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GerberIn

Berufsbereiche: Textil, Mode und Leder
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnung(en): GerberIn - Rotgerben, GerberIn - Weiß- und Sämischgerben, RotgerberIn, Weiß- und SämischgerberIn

Tätigkeitsmerkmale

GerberInnen verarbeiten Großviehhäute (von Rindern) und Kleintierfelle (von Ziegen, Schafen) zu Leder. Dabei werden die Tierhäute durch die Einwirkung von Gerbstoffen in haltbares Leder umgewandelt. Bei der Rotgerbung werden die Häute vorwiegend mit pflanzlichen Gerbstoffen (Rinden, Hölzer, Blätter), bei der Weißgerbung mit mineralischen Gerbstoffen (z.B. Chrom- und Aluminiumsalze) behandelt; die Sämischgerbung erfolgt mit Fetten (meist Fischöl). In der Rotgerbung wird hauptsächlich Leder für Möbel (z.B. Sitzgarnituren, auch Autositze), Schuhe und Riemen hergestellt, in der Weiß- und Sämischgerbung Leder für Bekleidung, Handschuhe, Taschen, Riemen und sonstige Lederwaren.

Die verwendeten Tierhäute werden durch Kontakttrocknung (Heizplatten) oder von den Lieferfirmen oft durch Einsalzen konserviert, neuerdings jedoch häufig auch ohne Vorbehandlung ("grün") angeboten. Der erste Arbeitsschritt ist die "Weiche", bei der die GerberInnen die Häute durch Einwirkung von Wasser einem Reinigungsprozess unterziehen und so in ihren ursprünglichen Quellungszustand versetzen. Hierauf folgt das "Äschern", ein Vorgang, bei dem die GerberInnen unter Zusatz von Chemikalien die Haare der Haut entfernen. Die enthaarten Häute ("Blößen") entfleischen sie mit Messerwalzen und "spalten" sie in Spaltmaschinen, wobei sie den minderwertigen "Fleischspalt" vom ästhetisch anspruchsvolleren "Narbenspalt" (Außenteil der Haut) trennen. Nun waschen sie die Häute um die Enthaarungschemikalien zu entfernen. Danach verwenden sie Beizmittel (eiweißabbauende Enzympräparate) um die restlichen Haar- und Fettreste zu lösen.

Die Umwandlung der Haut in Leder findet während der Gerbung statt.

Die Weiterverarbeitung der Häute erfolgt unterschiedlich, je nachdem welches Verfahren angewandt wird (Rotgerben oder Weiß- und Sämischgerben).

Beim Rotgerben geben die GerberInnen die vorbereiteten Häute in Fässer, fügen die Gerbstofflösung aus Rinden, Blättern, Hölzern und Mineralien hinzu und lassen die Häute in der Gerbstofflösung liegen, damit sich die Gerbstoffe mit der Hautfaser verbinden. Sie verfügen über Kenntnisse der Haut- und Schnittführung, des Nasszurichtens und des Kruponierens.

Bei der Weißgerbung setzen die GerberInnen in einem Fass oder in einer Trommel eine Gerblösung (z.B. Chromsulfat und Soda) an und legen die gereinigten Häute für eine bestimmte Zeit hinein.

Nach der Gerbzeit nehmen die GerberInnen die Häute aus der Gerblösung und pressen an einer Abwalkpresse den Großteil des aufgenommenen Wassers heraus. Anschließend bringen sie die gegerbten Häute mit einer Walzmaschine auf gleichmäßige Dicke. Danach färben und fetten sie die Häute in einem Fass mit Farbstoff- und Fettlösungen. Im Anschluss trocknen sie die Häute durch Kontakttrockung (Heizplatten) oder im Vakuumtrockner durch Einwirken von Temperatur und Vakuum. In der Zurichtabteilung bügeln sie die Häute und färben sie eventuell nochmals. Manchmal versehen sie die Häute durch Prägung mit einem künstlichen Narbenmuster.

