Das Berufslexikon informiert über Aufgaben und Tätigkeiten in den Berufen, über Berufsanforderungen, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Beschäftigungsmöglichkeiten, Berufsaussichten, Anfangseinkommen und vieles mehr.
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Ältere Berufsbezeichnungen: KraftfahrzeugelektrikerIn, KraftfahrzeugmechanikerIn, KraftfahrzeugtechnikerIn, KarosseurIn, KarosseriebautechnikerIn
Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" ersetzt ab 1.7.2026 die beiden Lehrberufe "Kraftfahrzeugtechnik" (Hauptmodule "Motorradtechnik", "Nutzfahrzeugtechnik" und "Personenkraftwagentechnik") und "Karosseriebautechnik". Lehrlinge dieser Vorläuferlehrberufe müssen nach der alten Ausbildungsordnung weiter ausgebildet werden, wenn ihr erstes Lehrjahr vor dem 1. Juli 2027, ihr zweites Lehrjahr vor dem 1. Juli 2028 oder ihr drittes Lehrjahr vor dem 1. Juli 2029 enden würde; sie können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung nach der alten Prüfungsordnung antreten. Falls Lehrlinge der Vorläuferlehrberufe nach einer Lehrzeitunterbrechung die Lehre im neuen Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" fortsetzen wollen, wird die bereits zurückgelegte Lehrzeit voll angerechnet.
Personen, die die Lehrabschlussprüfung in einem Vorläufer-Lehrberuf abgelegt haben, dürfen die folgenden Berufsbezeichnungen führen:
| Lehrabschlussprüfung | Berufsbezeichnung |
|---|---|
| 1. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Personenkraftwagentechnik | Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik |
| 2. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Nutzfahrzeugtechnik | Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik |
| 3. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Motorradtechnik | Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Motorradtechnik |
| 4. Karosseriebautechnik | Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Karosserietechnik |
Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" hat folgende 4 Schwerpunkte:
Eine Kombination dieser Schwerpunkte ist NICHT möglich, es können aber einzelne Inhalte der nicht ausgebildeten Schwerpunkte zusätzlich ausgebildet werden.
Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" kann in folgenden 4 Spezialisierungen ("Schwerpunkten") erlernt und ausgeübt werden:
Unabhängig von der Spezialisierung erlernen alle Fahrzeugtechnik-Lehrlinge die Grundlagen der Fahrzeugtechnik, die Werkstatttechnik sowie den Umgang mit Hochvolt-Systemen.
Grundlagen der Fahrzeugtechnik:
Werkstatttechnik:
Umgang mit Hochvolt-Systemen:
(Hochvolt-Systeme bzw. HV-Systeme sind die Antriebsnetze in Elektro- und Hybridfahrzeugen mit einer Spannung von 400 bis 800 Volt; da bei unsachgemäßer Handhabung dieser Hochvoltsysteme absolute Lebensgefahr besteht, dürfen Arbeiten daran ausschließlich von speziell geschultem Fachpersonal durchgeführt werden):
FahrzeugtechnikerInnen mit Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik sind zuständig für Service, Wartung, Inspektion, Reparatur sowie das Umrüsten und Nachrüsten aller Arten von Personenkraftfahrzeugen.
Beim Service von Personenkraftwagen handelt es sich um eine regelmäßige Überprüfung und Wartung eines Autos zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit und zur Erfüllung der Garantiebedingungen der Herstellerfirma. Beim "kleinen Service" (meist jährlich bzw. nach 15.000 bis 20.000 Kilometern) werden das Motoröl und der Ölfilter gewechselt, Bremsen und Beleuchtung überprüft sowie kleinere Schäden festgestellt und behoben. Beim "großen Service" (meist alle zwei Jahre bzw. nach 30.000 bis 60.000 Kilometern) werden die Sicherheits- und Verschleißteile (Bremsanlage, Fahrwerk, Auspuff, Zündkerzen) überprüft, Filter ausgetauscht (z.B. Luft- und Abgasfilter, Kraftstofffilter, Schmierölfilter, Innenraumfilter) und die Betriebsstoffe (Schmieröle, Schmierstoffe, Kühl- und Gefrierschutzmittel, Bremsflüssigkeiten, Flüssigkeiten zur Kraftübertragung) kontrolliert bzw. ergänzt. Die gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung eines Fahrzeuges (nach der Begutachtungsplakette auch als "Pickerlüberprüfung" bezeichnet) erfolgt bei Neuwagen nach 3 und nach 5 Jahren und dann jährlich; dabei wird die Verkehrs- und Betriebssicherheit überprüft (Ausrüstung, Beleuchtung, Sicherheitseinrichtungen, Fahrgestell und Karosserie, Reifen und Räder, Motor, Bremsen); zusätzlich wird getestet, ob mit dem Fahrzeug nicht übermäßig Lärm, Rauch, übler Geruch oder schädliche Luftverunreinigungen (Kontrolle der Abgaswerte) verursacht werden können.
