Start | MetalltechnikerIn - Hauptmodul Werkzeugbautechnik

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnung(en): FormenbauerIn, PräzisionswerkzeugschleiftechnikerIn, WerkzeugbautechnikerIn, WerkzeugmacherIn.

Der Lehrberuf "MetalltechnikerIn - Hauptmodul Werkzeugbautechnik" gehört zum MODUL-Lehrberuf "MetalltechnikerIn", der insgesamt 9 Hauptmodule und 4 Spezialmodule hat:

HAUPTMODULE:

SPEZIALMODULE:

  • Automatisierungstechnik
  • Digitale Fertigungstechnik
  • Konstruktionstechnik
  • Prozess- und Projektmanagement

Das Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" kann mit einem der folgenden Haupt- und Spezialmodule des MODUL-Lehrberufs "MetalltechnikerIn" kombiniert werden (Lehrzeitverlängerung auf 4 Jahre):

  • Hauptmodul Zerspanungstechnik
  • Spezialmodul Automatisierungstechnik
  • Spezialmodul Digitale Fertigungstechnik
  • Spezialmodul Konstruktionstechnik
  • Spezialmodul Prozess- und Projektmanagement

Das Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" kann auch mit folgendem Spezialmodul des MODUL-Lehrberufs "MechatronikerIn" (siehe MechatronikerIn - Hauptmodul Automatisierungstechnik (Lehre) und MechatronikerIn - Hauptmodul Fertigungstechnik (Lehre)) kombiniert werden (Lehrzeitverlängerung auf 4 Jahre):

  • Spezialmodul Additive Fertigung (Additive Manufacturing AM)

Tätigkeitsmerkmale

Metall (Eisen, Aluminium, Kupfer usw.) gehört zu den wichtigsten Werkstoffen in den meisten Bereichen der Technik. Hauptanwendungsgebiete sind z.B. der Maschinen- und Anlagenbau, der Fahrzeugbau, der Schiffsbau, der Brückenbau und der Werkzeugbau. Metalle werden auf unterschiedlichste Weise bearbeitet und zu Werkstücken geformt. Die Bearbeitungstechniken werden eingeteilt in spanabhebende Verfahren wie Bohren, Drehen, Fräsen, Schleifen, Sägen, Gravieren und nicht spanabhebende Verfahren wie Schmieden, Biegen, Walzen, Ziehen, Prägen, Gießen sowie in verbindende Verfahren wie Schweißen, Löten, Kleben usw. Dementsprechend vielfältig sind auch die Berufsmöglichkeiten in der Metallbe- und -verarbeitung.

Hauptmodul "Werkzeugbautechnik"

MetalltechnikerInnen mit dem Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" stellen Maschinenwerkzeuge und Baugruppen der Stanz-, Form- und Spritzgusstechnik her, z.B. Schneide-, Stanz-, Biege- oder Umformwerkzeuge für Werkzeug- und Produktionsmaschinen sowie Druckguss- und Spritzgussformen für Maschinen zur Herstellung von Kunststoffprodukten, aber auch feinmechanische Messgeräte für die Werkzeugbearbeitung.

MetalltechnikerInnen mit dem Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" arbeiten mit Werkzeugmaschinen. Das sind programmierbare Maschinen (CNC-Maschinen), in die die genauen Maße der Werkstücke und die Bearbeitungsschritte eingegeben werden können und die dann automatisch die Werkstücke mit verschiedenen Bearbeitungstechniken bearbeiten. Beispiele für Bearbeitungstechniken sind Bohren, Sägen, Drehen, Fräsen, Schleifen oder Erodieren. Weitere Aufgaben sind das Zusammenbauen, Einstellen, Inbetriebnehmen und Prüfen sowie das Warten, Instandhalten und Reparieren der Werkzeuge und Baugruppen.

Spezialmodul "Automatisierungstechnik"

Zur Automatisierungstechnik zählen messtechnische Einrichtungen, Bauteile und Baugruppen der Steuerungs- und Regelungstechnik sowie Bauteile und Baugruppen der Pneumatik und Hydraulik für Maschinen und Anlagen. MetalltechnikerInnen mit dieser Zusatzausbildung sind für die Errichtung, Inbetriebnahme und Prüfung sowie für die Instandhaltung, Wartung und Reparatur automatisierungstechnischer Vorrichtungen zuständig, ebenso für die Programmierung und Parametrierung von speicherprogrammierbaren Steuerungen an Maschinen und Anlagen. Es sind automatisierte Systeme zu errichten, zu konfigurieren, in Betrieb zu nehmen, zu prüfen und in Stand zu halten (Wartung, Reparatur, Verbesserung). Wichtige Ausbildungsinhalte sind weiters das Laden und Speichern von Programmen zur Steuerung von Robotern oder Cobots (Abkürzung von "kollaborativer Roboter", das ist ein Industrieroboter, der mit den Fachkräften gemeinsam arbeitet) und die Erstellung einfacher Programmen. Die Arbeit mit den Robotern oder Cobots wird durch einfache Positionier-, Hebe- oder Greifarbeiten erlernt und geübt.

