Tourismuskaufmann/-frau

Berufsbereiche: Büro, Marketing, Finanz, Recht, Sicherheit / Tourismus, Gastgewerbe, Freizeit
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.650,- bis € 1.800,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Tourismuskaufleute können in den unterschiedlichsten Bereichen der Tourismus- und Freizeitwirtschaft tätig sein. Somit steht ihnen ein breites und vielfältiges Betätigungsfeld offen, z.B. in den Bereichen Organisation, Marketing und Management. Häufig sind sie für die Organisation von Reisen und für die Beratung von KundInnen zuständig.

Im Hotel- und Gastgewerbe sind Tourismuskaufleute in der Verwaltung eines Beherbergungsbetriebes oder Restaurants tätig. Sie kalkulieren die Preise für Übernachtungen sowie für Speisen und Getränke, führen Bestellungen durch und beaufsichtigen die Tätigkeiten des Personals. In Tourismusbüros und -verbänden arbeiten sie an der Optimierung des touristischen Angebotes einer Region mit. Sie erstellen Werbekonzepte und entwickeln Marketingstrategien, um das Interesse in- und ausländischer TouristInnen für ein Gebiet oder einen Ort zu wecken.

In Reisebüros und bei Reiseveranstaltern übernehmen sie die Beratung über Reiseziele und Zusatzprodukte sowie die Zusammenstellung, Buchung und Abwicklung von Individual- und Pauschalreisen für ihre KundInnen. Im Kur- und Kongresswesen organisieren Tourismuskaufleute Kongresse, Tagungen, Messen und Ausstellungen. Dabei mieten sie die geeigneten Räumlichkeiten, reservieren Unterkünfte für die Teilnehmenden und betreuen die Gäste während der Veranstaltungen.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Reiseangebote erstellen
  • Reiserouten planen
  • Unterkünfte buchen
  • Preise kalkulieren
  • Schriftverkehr erledigen
  • Prospekte und Plakate entwerfen
  • Pressemitteilungen verfassen
  • Urlaubs- und Reisegewohnheiten erforschen
  • Auftragsabwicklung organisieren und verwalten
Siehe auch:
  • Bereitschaft, am Wochenende zu arbeiten
  • EDV-Anwendungskenntnisse
  • Englischkenntnisse
  • Freude am Kontakt mit Menschen
  • Interesse für Tourismus
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Organisationstalent
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Sinn für Zahlen
  • Überzeugungsfähigkeit

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B. folgende Unternehmen und Branchen:

  • Reisebüros
  • Reiseveranstalter
  • Tourismusverbände
  • Hotels
  • Gastgewerbe, z.B. Restaurants
  • Event- und Kongressveranstalter
  • Kur- und Rehabilitationseinrichtungen

Die Tourismus- und Freizeitbranche zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Österreichs. Die Corona-Krise hat diese Branche allerdings stark getroffen. Ein verfrühtes Ende der Wintersaison, Reisebeschränkungen sowie die Schließung von Gaststätten und Nächtigungsbetrieben über viele Wochen hinweg haben viele Betriebe vor existenzielle Probleme gestellt.

Als Folge dieser Entwicklungen mussten viele Betriebe MitarbeiterInnen kündigen oder in Kurzarbeit schicken. Trotz der Öffnung vieler Grenzen zu europäischen Ländern und des bestehenden Wunsches der Menschen nach Ausflügen und Urlaubsreisen sind viele Gäste aufgrund der latenten Gefahr gesundheitlicher Folgen verunsichert. Hinzu kommt die Absage von Geschäftsreisen, Kongressen, Events und Kulturveranstaltungen. Die Berufsaussichten sind derzeit noch nicht abschätzbar, jedoch werden in diesen Branchen noch für längere Zeit schwierige Arbeitsmarktbedingungen erwartet.

Viele Reisen werden heute über Online-Portale gebucht, jedoch wird das Beratungsangebot von Reisebüros weiterhin genutzt, da diese Unterstützung und Sicherheit bei Buchungen bieten. Die Nachfrage nach individuell maßgeschneiderten Reisen nimmt zu. Tourismuskaufleute müssen dieses Bedürfnis bei der Erstellung von Marketingkonzepten im Tourismusbereich zunehmend berücksichtigen und über entsprechendes Know-how in der Vermarktung über Online-Kanäle verfügen. Zusätzliche Fremdsprachenkenntnisse, ein gutes Gespür für Reisetrends sowie die Bereitschaft, im Ausland zu arbeiten, können die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "TourismusmanagerIn", dem der Beruf "Tourismuskaufmann/-frau" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Eine gute Basis für diesen Beruf bilden wirtschaftliche und kaufmännische Ausbildungen an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, insbesondere Tourismusschulen. Viele schulische Ausbildungen im Bereich Tourismus beinhalten neben der Allgemeinbildung oftmals das Erlernen von mehreren Fremdsprachen sowie Qualifikationen in den Bereichen Reisemanagement, Tourismusmarketing und Kundenmanagement. Zudem werden im Rahmen von Pflichtpraktika erste berufliche Erfahrungen gesammelt.

Eine weitere Zugangsmöglichkeit sind Lehrausbildungen, z.B. im Bereich Hotel- und Gastgewerbe.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten für AbsolventInnen von Fachschulen bieten beispielsweise Aufbaulehrgänge, die zur Matura führen, sowie eine Studienberechtigungsprüfung oder die Berufsreifeprüfung. Diese ermöglichen den Zugang zu Kollegs und Universitäten, z.B. im Bereich Tourismusmanagement. Auch einschlägige Fachhochschul-Studiengänge bieten für berufserfahrene FachschulabsolventInnen sowie für BHS-AbsolventInnen eine Weiterbildungsperspektive.

Große Reiseveranstalter und Reisebüros bieten oftmals innerbetriebliche Weiterbildungskurse an. Weiters bietet die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) Aus- und Weiterbildungen im Tourismusbereich an.

Zudem können Weiterbildungen auch bei Erwachsenenbildungseinrichtungen wie BFI und WIFI sowie bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten absolviert werden, z.B. für folgende Bereiche:

  • Kultur- und Veranstaltungsmanagement
  • Freizeitwirtschaft
  • Eventmarketing
  • Online-Marketing
  • Unternehmensführung
  • Hotelmanagement
  • Gesundheitstourismus
  • Eventkommunikation
  • Betriebswirtschaft

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen in Managementfunktionen, z.B. im Event- und Veranstaltungsmanagement, sowie in leitenden Funktionen wie PersonalleiterIn, RestaurantleiterIn oder HotelmanagerIn.

Eine selbstständige Berufsausübung ist z.B. im Rahmen der reglementierten Gewerbe "FremdenführerIn" und "Gastgewerbe" sowie der freien Gewerbe "Reisebetreuung", "Vermittlung von Privatzimmern an Reisende zu vorübergehendem Aufenthalt", "Organisation von Veranstaltungen, Märkten und Messen (Eventmanagement)" oder "Handelsgewerbe" möglich.

Für reglementierte Gewerbe muss bei der Gewerbeanmeldung der jeweils vorgeschriebene Befähigungsnachweis, z.B. in Form einer Befähigungsprüfung, eines bestimmten Schul- oder Studienabschlusses oder einer fachlichen Tätigkeit, erbracht werden. Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich die Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen zur Anmeldung eines Gewerbes.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Liste der reglementierten Gewerbe (BMDW) und der Liste der freien Gewerbe (BMDW).

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