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LabortechnikerIn - Hauptmodul Chemie

Berufsbereiche: Chemie, Kunststoffe, Rohstoffe und Bergbau / Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
Lehrzeit: 3 1/2 Jahre.Bei Absolvierung eines zusätzlichen Hauptmoduls oder des Spezialmoduls: 4 Jahre. ∅ Einstiegsgehalt: € 1.730,- bis € 1.920,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnungen: ChemielabortechnikerIn, ChemielaborantIn.

Der Lehrberuf "LabortechnikerIn - Hauptmodul Chemie" ersetzt seit 1. Juni 2015 den Lehrberuf ChemielabortechnikerIn.

 

Der Lehrberuf "LabortechnikerIn - Hauptmodul Chemie" gehört zum MODUL-Lehrberuf "Labortechnik", der insgesamt 3 Hauptmodule und eine Spezialmodul hat.

Hauptmodule: Biochemie; Chemie; Lack- und Anstrichmittel.

Spezialmodul: Laborautomatisation.

Kombinationsmöglichkeiten zwischen diesen Modulen (Lehrzeit: 4 Jahre):

  • Biochemie + Chemie ODER Laborautomatisation
  • Chemie + Biochemie ODER Lack- und Anstrichmittel ODER Laborautomatisation
  • Lack- und Anstrichmittel + Chemie ODER Laborautomatisation

 


Tätigkeitsmerkmale

LabortechnikerInnen führen in Chemielabors chemische, physikalisch-chemische, biochemische und biotechnologische Untersuchungen und Versuche an verschiedensten Stoffen durch, z.B. an Rohmaterialien, an Zwischen- und Fertigprodukten oder auch an Produktionsabfällen. Dabei untersuchen sie vor allem Beschaffenheit, Zusammensetzung, Reinheit und Verwendbarkeit dieser Stoffe. LabortechnikerInnen benötigen für die Untersuchungen und Versuche eine große Zahl verschiedener Laborgeräte und -apparate, z.B. unterschiedliche Behälter (aus Glas, Kunststoff und Porzellan), Pumpen, Zentrifugen, Brenner, Heizplatten, Manometer (Druckmessgeräte), Waagen, Öfen usw., für deren Reinigung, Instandhaltung und Reparatur sie auch zuständig sind.

LabortechnikerInnen wirken beim Aufbau der Versuchs- und Untersuchungsapparaturen mit, führen die grundlegenden labortechnischen Operationen durch (Wägen, Messen der Volumen, Trocknen, Herstellen von Lösungen usw.), trennen Gemische aus Flüssigkeiten und Feststoffen durch verschiedene Verfahren (Dekantieren, Sedimentieren, Filtrieren, Zentrifugieren und Eindampfen), bestimmen verschiedene physikalische Größen und Stoffkonstanten (Temperatur, Dichte, pH-Wert, Viskosität, Brechzahl, Flammpunkt, Schmelzpunkt, Leitfähigkeit) und wenden verschiedene analytische Methoden an (instrumentelle Methoden wie z.B. Fotometrie, elektroanalytische Methoden, Maßanalysen). Eine überragende Bedeutung kommt in Chemielabors den Sicherheitsmaßnahmen und -einrichtungen zu; LabortechnikerInnen haben daher auch ständig mit der Einhaltung der diesbezüglichen Bestimmungen zu tun. Dazu gehört etwa das konsequente Tragen von Schutzkleidung (z.B. säurefeste Handschuhe, Schutzbrillen), der rasche Einsatz von Lüftungssystemen und Erste-Hilfe-Maßnahmen (Notduschen, Augenduschen usw.) oder der Brand- und Explosionsschutz.

 

Hauptmodul "Chemie"

Das Hauptmodul "Chemie" umfasst alle Kenntnisse und Fertigkeiten, die allgemein in Chemielabors erforderlich sind, also ohne Spezialisierung auf ein besonderes Teilgebiet der Chemie. Ausbildung und Beschäftigung erfolgen in Labors von Universitäten/Fachhochschulen, öffentlichen Einrichtungen (z.B. Lebensmitteluntersuchungsanstalten) und einschlägigen Unternehmen (z.B. Chemieindustrie). Die Aufgabenschwerpunkte liegen hier in der chemischen Forschung und Entwicklung, in der Stoffanalyse und in der Bereitstellung der chemischen Grundlagenergebnisse für Gutachten.

 

Spezialmodul "Laborautomatisation"

Auch in chemischen Labors geht die Tendenz in Richtung einer zunehmenden Automatisierung zahlreicher Untersuchungs- und Testmethoden mittels computergesteuerter Geräte und Apparate. Die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten für die Bedienung und Wartung der automatisierten Laborsysteme werden im Spezialmodul "Laborautomatisation" in einem halben Jahr Zusatzausbildung vermittelt. Zum Lehrstoff gehören ein Überblick über die wichtigsten Formen von Laborautomatisierung (z.B. Messautomatisation, Probenentnahme, Führung des Laborjournals) und die entsprechenden Geräte ("Liquid-Handler", "Pipettier-Assistent", "Probensampler" usw.), die Vorbereitung und Programmierung dieser Systeme, Auswahl und Test der Hardware, die spezielle Vorbereitung der Proben und Stoffen, die Fehlersuche und die Behebung von Fehlern/Störungen, die Optimierung der automatischen Abläufe, die Änderung bzw. Anpassung an geänderte Aufgabenstellungen und noch einiges mehr.

