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Reifen- und VulkanisationstechnikerIn

Berufsbereiche: Chemie, Kunststoffe, Rohstoffe und Bergbau / Maschinen, Kfz und Metall
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
Lehrzeit: 3 1/2 Jahre. ∅ Einstiegsgehalt: € 1.550,- bis € 2.160,- * Arbeitsmarkttrend: sinkend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnung(en): VulkaniseurIn

 

ACHTUNG: Dieser Lehrberuf ersetzt ab 1. Juni 2017 den Lehrberuf "VulkaniseurIn".

Lehrlinge, die am 31. Mai 2017 im alten Lehrberuf "VulkaniseurIn" ausgebildet werden, können diesen nach den alten Regelungen (Ausbildungsordnung, Prüfungsordnung) fertig machen. Bei Umstieg auf den neuen Lehrberuf werden die bereits zurückgelegten Lehrzeiten voll angerechnet.

Tätigkeitsmerkmale

Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen reparieren Reifen und andere Gummiartikel (z.B. industrielle Förderbänder, Treibriemen), führen die Runderneuerung von Reifen durch und arbeiten auch in der Herstellung von Gummiartikeln und Gummi-Metall-Verbindungen (z.B. Verkleidung von Walzen und Trommeln mit Gummi).

Moderne Techniken ermöglicht es, Reifen so perfekt zu reparieren oder zu erneuern, dass sie wieder sicher eingesetzt werden können. Dadurch kommt es zu Rohstoffeinsparung und weniger Umweltbelastung durch Altreifen. Auch bei der Arbeit selbst wird auf Umweltschutz und sparsamen Energieeinsatz geachtet.

Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen benützen Handwerkszeuge wie Glattroller, Gummischeren, Einstreichpinsel und Hebel. Sie bedienen Rau- und Schälmaschinen sowie Vulkanisierpressen und Wucht- und Reifenwalkmaschinen. Sie verwenden auch chemische Stoffe, die sie z.B. mit Gummilösspritzmaschinen und Spritzpistolen auf das Reifenmaterial auftragen. Für Prüf- und Kontrollarbeiten verwenden sie bereits moderne Durchsichtsgeräte wie den Achsenvermessungscomputer.

Sowohl bei der Reparatur und Runderneuerung von Reifen als auch bei der Erzeugung von Gummiwaren kommt das "Vulkanisationsverfahren" zur Anwendung. Dabei werden Kautschuk und Schwefel unter Hitzeeinwirkung und Druck verbunden. Dies geschieht mit speziellen Maschinen wie Heizpresse und Autoklav (ein druckfester, heizbarer Behälter). Dadurch verschmilzt z.B. bei der Reparatur eines Reifens das auf die schadhafte Stelle aufgelegte Material (Reparaturflecken, Laufstreifen) mit dem alten Material.

Bei Reparaturen an Reifen und technischen Gummiartikeln (z.B. LKW-Reifen, Förderband) reinigen und trocknen die Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen das Werkstück. Anschließend stellen sie das Ausmaß des Schadens fest, wobei vor allem der Gewebeunterbau auf Beschädigungen untersucht wird. Schadhafte Stellen trennen sie ab bzw. rauen sie auf. Bei Reifenrunderneuerungen schälen sie die Lauffläche ab und rauen sie auf. Dabei setzen sie bereits computergesteuerte Rau- und Schälmaschinen ein, die über integrierte Steuergeräte den Druck teilautomatisch regeln. Nach dem Rau- und Schälvorgang belegen die Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen die Werkstücke mit Gewebebändern oder Roh-Laufstreifen. Danach unterziehen sie die so vorbereiteten Werkstücke der Vulkanisation. Bei der Heißvulkanisation kommen die Werkstücke in eine Heizform oder auf eine Heizplatte. Die Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen bestimmen dabei die Heizdauer und die Temperatur. Sie überwachen den Vulkanisierungsvorgang und prüfen die vulkanisierten Werkstücke.

Eine weitere wichtige Tätigkeit der Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen ist die Montage von Autoreifen. Als Ergänzung zur Montage führen die Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen das sogenannte "Auswuchten" der Räder durch. Hierbei beseitigen sie Unwuchten (ungleich verteilte Massen an einem Rad) und erzielen damit einen einwandfreien Rundlauf des Rades. Beim Wuchten von Rädern werden heute bereits elektronische Wuchtgeräte eingesetzt. In vielen Fällen überprüfen die Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen auch die Radstellung am Fahrzeug. Außerdem beraten Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen die KundInnen über die richtige Bereifung und den dem jeweiligen Reifentyp entsprechenden Luftdruck.