Der zweite große Tätigkeitsbereich der FahrzeugtechnikerInnen für Personenkraftwagentechnik ist die Reparatur schadhafter Fahrzeuge. Vor Beginn der Reparaturarbeiten suchen die FahrzeugtechnikerInnen zunächst mit geeigneten Messgeräten nach Fehlern bzw. Schäden am Motor, an der Kraftübertragung, am Fahrwerk, am Fahrzeugaufbau und an den elektrischen Systemen (Fehlerdiagnose) und dokumentieren die jeweiligen Prüfstände in einem Prüfbericht. Die anschließenden Reparaturarbeiten erfolgen meist durch den Ausbau der schadhaften Teile und den Einbau neuer Ersatzteile. Seltener ist es erforderlich, dass die FahrzeugtechnikerInnen selbst die schadhaften Teile reparieren oder nachfertigen müssen, weil es keine geeigneten Ersatzteile mehr gibt (z.B. bei älteren bzw. nicht mehr produzierten Modellen und bei "Oldtimern").
Da heute die Elektrik und die Elektronik eine besonders wichtige Rolle im Fahrzeugbau spielen, gibt es hier im Reparaturbereich besondere Anforderungen an die FahrzeugtechnikerInnen für Personenkraftwagentechnik: Ihre Aufgabe ist das Erkennen, Diagnostizieren und Dokumentieren von Fehlern und Schäden in den elektrischen Systemen (Beleuchtung, Spannungsversorgung) sowie deren Einzelbaugruppen (Leuchtmittel, Scheinwerfersysteme, Batterien, Generatoren, Bordnetz, elektrische Motoren, Sensoren) mit geeigneten Prüf- und Messgeräten. Wie vielfältig diese Aufgaben sind, zeigt schon eine einfache Aufzählung von elektrischen/elektronischen Systemen in Fahrzeugen: Rückhaltesysteme (z.B. Sicherheitsgurte, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer), Airbag-Systeme, Pre-Crash-Systeme (zur automatischen Erkennung und Vermeidung von Unfallsituationen mittels Kamera und Radar sowie zur Verringerung der Unfallfolgen, z.B. durch Straffung der Sicherheitsgurte und Notbremsung), Post-Crash-Systeme (z.B. automatisches Abbremsen des Fahrzeugs nach einem Unfall), Fahrerassistenzsysteme (z.B. Notbremsungsassistent, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung, Geschwindigkeitsassistent, Rückfahrassistent, Abstandsregeltempomat, Totwinkelwarner, Verkehrszeichenerkennung, Parkassistent), Infotainmentsysteme (zentraler Touchscreen zur Anzeige von Informationen und zur Unterhaltung, z.B. mit Radio, Streaming und Smartphone-Verbindung), Komfortsysteme (z.B. Klimaautomatik, Sitzheizung und Sitzbelüftung, Lenkradheizung, Elektrische Fensterheber, Soft-Close-Automatik zum leisen Schließen der Türen, Einparkhilfe und Rückfahrkamera, Regensensor usw.), Belüftungssystem, Heizung, Klimatisierung, Diebstahlschutzsysteme, Beleuchtung, Spannungsversorgung (Netzteil zur Umwandlung elektrischer Energie aus dem Netz in eine für elektronische Geräte nutzbare Ausgangsspannung). Bestandteil dieser Systeme sind zahlreiche Einzelbaugruppen, z.B. Gurte, Gasgeneratoren, Sensoren, Kameras, Steuergeräte, Multifunktionslenkrad (Lenkrad mit Tasten, Schaltern oder Schaltflächen zur Steuerung zahlreicher Fahrzeugfunktionen), Navigationssystem (automatische Zielführung zu einem gewählten Ort mittels Positionsbestimmung und Geoinformation), eCall (Notrufsystem) und Hydrauliksysteme (Kraftübertragung durch Flüssigkeiten).
