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BiophysikerIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.120,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

BiophysikerInnen wenden Prinzipien und Verfahren der Physik an, dazu gehören Messverfahren und Versuche. Sie wenden auch Methoden aus der Biologie, Molekularbiologie und der Biochemie an.

Sie untersuchen biologische Systeme, insbesondere auf molekularer und zellulärer Ebene. Zum Beispiel untersuchen und messen sie die biologische Signalisierung durch Neurotransmitter und Proteine. Neurotransmitter sind biochemische Stoffe, die Reize von einer Nervenzelle zu einer anderen Nervenzelle oder Zelle weitergeben, verstärken oder modulieren (abwandeln).

BiophysikerInnen analysieren die Reaktionen organischer Strukturen und Lebensformen auf physikalische Einwirkungen. Dazu untersuchen sie unter anderem die Transportvorgänge durch Zellmembranen. Sie erforschen die Informationsverarbeitung im Nervensystem bzw. die Entstehung und Weiterleitung von Nervenimpulsen. Sie untersuchen auch die elektrischen Vorgänge, welche die Nervenfunktionen, Gehirn- und Herztätigkeiten begleiten.

Ein Thema ist auch die Analyse der Herzkontraktion und -frequenz und deren Beeinflussung durch Hormone und Pharmaka. Weiters entwickeln sie neue Untersuchungsmethoden für die Biologie, Pharmazie und Medizin (z.B. Nervenultraschall).

BiophysikerInnen wirken bei der Entwicklung neuer Biowerkstoffe mit, das sind Kunststoffe aus fossilen Rohstoffen für die medizinische Verwertbarkeit (z.B. für Implantate). Zudem entwickeln sie Chiptechnologien für die Proteomanalytik* und für Biosensoren.

BiophysikerInnen sind unter anderem in Bereichen der Laserphysik, Optik, Material- und Oberflächenwissenschaften, Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie tätig.

Siehe den Kernberuf PhysikerIn sowie die Berufe MedizinphysikerIn und MolakularbiologIn.

 

*Proteomanalytik: Analyse von Proteinen die von einem Erbgut (Genom) gebildet werden.

Für die Ausbildung ist naturwissenschaftlich-technisches Interesse (Biomechanik, Spektroskopie, Elektrophysiologie) erforderlich. Wichtig ist auch ein Interesse an Grundlagenwissen aus der Medizin.

  • Analytisches Denkvermögen: Strukturen untersuchen, Messungen durchzuführen
  • Wissenschaftliche Neugierde
  • Mathematisches Geschick: Berechnungen
  • Gute Feinmotorik für Labortätigkeiten

 

Für viele Aufgaben ist Ausdauer und ein sicherer Umgang mit Softwaretools (Simulationen, Statistik) erforderlich Im Bereich Forschung sind Fremdsprachenkenntnisse wichtig (Literatur, Expertenaustausch). 

BiophysikerInnen arbeiten z.B. die in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von biophysikalischen, medizin- oder umwelttechnischen Unternehmen und Instituten.

Berufliche Einsatzmöglichkeiten bestehen in verschiedenen Anwendungsbereichen der Lebenswissenschaften (Life Sciences), z.B. Biomedizin und Zellforschung sowie Biotechnologie, Lebensmittel- und Kosmetikindustrie. Mehr als 330 Betriebe sind im Bereich Pharma und Biotechnologie engagiert. Dieser Sektor zeichnet sich durch eine beeindruckende Forschungsintensität aus (lifescienceaustria.at) .

Weitere Arbeitsfelder: Z.B. Tätigkeit als SachbearbeiterIn zur Aufarbeitung technisch-wissenschaftlicher Informationen, GutachterIn oder SachverständigeR (z.B. auf dem Gebiet des Umweltschutzes sowie Patentwesen und Consulting.

Aufgrund der technologischen Entwicklung und Innovation sind ForscherInnen gefragt, welche die Domänen (Bio)Physik und (Bio)Medizin verbinden.

Der Physiologe Helmholtz maß im Jahr 1852 als erster die Transportgeschwindigkeit von Nervensignalen. Heute ist die Elektroneurographie (Nervenleitgeschwindigkeit) eine wesentliche neurologische Untersuchungstechnik.

Ein neues Teilgebiet der molekularen Biophysik - die molekulare Bioinformatik - befasst sich mit der Analyse und Interpretation von biologischen Sequenzen, in welchen die genetische Information gespeichert ist (Sequenzstammbaum).

Chromosomen als Informationsspeicher: Biologische Systeme sind über biochemische Signalwege untereinander vernetzt. Chromosomen bestehen aus Zellen mit modularen Untersystemen. Diese Systeme befinden sich weit außerhalb des thermodynamischen Gleichgewichts und verhalten sich meist nichtlinear (vgl. Deutsche Physikalische Gesellschaft, Artikel Biophysik). Auf diesem Gebiet können sich BiophysikerInnen im Rahmen von Forschungsarbeiten engagieren.

Infos über aktuelle Forschungsschwerpunkte, eine Jobbörse und eine Statistik über Forschungsgruppen bieten die Österreichische Physikalische Gesellschaft PG und die Österrreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie ÖGMBT.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "BiowissenschafterIn", dem der Beruf "BiophysikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

BiophysikerInnen verfügen oft über ein Grundstudium (Bachelor) aus dem Bereich Physik, Biologie, Biologische Chemie, Biomedizin oder Biomedizinische Analytik und ein entsprechendes Masterstudium.

Die JKU Linz bietet das einschlägige Studium Biophysik.

Studienrichtungen, die Biophysik als Modul enthalten sind z.B. Molekulare Biologie, Biomedizintechnik, Molekulare Biowissenschaften, weiters:

  • Biomedical Engineering (Modul Biophysics and Biomechanics): TU Wien
  • Biomedical Engineering (Vertiefung Biophysikalische Modellierung): TU Graz
  • Biomedical Engineering (Spezialisierung Rehabilitation Engineering): FH Technikum Wien

 

Das Studium Tissue Engineering and Regenerative Medicine befasst sich mit Geweberegeneration (MSc, Englisch): FH Technikum Wien.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Die Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung sind sehr vielfältig. Fort- und Weiterbildung erfolgt häufig im Rahmen der beruflichen Tätigkeit und werden betriebsintern angeboten.

Es werden Fachhochschul- und Universitätslehrgänge angeboten, z.B. "Medizinische Physik" (Meduni Wien) sowie Lehrgänge im Bereich Qualitätsmanagement. Für den Bereich Hörakustik bietet die Akademie für Optometrie und Hörakustik Infos und Kurse: akustiker.at.

Fähigkeiten zur Analyse von Nanopartikeln und biologischer Zellen sind auch in der Materialforschung gefragt sowie in der pharmazeutisch/medizinischen Diagnostik.

Karrierechancen bestehen unter anderem im Rahmen der Entwicklung technisch-industrieller Anwendungen. Es kann auch eine Tätigkeit an Universitäten z.B. im Bereich Forschung und Entwicklung angestrebt werden.

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung fördert bestimmte nationale und internationale Forschungsprojekte. In diesem Zusammenhang werden immer wieder Stellen, vor allem für wissenschaftliche MitarbeiterInnen ausgeschrieben: bmbwf.gv.at.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht auch die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Mit einer entsprechenden Zusatzausbildung ist es ist möglich, eine Position als MedizinphysikerIn anzustreben, um in Österreich als MedizinphysikerIn tätig werden zu können. So müssen fachspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten gemäß § 6 Abs. 1 Z 1 der Medizinischen Strahlenschutzverordnung erworben/nachgewiesen werden.

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