Spezialmodul "Digitale Fertigungstechnik"

In der digitalen Fertigungstechnik geht es um die Erstellung und den Einsatz von Programmen zur Steuerung von Robotern oder Cobots (Abkürzung von "kollaborativer Roboter", das ist ein Industrieroboter, der mit den Fachkräften gemeinsam arbeitet). Im Umfeld der digitalen Fertigung besteht eine spezielle Softwaresystemlandschaft (Programme, Steuerungen usw.), die man gut kennen muss, um daraus entsprechende Software oder andere digitale Anwendungen auswählen und verwenden zu können. Bei der Zusammenstellung bzw. Erstellung solcher Programmabläufe ist es erforderlich, laufend Tests durchzuführen; diese erfolgen in Form von Bearbeitungssimulationen (probehalber Einsatz des Programms) für den gesamten Ablauf eines endgültigen Programms. Ein wichtiger Punkt ist auch die Zusammenarbeit mit den Robotern oder Cobots, die erst erlernt und geübt werden muss, indem Positionier- oder Greifarbeiten mit ihnen durchgeführt werden.

Spezialmodul "Konstruktionstechnik"

Die Konstruktionstechnik umfasst alle Arten des computergestützten Zeichnens und Konstruierens, z.B. mit Hilfe von CAD (Computer Aided Design) oder CAM (Computer Aided Manufacturing) sowie die Durchführung einschlägiger Berechnungen und die Erstellung von technischen Unterlagen wie Stücklisten, Dokumentationen, Prüf-, Steuer- und Einstellplänen. MetalltechnikerInnen mit dieser Spezialausbildung konstruieren und zeichnen z.B. Bauteile, Baugruppen, Vorrichtungen, Maschinen, Anlagen und Komponenten.

Spezialmodul "Prozess- und Projektmanagement"

Im Prozess- und Projektmanagement geht es um die Umsetzung betrieblicher Produktionsmanagementsysteme (z.B. Produktionsplanung, Mengenplanung, Termin- und Kapazitätsplanung, Fertigungssteuerung, Betriebsdatenerfassung, Betriebsdatenbewertung). Dabei sollen die Produktionsprozesse und -ergebnisse bewertet und kontinuierlich verbessert werden. Methoden dazu sind das Erfassen, Auswerten und Beurteilen von Prozess- und Qualitätsdaten sowie das fallweise Einleiten von Korrekturmaßnahmen. Voraussetzung ist, dass alle Fertigungs- und Prozessschritte laufend am Computer dokumentiert werden.

Spezialmodul „Additive Fertigung (Additive Manufacturing AM)" (=Spezialmodul des Lehrberufs "MechatronikerIn")

Bei der „Additiven Fertigung“ (auch bekannt als „3D-Druck“) entsteht das (dreidimensionale) Werkstück, indem Schicht für Schicht Material (vor allem Kunststoffe) aufgetragen wird (Schichtbauprinzip). 3D-Drucker werden hauptsächlich in der Industrie, im Modellbau und in der Forschung eingesetzt (Fertigung von Modellen, Mustern, Prototypen uä.). Die Ausbildung in diesem Spezialmodul vermittelt Kenntnisse in der Vorbereitung des additiven Fertigungsprozesses, in der Bedienung der betriebsspezifischen Maschinen und Anlagen zur Additiven Fertigung, in der Durchführung und Überwachung des Fertigungsprozesses sowie in der Prüfung und Nachbearbeitung additiv gefertigter Bauteile (z.B. Entfernen der Stützkonstruktionen, Oberflächenbehandlung, Wärmebehandlung, mechanische Bearbeitung).

 

BERUFSPROFILE:

Berufsprofil für das Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" gemäß Ausbildungsordnung 2022:

Die Fachkraft kann ...