Zu den Aufgaben der FahrzeugtechnikerInnen für Personenkraftwagentechnik gehört weiters auch das Umrüsten und Nachrüsten der Fahrzeuge. Unter "Umrüsten" versteht man die technische Änderung vorhandener Fahrzeuge, um sie an neue Anforderungen und Funktionen anzupassen. Dazu gehört der behindertengerechte Umbau (z.B. Handgas statt Gaspedal) oder auch das sogenannte "Tuning", also ein Umbau zur Verbesserung/Veränderung der Leistung oder der Fahreigenschaften oder auch des Aussehens und der Geräuschentwicklung (Sportauspuff, Fahrwerk, Felgen). Beim "Nachrüsten" ("Upgrade") geht es um den Einbau zusätzlicher Systeme und Elemente zur Steigerung des Komforts und der Leistung, die vorher nicht vorhanden waren. Die häufigsten Nachrüstungsmaßnahmen betreffen die Bereiche "Infotainment und Navigation" (Touch-Display statt altes Radio), "Fahrassistenz und Sicherheit" (Einbau von Rückfahrkameras, Park Distance Control, Sitzheizungen, Tempomaten), "Lichttechnik" (stromsparende LEDs statt Glühlampen), "Leistungssteigerung" (gezielte Änderung der werksseitig festgelegten Steuerparameter durch "Chiptuning" zur Leistungssteigerung des Motors oder auch durch "Eco-Tuning" zur Verbrauchsminimierung) und "Fahrwerk und Optik" (Sportfahrwerke, Tieferlegungen, Leichtmetallfelgen).
Weitere Aufgaben der FahrzeugtechnikerInnen für Personenkraftwagentechnik sind das Wechseln von Reifen und das Auswuchten von Rädern. Der Reifenwechsel ist vor allem im Winter notwendig, da für diese Jahreszeit spezielle Winterreifen gesetzlich vorgeschrieben sind. Durch ein spezielles Profil und eine weichere Gummi-Mischung haften diese bei Kälte und Schneematsch besser auf der Fahrbahn und sind daher sicherer. Beim Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt wird meist gleich das ganze Rad (Felge+Reifen) ausgetauscht, da das Aufziehen neuer Reifen auf die Felge recht zeitaufwendig ist und nur dann gemacht wird, wenn die Reifen schon sehr abgenützt sind. Ein regelmäßiger Reifenwechsel ist auch sonst immer wieder erforderlich, da abgenützte Reifen verboten und gefährlich sind (Gefahr des Schleuderns oder eines Reifenplatzers). Bei jedem Reifenwechsel muss jeweils auch das Reifendruckkontrollsystem (RDKS bzw. TPMS=Tire Pressure Monitoring System) überprüft und kontrolliert werden; dieses Kontrollsystem, das in der EU (Europäische Union) für alle Neuwagen verpflichtend vorgeschrieben ist, überwacht permanent den Luftdruck der Autoreifen, warnt bei Druckverlust, erhöht damit die Sicherheit und senkt den Kraftstoffverbrauch.
Beim Auswuchten von Rädern soll erreicht werden, dass sich ein Autorad absolut gleichmäßig um seine Achse dreht, damit Vibrationen und damit der übermäßige Verschleiß des Fahrwerks (Radaufhängung, Stoßdämpfer) und des Reifenabriebs (Abnützung des Reifens) vermieden werden. Beim Auswuchten wird das Rad in eine Radauswuchtmaschine eingespannt und in schnelle Drehung versetzt; Sensoren messen die Unregelmäßigkeiten und Abweichungen in der Drehung ("Unwuchten") und die Elektronik berechnet, an welcher Stelle der Radfelge Gewichte ("Auswuchtgewichte" aus Zink oder Blei) zum Ausgleich der Unregelmäßigkeit angebracht werden müssen.
