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LebensmitteltechnikerIn

Berufsbereiche: Lebensmittel
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

LebensmitteltechnikerInnen bedienen und überwachen die Anlagen und Maschinen der Lebensmittelverarbeitung und Lebensmittelherstellung (Produktionsanlagen, Abfüllanlagen und Verpackungsanlagen, sonstige Geräte und Apparate) und sorgen für ihre fachgerechte Reinigung, Wartung und Instandhaltung. Zu ihren Hauptaufgaben gehören das Rüsten und das An- und Ausfahren der Anlagen sowie das ständige Überwachen und Sicherstellen der Produktqualität und das Durchführen von Maßnahmen zur Qualitätssicherung. LebensmitteltechnikerInnen sind aber auch für die Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffe zuständig (Beurteilung, Auswahl, Vorbereitung, Aufbereitung und Lagerung). Bei allen Arbeiten müssen sie auf die Einhaltung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften, Hygienevorschriften, Normen und Umweltstandards achten. Eine wichtige Aufgabe ist schließlich auch das Erfassen und Dokumentieren von technischen Daten über den Arbeitsablauf und die Arbeitsergebnisse.

 

Berufsprofil (Quelle: Ausbildungsordnung - BGBl.II.Nr.103/2008):

  1. Verarbeiten und Herstellen von Lebensmitteln unter Anwendung von Vorschriften,
  2. Rüsten, An- und Ausfahren, Bedienen und Überwachen von Geräten, Apparaten, Produktionsanlagen, Abfüllanlagen und Verpackungsanlagen der Lebensmittelverarbeitung und -herstellung,
  3. Überwachen und Sicherstellen der Produktqualität sowie Durchführen von Maßnahmen zur Qualitätssicherung,
  4. Beurteilen, Auswählen, Vorbereiten, Aufbereiten und Lagern von Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffen,
  5. Warten von Geräten, Maschinen und Anlagen sowie Durchführen einfacher Instandhaltungsarbeiten,
  6. Durchführen von berufsspezifischen Berechnungen,
  7. Erfassen und Dokumentieren von technischen Daten über den Arbeitsablauf und die Arbeitsergebnisse,
  8. Ausführen von Arbeiten unter Berücksichtigung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften, Hygienevorschriften, Normen und Umweltstandards.
Foto LebensmitteltechnikerIn
© AMS / Das Medienstudio
Foto LebensmitteltechnikerIn
© AMS / Das Medienstudio
Foto LebensmitteltechnikerIn
© AMS / Das Medienstudio
  • Fingerfertigkeit: genaues Einstellen von Analyse- und Messgeräten, Eingeben von Untersuchungsdaten auf einer Computertastatur;
  • Sehvermögen: Ablesen der Ergebnisse von Analyse- und Messgeräten, Bildschirmarbeit;
  • mathematisch-rechnerische Fähigkeit: Beurteilen und Auswerten von Untersuchungsergebnissen;
  • technisches Verständnis: Bedienen von Analyse- und Messgeräten;
  • Organisationstalent: Planen der Produktionsabläufe;
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Arbeiten im Team und mit anderen SpezialistInnen;
  • Sprachfertigkeit schriftlich: Dokumentation der Untersuchungsergebnisse, Verfassen von Gutachten;
  • logisch-analytisches Denken: Lebensmittelproben untersuchen und analysieren, neue Lebensmittelprodukte testen;
  • Innovationsfähigkeit: Entwickeln neuer Lebensmittelprodukte;
  • Merkfähigkeit: ernährungswissenschaftliche Eigenschaften der Rohstoffe kennen, Vergleichen von Untersuchungsdaten;
  • Selbstständigkeit: Durchführen von Qualitätskontrollen.

Betriebe/Lehrbetriebe: LebensmitteltechnikerInnen arbeiten in Gewerbe- und Industriebetrieben der Lebensmittelbranche. Gewerbliche Unternehmen gibt es z.B. in den Bereichen Feinkost, Fisch oder Teigwarenerzeugung. Industriebetriebe sind z.B. in folgenden Bereichen der Lebensmittelproduktion zu finden: Backwaren- und Backmittelindustrie, Feinkostindustrie, Fleischwarenindustrie, Fruchtsaftindustrie, Geflügelindustrie, Gewürzindustrie, Kaffeemittelindustrie, Obst- und Gemüseveredelungsindustrie, Tiefkühl- und Speiseeisindustrie, Speiseöl- und -fettindustrie, Stärkeindustrie, Suppenindustrie, Süßwarenindustrie, Teigwarenindustrie, Zuckerindustrie.

Lehrstellensituation: Nach der Einführung des Lehrberufs im Jahr 2008 ist die Zahl der Lehrlinge stetig auf insgesamt über 100 Lehrlinge pro Jahr angewachsen, in den letzten Jahren aber wieder leicht gefallen. LebensmitteltechnikerIn ist der zahlenmäßig bedeutendste Lehrberuf der Lebensmittelindustrie.

Unterschiede nach Geschlecht: In den letzten Jahren hat der Anteil an weiblichen Lehrlingen zugenommen. Etwa 4 von 10 Lehrlingen sind weiblich. In der Lebensmittelindustrie insgesamt sind mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen beschäftigt.

