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RichterIn

Berufsbereiche: Büro, Wirtschaft, Finanzwesen und Recht / Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: ab € 3.840,- bis k.A. * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

RichterInnen führen als LeiterInnen von Gerichtsverhandlungen die Rechtsprechung auf den Gebieten der Zivilgerichtsbarkeit, Strafgerichtsbarkeit, Gerichtsbarkeit in Außerstreitverfahren (z.B. Vormundschafts-, Grundbuch- oder Konkursangelegenheiten) sowie Verwaltungs- und Verfassungsgerichtsbarkeit durch. Die Sachverhaltsfeststellung umfasst üblicherweise ein eingehendes Aktenstudium sowie das Studium der einschlägigen juristischen Fachliteratur.

Im Fall von Unklarheiten führen RichterInnen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln (z.B. Lokalaugenschein, Urkundenbeweis, Zeugenbeweis, Sachverständigengutachten, Vernehmung der Parteien) die Beweisaufnahme durch und stellen den Wahrheitsgehalt der erhobenen Beweise fest.

RichterInnen sind unabhängig, nicht weisungsgebunden, unversetzbar und unabsetzbar.

Siehe auch die Berufe RechtspflegerIn und  Staatsanwalt/Staatsanwältin.

  • Zahlenaffinität und abstraktes Denkvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Souveränes Auftreten und Kommunikationsstärke
  • Strukturierte und zielorientierte Arbeitsweise
  • Gute Allgemeinbildung
  • Hohe Aufnahme- und Merkfähigkeit (hohe Lesekapazität)
  • Entscheidungssicherheit
  • Psychische Stabilität und Belastbarkeit
  • Fremdsprachenkenntnisse: z.B. Englisch

 

Formale Voraussetzungen für die Ausübung juristischer Kernberufe sind z.B:

  • Österreichische Staatsbürgerschaft (Beruf gehört zum Kernbereich der staatlichen Hoheitsverwaltung).
  • Volle Handlungsfähigkeit
  • Uneingeschränkte persönliche und fachliche Eignung
  • Erforderliche sozialen Fähigkeiten für die mit der Ausübung des (richterlichen) Amtes verbundenen Aufgaben

RichterInnen und StaatsanwältInnen können sich um eine öffentliche ausgeschriebene Planstelle bewerben.

RichterInnen arbeiten an allen ordentlichen Gerichten (Bezirks-, Landes- oder Oberlandesgericht, Oberster Gerichtshof sowie das Arbeits- und Sozialgericht bzw. Handelsgericht in Wien), und bei den Sondergerichten (Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof).

Die an den Rechtsmittelgerichten (Oberlandesgericht, Oberster Gerichtshof) tätigen RichterInnen sind hauptsächlich mit Aktenstudium und dem Studium der einschlägigen juristischen Fachliteratur zur Erstellung des Entscheidungskonzeptes für die jeweiligen Verhandlungen befasst.

In der Praxis können sich RichterInnen zu einem gewissen Maß auf bestimmte Rechtsbereiche spezialisieren.

Öffentlich ausgeschriebene Planstellen für RichteramtsanwärterInnen unter www.justiz.gv.at

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "RichterIn", dem der Beruf "RichterIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Voraussetzung für das Richteramt ist, wie für alle juristischen Kernberufe, ein abgeschlossenes entsprechendes Diplom- oder Masterstudium an einer Universität in Österreich:

  • Rechtswissenschaften (Fakultäten in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck)
  • Jus an der Sigmund-Freud-Privatuniversität (Spezialisierung auf Privatrechte Rechtsgestaltung oder Hoheitliche Schutzgewähr)
  • Wirtschaftsrecht (WU Wien) - dieses Studium befugt ebenso für den unbe­schränkten Zugang zu den juris­ti­schen Kern­be­rufen

 

Nach dem Studium erfolgt die Tätigkeit als RechtspraktikantIn (Gerichtspraxis). AbsolventInnen des rechtswissenschaftlichen Studiums können in den richterlichen Vorbereitungsdienst aufgenommen werden, die grundsätzlich vier Jahre (wobei die Zeit der Gerichtspraxis angerechnet wird) dauert. Die Aufnahme in den richterlichen Vorbereitungsdienst erfolgt durch Ernennung zum/zur RichteramtsanwärterIn (vgl. aktuelle Fassung der Rechtsvorschrift für Richter- und Staatsanwaltschaftsdienstgesetz.

Nach Bestehen der Richteramtsprüfung kann sich um eine freie Richterplanstelle beworben werden. Vgl: Berufe in der Jusitz, Website des Bundesministeriums für Justiz.

Die Broschüre Rechtsberufe in Überblick kann in ihrer jährlich aktualisierten Form kostenlos als pdf auf der Website des Bundesministeriums für Justiz abgerufen werden.

Die bloße Absolvierung eines Bachelorstudiums eröffnet nicht den Zugang zu einem juristischen Kernberuf!

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten werden in Form von Vorträgen, Seminaren und Tagungen angeboten. Zudem gibt es postgraduale Lehrgänge: Wirtschaftskriminalität und Recht (WU-Wien), Wirtschaftsrecht, Strafrecht und Kriminologie (Donau Universität Krems), Wirtschaftskriminalität & Cyber Crime (FH Wr. Neustadt).

MedUni Wien: Forensische Wissenschaften (Master of Forensic Science). Zielgruppe sind JuristInnen, ExekutivbeamtInnen, MedizinerInnen, AnwärterInnen für allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige in Gesundheitsberufen.

Mögliche Spezialisierungen: StrafrichterIn, ZivilrichterIn, FamilienrichterIn, Arbeits- und SozialrichterIn, EinzelrichterIn-Senate.

Aufstiegsmöglichkeiten für RichterInnen bestehen innerhalb der Gerichtshierarchie (z.B. Obergerichte). RichterInnen können auch in die Staatsanwaltschaft wechseln.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Rechtswissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: RichterInnen, Staatsanwältinnen bzw. Staatsanwälte
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