  1. technische Unterlagen, Skizzen, fertigungsgerechte Zeichnungen oder 3D-Modelle lesen, daraus benötigte Informationen entnehmen, etwaige Mängel erkennen und beschreiben sowie Skizzen und fertigungsgerechte Zeichnungen oder 3D-Modelle unter Berücksichtigung von Normvorgaben erstellen,
  2. Prüf- und Messmittel auftragsbezogen auswählen, anwenden und ermittelte Ergebnisse auf Plausibilität prüfen sowie etwaige Fehlerquellen identifizieren,
  3. die persönliche Schutzausrüstung verwenden sowie die Sicherheit von Handwerkzeugen, handgeführten Maschinen und Maschinen durch Sichtkontrollen feststellen,
  4. Füge- und Trenntechniken (Schrauben, Kleben, Pressen, Schweißen, Drehen, Fräsen, Bohren, Schneiden, Sägen, Stanzen, Polieren) mit geeigneten Werkzeugen, Geräten, Maschinen und computerunterstützten Werkzeugmaschinen ausführen,
  5. Umformtechniken (Biegen, Pressen, Richten) und Urformtechniken (einfache additive Verfahren) mit geeigneten Handwerkzeugen und Maschinen ausführen,
  6. für die Bedienung der computerunterstützten Werkzeugmaschinen Programme erstellen und bestehende Programme ausbessern bzw. an neue Anforderungen anpassen,
  7. Bauteile und Baugruppen der Stanz-, Form- oder Gusstechnik mit unterschiedlichen Fertigungsverfahren auftragsbezogen herstellen,
  8. Werkzeuge und Baugruppen der Stanz-, Form- oder Gusstechnik auch unter Verwendung von Maschinenelementen zusammenbauen, einstellen, in Betrieb nehmen, prüfen und aufgetreten Mängel beseitigen,
  9. mechanische Mängel an Werkzeugen und Baugruppen der Stanz-, Form- oder Gusstechnik finden, beheben und Vorschläge zur künftigen Vermeidung machen,
  10. Werkzeuge und Baugruppen der Stanz-, Form- oder Gusstechnik in Stand halten (warten, inspizieren, in Stand setzen, verbessern) sowie eventuelle Störungen frühzeitig erkennen,
  11. im Rahmen des Qualitätsmanagements, Arbeiten wie z.B. Funktions- oder Mängelkontrollen durchführen und in Absprache Korrekturmaßnahmen einleiten,
  12. bei allen Arbeiten die jeweiligen relevanten Vorschriften und gesetzlichen Bestimmungen berücksichtigen.

Berufsprofil für das Spezialmodul "Automatisierungstechnik" gemäß Ausbildungsordnung 2022:

Die Fachkraft kann ...

  1. Sensoren und Aktoren auswählen, montieren, installieren und in Stand halten (warten, inspizieren, in Stand setzen und verbessern),
  2. elektrohydraulische oder elektropneumatische Systeme anhand von Plänen montieren, installieren und in Stand halten (warten, inspizieren, in Stand setzen und verbessern),
  3. speicherprogrammierbare Steuerungen parametrieren und programmieren,
  4. automatisierte Systeme errichten, konfigurieren, in Betrieb nehmen, prüfen und in Stand halten (warten, inspizieren, in Stand setzen und verbessern),
  5. Programme zur Steuerung von Robotern oder Cobots speichern und laden sowie einfache Programme selbst erstellen,
  6. einfache Positionier-, Hebe- oder Greifarbeiten mit Robotern oder Cobots durchführen.

Berufsprofil für das Spezialmodul "Digitale Fertigungstechnik" gemäß Ausbildungsordnung 2022:

Die Fachkraft kann ...

  1. sich in der Softwaresystemlandschaft im Umfeld der digitalen Fertigung zurechtfinden und entsprechende Software oder andere digitale Anwendungen auswählen und verwenden,
  2. Bearbeitungssimulationen für den gesamten Ablauf eines endgültigen Programms (z.B. anhand der Postprozessorausgabe) ausführen,
  3. Programme zur Steuerung von Robotern oder Cobots speichern und laden sowie einfache Programme selbst erstellen,
  4. einfache Positionier- oder Greifarbeiten mit Robotern oder Cobots durchführen

Berufsprofil für das Spezialmodul "Konstruktionstechnik" gemäß Ausbildungsordnung 2022:

Die Fachkraft kann ...

