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FassbinderIn

Berufsbereiche: Bau, Baunebengewerbe und Holz
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

FassbinderInnen stellen Holzgefäße verschiedener Größe her. Dabei ist zwischen der Fassbinderei und der Geschirrbinderei zu unterscheiden. Die Erzeugnisse der Fassbinderei sind Fässer für die Lagerung von Wein, Most, Spirituosen und Bier, während in der Geschirrbinderei Produkte wie Holzkübel, Bottiche, Waschtröge oder Saunageschirr angefertigt werden. In zunehmendem Ausmaß stellen FassbinderInnen auch Souvenirartikel aus Holz (z.B. kleine Fässchen und Bottiche) sowie Bauernmöbel und Gartenmöbel (vor allem Spezialmöbel für Heurigenlokale und Kellerstuben) her. Sie verwenden für ihre Produkte verschiedene Arten von Hartholz (z.B. Eiche, Akazie) und Weichholz (z.B. Fichte, Tanne).

Bei der Herstellung eines Fasses ermitteln FassbinderInnen zunächst anhand einer Werkstückskizze den Rauminhalt und den Holzbedarf des Gefäßes. Dann wählen sie die Holzdauben im Lager bzw. beim Erzeuger aus. Die Fassdauben für den Rumpf des Fasses schneiden und hobeln sie mit Hilfe von Schablonen, die die für die Fasswölbung erforderliche Krümmung anzeigen, zu gewölbten Brettern (Dauben) zurecht. Sodann setzen die FassbinderInnen die Dauben in einen Setzreifen ein, um sie an einem Ende zusammenzuhalten. Zur Erhöhung der Biegsamkeit der Dauben müssen sie im Inneren des Rumpfes ein Feuer entzünden. Danach ziehen sie die freistehenden Enden der Dauben mit einem Seilzug zusammen und setzen Metallreifen darauf. Diese schlagen sie mit einem Setz- oder Schlaghammer nach unten, um die Dauben zu einem Gefäß zu formen.

Zur Herstellung der Fassböden hobeln die FassbinderInnen die benötigten Bodendauben zurecht und bringen daran mit der Bohrmaschine Dübellöcher an. In diese fügen sie Eisen- oder Holzdübel, die zur Verbindung der Bodenbretter dienen, ein. Den Boden schneiden sie mit der Bandsäge rund, dann arbeiten sie diesen in den Rumpf ein und dichten die Verbindungsstellen ab.

Abschließend bohren sie ein Spund- oder Zapfloch, glätten und putzen das Fass und bringen die Eichmerkmale wie z.B. die Angabe des Volumens (Rauminhalt) an.
FassbinderInnen stellen Holzgefäße verschiedener Größe her. Dabei ist zwischen der Fassbinderei und der Geschirrbinderei zu unterscheiden. Die Erzeugnisse der Fassbinderei sind Fässer für die Lagerung von Wein, Most, Spirituosen und Bier, während in der Geschirrbinderei Produkte wie Holzkübel, Bottiche, Waschtröge oder Saunageschirr angefertigt werden. In zunehmendem Ausmaß stellen FassbinderInnen auch Souvenirartikel aus Holz (z.B. kleine Fässchen und Bottiche) sowie Bauernmöbel und Gartenmöbel (vor allem Spezialmöbel für Heurigenlokale und Kellerstuben) her. Sie verwenden für ihre Produkte verschiedene Arten von Hartholz (z.B. Eiche, Akazie) und Weichholz (z.B. Fichte, Tanne).

Bei der Herstellung eines Fasses ermitteln FassbinderInnen zunächst anhand einer Werkstückskizze den Rauminhalt und den Holzbedarf des Gefäßes. Dann wählen sie die Holzdauben im Lager bzw. beim Erzeuger aus. Die Fassdauben für den Rumpf des Fasses schneiden und hobeln sie mit Hilfe von Schablonen, die die für die Fasswölbung erforderliche Krümmung anzeigen, zu gewölbten Brettern (Dauben) zurecht. Sodann setzen die FassbinderInnen die Dauben in einen Setzreifen ein, um sie an einem Ende zusammenzuhalten. Zur Erhöhung der Biegsamkeit der Dauben müssen sie im Inneren des Rumpfes ein Feuer entzünden. Danach ziehen sie die freistehenden Enden der Dauben mit einem Seilzug zusammen und setzen Metallreifen darauf. Diese schlagen sie mit einem Setz- oder Schlaghammer nach unten, um die Dauben zu einem Gefäß zu formen.

Zur Herstellung der Fassböden hobeln die FassbinderInnen die benötigten Bodendauben zurecht und bringen daran mit der Bohrmaschine Dübellöcher an. In diese fügen sie Eisen- oder Holzdübel, die zur Verbindung der Bodenbretter dienen, ein. Den Boden schneiden sie mit der Bandsäge rund, dann arbeiten sie diesen in den Rumpf ein und dichten die Verbindungsstellen ab.

