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Das Berufslexikon informiert über Aufgaben und Tätigkeiten in den Berufen, über Berufsanforderungen, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Beschäftigungsmöglichkeiten, Berufsaussichten, Anfangseinkommen und vieles mehr.

Start | BaustofftechnikerIn

* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: 2025). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Mindestgehalt für BerufseinsteigerInnen lt. typisch anwendbaren Kollektivvertägen. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

BaustofftechnikerInnen beschäftigen sich mit der Entwicklung, Herstellung und Verbesserung von Materialien, die im Bauwesen eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem Beton, Zement, Gips, Stahl, Aluminium oder Naturstein, aber auch moderne Bauprodukte wie Dämmstoffe, Isoliermaterialien oder Glasfasern. Ziel ihrer Arbeit ist es, neue und bestehende Baustoffe so zu entwickeln bzw. zu optimieren, dass sie den technischen Anforderungen von Bauprojekten entsprechen und gleichzeitig wirtschaftlich und langlebig sind. 

Ein wichtiger Bestandteil ihrer Tätigkeit ist die Untersuchung der Eigenschaften von Baustoffen. Mithilfe chemischer und physikalischer Prüfverfahren analysieren sie beispielsweise die Härte oder Festigkeit von Materialien und testen deren Verhalten unter verschiedenen Belastungen. Dabei werden etwa Einwirkungen durch Hitze, Kälte, Druck oder Feuchtigkeit simuliert. Die Untersuchungen finden meist in Labors statt, wo BaustofftechnikerInnen Messgeräte oder Mikroskope einsetzen und Versuchsreihen durchführen. Die Ergebnisse werden sorgfältig dokumentiert und dienen unter anderem der Qualitätskontrolle sowie der Weiterentwicklung der Materialien.

Darüber hinaus gewinnt die Entwicklung umweltfreundlicher und nachhaltiger Baustoffe zunehmend an Bedeutung. BaustofftechnikerInnen befassen sich daher verstärkt mit Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Bambus, Stroh oder anderen Naturfasern. Neben der technischen Leistungsfähigkeit prüfen sie auch die Umweltverträglichkeit und Recyclingfähigkeit der Baustoffe. Bei ihrer Arbeit stehen sie häufig in engem Austausch mit Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen des Bauwesens, etwa mit BaustatikerInnen, BauingenieurInnen oder ChemikerInnen, um geeignete Materialien für konkrete Bauprojekte zu entwickeln und einzusetzen.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Eigenschaften von Baustoffen untersuchen
  • Chemische und physikalische Prüfverfahren anwenden
  • Verhalten von Baustoffen analysieren
  • Messgeräte und Mikroskope bedienen
  • Versuchsreihen durchführen
  • Ergebnisse dokumentieren
  • Nachhaltige Baustoffe prüfen und entwickeln
  • EDV-Anwendungskenntnisse
  • Englischkenntnisse
  • Interesse für Bau
  • Interesse für Chemie und Physik
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Logisch-analytisches Denken
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Sinn für Zahlen
  • Technisches Verständnis

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B. folgende Unternehmen und Branchen:

  • Baustoffindustrie 
  • Baustofflabors und -prüfstellen
  • Fertighaushersteller
  • Kunststoffindustrie
  • Forschungseinrichtungen

Das Planungswesen übernimmt eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung des ökologischen und digitalen Wandels. Der Bereich entwickelt sich weg von der rein baulichen Gestaltung hin zu einer ganzheitlichen, datenbasierten Modellierung von Lebensräumen. Angesichts knapper werdender Flächen und strenger Klimaschutzvorgaben stehen komplexe Konzepte für die Stadt- und Raumplanung sowie eine effiziente Wasser- und Infrastrukturbewirtschaftung im Vordergrund. Die Planung von Projekten findet dabei immer häufiger in einem digitalen Zwilling statt, was die gesamte Prozesskette von der ersten Vermessung bis zum fertigen Bauentwurf präziser und ressourcenschonender macht. Da fundierte Planungsleistungen das Fundament für jedes nachhaltige Bauvorhaben bilden, bleibt dieser Bereich krisenresistent und bietet gute Aussichten für Fachkräfte.

