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HufschmiedIn

Berufsbereiche: Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft / Maschinen, Kfz und Metall
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Hufschmiede/Hufschmiedinnen passen Pferden und anderen Huftieren neue Hufe an. Sie nehmen das alte Hufeisen ab, reinigen und pflegen die Hufe und prüfen sie auf Krankheiten. Dann bringen sie die industriell vorgefertigten Huf-Rohlinge durch Schmieden, also durch das Bearbeiten des glühenden Eisens mit dem Schmiedehammer, in die für das Pferd passende Form und pressen das noch glühende Eisen auf den Huf. Schließlich nageln sie das Hufeisen mit speziellen Hufnägeln am Huf fest und raspeln und feilen die vorstehenden Hufränder ab.

Eine wichtige Aufgabe der Hufschmiede/Hufschmiedinnen ist weiters die Huf- und Klauenpflege bei Pferden und anderen Huf- und Klauentieren (Esel, Kühe, Schafe, Ziegen usw. aber auch Zootiere wie z.B. Kamele oder Lamas). Sie reinigen und schneiden die Hufsohlen und führen auch Korrekturen der Hufform durch. Bei der Klauenpflege kürzen sie die zu langen Klauen und feilen den Klauenrand ab.

Die Besitzer der Tiere beraten sie in Fragen der Wahl der richtigen Hufeisen, der Huf- und Klauenpflege sowie der Betreuung, Pflege und Fütterung der Tiere.

 

In der Ausbildungsordnung (BGBl.II.Nr.186/2010) sind folgende Ausbildungsinhalte festgelegt (Berufsprofil):

  1. Einrichten eines mobilen und stationären Beschlagplatzes,
  2. Beurteilen und Analysieren der Hufformen,
  3. Analysieren und Beurteilen der alten Beschläge des Pferdes im statischen und dynamischen Zustand,
  4. Korrigieren des Hufes (Strahl pflegen, Sohle putzen, Tragrand kürzen) und Beraspeln der Hufwand,
  5. Herstellen und Zurichten von Hufeisen nach Normen sowie Warmaufrichten des Hufeisen auf den Huf,
  6. Auswählen der Nägel für Huf und Hufeisen, Aufnageln und Vernieten der Hufeisen sowie Endbearbeiten,
  7. Prüfen des frisch beschlagenen Pferdes im statischen und dynamischen Zustand,
  8. Beraten und Informieren von Kunden, z.B. in Fragen der Hufpflege, des Hufbeschlages und der Pferdehaltung

Kräftiger Körperbau: Herstellen und Zurichten von Hufeisen (Schmieden mit dem Hammer), Beschlagen des Pferdes

physische Ausdauer: Schmieden der Hufeisen, Hitzebelastung

Handgeschicklichkeit: Schmieden der Hufeisen, Korrigieren des Hufes, Aufnageln und Vernieten der Hufeisen auf den Huf

Unempfindlichkeit der Haut: Belastung der Haut durch Hitze, Staub und Späne (Metall, tierische Stoffe wie Horn und Pferdehaare)

Auge-Hand-Koordination: Händisches Schmieden, Beschlagen des Pferdes
psychische Ausdauer: häufige Sonntags- und Feiertagsdienste

Betriebe/Lehrbetriebe: HufschmiedInnen arbeiten vor allem in spezialisierten Huf- und Klauenbeschlagsbetrieben, in sogenannten Beschlagschmieden. Teilweise sind sie auch in Rennställen, Gestüten oder Reitschulen beschäftigt.

Lehrstellensituation: Es gibt nur sehr wenige Lehrbetriebe für HufschmiedInnen, die vor allem in Niederösterreich und in Oberösterreich angesiedelt sind. Die Zahl der Lehrlinge ist entsprechend niedrig, in den letzten Jahren aber gestiegen. 2017 standen österreichweit insgesamt 20 Personen in Ausbildung.

Unterschiede nach Geschlecht: In diesem Beruf sind nur wenige Frauen tätig, da die körperlichen Anforderungen sehr hoch sind. Der Frauenanteil ist in den letzten Jahren allerdings kontinuierlich gestiegen und beträgt mittlerweile rund 20 Prozent.

Berufsaussichten: HufschmiedInnen finden Beschäftigungsmöglichkeiten vor allem in Regionen, in denen die Pferdewirtschaft eine wichtige Rolle spielt. HufschmiedInnen profitieren auch von der anhaltenden Beliebtheit des Reitsports.

Beschäftigungsaussichten: Die Zahl der Arbeitsplätze ist begrenzt, die Beschäftigungsaussichten sind aber stabil.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "SchmiedIn", dem der Beruf "HufschmiedIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

HufschmiedIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Metall- und Elektrogewerbe (Arbeiter) 01.01.2018
Landwirtschaftliche Gutsbetriebe und andere nichtbäuerliche Betriebe BURGENLAND, NIEDERÖSTERREICH, WIEN (Arbeiter) 01.03.2018
Landwirtschaftliche Gutsbetriebe und andere nichtbäuerliche Betriebe KÄRNTEN (Arbeiter) 01.05.2018
Landwirtschaftliche Gutsbetriebe und andere nichtbäuerliche Betriebe OBERÖSTERREICH (Arbeiter) 01.09.2017
Landwirtschaftliche Gutsbetriebe und andere nichtbäuerliche Betriebe SALZBURG (einschließlich der monatlichen Schmutzzulage) (Arbeiter) 01.01.2018
Landwirtschaftliche Gutsbetriebe und andere nichtbäuerliche Betriebe STEIERMARK (Arbeiter) 01.01.2018
Landwirtschaftliche Genossenschaften TIROL (Arbeiter) 01.04.2018
LandarbeiterInnen der Gemeinde WIEN (Gemeindebedienstete) 01.01.2018
HufschmiedIn (inkl. Doppellehren)
Dieser Lehrberuf besteht erst seit 1. Juli 2010! Daher liegen für die vorhergehenden Jahre keine Lehrlingszahlen vor.
Anz./Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
männlich k.A. k.A. 10 15 18 19 13 11 13 16
weiblich k.A. k.A. 1 3 2 0 1 1 2 4
gesamt k.A. k.A. 11 18 20 19 14 12 15 20
Frauenanteil k.A. k.A. 9,1% 16,7% 10,0% 0,0% 7,1% 8,3% 13,3% 20,0%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
HufschmiedIn
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
KonstrukteurIn - Schwerpunkt Maschinenbautechnik nein
KonstrukteurIn - Schwerpunkt Metallbautechnik nein
KonstrukteurIn - Schwerpunkt Stahlbautechnik nein
MetallbearbeiterIn nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz

Folgende berufsbildende Schulen bieten teilweise eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

 

- Fachschule für Maschinen- und Fertigungstechnik.
- Fachschule für Maschinenbau - Fertigungstechnik (mit Betriebspraktikum).
- Fachschule für Maschinenbau (Ausbildungszweige Allgemeiner Maschinenbau, Fertigungstechnik; Kraftfahrzeugbau).
- Fachschule für Sehbehinderte und Blinde - Ausbildungszweig Metallbearbeitung und Fertigungstechnik.
- Fachschule für Kunsthandwerk (Ausbildungszweig: Kunstschmiede und Metallplastiker).

 

- Höhere Lehranstalt für Landtechnik.
- Höhere Lehranstalt für Maschineningenieurwesen.
- Höhere Lehranstalt für Werkstoffingenieurwesen (vor allem Ausbildungsschwerpunkt Metallische Werkstoffe).

Weiterbildungsmöglichkeiten und -erfordernisse für Hufschmiede/Hufschmiedinnen sind hauptsächlich in den Bereichen Metallbearbeitung (z.B. Schmiedetechnik, spanlose Metallbearbeitung), Tierzucht und -pflege und Arbeitssicherheit gegeben. Das Berufsförderungsinstitut (bfi) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten für Metalltechnik-Berufe an, z.B. Metallbearbeitungstechniken, Schweißkurse, Oberflächenschutz, neue Werkstoffe usw.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs:

Werkmeisterschule für Berufstätige (2 Jahre, Abendunterricht) mit folgenden Fachrichtungen:
- Maschinenbau
- Maschinenbau - Automatisierungstechnik
- Maschinenbau - Betriebstechnik (auch als 2-semestrige Tagesform)
- Maschinenbau - Betriebstechnik, schulautonome Vertiefung "Fertigung und Montage" (5 Semester)
- Maschinenbau - Kraftfahrzeugtechnik
- Bau-, Landmaschinentechnik und Mechatronik
- Installations- und Gebäudetechnik (2 Semester - geblockter Unterricht)
- Metall- und Stahlbautechnik
- Kunststofftechnik

- Fachschule für Berufstätige für Maschinenbau (Voraussetzung: Positiver Abschluss der 8. Schulstufe, Mindestalter 16 Jahre, Aufnahmegespräch)

- Fachschule für Berufstätige für Maschinenbau - Produktionstechnik (Voraussetzung: Positiver Abschluss der 8. Schulstufe, Mindestalter 16 Jahre, Aufnahmegespräch)

- Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Maschineningenieurwesen, Ausbildungsschwerpunkte "Allgemeiner Maschinenbau", "Maschinen- und Anlagentechnik", "Automatisierungstechnik" oder "Fahrzeugtechnik" (4 Jahre)

- Aufbaulehrgang für Maschineningenieurwesen, Ausbildungsschwerpunkte "Automatisierungstechnik", "Energieplanung, Gebäude- und Kältetechnik".

Aufstiegsmöglichkeiten:

Da die Hufschmiede/Hufschmiedinnen durchwegs in Kleinbetrieben tätig sind, gibt es kaum Aufstiegsmöglichkeiten. Falls mehrere Arbeitskräfte beschäftigt sind, können sie zu VorarbeiterInnen aufsteigen.

Selbstständige Berufsausübung:

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für HufschmiedInnen z.B. im reglementierten Gewerbe "Metalltechnik für Metall- und Maschinenbau, Metalltechnik für Schmiede und Fahrzeugbau, Metalltechnik für Land- und Baumaschinen" (verbundenes Handwerk, Befähigungsnachweis erforderlich).

Weiters können HufschmiedInnen folgende freie Gewerbe ausüben:

  • Huf- und Klauenbeschlag
  • MesserschmiedIn einschließlich der Erzeugung von Hieb- und Stichwaffen sowie der Tätigkeit des Schleifens von Schneidewaren sofern es sich nicht um Schneidewaren handelt deren Erzeugung in den Vorbehaltsbereich eines reglementierten Gewerbes fällt

Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Metalltechnik und Maschinenbau, Seite 105
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