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WirtschaftsmathematikerIn

Berufsbereiche: Büro, Wirtschaft, Finanzwesen und Recht / Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.420,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

MathematikerInnen beschäftigen sich hier vor allem mit mathematischen Verfahren zur Optimierung betriebswirtschaftlicher Vorgänge.

Sie wirken bei der Lösung von Planungsproblemen mit erstellen Prognoseinstrumente für wirtschaftliche Entwicklungen. Sie erstlen auch Vorhersagemodelle für die Auswirkungen politischer Entscheidungen (z.B. die Auswirkungen steuerlicher Maßnahmen für das Wirtschaftswachstum oder die Entwicklung des Arbeitsmarktes). Zudem entwickeln sie Grundlagen für die finanzielle Rahmenplanung und das Budget von Körperschaften.

Ein großer Bedarf an WirtschaftsmathematikerInnen besteht in der Versicherungswirtschaft (vgl. Versicherungsmathematik). Insbesondere im Bereich der Lebensversicherungen muss für jeden Versicherungsvertrag einE verantwortlicheR AktuarIn die Bilanz unterfertigen.

Operations Research bezeichnet die Entwicklung und den Einsatz mathematischer Methoden, mathematischer Modelle und Rechenverfahren, zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen. Beispiele dafür sind Modellrechnungen zur Bestimmung optimaler Produktionspläne, Logistikkonzepte, Kosten-Nutzen-Analysen oder Rentabilitätsberechnungen.

Ein weiter an Bedeutung gewinnender Aufgabenbereich besteht in der Finanzmathematik, wo z.B. die Optionenbewertung hochkomplexe mathematische Anforderungen stellt.

Siehe auch den Kernberuf MathematikerIn.

Neben ausgezeichneten mathematischen Kenntnissen und Freude an der Arbeit mit Zahlen bedarf es Verantwortungsbewusstsein, souveränes Auftreten und Kommunikationsstärke, Logische Denkweise und strukturierte Arbeitsweise, Entscheidungssicherheit, Diskretion, Umgang mit berufsspezifischen Softwaretools (z.B. FinOnline, eDocSync).

Im Bereich der angewandten Mathematik arbeiten MathematikerInnen im IT-Sektor sowie in allen Bereichen der Wirtschaft, Banken, Versicherung (z.B Ökonometrie, Planungsmathematik, Mathematische Prognoserechnung) und Bauwirtschaft (technische Berechnungen) sowie in Lehre und Forschung (z.B. Universitäten).

Im Bereich des Operations-Research (sowie Wirtschafts- und Planungsmathematik) geht es um die Entwicklung von Optimierungslösungen, Auswertung von Statistiken und den Entwurf von Prognosemodellen.

Es kann eine Tätigkeit im Bereich Daten Analyse bzw. als Data Scientist angestrebt werden. Die Tätigkeit von Data Scientists geht weit über die reine Datenanalyse hinaus. Häufig ist nicht die „Masse" (Big Data), sondern der „wertvolle Inhalt" (Smart Data) das entscheidende Kriterium.

Data Science ist nicht an eine bestimmte Branche gebunden. Data Analysts und Scientists arbeiten zum Beispiel in Rechenzentren, bei Energienetzbetreibern (Strom, Gas, Wasser), in Wirtschaftsunternehmen und im Bereich Datennutzung zur Produktionssteuerung in der Fertigung. Es geht darum, eine Brücke zwischen Datenwissenschaft und Geschäftsprozesse zu schlagen, um die Analyse komplexer Probleme und Szenarien zu bewältigen.

Zunehmend entstehen Studiengänge im Bereich Data Science:

Die Module Data Analytics und Data Science werden im Studium Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WU Wien) geführt. Seit dem WS 2016/2017 gibt es den einschlägigen Masterstudiengang "Data Science" (Uni Salzburg; ein Industriepraktikum ist hier verpflichtend).

 

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "MathematikerIn", dem der Beruf "WirtschaftsmathematikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

  • Statistik und Wirtschaftsmathematik: TU Wien
  • Mathematik mit Vertiefung Finanz- und Versicherungsmathematik: TU Graz
  • Finanz- und Versicherungsmathematik: TU Wien oder NAWI Graz

 

Weitere Studiengänge:

  • Quantitative Finance (MSc): WU Wien
  • Bank- und Versicherungswirtschaft (BA): FH Joanneum
    Beide Studien bieten jeweils verschiedene Schwerpunkte zur Wahl

 

Es gibt auch den Studiengang Industriemathematik (MSc, JKU Linz); hierbei geht es um die Lösung vielfältiger Anwendungen der Mathematik in Wirtschaft und Technik.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Relevant sind Sprachkenntnisse, betriebswirtschaftliche Zusatzqualifikationen sowie EDV-Kenntnisse. Es bieten sich spezifische Seminare, Kurse und Universitätslehrgänge an, z.B. Angewandte Informatik – IT-Werkzeuge und neue Medien erfolgreich anwenden (Universität Innsbruck) sowie Mathematics for Industry und angewandte Mustererkennung.

Es gibt verschiedene Masterstudien, z.B. Mathematik in den Naturwissenschaften, Industriemathematik, Wirtschafts- und Finanzkommunikation.

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen z.B. als AktuarIn. AktuarInnen können grundsätzlich in allen betriebswirtschaftlichen Funktionsbereichen des mittleren Managements tätig sein. Beispiele: in den Bereichen Strategische Unternehmensplanung und -entwicklung, Marketing und Business Process Management & Development, Human Resource Management, Rechnungswesen oder im Controlling.

AktuarInnen können - je nach exakter Qualifikation in der Unternehmensberatung und im Rahmen eines reglementierten Gewerbes (Rechtskraftgewerbe) selbstständig tätig sein: Z.B. in der gewerblichen Vermögensberatung, Vermittlung von Veranlagungen, Investitionen und Finanzierungen.

Rechtskraftgewerbe sind reglementierte Gewerbe (Befähigungsnachweis), bei denen zusätzlich die Zuverlässigkeit der gewerbeanmeldenden Person durch die Gewerbebehörde geprüft und festgestellt wird.

Nähere Infos bieten die Berufsgruppen des Fachverbandes der österreichischen Finanzdienstleister auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich, Direktlink: WKO/finanzdienstleister.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Naturwissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Mathematik, Computational Sciences (CS)
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