 


Berufsprofil für Grundmodul "Labortechnik" + Hauptmodul "Chemie" gemäß Ausbildungsordnung:

  1. Lesen und Anwenden von technischen Unterlagen wie von Analysevorschriften, Rezepturen, Verfahrensanweisungen, Spezifikationen, Diagrammen, usw. sowie Anfertigen einfacher Versuchsskizzen,
  2. Handhaben, Instandhalten und Instandsetzen der zu verwendenden Laborgeräte, Laborapparate und Laboreinrichtungen sowie Handhaben der in Laboratorien eingesetzten Chemikalien unter Anwendung der Sicherheitsdatenblätter und den daraus abzuleitenden Maßnahmen und Verhaltensweisen,
  3. Durchführen von betriebsspezifischen Probenahmen inklusive Probenvor- und -aufbereitung sowie von Trennverfahren für Flüssig-Feststoffgemische,
  4. Durchführen von Reinigungs- und Aufkonzentrierungsverfahren wie Destillieren, Extrahieren, Verdampfen, Kristallisieren, Ad- und Absorbieren usw.,
  5. Bestimmen von physikalischen Größen und von Stoffkonstanten wie z.B. Temperatur, Dichte, pHWert, Viskosität, Brechzahl, Flammpunkt, Schmelzpunkt und Leitfähigkeit,
  6. Anwenden maßanalytischer und gravimetrischer Methoden,
  7. Anwenden instrumenteller und elektroanalytischer Methoden wie z.B. Fotometrie, Chromatographie, Potentiometrie, Konduktometrie usw.,
  8. Protokollieren und grafisches Auswerten von Arbeitsergebnissen sowie deren Dokumentation auch unter Anwendung der betriebsspezifischen EDV und Methoden der Statistik,
  9. Ausführen der Arbeiten unter Berücksichtigung der einschlägigen Normen, Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltstandards.

LabortechnikerInnen führen in Chemielabors chemische, physikalisch-chemische, biochemische und biotechnologische Untersuchungen und Versuche an verschiedensten Stoffen durch, z.B. an Rohmaterialien, an Zwischen- und Fertigprodukten oder auch an Produktionsabfällen. Dabei untersuchen sie vor allem Beschaffenheit, Zusammensetzung, Reinheit und Verwendbarkeit dieser Stoffe. LabortechnikerInnen benötigen für die Untersuchungen und Versuche eine große Zahl verschiedener Laborgeräte und -apparate, z.B. unterschiedliche Behälter (aus Glas, Kunststoff und Porzellan), Pumpen, Zentrifugen, Brenner, Heizplatten, Manometer (Druckmessgeräte), Waagen, Öfen usw., für deren Reinigung, Instandhaltung und Reparatur sie auch zuständig sind.

LabortechnikerInnen wirken beim Aufbau der Versuchs- und Untersuchungsapparaturen mit, führen die grundlegenden labortechnischen Operationen durch (Wägen, Messen der Volumen, Trocknen, Herstellen von Lösungen usw.), trennen Gemische aus Flüssigkeiten und Feststoffen durch verschiedene Verfahren (Dekantieren, Sedimentieren, Filtrieren, Zentrifugieren und Eindampfen), bestimmen verschiedene physikalische Größen und Stoffkonstanten (Temperatur, Dichte, pH-Wert, Viskosität, Brechzahl, Flammpunkt, Schmelzpunkt, Leitfähigkeit) und wenden verschiedene analytische Methoden an (instrumentelle Methoden wie z.B. Fotometrie, elektroanalytische Methoden, Maßanalysen). Eine überragende Bedeutung kommt in Chemielabors den Sicherheitsmaßnahmen und -einrichtungen zu; LabortechnikerInnen haben daher auch ständig mit der Einhaltung der diesbezüglichen Bestimmungen zu tun. Dazu gehört etwa das konsequente Tragen von Schutzkleidung (z.B. säurefeste Handschuhe, Schutzbrillen), der rasche Einsatz von Lüftungssystemen und Erste-Hilfe-Maßnahmen (Notduschen, Augenduschen usw.) oder der Brand- und Explosionsschutz.

 

Hauptmodul "Chemie"

Das Hauptmodul "Chemie" umfasst alle Kenntnisse und Fertigkeiten, die allgemein in Chemielabors erforderlich sind, also ohne Spezialisierung auf ...

