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DruckvorstufentechnikerIn

Berufsbereiche: Grafik, Druck, Papier und Fotografie
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnung(en): DruckformtechnikerIn, ReproduktionstechnikerIn, TypografikerIn

Tätigkeitsmerkmale

DruckvorstufentechnikerInnen führen alle Arbeiten der Druckvorstufe zur Vorbereitung des Druckes von Zeitungen, Zeitschriften, Plakaten, Prospekten, Büchern, Formularen usw. durch und erstellen die Arbeitsanweisungen für den Druck. Die Druckvorstufe umfasst die Text-, Grafik und Bilderfassung und die Bearbeitung mit elektronischen Datenverarbeitungssystemen, die Datenspeicherung und die elektronische Seiten- und Bogenmontage bis zur Druckplatten- und Druckformenherstellung. Dabei werden Speichermedien und Speichersysteme verwendet sowie Kontroll- und Prüfmethoden und Datenbanken eingesetzt.

Im Bereich der Text- und Bildbearbeitung speichern die DruckvorstufentechnikerInnen die mittels PC und Scanner (elektronisches Abtastgerät) erfassten und digitalisierten Vorlagen für die Bearbeitung. Diese Daten gestalten und bearbeiten sie dann am Computer-Bildschirm (z.B. Schriftarten- und Größe, Farb- und Tonwertveränderungen der Bilder, Größenveränderungen etc.) und montieren sie für das Druckprodukt zu kompletten Seiten.

Bei der Druckformenherstellung belichten die DruckvorstufentechnikerInnen die Daten der kompletten Seiten mit einem Belichter auf Filmmaterial und entwickeln sie in einer Entwicklungsmaschine. Sofern die komplette Bogenmontage nicht bereits vorher erstellt wurde, kleben sie nun die Filme (je Druckfarbe wird ein Film verwendet) auf Trägerfolien zu Bogenmontagen (mehrere Seiten auf einem Bogen). Dabei müssen sie die jeweilige Kopierfähigkeit berücksichtigen.

Die Bogenmontagen kopieren sie dann in einem Kopiergerät auf die Offsetdruckplatte, wo diese anschließend automatisch entwickelt werden. Zur filmlosen Herstellung von Offsetdruckplatten (CTP = computer to plate) belichten die DruckvorstufentechnikerInnen die Daten der kompletten Bogenmontage direkt auf Spezialdruckplatten.

  • Handgeschicklichkeit: Montagearbeiten, Nachbearbeiten fertiger Druckformen
  • Fingerfertigkeit: Bedienen der Tastatur von elektronischen Bild- und Textverarbeitungsgeräten
  • Auge-Hand-Koordination: Montieren der Druckvorlagen
  • Sehvermögen: Seiten- und Bogenmontage, Kontrollieren der Druckergebnisse
  • Unempfindlichkeit der Haut: Arbeiten mit Klebstoffen und Chemikalien
  • räumliche Vorstellungsfähigkeit: Montieren von Seiten und Bögen anhand von Lay-Out-Skizzen
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Zusammenarbeiten mit Grafikern oder Redakteuren sowie mit den Arbeitsvorbereitern und Druckern
  • generelle Lernfähigkeit: Aneignen von Kenntnissen über neue Geräte und Maschinen in der Druckformenherstellung
  • psychische Belastbarkeit: Nacht- und Schichtarbeit in Zeitungsdruckereien, Termindruck

Betriebe/Lehrbetriebe: DruckvorstufentechnikerInnen arbeiten in Druckereibetrieben, in Verlags- und Zeitungsdruckereien, in Hausdruckereien von Großunternehmen und in Repro- und Montagestudios. Auch die Verpackungsindustrie bietet Beschäftigungsmöglichkeiten.

Lehrstellensituation: Die Zahl der Lehrlinge ist im Verlauf der letzten Jahre deutlich zurückgegangen und liegt auf eher niedrigem Niveau. Die Chancen auf eine Lehrstelle sind in Vorarlberg, in Oberösterreich, in der Steiermark und in Niederösterreich etwas besser, da es in diesen Bundesländern die meisten Lehrbetriebe gibt.

Unterschiede nach Geschlecht: Das Verhältnis von männlichen und weiblichen Lehrlingen ist relativ ausgeglichen.