  1. Bauteile, Baugruppen, Vorrichtungen, Maschinen, Anlagen oder Komponenten unter Anwendung unterschiedlicher innerbetriebliche Konstruktions-Software (CAD) oder andere digitale Tools zeichnen und konstruieren oder Simulationen erstellen,
  2. Lösungsvarianten unter funktionalen Kriterien entwickeln, darstellen und vergleichen,
  3. begleitende technische Unterlagen (z.B. Stücklisten, Dokumentationen, Prüfpläne) mit Textverarbeitungs- oder Tabellenkalkulationsprogrammen erstellen,
  4. konstruktionsbegleitende technische Berechnungen (z.B. Festigkeit, Drehmoment, Reibung, einwirkende Belastungen) mit geeigneter Software oder Simulationen durchführen,
  5. konstruktionsbegleitende betriebswirtschaftliche Programme anwenden,
  6. Arbeitsergebnisse (z.B. Lösungsvarianten) unter Anwendung von Präsentationshilfen (Präsentationsprogramme) präsentieren.

Berufsprofil für das Spezialmodul "Prozess- und Projektmanagement" gemäß Ausbildungsordnung 2022:

Die Fachkraft kann ...

  1. bei der Umsetzung des Produktionsmanagements mitwirken (z.B. Produktionsplanung, Mengenplanung, Termin- und Kapazitätsplanung, Fertigungssteuerung, Betriebsdatenerfassung, Betriebsdatenbewertung),
  2. Fertigungsverfahren hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile beurteilen und mittels Produktionsversuchen auswählen,
  3. die Möglichkeiten des Einsatzes weitergehender Automatisierungstechnik im Hinblick auf Effizienzsteigerung vorschlagen,
  4. für ihm übertragene Projekte oder Teilprojekte (z.B. bei Produktionsversuchen, Produktionsproblemen, Neuinvestitionen) nach Vorgaben des Projektmanagements Projektpläne erstellen,
  5. Besprechungen moderieren und Arbeitsergebnisse unter Anwendung von Präsentationshilfen (Präsentationsprogramme) präsentieren.

Berufsprofil für das Spezialmodul „Additive Fertigung (Additive Manufacturing AM)" (=Spezialmodul des Lehrberufs "MechatronikerIn"):

Im Spezialmodul Additive Fertigung (Additive Manufacturing AM) ausgebildete Lehrlinge sind nach der Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule in der Lage, folgende Tätigkeiten auszuführen:

  1. Erstellen und Optimieren von Stützkonstruktionen bei Bauteilen und Fertigungsprozessen auch unter Anwendung betriebsspezifischer Software,
  2. Vorbereiten der Fertigungsprozesse sowie Bedienen der betriebsspezifischen Maschinen und Anlagen zur Additiven Fertigung unter Beachtung der Schutzmaßnahmen und Sicherheitsregeln,
  3. Durchführen und Überwachen des Fertigungsprozesses,
  4. Nachbearbeiten additiv gefertigter Bauteile (z.B. Entfernen der Stützkonstruktionen, Oberflächenbehandlung, Wärmebehandlung, mechanische Bearbeitung) sowie Prüfen der Bauteile.
Siehe auch:

Metall (Eisen, Aluminium, Kupfer usw.) gehört zu den wichtigsten Werkstoffen in den meisten Bereichen der Technik. Hauptanwendungsgebiete sind z.B. der Maschinen- und Anlagenbau, der Fahrzeugbau, der Schiffsbau, der Brückenbau und der Werkzeugbau. Metalle werden auf unterschiedlichste Weise bearbeitet und zu Werkstücken geformt. Die Bearbeitungstechniken werden eingeteilt in spanabhebende Verfahren wie Bohren, Drehen, Fräsen, Schleifen, Sägen, Gravieren und nicht spanabhebende Verfahren wie Schmieden, Biegen, Walzen, Ziehen, Prägen, Gießen sowie in verbindende Verfahren wie Schweißen, Löten, Kleben usw. Dementsprechend vielfältig sind auch die Berufsmöglichkeiten in der Metallbe- und -verarbeitung.

Hauptmodul "Werkzeugbautechnik"

MetalltechnikerInnen mit dem Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" stellen Maschinenwerkzeuge und Baugruppen der Stanz-, Form- und Spritzgusstechnik her, z.B. Schneide-, Stanz-, Biege- oder Umformwerkzeuge für Werkzeug- und Produktionsmaschinen sowie Druckguss- und Spritzgussformen für Maschinen zur Herstellung von Kunststoffprodukten, aber auch feinmechanische Messgeräte für die Werkzeugbearbeitung.