Eine wichtige Aufgabe der FahrzeugtechnikerInnen für Personenkraftwagentechnik ist schließlich auch die Durchführung von Korrosionsschutzmaßnahmen an den Fahrzeugen. Als "Korrosion" bezeichnet man bei Fahrzeugen die langsame Zerstörung (das "Verrosten") von Metallteilen durch Feuchtigkeit, Sauerstoff und Streusalze. Am häufigsten sind die Flächenkorrosion (Metallflächen mit beschädigten Lackstellen, unbehandelter Unterboden), die Spaltenkorrosion (in engen Zwischenräumen, wo sich Feuchtigkeit ansammeln kann) und die Lochfraßkorrosion (infolge beschädigter Schutzschichten, z.B. am Auspuff). Die wichtigste Methode zur Verhinderung von Korrosion ist das Auftragen einer Schutzschicht (Lack, Unterbodenschutz), wobei die betroffenen Flächen zunächst gereinigt, geschliffen und entfettet, sodann mit einem Rostschutzmittel grundiert und nach dem Trocknen mit einem Speziallack in mehreren dünnen Schichten lackiert werden; abschließend wird die lackierte Fläche mit Klarlack versiegelt.
Auf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker in Arbeitskleidung zu sehen, der den Ölstand eines Fahrzeugs überprüft.
© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker zu sehen, der unter der geöffneten Motorhaube eines Autos arbeitet und dabei ein Messinstrument verwendet.
© AMS / Das MedienstudioDas Bild zeigt einen Fahrzeugtechniker, der in einer Werkstatt an einem Autoteil arbeitet.
© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechnike rzu sehen, der ein Autoteil in einer Werkstatt inspiziert.
© AMS / Das MedienstudioDas Bild zeigt einen Fahrzeugtechniker, der eine Schwungscheibe inspiziert.
© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker in Arbeitskleidung zu sehen, der an einem Auto arbeitet.
© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker zu sehen, die den Ölstand eines Fahrzeugs überprüft.
© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker in Arbeitskleidung zu sehen, der an einem Fahrzeug arbeitet.
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© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker in Arbeitskleidung zu sehen, der an einem Fahrzeug arbeitet.
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© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker in Arbeitskleidung zu sehen, der an einem Fahrzeug arbeitet.
© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker in Arbeitskleidung zu sehen, der an einem Fahrzeug arbeitet.
© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker in Arbeitskleidung zu sehen, der an einem Fahrzeug arbeitet.
© AMS / Das MedienstudioHinweis: Die gezeigten Fotos stammen aus einem Berufsfeld und können daher vom beschriebenen Einzelberuf abweichen.
Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)
| FahrzeugtechnikerIn - Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik | ||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) | 1. Lj | 2. Lj | 3. Lj | 4. Lj | gültig ab | |||||||||
|
Metallgewerbe und Elektrogewerbe (Arbeiter)
gültig ab 01.01.2026
|
1.000 | 1.149 | 1.493 | 2.000 | 01.01.2026 | |||||||||
|
Metallindustrie: Metalltechnische Industrie (Maschinen- und Metallwarenindustrie, Gießerei-Industrie), Fahrzeugindustrie, Nichteisen-Metallindustrie, Stahlindustrie und Bergbau, Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (Arbeiter)
gültig ab 01.11.2025
|
1.071 | 1.295 | 1.658 | 2.152 | 01.11.2025 | |||||||||
|
Gemeinde WIEN (gemäß Dienstvorschrift für Lehrlinge) (Gemeindebedienstete)
gültig ab 01.07.2026
|
1.150 | 1.427 | 1.538 | 2.092 | 01.07.2026 | |||||||||
Betriebe/Lehrbetriebe:
FahrzeugtechnikerInnen sind vorwiegend in Kfz-Werkstätten beschäftigt (Klein- und Mittelbetriebe des Kraftfahrzeugtechniker-Gewerbes). FahrzeugtechnikerInnen mit dem Schwerpunkt "Personenkraftwagentechnik" arbeiten meist in Kfz-Werkstätten (Klein- und Mittelbetriebe des Kraftfahrzeugtechniker-Gewerbes) sowie in Service- und Reparaturabteilungen österreichischer Tochterbetriebe und Generalvertretungen ausländischer Kfz-Hersteller. Bundesweit gibt es rund 7.000 Kfz-Werkstätten, wovon rund 2.000 als Vertragswerkstätten an bestimmte Automarken gebunden sind und rund 5.000 als markenunabhängige ("freie") Werkstätten arbeiten. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten für FahrzeugtechnikerInnen mit Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik gibt es bei Serviceeinrichtungen von Automobilclubs (z.B. ARBÖ oder ÖAMTC) sowie auch in Großbetrieben der Fahrzeugindustrie oder deren Zulieferbetrieben (Herstellung von Fahrzeugen und Bauteilen). Die meisten Beschäftigungsbetriebe (Kfz-Werkstätten) gibt es in den größeren Städten (vor allem in Wien und den Landeshauptstädten) sowie in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark, die jeweils auch eine sehr hohe PKW-Dichte aufweisen (die Anzahl der PKWs pro 1.000 Einwohnern beträgt insgesamt zirka 580; am höchsten ist sie im Burgenland mit über 700 PKWs pro 1.000 Einwohner). In Österreich gibt es auch eine relativ hohe Motorrad-Dichte (zirka 76 Motorräder pro 1.000 Einwohner; am höchsten ist sie in Kärnten mit über 90 Motorrädern pro 1.000 Einwohner).
