LehrerIn (Bildnerische Erziehung)

Berufsbereiche: Medien, Kunst und Kultur / Soziales, Kinderpädagogik und Bildung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.200,- bis € 2.520,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

LehrerInnen für das Fach Bildnerische Erziehung unterrichten SchülerInnen in der Primarstufe oder in der Sekundarstufe. Sie vermitteln entsprechende theoretische Grundlagen und praktische Fertigkeiten. LehrerInnen leisten auch Erziehungsarbeit, indem sie den SchülerInnen neben Fach- und Handlungskompetenz auch Selbst- und Sozialkompetenz vermitteln.

Das Fach Bildnerische Erziehung befasst sich mit der Kunst und Kultur in Gegenwart und Geschichte sowie mit Gestaltung, visuellen Eindrücken und der Rolle des Sinnlichen. LehrerInnen bereiten den Einsatz verschiedener Unterrichtsmaterialien und -methoden vor. Sie wecken das Interesse an der Kunst und regen ihre SchülerInnen zur Wahrnehmung von Kunst und Kultur an. Sie vermitteln Begriffe und fachspezifische Zugänge der Kunst. Sie führen die SchülerInnen in Methoden, Techniken, Theorien und Geschichte des künstlerischen Gegenstandes ein, z.B. Linoldruck, Graffiti, Comics und Malen auf Leinwand.

Sie motivieren ihre SchülerInnen zur eigenständigen Entfaltung und fördern die Fähigkeit zur Reflexion und zu Fragestellungen. Außerdem organisieren sie auch Exkursionen in Museen und Kunstgalerien. Gemeinsam mit den SchülerInnen führen sie Aktivitäten und Projekte durch. Einige typische Tätigkeiten sind z.B.

  • Unterrichtsmaterialien bereitstellen
  • Fachinhalte vermitteln
  • Zu praktischen Tätigkeiten anleiten
  • Exkursionen und Kunstprojekte planen und durchführen
  • Aufzeichnungen führen
  • Lernzielkontrollen durchführen
  • Besprechungen mit KollegInnen und Klassenvorstand
  • Erziehungsberechtigte informieren

Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist die positive Absolvierung einer künstlerisch-gestalterischen Eignungsprüfung. Die Berufsanforderungen sind sehr hoch und entsprechend auch in einem Persönlichkeitstest nachzuweisen.

  • Freude an der Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Pädagogisches Geschick
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Gute Beobachtungsgabe
  • Organisationsgeschick: Organisation von Veranstaltungen und Aktivitäten
  • Soziale Kompetenzen: Empathievermögen, Konfliktlösungsfähigkeit
  • Kommunikative Kompetenzen: Führen von Diskussionen und Gesprächen, Beratung von Erziehungsberechtigten
  • Motivationsfähigkeit: SchülerInnen dazu begeistern, ihre Aufgaben mit Freude und Einsatzbereitschaft zu erledigen

LehrerInnen für das Fach Bildnerische Erziehung unterrichten SchülerInnen z.B. in der Volksschule oder - je nach spezifischer Ausbildung - an mittleren oder höherbildenden Schulen, an Kunstschulen, an Einrichtungen der Erwachsenenbildung oder sie geben privaten Unterricht.

AbsolventInnen sind zur Ausübung des Lehramtes oder zur Tätigkeit in der außerschulischen Jugenderziehung befähigt. Neben dem Lehramt eröffnen sich weitere Aufgabenfelder, z.B. im Rahmen der

  • Erwachsenenbildung
  • Außerschulische Kunstprojekte
  • Kultur- und Medienarbeit
  • Kunst- und Museumspädagogik
  • Forschung und Kunstbetrieb (unterschiedliche Kulturveranstalter)
  • Feier künstlerischer Beruf

Je nach Unterrichtsfach ist der Bedarf an LeherInnen unterschiedlich hoch. Zum Teil bestehen Aussichten auf eine Karriere in unterschiedlichen Bereichen, die einen Bildungsbezug aufweisen, etwa im Verlagswesen, in der Gestaltung von Medien für den Unterricht und für die Vermittlung von Kunst im außerschulischen Bereich.

LehrerInnen für das Fach Bildnerische Erziehung verfügen über wichtige Schlüsselkompetenzen. Sie haben die Fähigkeit zur Planung, Gestaltung, Beobachtung und Evaluation von Unterricht. Das umfasst auch Kenntnisse zur Anwendung der und die Vermittlung kunstwissenschaftlicher Methoden, sind auch in unterschiedlichen Bereichen stark gefordert, z.B. in der politischen Bildungsarbeit oder im Sozialwesen.

