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VersicherungsmathematikerIn

Berufsbereiche: Büro, Wirtschaft, Finanzwesen und Recht / Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.420,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

VersicherungsmathematikerInnen entwickeln Methoden zur Optimierung und Entscheidungsfindung, welche sie im Rahmen versicherungswirtschaftlicher Erscheinungen und Vorgänge anwenden.

Im Fokus stehen Fragen der Risikoabschätzung, vor allem was die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Schadenfalles betrifft: Unter Berücksichtigung vorliegender statistischer Daten errechnen VersicherungsmathematikerInnen die Häufigkeit des möglichen Eintretens von Ereignissen, gegen die KundInnen versichert wird.

Damit schaffen sie unter anderem die Grundlagen für die Berechnung der Prämien. Sie modellieren versicherungsmathematische Prozesse um diese im EDV-System abzubilden. Damit kann die Teilautomatisierung dieser Vorgänge stattfinden und jederzeit überprüft werden.

In Form von Reserveberechnungen ermitteln VersicherungsmathematikerInnen jene Auszahlungsmittel, die in Zukunft fällig werden. Sie berechnen den Risikoanteil, welcher - bei größeren Versicherungsfällen - an Rückversicherungsunternehmen weitergegeben werden muss. Rückversicherungen sind Verträge, die ein Versicherungsunternehmen mit einem anderen Versicherungsunternehmen schließt, um Schäden bei diesem (Erst-)Versiche­rungsunternehmen abzufedern.

Im Rahmen der Bilanzierung analysieren VersicherungsmathematikerInnen den Geschäftsverlauf nach Sparten. Beispiele: Kapitalerträge, Abschlusskosten, Kosten der laufenden Verwaltung, Vermögenslage, Storno, Rückversicherung. Sie nutzen berufsspezifische Softwaretools wie z.B. FinOnline und eDocSync.

Verantwortliche bzw. Vorgesetzte von VersicherungsmathematikerInnen sind AktuarInnen. Siehe auch die Berufe WirtschaftsjuristIn im Bankbereich, Tax ManagerIn und WirtschaftsmathematikerIn.

Neben Kenntnissen im Bereich wissenschaftliches Arbeiten ist ein logisch-analytisches Denkvermögen nötig sowie Diskretion.

MathematikerInnen sollten auch über eine gute sprachliche Ausdrucksfähigkeit verfügen. Das ist wichtig, um in Projekten mit Fachleuten aus anderen Disziplinen (Versicherungsfachleute, Wirtschaft) zu kommunizieren.

 

VersicherungsmathematikerInnen arbeiten vorwiegend bei/für Versicherungen, Versicherungsmaklerbüros, Banken, Bausparkassen, Investmentgesellschaften, Beratungsunternehmen, betriebliche und berufsständische Einrichtungen der Altersvorsorge, weiters für Verbände, Behörden, Ministerien oder als selbstständige Sachverständige.

Versicherungsfachkräfte mit akademischer Ausbildung arbeiten als angestellte oder freiberufliche MitarbeiterInnen. Sie sind sowohl in öffentlichen Sozialversicherungsunternehmen (Kranken-, Unfall-, Pensionsversicherungen) als auch in erwerbsorientierten privaten Versicherungen tätig.

e mit akademischer Ausbildung arbeiten als angestellte oder freiberufliche MitarbeiterInnen bei Versicherungen oder Versicherungsmaklerbüros. Sie sind sowohl in öffentlichen Sozialversicherungsunternehmen (Kranken-, Unfall-, Pensionsversicherungen) als auch in erwerbsorientierten privaten Versicherungen tätig.

Trend zur Digitalisierung und Datenanalyse

In der Vergangenheit beschränkte sich die Rolle der Versicherer auf den Ersatz von Schäden -zum Beispiel ein defekte Produktionsmaschine oder ein Auto. Künftig soll es möglich sein, mithilfe von Sensoren Fehlfunktionen vorherzusagen und zu vermeiden.

Mit Hilfe der Digitalisierung sollen sensorbasierte Schadenpräventionsmaßnahmen und neuartige Finanzinstrumente für den Risikotransfer zur Verfügung stehen. Eine Schadendatenbank und die Datenanalyse sollen den ganzheitlichen Risikomanagement-Ansatz unterstützen (vgl. Industriemagazin Onlineartikel, Mai 2018). VersicherungsmathematikerInnen arbeiten bereits mit Datenmodellen. Diese Daten sind jetzt analysierbar. Siehe auch den Beruf Data Scientist.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "MathematikerIn", dem der Beruf "VersicherungsmathematikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

  • Mathematik mit Vertiefung Finanz- und Versicherungsmathematik: TU Graz
  • Finanz- und Versicherungsmathematik: TU Wien oder NAWI Graz
  • Statistik und Wirtschaftsmathematik: TU Wien

 

Weitere Studiengänge:

  • Quantitative Finance (MSc): WU Wien
  • Bank- und Versicherungswirtschaft (BA): FH Joanneum
    Beide Studien bieten jeweils verschiedene Schwerpunkte zur Wahl

 

Es gibt auch den Studiengang Industriemathematik (MSc, JKU Linz), hierbei geht es um die Lösung vielfältiger Anwendungen der Mathematik in Wirtschaft und Technik.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen sowohl in Form interner Fortbildungsmaßnahmen als auch in Form von Kursen und Fortbildungsangeboten externer Schulungsträger, insbesondere für Führungspersonal, z.B. FH- und Universitätslehrgänge Versicherungswirtschaft, Controlling, Controlling und Finance), Wirtschafts- und Finanzkommunikation.

Darüber hinaus werden - meist betriebsintern initiierte - Zusatzausbildungen zum/zur "Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung" sowie zum/zur "Certified Enterprise Risk Actuary (CERA)" angeboten.

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen z.B. als AktuarIn. AktuarInnen können grundsätzlich in allen betriebswirtschaftlichen Funktionsbereichen des mittleren Managements tätig sein. Beispiele: in den Bereichen Strategische Unternehmensplanung und -entwicklung, Marketing und Business Process Management & Development, Human Resource Management, Rechnungswesen oder im Controlling.

AktuarInnen können - je nach exakter Qualifikation in der Unternehmensberatung und im Rahmen eines reglementierten Gewerbes (Rechtskraftgewerbe) selbstständig tätig sein: Z.B. in der gewerblichen Vermögensberatung, Vermittlung von Veranlagungen, Investitionen und Finanzierungen.

Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe (Befähigungsnachweis), bei denen zusätzlich die Zuverlässigkeit der gewerbeanmeldenden Person durch die Gewerbebehörde geprüft und festgestellt wird.

Nähere Infos bieten die Berufsgruppen des Fachverbandes der österreichischen Finanzdienstleister auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich, Direktlink: WKO/finanzdienstleister.

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