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Clinical Engineer (m/w) (KrankenhaustechnikerIn)

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
∅ Einstiegsgehalt: nicht bekannt Arbeitsmarkttrend: steigend

Tätigkeitsmerkmale

Clinical Engineers sind TechnikerInnen im medizinischen Umfeld. In Krankenhäusern, Gesundheitseinrichtungen und medizinisch genutzten Räumen betreuen sie die technische Infrastruktur und die Gebäudeautomatisierung im Gesundheitswesen.

Clinical Engineers befassen sich mit der Planung und Ausstattung der benötigten Systeme und Geräte samt der Steuerungs- und Gebäudeleittechnik. Sie stellen deren Verfügbarkeit sicher und führen regelmäßige Wartungsarbeiten durch um den störungsfreien Betrieb und die Betriebssicherheit zu gewährleisten. Falls nötig, tauschen sie Teile aus oder ersetzen Geräte durch neue.

Clinical Engineers kümmern sich um das perfekte Zusammenspiel der technischen Systeme, etwa auf der Intensivstation und im Operationssaal. Ihre Tätigkeit umfasst Systeme und Geräte der Elektro-, Haus- und Installationstechnik, Energieversorgung, IT-Netzwerktechnik. An der Schnittstelle von Technik und Gesundheit koordinieren und optimieren sie technische Projekte und Prozessabläufe gemeinsam mit dem medizinischen Fachpersonal.

Sie erstellen Ausführungs-, Montage- und Rohrführungspläne und führen Berechnungen und Massenermittlungen durch. Für das Vermessen und Aufzeichnen eines bestehenden Gebäudes oder Raumes nutzen sie CAD-Tools (z.B. AutoCAD, Plancal).

Siehe auch die Berufe MedizintechnikerIn, Biomedizinische AnalytikerIn und BionikerIn.

Neben einem grundsätzlichen naturwissenschaftlich-technischen Verständnis ist Grundlagenwissen aus der Medizin nötig (sowie Mechanik, Hydraulik, IT-Schnittstellen, Mess- und Regeltechnik) sowie wissenschaftliche Neugierde und Kreativität sowie:

  • Zielstrebigkeit, Konflikt- und Problemlösungsvermögen
  • Interdisziplinäres Kommunikations- und Kooperationsvermögen, vernetztes Denken
  • Kenntnis der facheinschlägigen Vorschriften in der Medizintechnik
  • Kenntnisse im Umgang mit SAP (Software zur Abwicklung sämtlicher Geschäftsprozesse eines Unternehmen)
  • Kenntnisse des Vergaberechts (Projekte)

 

Aufgrund der häufig erforderlichen interdisziplinären Zusammenarbeit mit SpezialistInnen aus unterschiedlichsten Fach- und Wissenschaftsbereichen auch ein hohes Maß an Kontakt- und Teamkompetenz nötig.

Da die wissenschaftliche Literatur häufig in Englisch abgefasst ist, sind Kenntnisse der Sprache erforderlich.

Clinical Engineers abeiten z.B. in Gesundheitseinrichtungen (Kur- und Krankenanstalten, Rehabilitationszentren) in der medizinischen Industrie oder in Service-Unternehmen, auch bei Herstellern von medizinischen Geräten und Medizinprodukten, bei Zulassungsstellen von Medizinprodukten sowie in der medizintechnischen Forschung in entsprechenden Forschungseinrichtungen beschäftigt.

Clinical Engineers arbeiten auch im Facility Management in Einrichtungen des Gesundheitswesens bzw. in medizinisch genutzten Gebäuden: Instandhaltung, Schnittstellenkoordination, Trinkwasserversorgung, Intensivmedizintechnik u.a.

Der technische Entwicklungsfortschritt im Gesundheitswesen schafft einen stark wachsenden Bedarf an speziell ausgebildeten KrankenhaustechnikerInnen (Clinical Engineers).

Ein beruflicher Wechsel in die Vertriebstätigkeit kann bei entsprechendem Interesse und betriebswirtschaftlicher Qualifikation stattfinden. Fachleute erstellen hier erstellen Anforderungsanalysen, basierend auf den Anforderungen des medizinischen Fachpersonals. Sie suchen nach Lösungen und erstellen einen Plan für die optimale medizintechnische Ausstattung.

Je nach Interesse und (Zusatz)Qualifikation kann eine Position als SicherheitsbeauftragteR oder Quality System Analyst (m/w) angestrebt werden (z.B. im Bereich Medizintechnik); Im Qualitätsmanagement geht es um die Optimierung der internen Prozesse; dieses Aufgabenfeld beinhaltet daher auch die Zuständigkeit für das Change-Management sowie die Verantwortung für das Dokumenten-Management.

Diese Position setzt neben einer fundierten technischen Ausbildung auch Berufserfahrung im Qualitätswesen in der Medizintechnik voraus. Wichtig und absolut notwendig sind solide Kenntnisse der gängigen Normen und Regularien (ISO 13485, cGMP, 21 CFR 820).