Berufsaussichten: Die Nachfrage nach Fachkräften in der Druckvorstufe sinkt. Dies hängt mit den Veränderungen in der Druckbranche zusammen. Dazu zählt etwa die Verlagerung von gedruckten in Richtung digitale Medien. Zudem hat sich das Berufsbild durch die technische Entwicklung gewandelt - die meisten Arbeitsschritte erfolgen mit Hilfe von Computern und Software, zum Teil sind Arbeitsabläufe automatisiert möglich. Durch die Digitalisierung und Automatisierung wurden auch verschiedene frühere Berufsbilder zusammengeführt.

Beschäftigungsaussichten: Der Bedarf an DruckvorstufentechnikerInnen in Druckereien wird voraussichtlich in den nächsten Jahren weiter zurückgehen. Alternativen bieten verwandte Bereiche der Medienproduktion mit Schwerpunkten wie Grafik oder Bildbearbeitung. Eine Verlagerung zu den Lehrberufen Medienfachmann/-frau - Mediendesign und Medienfachmann/-frau - Medientechnik war in den vergangenen Jahren bereits zu beobachten.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "DruckvorstufentechnikerIn", dem der Beruf "DruckvorstufentechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

DruckvorstufentechnikerIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Grafische Gewerbe (Druckereien, Druckvorstufenbetriebe): jeweils 1. Halbjahr des Lehrjahres (ein Lehrhalbjahr umfasst 26 Wochen) (Arbeiter) 01.04.2016
Grafische Gewerbe (Druckereien, Druckvorstufenbetriebe): jeweils 2. Halbjahr des Lehrjahres (ein Lehrhalbjahr umfasst 26 Wochen) (Arbeiter) 01.04.2016
Gemeinde WIEN (gemäß Dienstvorschrift für Lehrlinge); die angeführten Werte enthalten die monatliche Pauschalabgeltung für Nebengebühren: jeweils 1. Halbjahr des Lehrjahres (ein Lehrhalbjahr umfasst 26 Wochen) (Gemeindebedienstete) 01.04.2016
Gemeinde WIEN (gemäß Dienstvorschrift für Lehrlinge); die angeführten Werte enthalten die monatliche Pauschalabgeltung für Nebengebühren: jeweils 1. Halbjahr des Lehrjahres (ein Lehrhalbjahr umfasst 26 Wochen) (Gemeindebedienstete) 01.04.2016
DruckvorstufentechnikerIn (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
männlich 90 77 63 61 63 63 59 57 52 45
weiblich 75 67 60 66 62 66 63 50 46 39
gesamt 165 144 123 127 125 129 122 107 98 84
Frauenanteil 45,5% 46,5% 48,8% 52,0% 49,6% 51,2% 51,6% 46,7% 46,9% 46,4%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich

Folgende berufsbildende Schulen bieten eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

Fachschule für Reproduktions- und Drucktechnik (Ausbildungszweige "Drucktechnik" oder "Druckformentechnik"); Höhere Lehranstalt für Medientechnik und Medienmanagement bzw. nach der Berufsreifeprüfung auch Kolleg für Medientechnik und Medienmanagement (Ausbildungsschwerpunkte "Druck- und Medientechnik", "Multimedia") (diese Schulformen werden an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien geführt).

Als Weiterbildungsmöglichkeiten bieten sich zahlreiche Kurse für Berufstätige im grafischen Gewerbe an, die vom Berufsförderungsinstitut (bfi) und vom Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) abgehalten werden, z.B. Kurse über einschlägige Computer Programme im Bereich Desktop-Publishing, Kurse über verschiedene drucktechnische Bereiche oder Grundlagen der elektronischen Regel- und Steuertechnik. Weiters führt das WIFI auch Vorbereitungskurse für die Befähigungsprüfung im Gewerbe der "Drucker und Druckformenherstellung" durch. Auch in den Betrieben selbst werden entsprechende Einschulungsmaßnahmen durchgeführt, falls neue Geräte oder Anlagen eingesetzt werden; diese Einschulungen werden vielfach von den Herstellerfirmen durchgeführt.

Selbstständige Berufsausübung:

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für DruckvorstufentechnikerInnen im reglementierten Gewerbe "DruckerIn und Druckformenherstellung" (Befähigungsnachweis erforderlich).

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Medien, Kultur, Unterhaltung (Broschüre)
Reihe: Berufe ...
Fundstelle: Grafik und Fotografie (Seiten 28-35), Seite 30
Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Mediengestaltung und Fotografie, Seite 124
Schule oder Lehre? 2 Wege zum Wunschberuf (Broschüre)
Reihe: Berufswahl
Fundstelle: Kreatives, Gestalten, Mode, Design, Seite 80
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