MetalltechnikerInnen mit dem Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" arbeiten mit Werkzeugmaschinen. Das sind programmierbare Maschinen (CNC-Maschinen), in die die genauen Maße der Werkstücke und die Bearbeitungsschritte eingegeben werden können und die dann automatisch die Werkstücke mit verschiedenen Bearbeitungstechniken bearbeiten. Beispiele für Bearbeitungstechniken sind Bohren, Sägen, Drehen, Fräsen, Schleifen oder Erodieren. Weitere Aufgaben sind das Zusammenbauen, Einstellen, Inbetriebnehmen und Prüfen sowie das Warten, Instandhalten und Reparieren der Werkzeuge und Baugruppen.

Spezialmodul "Automatisierungstechnik"

Zur Automatisierungstechnik zählen messtechnische Einrichtungen, Bauteile und Baugruppen der Steuerungs- und Regelungstechnik sowie Bauteile und Baugruppen der Pneumatik und Hydraulik für Maschinen und Anlagen. MetalltechnikerInnen mit …

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

Schwerpunkt Tabelle
MetalltechnikerIn - Hauptmodul Werkzeugbautechnik
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Metallgewerbe und Elektrogewerbe (Arbeiter)
gültig ab 01.01.2022
01.01.2022
Metallindustrie: Metalltechnische Industrie (Maschinen- und Metallwarenindustrie, Gießerei-Industrie), Fahrzeugindustrie, Nichteisen-Metallindustrie, Stahlindustrie und Bergbau, Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (Arbeiter)
gültig ab 01.11.2022
01.11.2022
  • Auge-Hand-Koordination: Werkzeuge herstellen, zusammenbauen und warten
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Teamarbeit (z.B. bei Montagearbeiten)
  • Handgeschicklichkeit: händisches Bearbeiten von Metallteilen, Zusammenbauen von Werkzeugen
  • Logisch-analytisches Denken: Feststellen von Fehlern bei Reparaturarbeiten
  • Mathematisch-rechnerische Fähigkeit: Berechnen von Werkstückmaßen und Konstruktionen, Berechnen von Parametern zur Maschinenprogrammierung
  • Physische Ausdauer: Arbeiten mit schweren Geräten und Bauteilen, Heben von Werkstücken, Belastungen wie Verschmutzung, Maschinenlärm, auch Witterung bei Außenmontagen
  • Psychische Belastbarkeit: teilweise Schichtarbeit (auch Nachtschicht)
  • Räumliche Vorstellungsfähigkeit: Anfertigen von Werkzeugen und Werkzeugmaschinen, Arbeiten nach Montageplänen
  • Reaktionsfähigkeit: Bedienen, Steuern und Überwachen von Werkzeugmaschinen, rasches Eingreifen bei Maschinenstörungen
  • Sehvermögen: Kontrollarbeiten (Werkstücke, Funktionsfähigkeit usw.)
  • Selbständigkeit: Tests und Prüfungen durchführen
  • Technisches Verständnis: Wartungs- und Reparaturarbeiten an Werkzeugen, Lesen von Werkzeichnungen
  • Unempfindlichkeit der Haut: Arbeiten mit Lösungsmitteln, Schmiermitteln, Kühlflüssigkeiten, Metallspänen usw.

Betriebe/Lehrbetriebe:

MetalltechnikerInnen haben sehr vielfältige Arbeitsmöglichkeiten, da sie einerseits in allen Gewerbe- und Industrieunternehmen zu finden sind, die mit der Be- und Verarbeitung von Metall zu tun haben (Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugfertigung und Kfz-Zulieferer, Metallwarenindustrie, Metall- und Stahlbau, Werkzeugbau, spezialisierte Schweißunternehmen usw.). Andererseits werden sie auch in sämtlichen Unternehmen gebraucht, die Produktionsmaschinen und -anlagen einsetzen und einen laufenden Instandhaltungs-, Wartungs- und Reparaturbedarf haben.

MetalltechnikerInnen mit dem Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" arbeiten meist in kleinen und mittleren Betrieben, die sich auf den Werkzeugbau spezialisiert haben, sowie in Gewerbebetrieben im Bereich der Metallverarbeitung (Werkstätten, Produktionshallen). Zudem finden sie in Industriebetrieben in den Bereichen Metallbautechnik, Kunststofftechnik, Maschinenbau und Fahrzeugbau Beschäftigung, die über eigene Werkzeugbauabteilungen verfügen.

