Das Berufslexikon informiert über Aufgaben und Tätigkeiten in den Berufen, über Berufsanforderungen, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Beschäftigungsmöglichkeiten, Berufsaussichten, Anfangseinkommen und vieles mehr.
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Ältere Berufsbezeichnung(en): VulkaniseurIn
Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen reparieren Reifen und andere Gummiartikel (z.B. industrielle Förderbänder, Treibriemen), führen die Runderneuerung von Reifen durch und arbeiten auch in der Herstellung von Gummiartikeln und Gummi-Metall-Verbindungen (z.B. Verkleidung von Walzen und Trommeln mit Gummi).
Moderne Techniken ermöglicht es, Reifen so perfekt zu reparieren oder zu erneuern, dass sie wieder sicher eingesetzt werden können. Dadurch kommt es zu Rohstoffeinsparung und weniger Umweltbelastung durch Altreifen. Auch bei der Arbeit selbst wird auf Umweltschutz und sparsamen Energieeinsatz geachtet.
Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen benützen Handwerkszeuge wie Glattroller, Gummischeren, Einstreichpinsel und Hebel. Sie bedienen Rau- und Schälmaschinen sowie Vulkanisierpressen und Wucht- und Reifenwalkmaschinen. Sie verwenden auch chemische Stoffe, die sie z.B. mit Gummilösspritzmaschinen und Spritzpistolen auf das Reifenmaterial auftragen. Für Prüf- und Kontrollarbeiten verwenden sie bereits moderne Durchsichtsgeräte wie den Achsenvermessungscomputer.
Sowohl bei der Reparatur und Runderneuerung von Reifen als auch bei der Erzeugung von Gummiwaren kommt das "Vulkanisationsverfahren" zur Anwendung. Dabei werden Kautschuk und Schwefel unter Hitzeeinwirkung und Druck verbunden. Dies geschieht mit speziellen Maschinen wie Heizpresse und Autoklav (ein druckfester, heizbarer Behälter). Dadurch verschmilzt z.B. bei der Reparatur eines Reifens das auf die schadhafte Stelle aufgelegte Material (Reparaturflecken, Laufstreifen) mit dem alten Material.
Bei Reparaturen an Reifen und technischen Gummiartikeln (z.B. LKW-Reifen, Förderband) reinigen und trocknen die Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen das Werkstück. Anschließend stellen sie das Ausmaß des Schadens fest, wobei vor allem der Gewebeunterbau auf Beschädigungen untersucht wird. Schadhafte Stellen trennen sie ab bzw. rauen sie auf. Bei Reifenrunderneuerungen schälen sie die Lauffläche ab und rauen sie auf. Dabei setzen sie bereits computergesteuerte Rau- und Schälmaschinen ein, die über integrierte Steuergeräte den Druck teilautomatisch regeln. Nach dem Rau- und Schälvorgang belegen die Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen die Werkstücke mit Gewebebändern oder Roh-Laufstreifen. Danach unterziehen sie die so vorbereiteten Werkstücke der Vulkanisation. Bei der Heißvulkanisation kommen die Werkstücke in eine Heizform oder auf eine Heizplatte. Die Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen bestimmen dabei die Heizdauer und die Temperatur. Sie überwachen den Vulkanisierungsvorgang und prüfen die vulkanisierten Werkstücke.
Eine weitere wichtige Tätigkeit der Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen ist die Montage von Autoreifen. Als Ergänzung zur Montage führen die Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen das sogenannte "Auswuchten" der Räder durch. Hierbei beseitigen sie Unwuchten (ungleich verteilte Massen an einem Rad) und erzielen damit einen einwandfreien Rundlauf des Rades. Beim Wuchten von Rädern werden heute bereits elektronische Wuchtgeräte eingesetzt. In vielen Fällen überprüfen die Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen auch die Radstellung am Fahrzeug. Außerdem beraten Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen die KundInnen über die richtige Bereifung und den dem jeweiligen Reifentyp entsprechenden Luftdruck.
Da die Herstellung von Gummiartikeln weitgehend mechanisiert und auch vielfach schon automatisiert ist, werden hier meist nur Hilfskräfte und angelernte MaschinenarbeiterInnen beschäftigt. Die gelernten Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen sind vorwiegend im Bereich des Reifenservices und bei der Runderneuerung und Reparatur von Reifen tätig.
Berufsprofil (gemäß Ausbildungsordnung):
Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)
| Reifen- und VulkanisationstechnikerIn | ||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) | 1. Lj | 2. Lj | 3. Lj | 4. Lj | gültig ab | |||||||||
|
Vulkaniseurgewerbe (Arbeiter)
gültig ab 01.01.2026
|
769 | 1.053 | 1.336 | 1.780 | 01.01.2026 | |||||||||
|
Chemische, Kunststoff verarbeitende und pharmazeutische Industrie (Arbeiter)
gültig ab 01.05.2026
|
1.275 | 1.594 | 1.913 | 2.232 | 01.05.2026 | |||||||||
Betriebe/Lehrbetriebe:
Die meisten Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen arbeiten in Klein- und Mittelbetrieben des Vulkaniseurgewerbes oder in anderen Betrieben mit Reifenservice wie z.B. Kfz-Reparaturwerkstätten, Tankstellen oder Autohandelsfirmen. Zum Teil bieten auch Betriebe, die Gummiartikel herstellen, Beschäftigungsmöglichkeiten.