ISO 13485: Norm seit 2016; auch Organisationen die Medizinprodukte lagern, installieren und bereitstellen, die technischen Service anbieten sowie Organisationen, die Zulieferer und Servicedienstleister sind fallen in den Geltungsbereich.

cGMP steht für Current Good Manufacturing Practice - aktuelle gute Herstellungspraxis.

21 CFR part 820: Code of Federal Regulations ist die Norm für behördliche Bestimmungen (Gesetze). Damit sind die Richtlinien, die im cGMP festgehalten sind, für alle Arznei-, Medizin-, Lebensmittel- und Futtermittelhersteller bindend.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "MedizintechnikerIn", dem der Beruf "Clinical Engineer (m/w) (KrankenhaustechnikerIn)" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Clinical Engineers verfügen über grundlegende Kenntnisse der Medizintechnik, Elektro-, Installationstechnik und Gebäudeautomatisierung (speziell im Gesundheitswesen).

Dies beinhaltet auch die klassische HKLS-Technik (Heizung-, Klima-, Lüftungs- und Sanitärinstallation) sowie die entsprechende Informationstechnologie zur Steuerung.

Wichtig sind auch grundlegende Kenntnisse über Abläufe in medizinischen Einrichtungen.

FH: Clinical Engineering (BSc, FH Campus Wien, berufsbegleitend); Gebäudetechnik, Mechatronik, Elektrotechnik, Technisches Management mit der Vertiefungsrichtung Clinical Engineering (MSc, FH Campus Wien, berufsbegleitend).

Studienrichtungen, die ähnliche Module enthalten:

Uni: Z.B. Physik, Technische Physik, Biomedical Engineering.

FH: Z.B. Medizintechnik, Health Care IT - Health Informatics, Biomedical Engineering, Medical Engineering, Health Assisting Engineering.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Universitätslehrgänge und Lehrgänge universitären Charakters ermöglichen eine fachliche Vertiefung bzw. Erweiterung (z.B. Computational Life Sciences, Health Care Management, Safety and Systems Engineering, Technisches Management (beide gibt es als FH-Masterstudium), QM-Schulungen.

Infos über aktuelle Kure, Fort- und Weiterbildungsprogramme bietet z.B. die Quality Austria - Trainings, Zertifizierungs und Begutachtungs GmbH.

Relevant sind auch Kurse/Lehrgänge im Bereich Facility Management in Einrichtungen des Gesundheitswesens (Instandhaltung, Schnittstellenkoordination) sowie im Bau- und Baunebengewerbe (Projektkoordination von Neu-, Zu- und Umbauten von medizinisch genutzten Gebäuden).

Darüber stehen aber auch diverse Kurzlehrgänge oder Zertifizierungen bei verschiedensten Bildungseinrichtungen zur Verfügung (z.B. Lehrgang zum/r zertifizierten Medizinprodukteberater/in).

Aufstiegsmöglichkeiten für ElektrotechnikerInnen bestehen in der Abteilungsleitung von Bereichen wie Technologiemanagement oder Industrial Engineering.

Fachleute können Verantwortung für die technische Betreuung der KundInnen in Kliniken, Zahnarztpraxen, Rehabilitationszentren etc. übernehmen. Sie koordinieren und optimieren technische Projekte und Prozessabläufe um bei der Definition, Wartung und Weiterentwicklung der technischen Infrastruktur zu mitzuwirken.

Sie können sich als ProjektleiterIn im Bereich Anwenderschulung (der technischen Geräte und Einrichtungen) des medizinischen Personals vor Ort oder im Rahmen von Workshops spezialisieren.

Verwandte Bereiche sind Gebäudetechnik, aber auch zu den Bereichen Automatisierung, Elektrotechnik und Maschinenbau bestehen berufliche Schnittstellen.

Praxiserfahrung, fach- und branchenbezogenes Spezialwissen sowie fächerübergreifende
Kompetenzen gehören zu den bedeutsamer werdenden Faktoren, z.B. Health Assisting Engineering sowie die sog. smarte Gerätevernetzung - vom vernetzten Rauchmelder, Heizung bis hin zur intelligenten Kaffeemaschine.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Im Rahmen einer slbstständigen Tätigkeit können sie die Durchführung von internen Sicherheitsaudits, Führung und Begleitung von Projekten zur Verbesserung der Prozesse und Strukturen und viele andere Tätigkeiten (z.B. im Ingenieurbüro) übernehmen.

Als selbstständige ConsulentInnen können sie anspruchsvolle Projekte im In- und Ausland übernehmen oder in Planungsbüros tätig sein.

Detaillierte Informationen über die Gewerbeordnung, Befähigungsnachweise bietet die Wirtschaftskammer Österreich WKO.

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