Bei Velour- und Nubukleder schleifen die GerberInnen vor der Zurichtung eine Seite des Leders an, damit der für diese Lederarten bezeichnete Samteffekt erzielt wird.

Bei der Durchführung eines Gerbungs-Auftrages beginnen die GerberInnen zunächst mit der Festlegung der Arbeitsschritte, Arbeitsmittel und Arbeitsmethoden und mit der Auswahl, Beschaffung und Überprüfung der erforderlichen Materialien. Auch die Ermittlung des Bedarfs an Chemikalien und Hilfsmitteln sowie an Energie und Wasser gehört zu den Vorbereitungsarbeiten. Sodann führen sie die erforderlichen Arbeiten der Rot- bzw. Weiß- und Sämischgerberei am Haut-, Leder- und Fellmaterial durch, wobei ihr besonderes Augenmerk der Berücksichtigung aller Sicherheits- und Umweltstandards zu gelten hat. Eine wichtige Aufgabe der GerberInnen ist die Vermeidung, Verwertung bzw. Entsorgung der Nebenprodukte und Reststoffe unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Gesichtspunkte sowie die laufende Kontrolle der Abluft-, Abfall- und Abwasserbeschaffenheit im Hinblick auf die gesetzlichen Anforderungen. Die GerberInnen führen schließlich die Qualitätskontrolle des fertigen Leders im Hinblick auf physikalische und chemische Eigenschaften durch und erfassen die technischen Daten über den Arbeitsablauf und die Arbeitsergebnisse.

GerberInnen verfügen über Kenntnisse der verschiedenen Färbetechniken (Bürstfärben, Spritz- und Nassfärben, usw.). Sie können Narben abstoßen und die Rohware nach ihrem Verwendungszweck zuordnen.

GerberInnen verarbeiten Großviehhäute (von Rindern) und Kleintierfelle (von Ziegen, Schafen) zu Leder. Dabei werden die Tierhäute durch die Einwirkung von Gerbstoffen in haltbares Leder umgewandelt. Bei der Rotgerbung werden die Häute vorwiegend mit pflanzlichen Gerbstoffen (Rinden, Hölzer, Blätter), bei der Weißgerbung mit mineralischen Gerbstoffen (z.B. Chrom- und Aluminiumsalze) behandelt; die Sämischgerbung erfolgt mit Fetten (meist Fischöl). In der Rotgerbung wird hauptsächlich Leder für Möbel (z.B. Sitzgarnituren, auch Autositze), Schuhe und Riemen hergestellt, in der Weiß- und Sämischgerbung Leder für Bekleidung, Handschuhe, Taschen, Riemen und sonstige Lederwaren.

Die verwendeten Tierhäute werden durch Kontakttrocknung (Heizplatten) oder von den Lieferfirmen oft durch Einsalzen konserviert, neuerdings jedoch häufig auch ohne Vorbehandlung ("grün") angeboten. Der erste Arbeitsschritt ist die "Weiche", bei der die GerberInnen die Häute durch Einwirkung von Wasser einem Reinigungsprozess unterziehen und so in ihren ursprünglichen Quellungszustand versetzen. Hierauf folgt das "Äschern", ein Vorgang, bei dem die GerberInnen unter Zusatz von Chemikalien die Haare der Haut entfernen. Die enthaarten Häute ("Blößen") entfleischen sie mit Messerwalzen und "spalten" sie in Spaltmaschinen, wobei sie den minderwertigen "Fleischspalt" vom ästhetisch anspruchsvolleren "Narbenspalt" (Außenteil der Haut) trennen. Nun waschen sie die Häute um die Enthaarungschemikalien zu entfernen. Danach verwenden sie Beizmittel (eiweißabbauende Enzympräparate) um die restlichen Haar- und Fettreste zu lösen.

Die Umwandlung der Haut in Leder findet während der Gerbung statt.

Die Weiterverarbeitung der Häute erfolgt unterschiedlich, je nachdem welches Verfahren angewandt wird (Rotgerben oder Weiß- und Sämischgerben).