  • Handgeschicklichkeit: Aufbauen und Handhaben der Analyseapparaturen
  • Fingerfertigkeit: genaues Einstellen von Analyse- und Messgeräten, Eingeben von Untersuchungsdaten auf einer Computertastatur
  • Geruchs- und Geschmackssinn: Erkennen von Substanzen am Geruch
  • Sehvermögen: Ablesen der Messgeräte, Bildschirmarbeit, EDV-Analysen
  • mathematisch-rechnerische Fähigkeit: Beurteilen und Auswerten von Untersuchungsergebnissen
  • technisches Verständnis: Bedienen zahlreicher komplizierter Analyse- und Messgeräte
  • Organisationstalent: Planen aller Analyseschritte einer Untersuchung
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Arbeiten im Laborteam
  • Sprachfertigkeit schriftlich: Abfassen von Untersuchungsprotokollen
  • logisch-analytisches Denken: Auswählen geeigneter Untersuchungsverfahren, Analysieren von Materialien anhand von Messergebnissen
  • Innovationsfähigkeit: Verbessern der Analysemethoden, Entwickeln neuer Produkte
  • Reaktionsfähigkeit: Unfallgefahr beim Arbeiten mit giftigen, ätzenden oder explosionsgefährlichen Stoffen
  • Merkfähigkeit: Merken der Eigenschaften zahlreicher chemischer Substanzen, Vergleichen zahlreicher Untersuchungsdaten
  • Selbständigkeit: Auswählen der geeigneten Analysemethoden, Durchführen und Auswerten von Untersuchungsreihen
  • generelle Lernfähigkeit: Aneignen von Kenntnissen über neue Substanzen und neue Analysemethoden

LabortechnikerInnen arbeiten vor allem in Chemielabors von Großbetrieben verschiedener Wirtschaftsbranchen (v.a. Chemieindustrie, Pharmazeutische Industrie, Lebensmittel- und Getränkeindustrie), aber auch in den Labors von Forschungsinstituten, Universitäten/Fachhochschulen, Prüf- und Untersuchungseinrichtungen sowie in medizinischen Labors.

Die Berufsaussichten sind gut, da ein ständiger Bedarf an LabortechnikerInnen da ist und künftig noch zunehmen dürfte, da die Bedeutung der Laborarbeit in manchen Bereichen noch wachsen könnte, z.B. im Umweltschutz (Abfall- und Abwasser-Analysen, Gewässer- und Bodenanalysen) oder in der Forschung/Entwicklung (z.B. Entwicklung umweltfreundlicher Grundstoffe als Alternative zu Problemstoffen).

Frauen und Männern sind in diesem Beruf gleich häufig vertreten.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ChemielabortechnikerIn", dem der Beruf "LabortechnikerIn - Hauptmodul Chemie" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
In folgenden Bundesländern befinden sich Berufsschulen für den Lehrberuf:
Quelle: Berufsschulverzeichnis des BMB (Bundesministerium für Bildung)

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

LabortechnikerIn - Hauptmodul Chemie
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Chemisches Gewerbe (Arbeiter) 01.01.2018
Chemische, Kunststoff verarbeitende und pharmazeutische Industrie (Arbeiter) 01.05.2017
Umweltbundesamt (Angestellte) 01.01.2018
Universitäten (Angestellte+Arbeiter) 01.01.2018
Gemeinde WIEN (gemäß Dienstvorschrift für Lehrlinge); die angeführten Werte enthalten die monatliche Pauschalabgeltung für Nebengebühren (Gemeindebedienstete) 01.05.2017
LabortechnikerIn - Hauptmodul Chemie (inkl. Doppellehren)
ACHTUNG: In den angeführten Werten sind die Lehrlingszahlen des Vorläufer-Lehrberufs "ChemielabortechnikerIn" enthalten!

Anz./Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
männlich 299 316 295 303 281 296 299 302 298 265
weiblich 255 280 289 296 280 273 285 309 291 296
gesamt 554 596 584 599 561 569 584 611 589 561
Frauenanteil 46,0% 47,0% 49,5% 49,4% 49,9% 48,0% 48,8% 50,6% 49,4% 52,8%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich

Folgende berufsbildende Schulen bieten teilweise eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

Normalformen (für 14-Jährige):

Sonderformen (für Erwachsene), die auch als Weiterbildung für LehrabsolventInnen geeignet sind:

Die Aufstiegs-Möglichkeiten in diesem Beruf sind recht gut: In den Labors großer Betriebe können LabortechnikerInnen zu HauptlaborantInnen, LaborassistentInnen oder OberlaborantInnen aufsteigen.

Die Möglichkeit einer selbständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für LabortechnikerInnen im Gewerbe "Chemische Laboratorien".

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Chemie (Folder)
Reihe: Jobchancen Lehre
Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Chemie und Kunststoff, Seite 52
Schule oder Lehre? 2 Wege zum Wunschberuf (Broschüre)
Reihe: Berufswahl
Fundstelle: Chemie, Physik, Labor, Seite 32
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