RecyclingtechnikerIn

Berufsbereiche: Umwelt
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.830,- bis € 2.520,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

RecyclingtechnikerInnen sind UmwelttechnikerInnen, die sich mit der umweltfreundlichen Rückgewinnung und Wiederverarbeitung von Stoffen aus Abfällen befassen. Beispiele dafür sind Kunststoffe, Werkstoffe oder Schmieröle. Sie wenden unterschiedliche Strategien und Formen des Recyclings an, wie z.B. Landfill Mining. Unter Landfill Mining versteht man eine Methode zur Gewinnung von Rohstoffen aus Mülldeponien.

Weiters beschäftigen sich RecyclingtechnikerInnen mit dem gesamten Produktlebenszyklus - vom Design recyclingfreundlicher Produkte über umweltschonende Produktionsverfahren bis zur Entwicklung von Technologien zur Wiederverwertung. Ziel ihrer Arbeit ist neben der Rohstoffgewinnung vor allem die Wiederverwertung oder Umwandlung von Stoffen, um die Umweltschäden durch Müll zu verringern.

RecyclingtechnikerInnen entwickeln und betreiben entsprechende Aufbereitungsanlagen, Maschinen und sonstige Einrichtungen der Entsorgungstechnik und des Recyclings.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Recycling-Strategien planen und durchführen
  • Unterstützung der recyclingfreundlichen Produktentwicklung
  • Umwelttechnische Messungen durchführen
  • Werkstoffe untersuchen
  • Zusammenarbeit mit Behörden oder Umweltschutzverbänden
  • Organisation von Deponien
  • Anlagen und Maschinen instand halten
Siehe auch:
  • Freude am Kontakt mit Menschen
  • Interesse für Umweltschutz
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Logisch-analytisches Denken
  • Organisationstalent
  • Physische Ausdauer
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Technisches Verständnis
  • Unempfindlich gegen Gerüche sein

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B. folgende Unternehmen und Branchen:

  • Deponien
  • Entsorgungsunternehmen
  • Öffentliche Verwaltung
  • Technisch-industrielle Betriebe
  • Unternehmensberatungen

Das Thema Recycling gewinnt allgemein an Bedeutung. Dementsprechend steigt die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich. Besonders die zunehmende Knappheit an Rohstoffen macht das Recycling zu einer wichtigen Sparte in der Abfallwirtschaft. Zudem investieren Unternehmen zunehmend in moderne Technologien, sodass insbesondere hochqualifizierte UmwelttechnikerInnen mit guten Berufsaussichten rechnen können.

Vertiefte Kenntnisse in energie- und verfahrenstechnischen Prozessen sowie Know-how zur Steigerung der Ressourceneffizienz können die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich erhöhen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Entsorgungs- und RecyclingtechnikerIn", dem der Beruf "RecyclingtechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Gute Voraussetzungen für diesen Beruf bieten Fachschulen für Chemie oder berufsbildende höhere Schulen mit den Fachrichtungen bzw. Schwerpunkten Umwelttechnik, Chemieingenieurwesen, Kunststofftechnik oder Energietechnik. Eine weitere Zugangsmöglichkeit sind Lehrausbildungen im Bereich Entsorgungs- und Recyclingtechnik.

Die rechtliche Grundlage des Abfall- und Recyclingwesens ist das Abfallwirtschaftsgesetz. Nähere Informationen dazu finden Sie online im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten für AbsolventInnen von Fachschulen bieten Aufbaulehrgänge, die zur Matura führen, sowie eine Studienberechtigungsprüfung oder die Berufsreifeprüfung. Diese ermöglichen den Zugang zu Kollegs und Universitäten, z.B. in den Bereichen Umwelttechnik oder Chemie. Auch einschlägige Fachhochschul-Studiengänge bieten für berufserfahrene FachschulabsolventInnen sowie für BHS-AbsolventInnen eine Weiterbildungsperspektive. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Ablegung einer Werkmeisterprüfung.

Weiterbildungskurse in den Bereichen Abfallmanagement und Recycling bieten Erwachsenenbildungseinrichtungen, wie z.B. BFI oder WIFI. Zudem werden Weiterbildungen auch bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten für unterschiedliche Bereiche angeboten, z.B.:

  • Recyclingtechnik
  • Umwelttechnik
  • Werkstoffwissenschaften
  • Technische Chemie
  • Energietechnik
  • Chemie
  • Technisches Umweltmanagement

Aufstiegs- bzw. Entwicklungsmöglichkeiten bieten unter anderem die Bereiche Projekt- oder Gruppenleitung, Energieberatung, Abnahmetechnik oder Qualitätsmanagement. Bei entsprechender Qualifikation und nach erfolgter Zulassung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus ist auch eine Tätigkeit als UmweltgutachterIn möglich.

Außerbetrieblich fungieren Fachleute, wie z.B. AbfallwirtschafterInnen oder DeponiebetreiberInnen, oft als Schnittstelle zu Behörden und zu Umweltschutzinitiativen. Hier bestehen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, z.B. in den Bereichen Datenanalyse und Müllstrom-Simulation, Umweltberatung an Schulen, Behörden und in der Erwachsenenbildung oder in der messtechnischen Erfassung, Überwachung und Dokumentation von Schadstoffen und Umweltschäden.

Eine selbstständige Berufsausübung ist möglich, z.B. im Rahmen des reglementieren Gewerbes "Ingenieurbüros (Beratende Ingenieure)" sowie der freien Gewerbe "Abfallbauftragter", "Abfallberater", "Betrieb einer Deponie" oder "Betrieb einer Kläranlage". Für reglementierte Gewerbe muss bei der Gewerbeanmeldung der jeweils vorgeschriebene Befähigungsnachweis, z.B. in Form einer Lehrabschluss-, Meister- oder Unternehmerprüfung, eines bestimmten Schul- oder Studienabschlusses oder einer fachlichen Tätigkeit, erbracht werden. Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich die Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen zur Anmeldung eines Gewerbes.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich, sowie in der Liste der reglementierten Gewerbe (BMDW) und der Liste der freien Gewerbe (BMDW).

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