Berufsaussichten: Die Lebensmittelindustrie zählt zu den größten Industriesektoren Österreichs. Neben dem heimischen Markt - der wichtigste Abnehmer ist der Einzelhandel - sind Exporte ein besonders wichtiger Faktor. Das Exportvolumen der österreichischen Lebensmittelindustrie ist auf mehr als 6 Milliarden Euro angestiegen.

Beschäftigungsaussichten: LebensmitteltechnikerInnen können nach der abgeschlossenen Lehre mit guten Beschäftigungsaussichten rechnen. Die Nachfrage nach Fachkräften ist leicht steigend.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Lebensmittel- und GärungstechnikerIn", dem der Beruf "LebensmitteltechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

LebensmitteltechnikerIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Feinkost- und Fischgewerbe - Erzeugung von Fischmarinaden, Fischkonserven, Gabelbissen und Sandwiches und sonstige Arten der Feinkosterzeugung (gilt in allen Bundesländern außer BURGENLAND und VORARLBERG) (Arbeiter) 01.05.2018
Teigwarenerzeugergewerbe (gilt für alle Bundesländer außer TIROL) (Arbeiter) 01.01.2018
Back- und Puddingpulverindustrie, Eduard Haas Austria GesmbH und PEZ International AG (Arbeiter) 01.07.2018
Feinkostindustrie der Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Wien (Arbeiter) 01.05.2018
Firma Kellys GesmbH und Firma Snack u. Back (Feldbach) (Arbeiter) 01.01.2018
Firma STAMAG - Stadlauer Malzfabrik GesmbH (Werke Wien und Graz) (Arbeiter) 01.11.2017
Fleischwarenindustrie (Arbeiter) 01.07.2018
Fruchtsaftindustrie (Arbeiter) 01.02.2018
Futtermittelindustrie (Arbeiter) 01.09.2017
Geflügelindustrie (Arbeiter) 01.03.2018
Gewürzindustrie (Arbeiter) 01.02.2018
Großbäcker (Arbeiter) 01.10.2017
Kaffeemittelindustrie (Arbeiter) 01.05.2018
Obst-, Gemüseveredelungs- und Tiefkühlindustrie (Arbeiter) 01.12.2017
Speiseöl- und Fettindustrie (Arbeiter) 01.05.2018
Spiritus- und Hefeindustrie - Firmen Lallemand GmbH (Werk Wien) und Hagold Hefe GmbH (Werk Wien) (Arbeiter) 01.02.2018
Stärkeindustrie - Agrana Stärke GmbH (Werke Gmünd und Aschach) und Agrana Bioethanol GmbH (Werk Pischelsdorf) (Arbeiter) 01.04.2018
Suppenindustrie (Kärnten und Oberösterreich) (Arbeiter) 01.12.2017
Süßwarenindustrie (Arbeiter) 01.01.2018
Teigwarenindustrie (Arbeiter) 01.01.2018
Zuckerindustrie (Arbeiter) 01.09.2017
LebensmitteltechnikerIn (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
männlich 18 43 67 80 98 102 92 93 84 68
weiblich 3 10 16 23 38 50 53 65 53 58
gesamt 21 53 83 103 136 152 145 158 137 126
Frauenanteil 14,3% 18,9% 19,3% 22,3% 27,9% 32,9% 36,6% 41,1% 38,7% 46,0%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich

Folgende berufsbildende Schulen bieten teilweise eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

- Höhere Lehranstalt für Lebensmitteltechnologie (Ausbildungszweige: Fleischwirtschaft; Getreidewirtschaft und Biotechnologie; Lebensmittelhygiene) in Hollabrunn/NÖ;

- Höhere Lehranstalt für Lebensmittel- und Biotechnologie (Wieselburg/NÖ).


Weiters kommen folgende Schulen in Frage:
- Landwirtschaftliche Schulen (Fachschulen und Höhere Schulen) mit ernährungswirtschaftlichen Zweigen;

- Schulen für wirtschaftliche Berufe (Fachschulen und Höhere Schulen) mit ernährungswirtschaftlichen Zweigen.

Eine weiterführende Bildungsmöglichkeit zur Erreichung eines höheren Bildungsabschlusses bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs ist vor allem die Werkmeisterschule für Berufstätige mit der Fachrichtung "Bio- und Lebensmitteltechnologie" (Dauer: 2 Jahre, Abendunterricht; Standorte: Dornbirn/Vlbg., Wien 17 und Wien 18).

Aufstiegsmöglichkeiten:

Aufstiegsmöglichkeiten für LebensmitteltechnikerInnen bestehen vor allem in großen Industriebetrieben. Hier können sie zu VorarbeiterInnen, AbteilungsleiterInnen, ProduktionsleiterInnen und MeisterInnen aufsteigen.

Selbstständige Berufsausübung:

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für LebensmitteltechnikerInnen in folgenden freien Gewerben:

  • Erzeugung von Lebensmitteln mit Ausnahme der reglementierten Nahrungsmittelerzeugung
  • Erzeugung von Nahrungsergänzungsmitteln
  • Erzeugung von Speise-Eis

Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde.

Weitere freie Gewerbe finden Sie hier: https://www.bmdw.gv.at/Unternehmen/Gewerbe/Documents/Bundeseinheitliche_Liste_der_freien_Gewerbe.pdf

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Lebens- und Genussmittel, Seite 100
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