Lehrstellensituation:
Der Lehrberuf "FahrzeugtechnikerIn" (4 Schwerpunkte) gehört mit insgesamt mehr als 9.950 Lehrlingen im Jahr 2025 zu den am häufigsten erlernten Lehrberufen und liegt bei den männlichen Lehrlingen an 3. Stelle (mehr als 9.300 männliche Lehrlinge). Seit die Lehrlingsanzahl Mitte der 2010er-Jahre mit weniger als 8.600 Personen den bisher niedrigsten Stand erreichte, ist sie seither wieder jährlich etwas gestiegen; jedenfalls dürfte das derzeitige Niveau vermutlich auch weiterhin weitgehend erhalten bleiben. Der am häufigsten erlernte Schwerpunkt ist mit fast 6.800 Lehrlingen die "Personenkraftwagentechnik"; im Schwerpunkt "Karosserietechnik" gibt es derzeit über 1.650 Lehrlinge, im Schwerpunkt "Nutzfahrzeugtechnik" rund 1.330 Lehrlinge und im Schwerpunkt "Motorradtechnik" 250 Lehrlinge. Doppellehren mit anderen Lehrberufen sind in diesem Lehrberuf vergleichsweise eher selten: Die häufigste Lehrberufskombination ist FahrzeugtechnikerIn + Land- und BaumaschinentechnikerIn; weitere - aber eher selten - kombinierte Lehrberufe sind z.B. "BerufskraftfahrerIn - Schwerpunkt Güterbeförderung", "FahrradmechatronikerIn", "LackiertechnikerIn", "SattlerIn - Schwerpunkt Fahrzeugsattlerei" und sogar kaufmännische Lehrberufe wie "Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Kraftfahrzeuge und Ersatzteile" oder "Bürokaufmann/-frau".
Unterschiede nach Geschlecht:
Der Lehrberuf "FahrzeugtechnikerIn" gilt als "typischer Männerberuf" und wird daher nur selten von Frauen erlernt. Der Anteil der weiblichen Lehrlinge beträgt derzeit weniger als 6 Prozent (das sind 643 Lehrlinge). Eine kleine Ausnahme sind die beiden Schwerpunkte "Karosserietechnik" und "Motorradtechnik", wo der Anteil der weiblichen Lehrlinge bei rund 10 Prozent liegt.
Berufsaussichten:
In den nächsten Jahren wird eine recht stabile Nachfrage nach Arbeitskräften im Bereich der Fahrzeugtechnik und der Kfz-Werkstätten erwartet. Begründet kann dies damit werden, dass der Bedarf an Kraftfahrzeugen aller Art nach wie vor zunimmt und der Fahrzeugmarkt infolge der technologischen Neuerungen wie vor allem der Elektromobilität (z.B. Hybrid- oder E-Autos) zusätzlichen Auftrieb erhält.
