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AgrarökonomIn

Berufsbereiche: Büro, Wirtschaft, Finanzwesen und Recht / Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.340,- bis € 2.410,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

AgrarökonomInnen beschäftigen sich vor allem mit Fragen des Vertriebs und der wirtschaftlichen Planung, aber auch mit der Verwaltung landwirtschaftlicher Großunternehmen (typischerweise Gutsverwaltungen).

Zudem sorgen sie für die Einhaltung von Umweltschutzmaßnahmen (z.B. sichere Entsorgung von Abfällen, Altölen, Verpackungen) innerhalb des Unternehmens und überwachen den sparsamen bzw. nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen und Energien.

Neben den staatlichen Umweltverträglichkeitsprüfungen entwickeln und implementieren sie Instrumentarien zur Analyse, Bewertung und Verbesserung der Bilanzen im Rahmen des wirtschaftlichen Handelns in Unternehmen. Aufgaben sind z.B.

  • Betriebsanalysen, Betriebsbewertungen
  • Beratung zur Optimierung von Produktionsverfahren und -techniken
  • betriebliches Rechnungswesen und Controlling
  • Marketing und Produktwerbung
  • Planung, Durchführung und Vertrieb neuer Produkte (z.B. aus ökologischem Landbau)
  • u.v.a.

 

Siehe auch die Berufe FlächenwidmungsplanerIn, LandschaftsökologIn. und ÖkosystemwissenschafterIn.

 

  • Kommunikationskompetenz: Beratungstätigkeit, Schulungen, politische Willensbildung. Bei Verhandlungen müssen Fachleute oft auf unterschiedliche GesprächspartnerInnen angemessen eingehen können

  • Weiterbildungsbereitschaft: Neue Produkte, Produktionsverfahren, Tierhaltungsmethoden, Einsatz künstlicher Intelligenz (digitale Technologie mit Sonden zur Überwachung der Bewässerungsssteme, autonomfahrende Traktoren, Precision Farming)

 

Auch die Bereitschaft zur Mobilität ist wichtig: Reisetätigkeit zu landwirtschaftlichen Betrieben, aber auch zu internationalen Gremien.

Traditionell ist ein hoher Anteil an LandwirtschaftstechnikerInnen im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb tätig - vor allem in der Produktion, Vermarktung und Dienstleistung.

Zum typischen Tätigkeitsspektrum gehört auch die Beratung landwirtschaftlicher Betriebe. LandwirtschaftstechnikerInnen können in erschiedene Funktionen in Bereichen der politischen Planung und Verwaltung sowie bei Interessenvertretungen (Genossenschaften, Kammern, Einrichtungen der Bundes- und Landesverwaltung) tätig sein.

Managementfunktionen bestehen in landwirtschaftlichen Großunternehmen sowie der landwirtschaftlichen Zulieferindustrie (z.B. Saat-, Futter-, Düngemittelindustrie, Landmaschinenindustrie, Holz verarbeitende Industrie).

LandwirtschafttechnikerInnen die im Bereich Umweltschutz tätig sind, bewerten und beurteilen z.B. die Auswirkungen von Immissionen auf die Landwirtschaft oder kontrollieren die Emissionen landwirtschaftlicher Betriebe (Geruch, Lärm, Abwässer, Abfälle).

Weitere typische Aufgabengebiete in diesem Bereich sind die Ausarbeitung und Planung von Natur- und Landschaftsschutzauflagen sowie die Renaturierung von geschädigten Gebieten (z.B. Schigebiete).

Das Thema Digitalisierung der Prozesse erweitert sich zunehmend im landwirtschaftlichen Bereich! Es gibt drei Bereiche, in denen Digitalisierung stattfindet: Precision Farming, Automatisierung sowie Verwaltung und Abrechnung (vgl. www.ararheute.com, Artikel vom 30.Mai 2019).

Die Themen Datenanalyse und Informatik spielen in sämtlichen Bereichen eine große Rolle. Es kann z.B. eine Position als Data Scientist angestrebt werden.

Data Scientists analysieren große Datenmengen zur Gewinnung von wichtigen Informationen. Diese Informationen nutzen sie für ökonomische und ökologische Optimierungsmaßnahmen und zur Sicherstellung des ordnungsgemäßen Betriebes und von landwirtschaftlichen Geräten und Anlagen.

Im Bereich Umweltanalyse und Simulation (z.B. Umweltbetriebsprüfung, -begutachtung) werden Forschungsgelder investiert.

Die Fähigkeit, mit digitalen Techniken Probleme zu lösen und mithilfe von Computern die Welt zu gestalten bedarf Informatikkenntnisse. Demnach reichen nicht nur simple Anwenderkenntnisse sondern Informatikkenntnisse als zentrale Kulturtechnik neben Lesen, Schreiben und Rechnen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Land- und ForstwirtschaftstechnikerIn", dem der Beruf "AgrarökonomIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Es werden unterschiedliche Studiengänge angeboten wie zum Beispiel:

  • Agrartechnologie (Technik und Agrar-Landwirtschaft 4.0 gestalten): FH Wr. Neustadt
  • Agrartechnologie und -management (Landwirtschaft 4.0, Digitalisierung und Automatisierung): FH Oberösterreich
  • Agrarwissenschaften (Kenntnisse und Fähigkeiten in der landwirtschaftlichen Produktionskette): BOKU Wien

 

Daneben gibt es unterschiedliche Studiengänge und Lehrgänge, wie Nutztierwissenschaften, Angewandte Pflanzenwissenschaften, Ökologische Landwirtschaft, Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Horticultural Sciences.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten sich z.B. im Rahmen von Lehrgängen und Masterstudien, z.B. Agrarmarketing, Umwelt und Bioressourcenmanagement, Regionalmanagement, Biotechnologie, Forstwissenschaften. Darüber hinaus gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten in Bereichen wie Management, Recht sowie Internationale Studien.

Ein starker Trend geht in Richtung Digitales Farming. Geforscht wird unter anderem an selbstfahrenden Traktoren sowie Bodensonden und an Maschinen, die mit Sensoren ausgestattet sind (Landwirtschaft 4.0). Hierzu sind zusätzlich Kenntnisse aus der Informatik gefragt sowie der Umgang mit Geodaten. Inzwischen gibt es den Begriff Agrarinformatik (vgl. Zeitschrift für Agrarinformatik openagrar.at und topagrar.com).

 

 

Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen im Vertrieb (Key-Account-Funktionen). Aufstiegsmöglichkeiten bestehen - je nach Struktur des Unternehmens - vor allem in Funktionen als AbteilungsleiterIn, LeiterIn in der Entwicklung und Produktion, als UmweltbeauftragteR, in der Qualitätssicherung sowie im Rahmen von Gutachter- und Sachverständigentätigkeiten.

Voraussetzungen für eine entsprechende Karriere sind mehrjährige Berufserfahrung sowie Managementkenntnisse. Auch sehr gute Englischkenntnisse sind sowohl aufgrund der fachlichen Kommunikation, aber auch der starken internationalen Ausrichtung dieses Bereiches wichtig.

Zudem besteht die Möglichkeit der selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Rechtskraftgewerbes oder Reglementierten Gewerbes, etwa als UnternehmensberaterIn. Grundsätzlich möglich ist die Gründung eines Handels- oder Marketingunternehmens.

Über entsprechende (Zusatz)Qualifikationen informiert z.B. die Wirtschaftskammer Österreich WKO und die Unternehmensberatungs-Verordnung.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Bodenkultur (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
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