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Baubiologe/Baubiologin

Berufsbereiche: Bau, Baunebengewerbe und Holz / Umwelt
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: ab € 2.570,- bis k.A. * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Baubiologie ist ein Sammelbegriff und umfasst die Beziehung zwischen dem Menschen und seiner gebauten Umwelt. Dazu gehört auch die schadstofffreie Ausführung der Bauwerke durch den Einsatz geeigneter Erkenntnisse und Techniken (Forschung und Technik).

Tätigkeitsmerkmale

Baubiologen/Baubiologinnen beschäftigen sich mit dem Thema Wechselwirkung zwischen Gebäude und Mensch. Sie erforschen Umweltrisiken in Gebäuden wie etwa Elektrosmog und andere Störungen. Sie analysieren, messen, werten Daten aus und beraten über eine Bauweise die ein "gesundes Wohnen" unterstützt.

Es geht um das Bauen unter Berücksichtigung der Thermik (Klima), Beleuchtung, Akustik, Lüftung sowie Außenraum (Windschutz). Wichtige Aspekte sind z.B. Enegieeffizienz und der ressourcenschonende Einsatz biologischer Materialien.

Bei der Tätigkeit steht der Mensch, bzw. die NutzerInnen im Mittelpunkt von Planung, Organisation und Ausführung. Nach dem Motto "Gesundes Wohnen in einer gesunden Wohnumgebung" kümmern sich BaubiologInnen auch um "kranke" Gebäude (z.B. Schimmelbegall, Wohngifte).

Baubiologen und Baubiologinnen müssen neben den baulichen Fragen gesundheitliche, ökologische, ökonomische und soziale Ansprüche berücksichtigen.

Sie arbeiten planend, steuernd, betreuend oder beratend im Rahmen der Stadt- und Dorfsanierung mit. Sie organisieren und betreuen auch den Aufbau von Ökodörfern und Ökostädten, Heil- und Erholungszentren. Sie informieren und beraten private und öffentliche Institutionen, z.B. Baufirmen, Baustoffhersteller oder MedizinerInnen. Zudem wirken sie an der Prüfung von Baustoffen, Geräten und Gebäudepflegemitteln (z.B. Holzschutzmittel, Insekten- und Pilzschutz) mit.

Baubiologen/Baubiologinnen sind in der Haus- und Standortuntersuchung unter anderem als baubiologische MesstechnikerInnen tätig. Sie führen Messungen und Materialanalysen durch. Sie untersuchen z.B. Gebäude und teilweise auch Baugründe auf Schadstoffbelastungen.

Zudem beraten sie Bauherren, Grundstücks- und GebäudebesitzerInnen in Hinblick auf die Frage, wie Häuser und Wohnungen ohne gesundheitliche Risiken gebaut, renoviert und eingerichtet werden können.

Siehe auch die Berufe HolztechnikerIn und BaukonstrukteurIn.

Grundlegende Voraussetzungen für die Ausbildung ist ein naturwissenschaftlich-mathematisches und technisches Verständnis sowie

  • Freude an Biologie und Physik: Thermik, Thermodynamik, Mechanik, Schall
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Problemlösungsfähigkeit und Kreativität
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Organisationsgeschick: Infoveranstaltungen für Bauherren, PolitikerInnen, Entscheidungsträger aus der Wirtschaft.

BauibiologInnen finden vor allem in Unternehmen des Baugewerbes -vorwiegend im Hochbau, in Architekturbüros für Passivhäuser und Niedrigernergiehäuser, Ingenieurbüros und weiteren Ziviltechnikbüros, in Konstruktionsbüros bei Planungsgesellschaften, in Planungsbüros der Industrie, in Bauämtern der Öffentlichen Bauträger, sowie als Selbstständige Beschäftigung.

Aufgrund zahlreicher EU-Verordnungen und Neuregelungen in den Bereichen energieeffizientes, ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen, sowie intelligente Steuerungssysteme und umweltfreundliche Baustoffe entstehen zunehmend neue Ausbildungsmöglichkeiten, welche diese Schwerpunkte aufgreifen.

Dementsprechend steigen auch die Karrierechancen im gesamten Bauwesen, insbesonders in allen Bereichen, die innerhalb des Lebenszyklus eines Gebäudes bzw. Objektes eine Rolle spielen.