Lehrstellensituation:

Der Modul-Lehrberuf "MetalltechnikerIn" mit seinen 9 Hauptmodulen gehört zu den am häufigsten erlernten Lehrberufen und liegt bei den Burschen an erster Stelle. Allerdings war in den letzten 10 Jahren ein erheblicher Rückgang der Lehrlingszahlen in diesem Lehrberuf festzustellen: Die jährliche Gesamtzahl der Metalltechnik-Lehrlinge ist in diesem Zeitraum von rund 13.450 Personen auf rund 11.250 Personen gesunken. Das Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" wird derzeit von rund 1.070 Personen erlernt. Die Anzahl der Lehrlinge ist relativ konstant und schwankte in den letzten Jahren zwischen rund 1.240 und 1.100 Personen. Bei fast allen Hauptmodulen gibt es die meisten Lehrstellen derzeit in Oberösterreich.

Unterschiede nach Geschlecht:

Der Lehrberuf "MetalltechnikerIn" wird großteils von Männern erlernt. Wie in vielen technischen Berufen ist auch hier der Anteil der weiblichen Lehrlinge mit rund 10 Prozent noch immer recht gering, zeigt aber seit einigen Jahren eine leichte Zunahme. Der Anteil weiblicher Lehrlinge im Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" ist im Vergleich zu den anderen möglichen Hauptmodulen dieses Lehrberufs überdurchschnittlich hoch und beträgt derzeit rund 15 Prozent.

Berufsaussichten:

Der Maschinen- und Anlagenbau zählt in Österreich zu den produktivsten und wachstumsstärksten Industriebereichen. Viele Unternehmen haben sich auf Nischenbereiche und die Herstellung von Einzelstücken spezialisiert, sodass sie auch auf dem globalen Markt konkurrenzfähig sind. Zudem werden vermehrt Dienstleistungen angeboten, angefangen von Standardservicearbeiten an Maschinen und Geräten bis hin zum laufenden Betrieb und zur Instandhaltung von Anlagen.

Die Metallbranche ist sowohl vom Import und Export von Rohstoffen und fertigen Produkten als auch von der aktuellen Wirtschaftslage abhängig.

Beschäftigungsaussichten:

