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UmwelttechnikerIn - Recyclingtechnik

Berufsbereiche: Umwelt
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.280,- bis € 2.590,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

RecyclingtechnikerInnen sind UmwelttechnikerInnen mit Schwerpunkt Rückgewinnung von Kunst- und Werkstoffen aus Altstoffen, Produktionsnebenprodukten, Produktionsabfällen, Metallrecycling aus "Elektronikschrott" und vielen anderen Dingen.

RecyclingtechnikerInnen befassen sich mit den Produktlebenszyklus diverser Produkte wie etwa Baustoffe, Unterhaltungselektronik und Verpackungen. Ihr Tätigkeitsbereich umfasst das recyclingfreundliche Designkonzept bis hin zu Technologien der Wiederverwertung.

Sie nutzen verschiedene Rohstoffstrategien wie Landfill Mining oder Urban Mining*. Sie befassen sich mit den verschiedenen Arten und Formen des Recyclings. Neben dem eigentlichen Aufarbeitungsprozess steht die erneute Nutzung durch Weiterverwendung (z.B. ursprünglicher Baustoff als Füllmaterial) oder Umwandlung im Fokus.

RecyclingtechnikerInnen für Abwässer arbeiten in der Abwasserentsorgung und Abwasserwiederaufbereitung. Sie betreiben Maschinen und Anlagen zur Abwasser- und Schlammbehandlung. Sie führen regelmäßige Laboranalysen durch und Klassifizieren die Abwässer nach ihrer Zusammensetzung.

RecyclingtechnikerInnen entwickeln und betreiben entsprechende (Aufbereitungs)Anlagen, Maschinen und sonstige Einrichtungen der Entsorgungstechnik sowie des Recyclings.

Spezialisierungen/Entwicklungsmöglichkeiten: Z.B. Bekleidungsstoff, welcher essbar und kompostierbar gemacht werden soll, Recycling von Tetra-Packs (Herauslösen des Aluminiums), Recycling in der Automobilindustrie (Batterien, Metalle, seltene Erden).

Siehe auch den Kernberuf UmwelttechnikerIn und UmweltchemikerIn.

 

*Urban Mining ("Stadtschürfung"): In Gebäuden, Elektrogeräten und Fahrzeugen sind wertvolle Rohstoffe enthalten, die als "Schätze in der Stadt" bezeichnet werden.

Landfill Mining: Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen aus alten Deponien. Die Rückgewinnung der Rohstoffe erfolgt durch Aufarbeitung aus dem entsorgten Material.

Wichtig ist ein naturwissenschaftlich-technisches Verständnis und die Freude an Mathematik, Chemie und Physik (Thermodynamik, Energiesysteme, Stoffumwandlung).

Der Beruf erfordert die Bereitschaft zur kritischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen fachlichen Prozessen sowie

  • Interesse an Mikrobiologie und Toxikologie (Giftigkeit von Stoffen)
  • Analytisches Denkvermögen
  • Weiterbildungsbereitschaft: Rechtliche Normen und Bestimmungen
  • Umgang mit Softwaretools: Simulationen, Statistik

 

In Jobausschreibungen werden oft folgende Anforderungen formuliert:

  • Fähigkeit zur Erfassung und verständlichen Darstellung und Vermittlung komplexer Sachverhalte und Zusammenhänge
  • Umgang mit geobasierten Umweltinformationssystemen

RecyclingtechnikerInnen sind in fast allen technisch-industriellen Betrieben gefragt, insbesondere aber im Anlagenbau und in Produktionsbetrieben. Sie können in unterschiedlichen Industriebranchen tätig sein, z.B.

  • Biochemie
  • Biotechnologie
  • Nahrungsmittelindustrie
  • Farbenindustrie
  • Gummierzeugung
  • Kunststoffverarbeitung
  • Verfahrenstechnik
  • Pharmaindustrie

 

Darüber hinaus finden sich Aufgabenfelder in den Bereichen Vertrieb und Qualitätssicherung. Aufgrund des österreichischen Abfallwirtschaftsgesetzes ist es erforderlich, dass jeder Betrieb (ab 100 MitarbeiterInnen) den Behörden eineN betrieblicheN AbfallbeauftragteN bekannt gibt.

Zwei Begriffe die zunehmend mit Recycling im Zusammenhang stehen sind das sogenannte Upcycling, das die stoffliche Aufwertung bezeichnet. Hier werden Abfallprodukte in neue hochwertigere Produkte umgewandelt. Im Gegensatz zum Downcycling, bei dem ein Produkt zu einem qualitativ schlechteren umgewandelt wird (z.B. PET-Flaschen zu Polyester-Textilfasern).

RecyclingtechnikerInnen arbeiten zunehmend gemeinsam mit Fachleuten aus den angrenzenden Naturwissenschaften an der Entwicklung von Produkten nach dem Cradle-to-Cradle*-Prinzip wie z.B. essbare bzw. kompostierbare Verpackungen. Bei der Schaffung derartiger Stoffkreisläufe versuchen sie die Natur als Vorbild zu betrachten.

*Cradle-to-Cradle („Von Wiege zu Wiege“): Prinzip nach dem Vorbild der Blattschneiderameisen, welche die Kreislaufwirtschaft vollständig umsetzen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "UmwelttechnikerIn", dem der Beruf "UmwelttechnikerIn - Recyclingtechnik" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Es gibt den einschlägigen Studiengang Recyclingtechnik an der Montanuni Leoben. Masterprogramme und Lehrgänge sind oft interdisziplinär, z.B. "Rohstoffverarbeitung" oder "Ressourcenmanagement und Verwertungstechnik".

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten bestehen in unterschiedlichen Bereichen, wie Nachhaltiges Ressoucenmanagement, Entsorgungs- und Deponietechnik, Strahlenschutz oder Umweltmanagement.

Viele der notwendigen Kenntnisse und Befähigungen werden berufsbegleitend erworben, wie etwa das Öko-Auditing und die Erstellung von Öko-Bilanzen.

Wichtig sind Kenntnisse im Bereich Recht: Umweltrecht, Patentrecht, besonderes Umweltrecht (z.B. Abfallwirtschaft, Gewässerschutzrecht, Immissionsschutzrecht, Haftungsproblematik) sowie Vorschriften und Bestimmungen zum Gewässerschutz.

Aufstiegsmöglichkeiten können sich nach Absolvierung verschiedener Ausbildungen und Zertifizierungen ergeben, z.B. betriebliches Umweltmanagement, internes Auditing für Umweltmanagementsysteme oder UmweltgutachterIn. Weiters können innerbetriebliche Funktionen wie Abteilungs- oder Projektleitung übernommen werden.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht auch die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

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