Beschäftigungsaussichten:
Die Beschäftigungsaussichten für FahrzeugtechnikerInnen mit dem Schwerpunkt "Personenkraftwagentechnik" sind gut, wobei die Chancen auf dem Arbeitsmarkt allerdings erheblich von der Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung und zum Erwerb von Zusatzqualifikationen abhängen. Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel in den Bereichen Hybrid- und Elektrotechnologie, Mechatronik, Automatisierungstechnik oder Karosseriebau und Karosserielackierung.
Stellenangebote in "alle jobs" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):
Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular in "alle jobs". Im Formular können Sie dann noch weitere Filter setzen.
| FahrzeugtechnikerIn - Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik (inkl. Doppellehren) | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Der Lehrberuf "FahrzeugtechnikerIn - Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik" ist seit 1.7.2026 gültig; er ist die neu geregelte Form des Vorläufer-Lehrberufs "KraftfahrzeugtechnikerIn - Hauptmodul Personenkraftwagentechnik". Die nachfolgend angeführten Zahlen stammen von diesem Vorläufer-Lehrberuf! |
||||||||||
| Anz./Jahr | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
| männlich | 5.708 | 5.710 | 5.936 | 6.119 | 6.104 | 6.056 | 6.041 | 6.061 | 6.342 | 6.419 |
| weiblich | 203 | 224 | 257 | 282 | 292 | 316 | 345 | 361 | 392 | 380 |
| gesamt | 5.911 | 5.934 | 6.193 | 6.401 | 6.396 | 6.372 | 6.386 | 6.422 | 6.734 | 6.799 |
| Frauenanteil | 3,4% | 3,8% | 4,1% | 4,4% | 4,6% | 5,0% | 5,4% | 5,6% | 5,8% | 5,6% |
| Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich | ||||||||||
Folgende berufsbildende Schulen bieten teilweise eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:
In diesem Beruf ist infolge der laufenden technischen Weiterentwicklung der Kfz-Technik eine ständige Weiterbildung für eine erfolgreiche Berufsausübung unerlässlich. Das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten in allen Bundesländern Weiterbildungsveranstaltungen für FahrzeugtechnikerInnen an, z.B. Motorenkunde, Bremsanlagen, Kraftfahrzeugelektronik, Hochvolt-Systeme. Auch Kfz-Vertriebsfirmen veranstalten Kurse über neue Modelle.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs:
Mehr Infos zu Weiterbildungen in der Weiterbildungsdatenbank
Aufstiegsmöglichkeiten:
FahrzeugtechnikerIn können nach entsprechender Weiterbildung folgende Aufstiegspositionen erreichen: VorarbeiterIn, GruppenleiterIn, PartieführerIn, WerkmeisterIn, MeisterIn, KundendienstberaterIn, AbteilungsleiterIn, WerkstättenleiterIn, LagerleiterIn, BetriebsleiterIn.
Selbstständige Berufsausübung:
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für FahrzeugtechnikerInnen in folgenden Gewerben:
Für reglementierte Gewerbe muss bei der Gewerbeanmeldung der jeweils vorgeschriebene Befähigungsnachweis, z.B. in Form einer Befähigungsprüfung, eines bestimmten Schul- oder Studienabschlusses oder einer fachlichen Tätigkeit erbracht werden. Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern nur die Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen zur Anmeldung eines Gewerbes.
Weitere Informationen zum Gewerberecht finden Sie auf der Internet-Seite der Wirtschaftskammer Österreich (Thema "Gewerbeanmeldung") und des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (Thema "Gewerbetätigkeiten" - Liste der freien und reglementierten Gewerbe).
Auf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker in Arbeitskleidung zu sehen, der den Ölstand eines Fahrzeugs überprüft.
© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker zu sehen, der unter der geöffneten Motorhaube eines Autos arbeitet und dabei ein Messinstrument verwendet.
© AMS / Das MedienstudioDas Bild zeigt einen Fahrzeugtechniker, der in einer Werkstatt an einem Autoteil arbeitet.
© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechnike rzu sehen, der ein Autoteil in einer Werkstatt inspiziert.
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© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker zu sehen, die den Ölstand eines Fahrzeugs überprüft.
© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker in Arbeitskleidung zu sehen, der an einem Fahrzeug arbeitet.
© AMS / Das MedienstudioAuf dem Bild ist ein Fahrzeugtechniker in Arbeitskleidung zu sehen, der an einem Fahrzeug arbeitet.
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