Lehrstellensituation:
Dieser Lehrberuf wird nur selten erlernt. Die jährliche Gesamtzahl der Reifen- und VulkanisationstechnikerIn-Lehrlinge lag viele Jahre hindurch zwischen 20 und 30 Personen, ist zuletzt aber ziemlich unter 20 gesunken (derzeit 18 Lehrlinge). Die meisten Lehrstellen gibt es derzeit in der Steiermark (fast die Hälfte); in Kärnten, Niederösterreich und Oberösterreich sind jeweils nur ein bis fünf Lehrstellen vorhanden, in den übrigen Bundesländern gar keine.
Unterschiede nach Geschlecht:
Dieser Lehrberuf wird fast ausschließlich von Männern erlernt.
Berufsaussichten:
Die Zahl der Vulkaniseurbetriebe geht zurück, automatische Maschinen werden verstärkt eingesetzt und die Betriebe decken ihren Arbeitskräftebedarf vorwiegend durch angelernte ArbeiterInnen und kaum durch Fachkräfte. Das hat eine sinkende Nachfrage nach Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen zur Folge.
Beschäftigungsaussichten:
Die Beschäftigungssituation für Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen ist eher ungünstig.
Stellenangebote in "alle jobs" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):
Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular in "alle jobs". Im Formular können Sie dann noch weitere Filter setzen.
Weiterbildung ist in diesem Beruf vor allem auf folgenden Gebieten erforderlich: Neuartige Materialien und Techniken in der Reifenfertigung; elektronische Reifendruckkontrollsysteme; neuartige Bauweisen und Technologien im Fahrwerkbau (Federung, Radaufhängung, Lenkung, Bremsen); elektronische Steuerungen usw.
Entsprechende Weiterbildungsveranstaltungen bieten vor allem das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) an.
Eine weiterführende Bildungsmöglichkeit zur Erreichung eines höheren Bildungsabschlusses bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs ist vor allem die Werkmeisterschule für Berufstätige (2 Jahre, Abendunterricht) mit den Fachrichtungen "Technische Chemie und Umwelttechnik", "Kunststofftechnik" oder auch "Maschinenbau - Fahrzeugtechnik".
Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
| Lehre Reifen- und Vulkanisationstechnik (öffnen) Lehre |
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|---|---|
|
Fachberufsschule Villach 2 (öffnen) 9500 Villach, Tiroler Straße 23 Tel.: +43 (0)4242 562 57 200, Fax: +43 (0)4242 562 57 203, https://www.bs-villach.at/ |
|
| Reifen- und VulkanisationstechnikerIn (inkl. Doppellehren) | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anz./Jahr | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
| männlich | 18 | 24 | 26 | 25 | 27 | 26 | 18 | 14 | 17 | 18 |
| weiblich | 0 | 0 | 2 | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| gesamt | 18 | 24 | 28 | 26 | 28 | 27 | 18 | 14 | 17 | 18 |
| Frauenanteil | 0,0% | 0,0% | 7,1% | 3,8% | 3,6% | 3,7% | 0,0% | 0,0% | 0,0% | 0,0% |
| Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich | ||||||||||
| Reifen- und VulkanisationstechnikerIn | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Verwandte Lehrberufe | LAP-Ersatz * | |||||||||
| KonstrukteurIn - Schwerpunkt Metallbautechnik | nein | |||||||||
| KonstrukteurIn - Schwerpunkt Stahlbautechnik | nein | |||||||||
| MetallbearbeiterIn | nein | |||||||||
| MetalltechnikerIn - Hauptmodul Fahrzeugbautechnik | nein | |||||||||
| MetalltechnikerIn - Hauptmodul Maschinenbautechnik | nein | |||||||||
| MetalltechnikerIn - Hauptmodul Metallbau- und Blechtechnik | nein | |||||||||
| MetalltechnikerIn - Hauptmodul Schmiedetechnik | nein | |||||||||
| MetalltechnikerIn - Hauptmodul Schweißtechnik | nein | |||||||||
| MetalltechnikerIn - Hauptmodul Sicherheitstechnik | nein | |||||||||
| MetalltechnikerIn - Hauptmodul Stahlbautechnik | nein | |||||||||
| MetalltechnikerIn - Hauptmodul Werkzeugbautechnik | nein | |||||||||
| MetalltechnikerIn - Hauptmodul Zerspanungstechnik | nein | |||||||||
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* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz |
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Der Lehrberuf Reifen- und VulkanisationstechnikerIn umfasst Kenntnisse und Fertigkeiten aus den Bereichen "Chemie und Kunststoff" sowie "Fahrzeugtechnik". Berufsbildende Schulen in diesen Bereichen sind:
Chemie und Kunststoff:
Fahrzeugtechnik:
Aufstiegsmöglichkeiten:
Qualifizierte Fachkräfte dieses Berufs haben folgende Aufstiegsmöglichkeiten:
Selbstständige Berufsausübung:
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für Reifen- und VulkanisationstechnikerInnen im reglementierten Gewerbe "VulkaniseurIn" (Befähigungsnachweis erforderlich).