MetalltechnikerInnen mit dem Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" verfügen über gute Kenntnisse in der Bedienung von computergesteuerten Werkzeugmaschinen, wie z.B. CNC-Maschinen (Computerized Numerical Control), sowie in der Anwendung unterschiedlicher Bearbeitungsverfahren, wie CNC-Fräsen, -Bohren oder -Drehen. Da diese Maschinen immer häufiger zum Einsatz kommen, sind die Beschäftigungsaussichten gut. Elektrotechnik- und Mechatronikkenntnisse sowie Erfahrung in der selbstständigen Wartung von Maschinen und Anlagen können die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "WerkzeugbautechnikerIn", dem der Beruf "MetalltechnikerIn - Hauptmodul Werkzeugbautechnik" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
Lehrlingszahlen Tabelle
MetalltechnikerIn - Hauptmodul Werkzeugbautechnik (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
männlich 1.036 1.034 1.112 1.084 1.107 1.102 1.085 1.032 912 834
weiblich 114 113 126 123 124 134 150 161 159 148
gesamt 1.150 1.147 1.238 1.207 1.231 1.236 1.235 1.193 1.071 982
Frauenanteil 9,9% 9,9% 10,2% 10,2% 10,1% 10,8% 12,1% 13,5% 14,8% 15,1%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
Verwandte Lehrberufe Tabelle
MetalltechnikerIn - Hauptmodul Werkzeugbautechnik
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
BüchsenmacherIn nein
ChirurgieinstrumentenerzeugerIn nein
ElektronikerIn - Hauptmodul Angewandte Elektronik nein
ElektronikerIn - Hauptmodul Informations- und Telekommunikationstechnik nein
ElektronikerIn - Hauptmodul Kommunikationselektronik nein
ElektronikerIn - Hauptmodul Mikrotechnik nein
ElektrotechnikerIn - Hauptmodul Anlagen- und Betriebstechnik nein
ElektrotechnikerIn - Hauptmodul Automatisierungs- und Prozessleittechnik nein
ElektrotechnikerIn - Hauptmodul Elektro- und Gebäudetechnik nein
ElektrotechnikerIn - Hauptmodul Energietechnik nein
FahrradmechatronikerIn nein
FertigungsmesstechnikerIn - Schwerpunkt Produktionssteuerung nein
FertigungsmesstechnikerIn - Schwerpunkt Produktmessung nein
GießereitechnikerIn - Schwerpunkt Eisen- und Stahlguss nein
GießereitechnikerIn - Schwerpunkt Nichteisenmetallguss nein
GlasverfahrenstechnikerIn - Schwerpunkt Flachglasveredelung nein
GlasverfahrenstechnikerIn - Schwerpunkt Hohlglasproduktion nein
Installations- und GebäudetechnikerIn - Hauptmodul Gas- und Sanitärtechnik nein
Installations- und GebäudetechnikerIn - Hauptmodul Heizungstechnik nein
Installations- und GebäudetechnikerIn - Hauptmodul Lüftungstechnik nein
KarosseriebautechnikerIn nein
KonstrukteurIn - Schwerpunkt Installations- und Gebäudetechnik nein
KonstrukteurIn - Schwerpunkt Maschinenbautechnik nein
KonstrukteurIn - Schwerpunkt Metallbautechnik nein
KonstrukteurIn - Schwerpunkt Stahlbautechnik nein
KonstrukteurIn - Schwerpunkt Werkzeugbautechnik nein
KraftfahrzeugtechnikerIn - Hauptmodul Motorradtechnik nein
KraftfahrzeugtechnikerIn - Hauptmodul Nutzfahrzeugtechnik nein
KraftfahrzeugtechnikerIn - Hauptmodul Personenkraftwagentechnik nein
KälteanlagentechnikerIn nein
Land- und BaumaschinentechnikerIn - Schwerpunkt Baumaschinen nein
Land- und BaumaschinentechnikerIn - Schwerpunkt Landmaschinen nein
LebensmitteltechnikerIn nein
LuftfahrzeugtechnikerIn nein
MechatronikerIn - Hauptmodul Alternative Antriebstechnik nein
MechatronikerIn - Hauptmodul Automatisierungstechnik nein
MechatronikerIn - Hauptmodul Elektromaschinentechnik nein
MechatronikerIn - Hauptmodul Fertigungstechnik nein
MechatronikerIn - Hauptmodul IT-, Digitalsystem- und Netzwerktechnik nein
MechatronikerIn - Hauptmodul Medizingerätetechnik nein
MetallbearbeiterIn ja <
MetallgießerIn nein
MetallurgIn und UmformtechnikerIn nein
ModellbauerIn (auslaufend ab 1.9.2022) nein
OberflächentechnikerIn - Schwerpunkt Dünnschicht- und Plasmatechnik nein
OberflächentechnikerIn - Schwerpunkt Emailtechnik nein
OberflächentechnikerIn - Schwerpunkt Feuerverzinkung nein
OberflächentechnikerIn - Schwerpunkt Galvanik nein
OberflächentechnikerIn - Schwerpunkt Mechanische Oberflächentechnik nein
OberflächentechnikerIn - Schwerpunkt Pulverbeschichtung nein
OrthopädietechnikerIn - Schwerpunkt Orthesentechnik nein
OrthopädietechnikerIn - Schwerpunkt Prothesentechnik nein
OrthopädietechnikerIn - Schwerpunkt Rehabilitationstechnik nein
PapiertechnikerIn nein
ProzesstechnikerIn nein
Reifen- und VulkanisationstechnikerIn nein
SeilbahntechnikerIn nein
SonnenschutztechnikerIn nein
SpenglerIn nein
Textiltechnolog(e)in nein
TischlereitechnikerIn - Schwerpunkt Modell- und Formenbau nein
UhrmacherIn - ZeitmesstechnikerIn nein
VeranstaltungstechnikerIn nein
VerpackungstechnikerIn nein
WaagenherstellerIn nein
WerkstofftechnikerIn - Hauptmodul Werkstoffprüfung nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz
< Die LAP im beschriebenen Lehrberuf ersetzt die LAP des verwandten Lehrberufs.