Da die Herstellung von Gummiartikeln weitgehend mechanisiert und auch vielfach schon automatisiert ist, werden hier meist nur Hilfskräfte und angelernte MaschinenarbeiterInnen beschäftigt. Die gelernten Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen sind vorwiegend im Bereich des Reifenservices und bei der Runderneuerung und Reparatur von Reifen tätig.


Berufsprofil (gemäß Ausbildungsordnung):

  1. Beschaffen, Auswählen, Annehmen, Überprüfen und Lagern der betriebsspezifischen Materialien,
  2. Manuelles und maschinelles Bearbeiten von Metallen (zB Bleche, Profile, Rohre) und Kunststoffen,
  3. Herstellen von lösbaren (zB Schraubverbindungen) und unlösbaren (zB Nieten, Kleben) Verbindungen sowie von einfachen Schweißverbindungen,
  4. Begutachten und Vorbereiten des Untergrundes sowie Herstellen und Montieren von Hilfs- und Stützkonstruktionen,
  5. Abwickeln und Herstellen von Formteilen,
  6. Herstellen und Montieren von Dämmungen sowie der dazu allfällig notwendigen Beschichtungen und Armierungen,
  7. Herstellen und Montieren von Verkleidungen und Umhüllungen,
  8. Kontrollieren und Prüfen der ausgeführten Arbeiten sowie Erkennen und Beheben von Mängeln,
  9. Erfassen und Dokumentieren von technischen Daten über den Arbeitsablauf und die Arbeitsergebnisse,
  10. Ausführen von Arbeiten unter Berücksichtigung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften, Normen und Umweltstandards.

Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen reparieren Reifen und andere Gummiartikel (z.B. industrielle Förderbänder, Treibriemen), führen die Runderneuerung von Reifen durch und arbeiten auch in der Herstellung von Gummiartikeln und Gummi-Metall-Verbindungen (z.B. Verkleidung von Walzen und Trommeln mit Gummi).

Moderne Techniken ermöglicht es, Reifen so perfekt zu reparieren oder zu erneuern, dass sie wieder sicher eingesetzt werden können. Dadurch kommt es zu Rohstoffeinsparung und weniger Umweltbelastung durch Altreifen. Auch bei der Arbeit selbst wird auf Umweltschutz und sparsamen Energieeinsatz geachtet.

Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen benützen Handwerkszeuge wie Glattroller, Gummischeren, Einstreichpinsel und Hebel. Sie bedienen Rau- und Schälmaschinen sowie Vulkanisierpressen und Wucht- und Reifenwalkmaschinen. Sie verwenden auch chemische Stoffe, die sie z.B. mit Gummilösspritzmaschinen und Spritzpistolen auf das Reifenmaterial auftragen. Für Prüf- und Kontrollarbeiten verwenden sie bereits moderne Durchsichtsgeräte wie den Achsenvermessungscomputer.

Sowohl bei der Reparatur und Runderneuerung von Reifen als auch bei der Erzeugung von Gummiwaren kommt das "Vulkanisationsverfahren" zur Anwendung. Dabei werden Kautschuk und Schwefel unter Hitzeeinwirkung und Druck verbunden. Dies geschieht mit speziellen Maschinen wie Heizpresse und Autoklav (ein druckfester, heizbarer Behälter). Dadurch verschmilzt z.B. bei der Reparatur eines Reifens das auf die schadhafte Stelle aufgelegte Material (Reparaturflecken, Laufstreifen) mit dem alten Material.

Bei Reparaturen an Reifen und technischen Gummiartikeln (z.B. LKW-Reifen, Förderband) reinigen und trocknen die Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen das Werkstück. Anschließend stellen sie das Ausmaß des Schadens fest, wobei vor allem der Gewebeunterbau auf Beschädigungen untersucht wird. Schadhafte Stellen trennen sie ab bzw. rauen sie auf. Bei Reifenrunderneuerungen schälen sie die Lauffläche ab und rauen s ...

  • Kräftiger Körperbau: Hantieren mit schweren Reifen
  • Handgeschicklichkeit: Reparaturarbeiten am Reifen
  • Sehvermögen: Feststellen der Reparatur- und Runderneuerungsfähigkeit von Reifen
  • Unempfindlichkeit der Haut: Gummistaub beim Rauhen
  • Technisches Verständnis: Bedienen von Wucht- und Rauhmaschinen, Kenntnisse der Reifentypen und der Kfz-Konstruktion
  • Kontaktfähigkeit: Kundenberatung
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Teamarbeit, z.B. bei Reparatur großer Reifen
  • Reaktionsfähigkeit: Rauhen auf Rauhmaschinen

Betriebe/Lehrbetriebe: Die meisten Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen arbeiten in Klein- und Mittelbetrieben des Vulkaniseurgewerbes oder in anderen Betrieben mit Reifenservice wie z.B. Kfz-Reparaturwerkstätten, Tankstellen oder Autohandelsfirmen. Zum Teil bieten auch Betriebe, die Gummiartikel herstellen, Beschäftigungsmöglichkeiten.