Beim Rotgerben geben die GerberInnen die vorbereiteten Häute in Fässer, fügen die Gerbstofflösung aus Rinden, Blättern, Hölzern und Mineralien hinzu und lassen die Häute in de ...

  • Physische Ausdauer: Belastung durch Feuchtigkeit und Dämpfe; Arbeiten im Stehen
  • Handgeschicklichkeit: Zurichtearbeiten
  • Tastsinn: Überprüfen der Lederqualität
  • Sehvermögen: Beurteilen und Sortieren der Roh- und Fertigware; Färben und Zurichten des Leders; Qualitätskontrolle
  • Unempfindlichkeit der Haut: Arbeit mit Gerbstoffen und mit Chemikalien
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Arbeit im Team

GerberInnen arbeiten sowohl in der gewerblichen als auch in der industriellen Ledererzeugung. Die Gewerbebetriebe sind meist kleine Familienbetriebe, die Industriebetriebe zum überwiegenden Teil Großbetriebe. Die meisten Betriebe führen sowohl Weiß- und Sämischgerbung als auch Rotgerbung durch. Die meisten Leder erzeugenden Betriebe gibt es in der Steiermark, in Niederösterreich und in Oberösterreich. Das Angebot an Arbeitsplätzen und an Lehrstellen für GerberInnen ist sehr gering, weil die wenigen Kleinbetriebe des Gerberei-Gewerbes meist nur einen geringen Personalbedarf haben und die Industriebetriebe hauptsächlich angelernte ArbeiterInnen und Hilfskräfte beschäftigen.

Der Beruf wird hauptsächlich von Männern ausgeübt.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "GerbereitechnikerIn und PräparatorIn", dem der Beruf "GerberIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
In folgenden Bundesländern befinden sich Berufsschulen für den Lehrberuf:
Quelle: Berufsschulverzeichnis des BMB (Bundesministerium für Bildung)

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

GerberIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Kürschner-, Handschuhmacher- und Gerber-Gewerbe (Arbeiter) 01.03.2017
Leder erzeugende Industrie (Arbeiter) 01.07.2017
GerberIn (inkl. Doppellehren)
In den angeführten Werten sind auch die Lehrlingszahlen der Vorläufer-Lehrberufe "GerberIn - Rotgerben" und "GerberIn - Weiß- und Sämischgerben" enthalten!
Anz./Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
männlich 6 3 1 0 1 1 1 1 1 0
weiblich 2 1 0 1 1 1 1 1 0 0
gesamt 8 4 1 1 2 2 2 2 1 0
Frauenanteil 25,0% 25,0% 0,0% 100,0% 50,0% 50,0% 50,0% 50,0% 0,0% -
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
GerberIn
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
Chemieverfahrenstechniker/in nein
Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abfall nein
Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abwasser nein
Präparator/in nein
Rauhwarenzurichter/in nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz

Folgende berufsbildende Schulen bieten eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

Höhere Lehranstalt für Chemie (Ausbildungsschwerpunkt "Leder- und Naturstofftechnologie").

Mitunter organisieren Zulieferfirmen Fachkurse, in denen sie ihre neuesten Produkte (vor allem Gerb- und Farbstoffe) und deren Anwendungsmöglichkeiten vorstellen.

Eine weiterführende Bildungsmöglichkeit zur Erreichung eines höheren Bildungsabschlusses bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs ist vor allem die Werkmeisterschule für Berufstätige mit den Fachrichtungen "Technische Chemie" und "Technische Chemie und Umwelttechnik" (2 Jahre, Abendunterricht).

Im Gewerbe können GerberInnen zu WerkstättenleiterInnen aufsteigen. In der Industrie bestehen Aufstiegsmöglichkeiten zu AbteilungsleiterInnen, VorarbeiterInnen und Färbe- oder GerbemeisterInnen.

Die Möglichkeit einer selbständigen Berufsausübung besteht in den Gewerben "Gerber" oder "Rauwarenzurichter", die als "freie Gewerbe" eingestuft sind (kein Befähigungsnachweis erforderlich!).

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Textil, Mode, Leder, Seite 133
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