Folgende berufsbildende Schulen bieten teilweise eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

  • Fachschule für Maschinenbau mit Betriebspraxis
  • Fachschule für Maschinenbau mit Betriebspraxis - Ausbildungsschwerpunkt Werkzeug- und Vorrichtungsbau
  • Fachschule für Maschinenbau mit Betriebspraxis - Ausbildungsschwerpunkt Fertigungs- und Automatisierungstechnik
  • Fachschule für Maschinenbau mit Betriebspraxis - Schulautonome Vertiefung Fertigungstechnik
  • Fachschule für Maschinenbau für blinde und sehbehinderte Menschen mit Betriebspraxis
  • Landwirtschaftliche Fachschule - Ausbildungsschwerpunkt Metallbearbeitung
  • Höhere Lehranstalt für Maschinenbau
  • Höhere Lehranstalt für Maschinenbau - Ausbildungsschwerpunkt Anlagentechnik
  • Höhere Lehranstalt für Maschinenbau - Ausbildungsschwerpunkt Automatisierungstechnik
  • Höhere Lehranstalt für Maschinenbau - verschiedene schulautonome Ausbildungsschwerpunkte
  • Höhere Lehranstalt für Metallische Werkstofftechnik
  • Höhere Lehranstalt für Art und Design - Ausbildungsschwerpunkt Kunstschmiede und Metallplastik

Das Berufsförderungsinstitut (BFI), das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) und die Schweißtechnische Zentralanstalt in Wien bieten zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten für Metalltechnik-Berufe an, z.B. Programmierung/Steuerung von CNC-Maschinen, Metallbearbeitungstechniken, Schweißkurse, Oberflächenschutz, neue Werkstoffe, Hydraulik, Pneumatik und Elektropneumatik.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs:

  • Werkmeisterschule für Berufstätige für Maschinenbau
  • Werkmeisterschule für Berufstätige für Maschinenbau - Automatisierungstechnik
  • Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Maschineningenieurwesen - Ausbildungsschwerpunkt Automatisierungstechnik
  • Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Maschineningenieurwesen - Ausbildungsschwerpunkt Maschinen- und Anlagentechnik
  • Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Maschinenbau - Schulautonomer Ausbildungsschwerpunkt Allgemeiner Maschinenbau
  • Höhere Lehranstalt (einschließlich Kolleg) für Berufstätige für Maschinenbau
  • Kolleg für Berufstätige für Maschinenbau
  • Kolleg für Berufstätige für Maschinenbau - Schulautonome Vertiefung Fertigungsverfahren
  • Kolleg für Berufstätige für Maschineningenieurwesen - verschiedene Ausbildungsschwerpunkte

Aufstiegsmöglichkeiten für MetalltechnikerInnen mit dem Hauptmodul "Werkzeugbautechnik" bieten zum Beispiel Positionen wie VorarbeiterIn, ArbeitsvorbereiterIn, SchichtführerIn, WerkmeisterIn, WerkstättenleiterIn, KonstruktionsleiterIn, TechnischeR LeiterIn, BetriebsleiterIn, MaschinenprogrammiererIn, NC-Wartungsfachmann/-frau, NC- und CNC-ProgrammiererIn, QualitätskontrolleurIn.

Die Aufstiegschancen hängen von der Betriebsgröße und -struktur (Arbeitsorganisation) ab und sind daher in Industriebetrieben und in großen Gewerbebetrieben günstiger als in Kleinbetrieben. Voraussetzung ist jedenfalls ständige Weiterbildung oder eine berufliche Spezialisierung sowie fallweise auch der Erwerb bestimmter zusätzlicher Qualifikationsnachweise (Werkmeisterschule, Meisterprüfung, Ausbilderprüfung).

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für MetalltechnikerInnen z.B. im Rahmen der reglementierten Gewerbe "Metalltechnik für Metall- und Maschinenbau, Metalltechnik für Schmiede und Fahrzeugbau, Metalltechnik für Land- und Baumaschinen (verbundenes Handwerk)", "MechatronikerIn für Maschinen- und Fertigungstechnik, MechatronikerIn für Elektronik, Büro- und EDV-Systemtechnik, MechatronikerIn für Elektromaschinenbau und Automatisierung, MechatronikerIn für Medizingerätetechnik (verbundenes Handwerk)" und "Oberflächentechnik, Metalldesign (verbundenes Handwerk)" sowie der freien Gewerbe "Metall pressen" und "Metall- und Eisengießen".

Für reglementierte Gewerbe muss bei der Gewerbeanmeldung der jeweils vorgeschriebene Befähigungsnachweis, z.B. in Form einer Befähigungsprüfung, eines bestimmten Schul- oder Studienabschlusses oder einer fachlichen Tätigkeit, erbracht werden. Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich die Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen zur Anmeldung eines Gewerbes.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich, sowie in der Liste der reglementierten Gewerbe (BMAW) und der Liste der freien Gewerbe (BMAW).

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