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VerständlichkeitsforscherIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.780,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: sinkend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

VerständlichkeitsforscherInnen befassen sich mit schriftlichen und mündlichen Texten in Bezug auf deren Verständlichkeit für LeserInnen und ZuhörerInnen.

Sie führen Verständlichkeitsanalysen an Texten sowie an audiovisuellem Material durch. Sie verfassen, editieren (korrigieren) oder übersetzen Fachtexte aus den verschiedensten Bereichen wie Bank- und Finanzwesen, Versicherungen, Marketing, Recht, Maschinenbau und Unternehmenskommunikation.

Anhand von wissenschaftlichen Kriterien untersuchen sie die Verständlichkeit von Gebrauchsanleitungen, Gutachten, Gesetzestexten usw. Sie analysieren zudem die Kommunikation zwischen Institutionen (z.B. Gerichte, Ämter und MedizinerInnen).

Die Regeln zur Gestaltung eines Textes betreffen beispielsweise die Verwendung einfacher und gebräuchlicher Wörter, Sprechpausen sowie knappe Formulierungen und eine gute Gliederung. Bei Online-Texten spielen zudem auch die Site-Struktur, Navigation, Gestaltung, Links und Text eine wichtige Rolle.

Im Vordergrund steht die Readability, das ist die Lesbarkeit und Verständlichkeit eines geschriebenen oder gesprochenen Textes. Eine Herausforderung besteht auch in der textuellen und sprachlichen Vermittlung komplexer Zusammenhänge und Themen für unterschiedliche Zielgruppen.

Verständlichkeitsforschung ist an der Schnittstelle von Psychologie und Linguistik angesiedelt. Siehe auch die Berufe SprachwissenschafterIn, LinguistIn, KommunikationspsychologIn und ÜbersetzerIn.

  • Analytisches Denkvermögen
  • Freude am wissenschaftlichen Arbeiten
  • Sehr gutes schriftliches und mündliches Ausdrucksvermögen 
  • Strukturierter Arbeitsstil
  • Interkulturelle Kompetenz

VerständlichkeitsforscherInnen arbeiten an Universitäten, in Forschungsinstituten und öffentlichen Institutionen. Je nach Ausbildung bzw. Spezialisierung kommen auch Tätigkeiten in folgenden Bereichen in Frage:

  • Kultur: Literatur- und Kulturmanagement (Ausstellungen, Literaturhäuser, Kulturreisen), literarische und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit; Darstellende Kunst, Theater (Dramaturgie, Textbearbeitung); Erwachsenenbildung (Literaturvermittlung, Schreibwerkstätten, Sprachunterricht/Deutsch als Fremdsprache und Literatur- und Kulturvermittlung); Bibliotheken, Literaturarchive, Dokumentationsstellen; im internationalen Kultur- und Bildungsaustausch
  • Medien: Rundfunk (Literaturabteilungen, Feature-Redaktionen); Fernsehen (Drehbuch, Fernsehspiel); Film und Video (Skriptherstellung); Verlage (Lektorat, Öffentlichkeitsarbeit); Buchhandel; Zeitungen und Zeitschriften (Kulturredaktionen, Literaturkritik); freiberufliche Tätigkeiten (Publizistik, Kommunikations- und Redetraining)
  • Textproduktion in Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung: Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und unternehmensinterne Kommunikation, Textkorrektur, Dokumentation und Kommunikationsmanagement; Kommunikationstraining.

 

Weitere Aufgabengebiete finden sich im Buchhandel, in unterschiedlichen Bereichen in der Wirtschaft, z.B. als KommunikationstrainerIn (Rhetorik, Public Relations), in politischen Institutionen oder sozialen Einrichtungen und Nonprofit-Organisationen oder im Rahmen von literarischen Arbeiten.

Bedarf an verständlicher Kommunikation in der Wissensgesellschaft: Häufig sind Kontroversen (Streit oder Debatten) Resultate von sprachlichen Missverständnissen - auch bei der Kommunikation unter ExpertInnen.

Fachleute können sich in diesem Bereich engagieren: Unternehmenskommunikation, Streitschlichtung, internationales Konfliktmanagement, barrierefreie Kommunikation. Sie können auch eine Position in der öffentlichen Verwaltung oder im diplomatischen Dienst anstreben.

Verständlichkeitsforschung findet ihre Anwendung - oft aufgrund rechtlicher Belange - zunehmend in der Erstellung oder Optimierung von Texten in der Technischen Kommunikation, bei Gebrauchsanweisungen, Verwaltungstexten, Sachtexten und in der Wissensdokumentation.

Forschungsprogramme gibt es auch in der Sprachheilkunde, z.B. in Bezug auf computergestützte Stimmanalysen bei an Parkinson erkrankten Personen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Philologe/Philologin", dem der Beruf "VerständlichkeitsforscherIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Uni: Z.B.

  • Linguistik/Sprachwissenschaft
  • Allgemeine Linguistik: Grammatiktheorie und kognitive Sprachwissenschaft
  • Angewandte Linguistik - Schwerpunkt Diskursanalyse & Soziolinguistik
  • Angewandte Linguistik - Schwerpunkt Sprachlehrforschung /Sprachunterrichtsforschung
  • Indogermanistik und historische Sprachwissenschaft
  • Linguistik - Studienschwerpunkt Klinische Linguistik
  • Sprachwissenschaft - mit Modulen in Psycho- und Patholinguistik
  • Linguistik - Spezialisierung Psycholinguistik (Master)
  • Computerlinguistik
  • Computational Intelligence (Master)
  • Computational Logic DDP (Master)

 

FH: Z.B. Human-Centered Computing, Informations- und Dokumentationsmanagement.

Es gibt auch die Studienrichtung Sprachkunst (www.dieangewandte.at/sprachkunst).

Interdisziplinäre Studiengänge: Angewandte Kulturwissenschaft, Deutsche Philologie/Germanistik, Klassische Philologie (Altgriechisch oder Latein), Vergleichende Literaturwissenschaft.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Es gibt Fort- und Weiterbildungsprogramme im EDV-Bereich (Medienlinguistik, Computerlinguistik, künstliche Intelligez, Dokumentationsmanagement) und in der sozialwissenschaftlichen Methodik. Relevante Bereiche sind auch Sprach- und Kommunikationswissenschaften, Soziolinguistik und Sprachheilkunde (klinische Linguistik).

Das Lesen wissenschaftlicher Fachliteratur (auch der Literatur anderer wissenschaftlicher Disziplinen) sowie die Teilnahme an Kongressen kann ebenso der Fortbildung dienen.

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen etwa als ProjektleiterIn im Rahmen interessanter internationaler Forschungsprojekte. Je nach Interesse und Qualifikation kann eine Position in einer Software-Firma oder in einem Forschungsinstitut angestrebt werden. Hier existieren Projekte zu den Themen Kommunikation mittels Artificial Intelligence (Künstliche Intelligenz).

Eine freiberufliche Tätigkeit kann etwa als WissenschaftlerIn oder als WissenschaftsjournalistIn ausgeübt werden. Es besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen des Gewerbes in der Sprachberatung, PR-Beratung oder als WirtschaftsmoderatorIn.

Es gibt Reglementierte und Freie Gewerbe. Nähere Infos bietet die Website der Wirtschaftskammer Österreich: WKO.

Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe auf der Website des Bundesministeriums: BMDW.

Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten zudem die Bereiche Personal- und Organisationsentwicklung, Change Management, der Medienbereich (Information Retrieval).

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