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BerufsfotografIn

Berufsbereiche: Grafik, Druck, Papier und Fotografie
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnung(en): FotografIn, FotolaborantIn

Tätigkeitsmerkmale

BerufsfotografInnen machen Fotos von allen möglichen Motiven, vor allem von Personen, Personengruppen, Gegenständen, Gebäuden, Landschaften usw. Die wichtigsten Anwendungsbereiche der Fotografie sind die Portraitfotografie, die Werbe- und Modefotografie, Fotoserien von öffentlichen und privaten Ereignissen sowie die Wissenschafts- und Industriefotografie. BerufsfotografInnen gestalten die Aufnahmen, die sie entweder im Studio, in Räumen oder im Freien anfertigen, durch Einsatz verschiedener Lichtverhältnisse und Beleuchtungen (Tageslicht, Blitzlicht, Kunstlicht, Mischlicht). Für die Aufnahmen verwenden sie unterschiedlichste digitale und analoge Kameratypen (Kleinbildkameras, Mittelformatkameras, Fachkameras, Spezialkameras) und Objektive (Teleobjektive, Weitwinkelobjektive). Zu den Aufgaben der BerufsfotografInnen gehören weiters auch die elektronische Bildbearbeitung und Bildverarbeitung, die Entwicklung von fotografischen Filmen (Analogfotografie) und die Anfertigung von Papierbildern im Labor, die Herstellung/Bearbeitung multimedialer Produkte (Kombination verschiedener Medien wie Fotografie, Musik und Video mit Hilfe von Computerprogrammen) und die Erstellung entsprechender Internet-Präsentationen. Und besonders wichtig in diesem Beruf ist schließlich auch die fachkundige Beratung und Betreuung der KundInnen.


  • Körperliche Wendigkeit: Aufbauen der Beleuchtungseinrichtungen, zum Teil auf speziellen Gerüsten

  • Handgeschicklichkeit: Aufbauen und Handhaben der fotografischen Geräte, Laborarbeit

  • Fingerfertigkeit: Feineinstellen der Fotogeräte

  • Auge-Hand-Koordination: Einstellen der Bildschärfe, schnelles Fotografieren bei wechselnden Ereignissen

  • Sehvermögen: Einstellen der Bildschärfe, Kontrollieren der Fotos

  • Unempfindlichkeit der Haut: Arbeiten mit Chemikalien im Labor

  • räumliche Vorstellungsfähigkeit: Gestalten des Bildaufbaues

  • technisches Verständnis: Einstellen und Bedienen der fotografischen Geräte

  • Kontaktfähigkeit: Betreuen und Beraten der KundInnen

  • Sprachfertigkeit mündlich: Beraten der KundInnen

  • logisch-analytisches Denken: Einstellen der fotografischen Geräte, Erkennen von Einstellungsfehlern anhand von Probeaufnahmen

  • gestalterische Fähigkeit: Gestalten des Bildaufbaues, Auswählen der Motive

  • Reaktionsfähigkeit: rasches Fotografieren bei wechselnden Ereignissen

  • Merkfähigkeit: Merken von Einstellungswerten für bestimmte Aufnahmebedingungen, z.B. bei Außenaufnahmen

  • Selbständigkeit: Auswählen von Filmmaterial, Kameras, Objektiven usw., Motivwahl und Bildgestaltung

  • generelle Lernfähigkeit: Aneignen von Kenntnissen über neue Entwicklungen bei Fotogeräten und Fotomaterialien

Betriebe/Lehrbetriebe: Die Mehrheit der FotografInnen in Österreich ist selbstständig und für unterschiedliche AuftraggeberInnen wie Werbe- und PR-Agenturen, Unternehmen, Zeitungen und Zeitschriften oder Privatpersonen tätig. Nur ein kleiner Teil der FotografInnen arbeitet im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses. Beschäftigungsmöglichkeiten bieten hier vor allem Fotostudios. Die Kleinbetriebe des Fotografengewerbes sind auch die wichtigsten Ausbildungsbetriebe für Lehrlinge.

Lehrstellensituation: Die Zahl der Lehrlinge ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Seit 2010 hat sich die Zahl der BerufsfotografInnen-Lehrlinge fast halbiert und liegt nun jährlich insgesamt im oberen zweistelligen Bereich.

Unterschiede nach Geschlecht: Fast doppelt so viele Frauen als Männer arbeiten in einem Angestelltenverhältnis. Auch die Lehrausbildung absolvieren wesentlich mehr Frauen als Männer. Etwa 4 von 5 Lehrlingen sind weiblich.

Berufsaussichten: Seit 2013 zählt die Berufsfotografie zu den freien Gewerben. Auch Pressefotografie und Fotodesign sind freie Gewerbe, für die kein Befähigungsnachweis erforderlich ist. Seit der Öffnung des Gewerbes ist die Zahl der selbstständigen FotografInnen stark gestiegen. Dadurch hat auch die Konkurrenz unter den FotografInnen deutlich zugenommen.

Beschäftigungsaussichten: Der Bedarf an zusätzlichen BerufsfotografInnen ist gering. Die Zahl der angestellten FotografInnen ist in den vergangenen Jahren etwas zurückgegangen. Etwa 1.200 Menschen sind Bereich Fotografie und Fotolabors in Österreich unselbstständig beschäftigt.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "FotografIn", dem der Beruf "BerufsfotografIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

BerufsfotografIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Fotografengewerbe (Arbeiter) 01.08.2017
BerufsfotografIn (inkl. Doppellehren)
In den angeführten Werten sind auch die Lehrlingszahlen des Vorläufer-Lehrberufs "FotografIn" enthalten!
Anz./Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
männlich 36 38 46 47 39 30 21 19 21 17
weiblich 120 121 129 107 104 100 91 70 72 65
gesamt 156 159 175 154 143 130 112 89 93 82
Frauenanteil 76,9% 76,1% 73,7% 69,5% 72,7% 76,9% 81,3% 78,7% 77,4% 79,3%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich

In einigen Bundesländern führen die Landesinnungen der BerufsfotografInnen und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) Seminare zu Spezialproblemen der Fotografie sowie über neue Entwicklungen in der Fototechnik durch. Fallweise führen auch die Herstellerfirmen von Fotogeräten und -materialien bei der Einführung neuer Produkte Einschulungen durch. Für BerufsfotografInnen können auch Kurse über Bildbearbeitungsprogramme oder andere Desktop- und Electronic Publishing Programme interessant sein, die ebenfalls vom WIFI angeboten werden. 


Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs sind:

 

Kolleg für Medientechnik und Medienmanagement, Ausbildungsschwerpunkt Fotografie und audiovisuelle Medien (Salzburg, 1140 Wien).

 

Kolleg für Berufstätige für Kunst und Design, Ausbildungsschwerpunkt Fine Art Photography und MultimediaArt (Graz).

 

Aufstiegsmöglichkeiten:

BerufsfotografInnen können zu StudioleiterInnen, LaborleiterInnen und FilialleiterInnen (im Fotohandel) und zu selbständigen FotografInnen aufsteigen.

Selbstständige Berufsausübung:

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für BerufsfotografInnen in folgenden freien Gewerben:

  • BerufsfotografIn
  • Pressefotografie und Fotodesign

Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Mediengestaltung und Fotografie, Seite 122
Schule oder Lehre? 2 Wege zum Wunschberuf (Broschüre)
Reihe: Berufswahl
Fundstelle: Kreatives, Gestalten, Mode, Design, Seite 80
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