Lehrstellensituation: Die Zahl der Lehrlinge hat sich in den letzten Jahren beinahe halbiert und liegt bei etwas mehr als insgesamt 20 Personen pro Jahr österreichweit. Es gibt nur mehr wenige Lehrstellen und Lehrbetriebe in Österreich.

Unterschiede nach Geschlecht: In den letzten Jahren haben nur sehr wenige Frauen eine Lehre zur Reifen- und Vulkanisationstechnikerin absolviert.

Berufsaussichten: Die Zahl der Vulkaniseurbetriebe geht zurück, automatische Maschinen werden verstärkt eingesetzt und die Betriebe decken ihren Arbeitskräftebedarf vorwiegend durch angelernte ArbeiterInnen und kaum durch Fachkräfte. Das hat eine sinkende Nachfrage nach Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen zur Folge.

Beschäftigungsaussichten: Die Beschäftigungssituation für Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen ist eher ungünstig.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Reifen- und VulkanisationstechnikerIn", dem der Beruf "Reifen- und VulkanisationstechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Weiterbildung ist in diesem Beruf vor allem auf folgenden Gebieten erforderlich: Neuartige Materialien und Techniken in der Reifenfertigung; elektronische Reifendruckkontrollsysteme; neuartige Bauweisen und Technologien im Fahrwerkbau (Federung, Radaufhängung, Lenkung, Bremsen); elektronische Steuerungen usw.

Entsprechende Weiterbildungsveranstaltungen bieten vor allem das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) an.

Eine weiterführende Bildungsmöglichkeit zur Erreichung eines höheren Bildungsabschlusses bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs ist vor allem die Werkmeisterschule für Berufstätige (2 Jahre, Abendunterricht) mit den Fachrichtungen "Technische Chemie und Umwelttechnik", "Kunststofftechnik" oder auch "Maschinenbau - Fahrzeugtechnik".

 

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

Reifen- und VulkanisationstechnikerIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Vulkaniseurgewerbe (Arbeiter)
gültig ab 01.01.2019
01.01.2019
Chemische, Kunststoff verarbeitende und pharmazeutische Industrie (Arbeiter)
gültig ab 01.05.2018
01.05.2018
Reifen- und VulkanisationstechnikerIn (inkl. Doppellehren)
In den angeführten Werten sind auch die Lehrlingszahlen des Vorläufer-Lehrberufs "VulkaniseurIn" enthalten!
Anz./Jahr 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
männlich 38 29 30 30 32 29 24 18 24 26
weiblich 2 1 1 0 0 0 0 0 0 2
gesamt 40 30 31 30 32 29 24 18 24 28
Frauenanteil 5,0% 3,3% 3,2% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 7,1%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich

Der Lehrberuf Reifen- und VulkanisationstechnikerIn umfasst Kenntnisse und Fertigkeiten aus den Bereichen "Chemie und Kunststoff" sowie "Fahrzeugtechnik". Berufsbildende Schulen in diesen Bereichen sind:

Chemie und Kunststoff:

  • Fachschule für Chemie (1070 Wien)
  • Fachschule für Chemische Betriebstechnik (Wels/OÖ)
  • Höhere Lehranstalt für Chemieingenieure (Wels/OÖ; 1070 Wien)
  • Höhere Lehranstalt für Chemieingenieurwesen (Dornbirn/Vlbg)
  • Höhere Lehranstalt für Kunststofftechnik (Andorf/OÖ; Bregenz/Vlbg; 1200 Wien)

 

Fahrzeugtechnik:

  • Fachschule für Maschinenbau, Ausbildungsschwerpunkt Fahrzeugtechnik (Steyr/OÖ)
  • Höhere Lehranstalt für Maschinenbau - Ausbildungsschwerpunkt Fahrzeugtechnik (Klagenfurt/Ktn, Mödling/NÖ; Steyr/OÖ; 1200 Wien)

Aufstiegsmöglichkeiten:

Qualifizierte Fachkräfte dieses Berufs haben folgende Aufstiegsmöglichkeiten:

  • VorarbeiterIn
  • KundendienstleiterIn
  • AbteilungsleiterIn
  • WerkmeisterIn

Selbstständige Berufsausübung:

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen im reglementierten Gewerbe "VulkaniseurIn" (Befähigungsnachweis erforderlich).

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Chemie und Kunststoff, Seite 53
Schule oder Lehre? 2 Wege zum Wunschberuf (Broschüre)
Reihe: Berufswahl
Fundstelle: Auto, Flugzeug, Transport, Seite 8
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