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Medizinproduktekaufmann/-frau

Berufsbereiche: Handel und Verkauf
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Dieser neue Lehrberuf besteht seit 1. Jänner 2016. Er wurde als befristeter Ausbildungsversuch eingerichtet und kann vorläufig bis zum 30. Juni 2020 begonnen werden.

 


Tätigkeitsmerkmale

Medizinproduktekaufleute arbeiten in den Bereichen Beschaffung, Vertrieb und Verkauf des Medizinproduktegewerbes; dieses Gewerbe befasst sich mit Herstellung und Verkauf von Materialien, Werkzeugen und Geräten, die im Gesundheitswesen benötigt werden, also in Ordinationen, Spitälern, Pflegeheimen, Rehabilitationszentren, medizinischen Labors, Rettungsdiensten usw. Medizinprodukte sind z.B. medizinische Instrumente und Geräte, Laborgeräte und -einrichtungen, Diagnosegeräte, Erste-Hilfe-Geräte, Verbandsmaterial, Desinfektions- und Spezialreinigungsmittel, Wundversorgungsmittel, Infusions- und Injektionsmaterial, Operationsmaterial, medizinische Schnelltests, Hygienematerialien, medizinische Handschuhe, Bandagen und Orthesen (Vorrichtungen zur Stabilisierung von Gliedmaßen) uä.

Medizinproduktekaufleute stellen den betrieblichen Bedarf an Medizinprodukten fest (Einkaufsplanung) und sorgen für die Bestellung der Waren bei den Herstellerfirmen (Einkaufsabwicklung). Wenn die Waren einlangen, kontrollieren sie, ob alles in der richtigen Menge und Qualität geliefert wurde (Warenan- und übernahme). Bei Lieferverzug oder falschen und fehlerhaften Lieferungen reklamieren sie bei der Lieferfirma. Die gelieferten Waren werden dann sachgemäß gelagert bzw. in den Verkaufsräumen verkaufsgerecht ausgestellt und mit Preiszetteln versehen (Preisauszeichnung). Die zentrale Aufgabe der Medizinproduktekaufleute ist die Information und Beratung der KundInnen über die Eigenschaften, Verwendungsmöglichkeiten, Pflege und Qualität der Medizinprodukte sowie über die vom Unternehmen angebotenen Serviceleistungen. Im Verkaufsgespräch werden auch zusätzliche Produkte und Serviceleistungen angeboten. Die Medizinproduktekaufleute nehmen Kundenaufträge und bestellungen auch telefonisch bzw. über E-Mail und Internet entgegen und wickeln sie ab. Sie stellen die Rechnungen aus und kassieren die Zahlungsbeträge oder kontrollieren im bargeldlosen Zahlungsverkehr den Eingang der Zahlungen. Falls die KundInnen beliefert werden sollen, organisieren sie die Transporte, wobei in bestimmten Fällen sogar Spezialtransporte erforderlich sind (bei bestimmten Medizinprodukten, die besonders empfindlich oder gefährlich sind). Und schließlich nehmen sie auch Kundenreklamationen entgegen und erledigen diese zur Zufriedenheit der KundInnen.

Medizinproduktekaufleute benötigen sehr gute Kenntnisse über die angebotenen Produkte und ihre Verwendung und den möglichen Risiken und Gefahren, die davon ausgehen. Sie müssen teilweise auch das medizinische Vokabular beherrschen, da der Kundenkreis zu einem erheblichen Teil aus medizinischem Fachpersonal (z.B. ÄrztInnen) besteht. Auch die gesetzlichen Grundlagen des Gesundheitswesens und die Regelungen hinsichtlich der Medizinprodukte müssen ihnen geläufig sein (z.B. Arzneimittelregister, Krankenanstaltengesetz, Gesundheits- und Krankenpflegegesetz, Ärztegesetz, Elektrotechnikgesetz, Strahlenschutzgesetz, Gesetz über die medizinisch-technischen Dienste). Und nicht zuletzt sind schließlich auch Kenntnisse zur Verkaufsförderung und Werbung erforderlich, da es auch im Medizinproduktehandel um die verkaufsgerechte Warenpräsentation, die ansprechende Dekoration der Verkaufsräume und die Durchführung von Werbemaßnahmen geht.