BaustofftechnikerInnen verfügen über umfassende Kenntnisse verschiedener Baustoffe. Im Hochbau kommen beispielsweise immer häufiger umweltfreundliche Materialien zum Einsatz, wobei insbesondere die Nachfrage nach organischen Baumaterialien zunimmt. Neben umweltfreundlichen und schadstoffarmen Baustoffen sind vor allem Lösungen, die die Energieeffizienz erhöhen, z.B. durch Isolierungs- und Dämmungsmaterialien, von großer Bedeutung. Vertiefte Kenntnisse in diesen Bereichen können die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich verbessern.

Unter dem folgenden Link gelangen Sie zum AMS-JobBarometer. Dort finden Sie weiterführende Informationen zu den Arbeitsmarktaussichten für das Berufsbündel "WerkstofftechnikerIn", dem der Beruf "BaustofftechnikerIn" zugeordnet ist, wie z.B. Informationen zu Trends, Anzahl der Inserate oder häufig nachgefragten Kompetenzen:

AMS-JobBarometer

Stellenangebote in "alle jobs" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular in "alle jobs". Im Formular können Sie dann noch weitere Filter setzen.

offene Job-Angebote

Eine gute Basis für diesen Beruf bilden Bachelor- und Masterstudiengänge an Universitäten oder Fachhochschulen im Bereich Werkstofftechnik. Ebenso besteht die Möglichkeit, ein Doktoratsstudium zu absolvieren.

Das Bachelorstudium "Materialwissenschaften und Werkstofftechnologie" an der Montanuniversität Leoben umfasst beispielsweise Ausbildungsinhalte wie Mathematik, Chemie, Physik, Technische Mechanik, Statistik, Werkstofftechnik, Responsible Engineering und Circular Engineering. Im Rahmen von aufbauenden Masterstudien im Bereich Materialwissenschaften, wie z.B. "Building Materials and Ceramics", werden die Kompetenzen im jeweiligen Fachgebiet nochmals vertieft, spezialisiert und erweitert.

Voraussetzung für ein Bachelorstudium ist die Hochschulreife, die entweder durch eine erfolgreich abgeschlossene Matura, eine Studienberechtigungsprüfung oder eine Berufsreifeprüfung erlangt werden kann. An Fachhochschulen ist es teilweise auch Personen ohne Hochschulreife möglich, ein Studium zu beginnen, sofern sie über eine einschlägige berufliche Qualifikation verfügen und Zusatzprüfungen in bestimmten Fächern ablegen. 

Dieser Beruf kann auch auf schulischem Niveau erlernt werden, siehe BaustofftechnikerIn (Mittlere/Höhere Schulen).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen insbesondere an Universitäten und Fachhochschulen, z.B. in Form von Lehrgängen sowie Seminaren in Bereichen wie Nachhaltiges Bauen, Ingenieurholzbau, Building Innovation und Kreislaufwirtschaft im Hochbau.

Zudem bieten die BAUAkademien Seminare zu nachhaltigen Baustoffen, wärmedämmenden und energiesparenden Materialien, Holztechnik und Glastechnik an.

Weiterbildungen können auch bei Erwachsenenbildungseinrichtungen wie BFI oder WIFI sowie bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten absolviert werden, z.B. in den Bereichen Projektmanagement oder Technisches Qualitätsmanagement.

BaustofftechnikerInnen können in leitende Funktionen aufsteigen, z.B. im Projektmanagement, in der Abteilungsleitung oder in höheren Managementpositionen.

Eine selbstständige Berufsausübung ist z.B. im Rahmen des reglementierten Gewerbes "Ingenieurbüros (Beratende IngenieurInnen)" möglich. Für reglementierte Gewerbe muss bei der Gewerbeanmeldung der jeweils vorgeschriebene Befähigungsnachweis, z.B. in Form einer Befähigungsprüfung, eines bestimmten Schul- oder Studienabschlusses oder einer fachlichen Tätigkeit, erbracht werden. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Liste der reglementierten Gewerbe.

Die Ablegung der Ziviltechnikerprüfung ermöglicht eine selbstständige Tätigkeit als ZiviltechnikerIn (IngenieurkonsulentIn). Nähere Informationen zur Ziviltechnikerprüfung finden Sie auf der Website der Kammer der ZiviltechnikerInnen, ArchitektInnen und IngenieurInnen.

* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: 2025). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Mindestgehalt für BerufseinsteigerInnen lt. typisch anwendbaren Kollektivvertägen. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

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