatechnologInnen erfolgt vor allem in innerbetrieblichen Kursen und Schulungen.


Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs sind vor allem die Werkmeisterschule für Berufstätige mit den Fachrichtungen "Technische Chemie" und "Technische Chemie und Umwelttechnik" (2 Jahre, Abendunterricht) und die zur Reife- und Diplomprüfung führende Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Chemieingenieurwesen (Ausbildungsschwerpunkte "Chemische Betriebstechnik", "Molekularbiologie und Gentechnik" und "Umwelttechnik und Umweltschutzmanagement"; 4 Jahre).

PharmatechnologInnen können zu VorarbeiterInnen, SchichtführerInnen, SchichtmeisterInnen, TagesschichtmeisterInnen, WerkmeisterInnen, ObermeisterInnen, AbteilungsleiterInnen oder WerkführerInnen aufsteigen.


Eine selbständige Berufsausübung im Bereich der Herstellung von Arzneimitteln ist für LehrabsolventInnen kaum möglich (einschlägiger Studienabschluss erforderlich). Allerdings gibt es einige freie Gewerbe in verwandten Bereichen bzw. im Chemiebereich, für deren Ausübung kein Befähigungsnachweis, sondern lediglich die Gewerbeanmeldung bei der Gewerbebehörde erforderlich ist, z.B. "ErzeugerInnen von kosmetischen Artikeln und Parfümeriewaren" oder "ErzeugerInnen von Lederkonservierungsmitteln, Schuhcreme, Fußbodenpflegemitteln, technischen Schmiermitteln und Metallputzmitteln".

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Chemie (Folder)
Reihe: Jobchancen Lehre
Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Chemie und Kunststoff, Seite 53
Schule oder Lehre? 2 Wege zum Wunschberuf (Broschüre)
Reihe: Berufswahl
Fundstelle: Chemie, Physik, Labor, Seite 32
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