Außerdem gilt seit dem Schuljahr 2018/2029 der verordnete Lehrplan zur verbindlichen Übung "Digitale Grundbildung" in den österreichischen Schulen der Sekundarstufe 1. Auch hier können sich LehrerInnen engagieren. Diese Neuerung vergrößert nämlich den Bedarf an professionell ausgebildeten LehrerInnen für diesem Bereich. Zu den Kernbereichen der medienpädagogischen Arbeit gehört der Einsatz innovativer Unterrichtsformen. Ebenso müssen die LehrerInnen ihre SchülerInnen bei der Entwicklung digitaler Fertigkeiten und Kompetenzen unterstützen und fördern.  Infos bietet z.B. auch die Website themen.schule.at und das Tiroler Bildungsservice.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "LehrerIn für die Sekundarstufe Allgemeinbildung", dem der Beruf "LehrerIn (Bildnerische Erziehung)" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Das Unterrichtsfach Bildnerische Erziehung wird im Rahmen des Lehramsstudiums an den Pädagogischen Hochschulen in Kooperation mit den Universitäten bzw. Kunstuniversitäten oder Kirchlichen Pädagogischen Hochschulen angeboten:

  • Lehramt Primarstufe - Bachelor
  • Lehramt Primarstufe - Master
  • Lehramt Sekundarstufe Allgemeinbildung - Bachelor
  • Lehramt Sekundarstufe Allgemeinbildung - Master

 

Lehramtsstudien werden nicht mehr nach Schularten, sondern entsprechend der Bildungshöhe nach Primarstufe oder Sekundarstufe Allgemeinbildung oder Sekundarstufe Berufsbildung angeboten:

Primarstufe: Volksschule
Sekundarstufe I: Allgemeinbildung (NMS, AHS-Unterstufe)
Sekundarstufe II: Berufsbildung und Oberstufen (Polytechnische Schulen, Berufsschule, BMS, BHS, AHS-Oberstufe)

 

Infos zur schulpraktischen Ausbildung bieten die Pädagogischen Hochschulen und Universitäten, z.B: dieangewandte.at. Link zum österreichischen Bildungssystem.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Die Universitäten der Künste bieten für AbsolventInnen künstlerischer Studien zahlreiche Spezialkurse. Auch die Pädagogischen Hochschulen und Universitäten bieten Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an.

Die meisten Fort- und Weiterbildungslehrgänge und Kurse werden zertifiziert und sind meist auch mit neuen Berechtigungen verbunden.  Bereiche sind zum Beispiel:

  • Handlungsorientierter Unterricht
  • Psychoanalytische Pädagogik
  • Sucht- und Gewaltprävention in pädagogischen Handlungsfeldern
  • MSc in School Building Leadership
  • Master für Bildung und Medien - eEducation
  • Legasthenie
  • Fachbereich Naturwissenschaftliche Bildung (z.B. PH OÖ)
  • Social Media Statistik: Inferenz und Datenanalyse

 

Es besteht die Möglichkeit, ein oder mehrere Erweiterungsstudien zu absolvieren. So kann ein bereits absolviertes Studium um zusätzliche Kompetenzen erweitert werden.

Infos über Fort- und Weiterbildungsangebote sowie Angebote zur Nachqualifizierung bietet die Website des Bundesministeriums bmbwf sowie die Website www.nachqualifizierung.at.

Lehrpersonen können eine Position als Schulleiterin/Schulleiter anstreben. Zu einem sehr geringen Teil bestehen Beschäftigungsmöglichkeiten in den Bildungsdirektionen der Länder. LehrerInnen können bei der Gestaltung von Lehrmitteln mitwirken oder Gutachtertätigkeiten für Lehrmittel (z.B. Schulbücher) durchführen.

Grundsätzlich bestehen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen, z.B.

  • Bestellung zur/zum SchullleiterIn
  • Beruflicher Wechsel in die Landes- oder Bundesschulbehörde
  • Qualitätsmanagement: Mitarbeit bei der Gestaltung von Lehrmitteln
  • Gutachtertätigkeit für Lehrmittel (z.B. Schulbücher)
  • Bildungspolitik
  • Bildungsverwaltung
  • Sozialmanagement
  • Freizeitpädagogik

 

Die Bildungsdirektionen der Länder suchen manchmal Lehrpersonen für das Schulqualitätsmanagement. Entsprechende Stellenausschreibungen finden sich auf der Website des Bundesministeriums bmbwf. Darüber hinaus können Lehrpersonen, je nach Interesse und Qualifikation, in Wissenschaft und Forschung tätig sein.

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