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WaffenbautechnikerIn

Berufsbereiche: Maschinen, Kfz und Metall
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.990,- bis € 2.490,- * Arbeitsmarkttrend: sinkend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

WaffenbautechnikerInnen (Weapon Engineers) befassen sich mit der Entwicklung, Herstellung und Reparatur von Jagdwaffen, militärischen Waffen, Präzisions-, Verteidigungswaffen (Dienstwaffen für die Polizei) und Sportwaffen.

Beispiele für Waffen sind Pistolen, Revolver, halbautomatische und vollautomatische Schusswaffen und Schießgeräte. Im Waffenbau gibt es verschiedene Teilbereiche: Die Waffentechnik (Aufbau, Funktionsweise), die Berechnung ballistischer Vorgänge (Beschleunigung, Geschossenergie) und die Waffenoptik (Fotometrie, Radar, Infrarotgeräte).

WaffenbautechnikerInnen fertigen Skizzen und Konstruktionszeichnungen mittels CAD-Programm an. Sie arbeiten auch an CNC-Maschinen, das sind Werkzeugmaschinen zur automatisierten Herstellung von Waffen. Je nachdem, welche Waffe gerade hergestellt werden soll, programmieren sie den Steuercomputer der CNC-Maschine und bestücken diese mit dem Ausgangsmaterial. Sie kontrollieren das Probestück auf Fehler oder Mängel, und dokumentieren diese. Sie vermessen die einzelnen Teile und führen Korrekturarbeiten, falls nötig, durch Fräsen und Schleifen durch.

Nach der Fertigung überprüfen sie die Feineinstellung und Justierung und schießen die Waffe ein. WaffenbautechnikerInnen kennen berufsrelevante rechtliche Aspekte, wie etwa das Waffengesetz.

WaffenbautechnikerInnen stellen meist auch sogenannte "weniger-tödliche Waffen" (less-lethal weapons) wie Pfeffersprays, Betäubungsgewehre oder Taser her. Manche Firmen fertigen auch zivile Sprengstoffe zur Gewinnung von Gestein für den Bergbau, Tunnelbau und Pyrotechnik, z.B. Feuerwerkskörper.

WaffenbautechnikerInnen beraten KundInnen und AbnehmerInnen (WaffenhändlerInnen) über den Gebrauch sowie über Sicherheitsvorschriften, etwa beim Transport oder Lagerung.

Siehe auch die Berufe FeinwerktechnikerIn, KonstrukteurIn, FertigungstechnikerIn oder MaschinenbautechnikerIn.

Interesse an Metallbearbeitungstechnik, Mathematik, Physik (Mechanik, Thermodynamik) und Chemie (Oberflächenbehandlung, Sprengstoffkunde) sowie

  • Technisches Verständnis
  • Handgeschicklichkeit
  • Gutes Sehvermögen
  • Genaues und sorgfältiges Arbeiten
  • Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit sind hier besonders wichtig!
  • Weiterbildungsbereitschaft (z.B. Qualitätskontrolle, Sicherheitstechnologie)

Beschäftigungsmöglichkeit besteht in Industriebetrieben z.B. als SystemtechnikerIn in der Waffenproduktion (Formenbau, Konstruktion mechatronischer Baugruppen, Herstellung von Ersatzteilen etc), als WaffeningenieurIn in einer Rüstungsfabrik oder in der Waffenfabrik (z.B. historische Handfeuerwaffen, Sportwaffen), in Unternehmen des Waffen- und Munitionshandels, beim Bundesheer, bei der Marine oder bei der Polizei (als WaffenmeisterIn), bei öffentlichen Behörden wie z. B. den Bundes- und Landeskriminalämtern.

Darüber hinaus: In industriellen und gewerblichen Betrieben mit Fertigungs- und Produktionsabteilungen, im Bereich der CNC-Fertigung, im technischen Ein- und Verkauf sowie im Service. Oder in der technischen Prüfung, Abnahme und Kontrolle (z.B. TÜV).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "WaffenmechanikerIn", dem der Beruf "WaffenbautechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Ausbildung erfolgt z.B. in der HLA für Waffen- und Sicherheitstechnik oder in der 4-jährigen Fachschule für Büchsenmacher. Die 4-jährige Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung welche in rechtlicher Hinsicht der Gesellenprüfung gleichgestellt ist.

Infos über die selbstständige Berufstätigkeit (z.B. Führung eines eigenen Geschäftes) bietet die Website www.gruenderservice.at oder die WKO.

AbsolventInnen einer HTL kann die Standesbezeichnung Ingenieur/Ingenieurin verliehen werden (Nachweis über Ausbildung und Praxis erforderlich!).

Mit einem Beschluss im Nationalrat wird der Titel "Ingenieur" für HTL-AbsolventInnen nun dem Bachelor gleichgestellt. Infos bieten die Websites des Parlaments und der WKO

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Relevante Bereiche: Kontroll- und Abnahmetechnik (Genehmigung und Überprüfung von Maschinen, Anlagen und deren Betriebssicherheit), Unfallforschung und Unfallprävention.

Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen auch im Bereich Qualitätsmanagement, Sales-Management und vor allem in Hinsicht auf technische Aspekte (z.B. Werkstofftechnik, Tribologie, Industrial Engineering, Materialwissenschaften, Nanotechnik (Oberflächentechnik), Minen- oder Nukleartechnik.

Hochschullehrgänge: Z.B. Sprengstoffexpert(e)In, Korrosions-Expert (Montanuni Leoben).
FH: Z.B. EntwicklungsingenieurIn Metall und Kunststofftechnik, Maschinenbautechnik oder FlugzeugbautechnikerIn (Raketen und Jagdflugzeuge), Material- und Verarbeitungstechnik, Technisches Prozess- und Projektmanagement.

Aufstiegsmöglichkeiten: Werkstättenführung (WerkstättenleiterInnen) bzw. technische Leitung von Verarbeitungsbetrieben, leitendeR KonstrukteurIn oder ProjektleiterIn bzw. ProjektmanagerIn.

Formale Aufstiegsmöglichkeiten sind z.B. Funktionen wie kaufmännische LeiterIn, VerkaufsleiterIn oder AbteilungsleiterIn (z.B. für Produktionslogistik).

Branchenerfahrung bzw. Erfahrung in vergleichbaren Funktionen ist für solche Karriereschritte üblicherweise grundsätzlich erforderlich. Für leitende Funktionen im Verkauf aber auch im Projektmanagement bei Auslandsvorhaben sind insbesondere Fremdsprachenkenntnisse erforderlich.

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