Der Begriff "Baubiologie" ist in der Geschichte vor allem in Zeiten der Nachkriegszeit, als Folge der Schaffung von ungesunden Massenwohnräumen entstanden. Die Baubiologie stellte von Anfang an eine Gegenbewegung zu konventionellen Standardlösungen der Bauwirtschaft dar.

Obwohl die Baubiologie einen immer höheren Stellenwert erreicht, ist sie bis heute in der Planung und Ausführung der meisten Bauprojekte meist nur ein Randaspekt; das liegt vor allem an der Industrialisierung der Bauwirtschaft.

In Zeiten von Socialmedia und der wachsenden "Informiertheit" der Bevölkerung beginnt sich der Ansatz der konventionellen Bauindustrie zu wandeln. So hat sich z.B. die Vermeidung von Schadstoffen in Innenbereichen (z.B. Wandanstriche, Böden) bereits etabliert.

Der Begriff Biologie nimmt verstärkt Einzug in den Sprachgebrauch der konventionellen Bauherren und erstreckt sich über das Bedürfnis der Menschen hinaus bis zur tlw. gesetzlich verankerten Nachweisführung (Vorschriften, Grenzwerte sowie weitere vorgegebenen Richtlinien).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "BautechnikerIn", dem der Beruf "Baubiologe/Baubiologin" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Von BaubiologInnen wird üblicherweise das Grundstudium im Bereich Bautechnik oder Bauingenieurwesen, Holztechnologie & Holzbau oder Architektur erwartet - mit Spezialisierung auf dem Gebiet Baubiologie.

Zum Thema Baubiologie werden Lehrgänge angeboten. Diese richten sich auch an TechnikerInnen (HandwerkerInnen), BiologInnen, PhysikerInnen, EnergieberaterInnen, RaumausstatterInnen und EinrichtungsberaterInnen.

Infos über Lehrgänge, Weiterbildungsangebote und Netzwerktreffen bietet das Baubiologische Institut Österreich - BBI (www.baubiologie.or.at/bbi) sowie das Institut für Baubiologie und Bauökologie - IBO (https://www.ibo.at).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Baubiologie ist ein Sammelbegriff für die umfassende Lehre der Beziehung zwischen dem Menschen und seiner gebauten Umwelt. Dazu gehört auch die umweltfreundliche und schadstofffreien Ausführung der Bauwerke durch den Einsatz geeigneter Erkenntnisse und Techniken (Forschung und Technik).

Baubiologie fordert auch eine Bauweise, die möglichst schonend in den Kreislauf der Natur eingreift (Bauökologie). Daher ist bauökologisch nicht zwingend baubiologisch, jedoch ist baubiologisch immer auch bauökologisch.

Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung bieten beispielsweise die Universitätslehrgänge in den Bereichen Solararchitektur, Klimatechnik, Sanierungsmanagement, nachhaltige Entwicklung im Städtebau oder Facility Management, International Construction Law, Life Cycle Management-Bau, Building Science, Urban Strategies, MEng Nachhaltiges Bauen, Future Building Solutions.

Lehrgänge zur weiteren Spezialisierung: Z.B. Sanierung und Revitalisierung, Akademische/r Energieberater/in, Future Building Solutions.

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen z.B. als BauleiterIn, AbteilungsleiterIn und - je nach Qualifikation und Interesse - als VerkaufsleiterIn oder KonstruktionstechnikerIn und in Funktionen wie ProjektleiterIn, ProduktmanagerIn und QualitätsmanagerIn.

Karriereaussichten bestehen auch in den Bereichen industrielle Forschung und Entwicklung im Gebäudebereich, in akademischen und nicht-akademischen Forschungsinstitutionen, im Öffentlichkeitsdienst und in Consulting Unternehmen.

BautechnikerInnen können selbstständig im Rahmen eines Gewerbes tätig sein. Es gibt das reglementierte Gewerbe (BeratendeR IngenieurIn) und das Rechtskraftgewerbe (BaumeisterIn).

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Tagesaktuelle Fassung der Gewerbeordnung im österr. Rechtsinformationssystem: RIS.

Infos über Befähigungsnachweise bei der Wirtschaftskammer Österr: WKO.

Liste der reglementierten Gewerbe: Bundesministerium BMDW.

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