Abschließend bohren sie ein Spund- oder Zapfloch, glätten und putzen das Fass und bringen die Eichmerkmale wie z.B. die Angabe ...
  • Kräftiger Körperbau: Transportieren des Holzes, Festschlagen der Fassbereifung
  • physische Ausdauer: Festschlagen der Fassbereifung
  • Handgeschicklichkeit: maßgenaues Zuschneiden und Aushobeln der Bretter
  • Auge-Hand-Koordination: Hobeln, Festschlagen der Fassbereifung
  • Unempfindlichkeit der Haut: Abdichten von Gefäßen mit Kunstharz, Lackieren
  • räumliche Vorstellungsfähigkeit: Herstellen der Dauben, Anfertigen von Gefäßen
  • Kontaktfähigkeit: Betreuen der Kunden
  • gestalterische Fähigkeit: Entwerfen von Formen für Souvenirgegenstände und Fässer
  • Reaktionsfähigkeit: Unfallgefahr bei Arbeiten mit Holzbearbeitungsmaschinen

FassbinderInnen werden in kleinen Betrieben des Bindergewerbes beschäftigt, die sich vorwiegend in den Obst- und Weinbaugebieten Österreichs (Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark) befinden. Die meisten Unternehmen sind Familienbetriebe, die oft nur für Familienangehörige Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.

Es gibt nicht mehr viele Bindereien in Österreich, da die meisten traditionellen Bindererzeugnisse mittlerweile industriell gefertigt werden oder von Kunststoff- und Metallbehältern verdrängt wurden. Viele der noch bestehenden Betriebe haben sich daher auf die Erzeugung anderer Produkte (z.B. Souvenirartikel, Ziergegenstände, Garten- und Rustikalmöbel oder Einrichtungen für Heurigenlokale und Kellerstuben) spezialisiert. In den letzten Jahren haben sich die wirtschaftliche Lage der Betriebe und damit auch die Beschäftigungsmöglichkeiten für FassbinderInnen (v.a. in Weinbaugebieten) verbessert, da die Nachfrage nach traditionell gefertigten Holzfässern, in denen vor allem Qualitätsweine gelagert werden, wieder gestiegen ist.

Die sehr wenigen Lehrlinge erlernen den Beruf größtenteils in Niederösterreich und Oberösterreich; es handelt sich derzeit ausschließlich um Burschen. Dieser Beruf wird nur sehr selten von Frauen ausgeübt.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "FassbinderIn", dem der Beruf "FassbinderIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
In folgenden Bundesländern befinden sich Berufsschulen für den Lehrberuf:
Quelle: Berufsschulverzeichnis des BMB (Bundesministerium für Bildung)

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

FassbinderIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Holz und Kunststoff verarbeitendes Gewerbe, Lohnschema für das Bildhauer-, Binder-, Bürsten- und Pinselmacher-, Drechsler-, Korb- und Möbelflechter- sowie Spielzeugherstellergewerbe (Arbeiter) 01.05.2017
FassbinderIn (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
männlich 9 9 6 10 9 10 5 4 6 7
weiblich 0 0 1 1 1 0 0 0 0 0
gesamt 9 9 7 11 10 10 5 4 6 7
Frauenanteil 0,0% 0,0% 14,3% 9,1% 10,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
FassbinderIn
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
Drechsler/in nein
Tischler/in nein
Tischlereitechniker/in - Produktion nein
Wagner/in nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz
Folgende berufsbildende Schulen bieten eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

Schulen des Bereichs "Holzverarbeitung": Fachschule für Tischlerei; Fachschule für Zimmerer; Höhere Lehranstalt für Innenraumgestaltung und Holztechnik (Ausbildungsschwerpunkte "Holztechnik" und "Innenraumgestaltung und Möbelbau").
Das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) führt fallweise, jedoch nur in wenigen Bundesländern, Meisterprüfungskurse durch. Es besteht auch die Möglichkeit, an Meisterprüfungskursen für TischlerInnen teilzunehmen. Daneben kommen Kurse für die Bedienung von Holzbearbeitungsmaschinen, aber auch solche für Holzschnitzen oder Bauernmalerei in Frage.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs sind vor allem folgende Schulen: Werkmeisterschule für Berufstätige für Holztechnik (Dauer: 2 Jahre; Standorte: Spittal an der Drau, Absam, Innsbruck, Wien 21); Meisterschule für Tischler (Dauer: 1 Jahr; Standorte: Pöchlarn, Hallstatt, Imst); Meisterschule für Drechsler (Dauer: 1 Jahr; Standort: Hallstatt); Meisterschule für Tischlerei und Raumgestaltung (Dauer: 2 Jahre; Standort: Graz); Schule für Einrichtungsberater (Dauer: 1 Jahr; Standort: Kuchl); Bauhandwerkerschule für Zimmerer (Dauer: 3 Jahre; Standorte: Villach, Hallein, Graz, Innsbruck, Rankweil, Wien 3).
Da FassbinderInnen hauptsächlich in Kleinbetrieben arbeiten, gibt es außer einer selbständigen Berufsausübung (bzw. der Übernahme eines bestehenden Betriebes) kaum Aufstiegsmöglichkeiten.

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für FassbinderInnen in den Handwerken "Binder", "Drechsler" oder "Tischler" (Voraussetzung: Meisterprüfung) oder im Gewerbe "Wagner", das als "freies Gewerbe" eingestuft ist (kein Befähigungsnachweis erforderlich!). Weiters können FassbinderInnen folgendes Teilgewerbe (Voraussetzung: Lehrabschlussprüfung) ausüben: "Zusammenbau von Möbelbausätzen".

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Holz (Folder)
Reihe: Jobchancen Lehre
Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Holz, Glas, Ton, Seite 82
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