BotanikerIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.120,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

BotanikerInnen erforschen die Welt der Pflanzen und setzen sich mit der Vielfalt der Arten auseinander.

Als Grundlage der Botanik gilt die Beschäftigung mit dem Lebenszyklus, Stoffwechsel, Wachstum und Aufbau der Pflanzen. Die Botanik teilt sich in verschiedene Spezialgebiete auf:

Die Pflanzenmorphologie erforscht die Form und Struktur, also den äußeren und inneren Bau von Pflanzen. BotanikerInnen befassen sich hier mit den Lebensvorgängen der Pflanzen. Sie untersuchen unter anderem die Wirkungsweise der Photosynthese. Sie beschäftigen sich zudem mit der Systematik des Pflanzenreichs, also mit der Beschreibung und Einordnung der Pflanzen in bestimmte Gruppen. Sie aktualisieren und entwickeln die bestehende Systematik weiter.

GeobotanikerInnen hingegen beschäftigen sich mit den Auswirkungen des Raums auf Pflanzen. Dies umfasst auch die Ursachen für die Verteilung und Verbreitung von Pflanzen. In dieses Gebiet fällt auch die Pflanzenökologie, die sich mit der Wechselwirkung von Pflanze und Umwelt beschäftigt. Dabei berücksichtigen sie bestimmte Faktoren wie etwa Temperatur, Sonneneinwirkung und Niederschlag.

In der Angewandten Botanik befassen sich BotanikerInnen mit speziellen wissenschaftlichen Problemen der Land- und Forstwirtschaft, der Gärtnerei, der Gärung und Konservierung, des Landschafts- und Umweltschutzes (Boden-, Gewässer- und Klimakunde) sowie mit dem ökologischem Landbau.

Entwicklungen gehen auch in Richtung Biowissenschaften, den Life Sciences. Ein Beispiel ist die biomedizinische Anwendung der Botanik, um Pflanzeninhaltsstoffe für medizinische Zwecke zu nützen. Das betrifft sowohl die Isolierung und Herstellung von entsprechenden Wirkstoffen und die Gewinnung dieser Stoffe aus Pflanzen.

Siehe auch:

Die Arbeit als BiologIn erfordert eine interdisziplinäre Vorgangsweise sowie

  • Analytisches Denkvermögen
  • Fitness und Ausdauer: Langfristig angelegte Beobachtungs- und Versuchsprogramme in freier Natur
  • Gute Wahrnehmung und Beobachtungsgabe
  • Technisches Verständnis: Apparateeinsatz
  • Gewisse Unempfindlichkeit gegenüber Substanzen: Labortätigkeit, Analysetätigkeiten
  • Englischkenntnisse: Literatur und Expertenaustausch

 

BiologInnen sind in Lehre und Forschung an Universitäten und Forschungsinstituten tätig, in Labors oder in unterschiedlichen Unternehmen:

  • Institutionen des Natur- und Landschaftsschutzes
  • Humanbiologische Untersuchungsstellen
  • Bioinformatische und biostatistische Erhebungsstellen
  • Umweltanalytik und Gefahrenbewertung
  • Biomonitoring (z.B. Artenschutzprogramme der EU)
  • Unternehmen der Biotechnologie
  • Biomarketing
  • Wissenschaftsjournalismus

 

BiologInnen arbeiten zum Teil in Reservaten, Nationalparks und Tiergärten. Im öffentlichen Dienst sind sie auch an Museen, Bundes- und Landeseinrichtungen (z.B. Bundesanstalt für Pflanzenschutz, Forstwirtschaftliche Bundesanstalt) tätig.

Ein wichtiges Tätigkeitsfeld im Bereich Biologie ist auch die Bioinformatik. Damit sind neue Technologien wie Internet of Things, Artificial Intelligence und Data Science verbunden.

Data Science ist nicht an eine bestimmte Branche gebunden. Data Analysts und Data Scientists arbeiten zum Beispiel in Wirtschaftsunternehmen und in der Datennutzung in der Biotechnologie und im Agrarwesen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "BiowissenschafterIn", dem der Beruf "BotanikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

BiologInnen konkurrieren zum Teil mit AbsolventInnen anderer (technischer, medizinischer, pharmazeutischer) Studienrichtungen und sollten sich daher bereits während des Studiums entsprechend spezialisieren.

Die Universitäten bieten Studiengänge, z.B. das Bachelorstudium Biologie und verschiedene Masterprogramme:

  • Botanik
  • Biologie (Schwerpunkt Botanik)
  • Pflanzenwissenschaften
  • Agrarwissenschaften
  • Nutzpflanzenwissenschaften
  • Horticultural Sciences
  • Phytomedizin

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Eine Richtung, die Biologie mit Ingenieurwesen koppelt, ist die Biotechnologie. Hierzu gibt es ebenfalls unterschiedlichste Studienrichtungen, die sich mit der Nutzbarkeit von Pflanzen befassen, z.B.

  • Bio- und Umwelttechnik
  • Biomedizinische Analytik
  • Lebensmittel- und Biotechnologie
  • Biotechnologie
  • Lebensmitteltechnologie und Ernährung
  • Bio Data Science
Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten vor allem Lehrgänge und Seminare. Im wissenschaftlichen Bereich ist das Studium von Literatur und Fachzeitschriften sowie der Besuch von Symposien und Fachtagungen zu empfehlen.

Zudem gibt es Seminare, Lehrgänge und Masterprogramme in den Bereichen Umweltanalytik und Gefahrenbewertung, Tier und Pflanzenkultur (z.B. Artenschutz), Fischereiwirtschaft, Gartentherapie und Kräuterpädagogik.

Die Universität Innsbruck bietet das Österreichische Freilandbotanik-Zertifikat mit unterschiedlichen Zertifizierungsstufen (Bescheinigung über Kenntnisse aus den Fachbereichen Freilandbotanik und Artenkenntniss).

Für NaturwissenschafterInnen bietet die MedUni Wien das Masterprogramm Forensische Wissenschaften (Master of Forensic Science). Die FH Kufstein bietet den (kostenpflichtigen) Masterlehrgang „Bio Inspired Engineering"

Arbeitsmarktrelevante Zusatzqualifikationen bieten postgraduale Angebote in den Bereichen Management und Recht, Chromatografie, IT-Tools z.B. für statistische Auswertungen, Datenbanken sowie Pharmazie und Medizintechnik.

Mit entsprechender beruflicher Erfahrung kann eine Position in der Planung, Organisation und Durchführung (interdisziplinärer) Forschungsprojekte angestrebt werden.

Voraussetzungen für eine entsprechende Karriere ist meistens eine mehrjährige Berufserfahrung sowie Managementkenntnisse. Auch sehr gute Englischkenntnisse sind sowohl aufgrund der fachlichen Kommunikation, aber auch der starken internationalen Ausrichtung dieses Bereiches unumgänglich.

Die Arbeit als BiologIn erfordert eine interdisziplinäre Vorgangsweise. Es gibt Überschneidungen zu anderen Wissenschaften, wie Chemie, Pharmazie, Physik und Medizin.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Es besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen des reglementierten Gewerbes, z.B. als beratende IngenieurInnen oder in Laboratorien ansonsten in der Unternehmensberatung. Nähere Infos bietet z.B. die Wirtschaftskammer Österreich WKO.

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