 

Berufsprofil gemäß Ausbildungsordnung:

  1. Bedarf für die Warenbeschaffung und Durchführung der Warenbestellungen in der betriebsüblichen Kommunikationsform ermitteln,
  2. Einkauf unter Berücksichtigung neuer Technologien,
  3. Wareneingänge kontrollieren, Maßnahmen bei Lieferverzug, Nichtlieferung, Fehllieferung oder Gewährleistungsfällen setzen,
  4. Waren lagern und pflegen auch im Hinblick auf Hygiene sowie Umgehen mit sterilen Produkten,
  5. betriebliches Warensortiment vorbereiten, bereitstellen und verkaufsgerecht präsentieren,
  6. über die Wareneigenschaften, Verwendungsmöglichkeiten, Warenpflege sowie Qualität von Medizinprodukten informieren und beraten sowie Kunden einschulen,
  7. Serviceleistungen anbieten,
  8. Transporte (auch für besondere Medizinproduktgruppen wie Gefahrgüter usw.) organisieren,
  9. Verkaufsgespräche führen,
  10. Bestellungen und Kundenaufträge entgegennehmen und abwickeln inklusive Rechnungslegung und Zahlungsverkehr sowie Durchführen der Artikelrückverfolgung im Anlassfall,
  11. Kundenreklamationen behandeln.

Medizinproduktekaufleute arbeiten in den Bereichen Beschaffung, Vertrieb und Verkauf des Medizinproduktegewerbes; dieses Gewerbe befasst sich mit Herstellung und Verkauf von Materialien, Werkzeugen und Geräten, die im Gesundheitswesen benötigt werden, also in Ordinationen, Spitälern, Pflegeheimen, Rehabilitationszentren, medizinischen Labors, Rettungsdiensten usw. Medizinprodukte sind z.B. medizinische Instrumente und Geräte, Laborgeräte und -einrichtungen, Diagnosegeräte, Erste-Hilfe-Geräte, Verbandsmaterial, Desinfektions- und Spezialreinigungsmittel, Wundversorgungsmittel, Infusions- und Injektionsmaterial, Operationsmaterial, medizinische Schnelltests, Hygienematerialien, medizinische Handschuhe, Bandagen und Orthesen (Vorrichtungen zur Stabilisierung von Gliedmaßen) uä.

Medizinproduktekaufleute stellen den betrieblichen Bedarf an Medizinprodukten fest (Einkaufsplanung) und sorgen für die Bestellung der Waren bei den Herstellerfirmen (Einkaufsabwicklung). Wenn die Waren einlangen, kontrollieren sie, ob alles in der richtigen Menge und Qualität geliefert wurde (Warenan- und übernahme). Bei Lieferverzug oder falschen und fehlerhaften Lieferungen reklamieren sie bei der Lieferfirma. Die gelieferten Waren werden dann sachgemäß gelagert bzw. in den Verkaufsräumen verkaufsgerecht ausgestellt und mit Preiszetteln versehen (Preisauszeichnung). Die zentrale Aufgabe der Medizinproduktekaufleute ist die Information und Beratung der KundInnen über die Eigenschaften, Verwendungsmöglichkeiten, Pflege und Qualität der Medizinprodukte sowie über die vom Unternehmen angebotenen Serviceleistungen. Im Verkaufsgespräch werden auch zusätzliche Produkte und Serviceleistungen angeboten. Die Medizinproduktekaufleute nehmen Kundenaufträge und bestellungen auch telefonisch bzw. über E-Mail und Internet entgegen und wickeln sie ab. Sie stellen die Rechnungen aus und kassieren die Zahlungsbeträge oder kontrollieren im bargeldlosen Zahlungsverkehr den Eingang der Zahlungen. Fa ...

  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Arbeiten im Team;
  • Selbstständigkeit: Bedarf für die Warenbeschaffung ermitteln, Bestellungen durchführen;
  • generelle Lernbereitschaft: sich im Hinblick auf Hygiene auf dem Laufenden halten;
  • Organisationstalent: Bestellungen durchführen, Wareneingänge kontrollieren, Transporte von Medizinprodukten organisieren;
  • Kontaktfähigkeit: Kundenaufträge entgegennehmen und abwickeln;
  • Merkfähigkeit: über Wareneigenschaften, Warenpflege und die Qualität von Medizinprodukten Bescheid wissen;
  • mathematisch-rechnerische Fähigkeit: Zahlungen durchführen, Verkauf von Medizinprodukten;
  • technisches Verständnis: sich mit medizinischen Geräten, Anlagen und Heilbehelfen auskennen.

Betriebe/Lehrbetriebe: Medizinproduktekaufleute arbeiten in Betrieben des Medizinproduktefachhandels, des orthopädischen Einzelhandels oder im Medizinproduktegroßhandel.

Lehrstellensituation: Der Lehrberuf wurde 2016 als befristeter Ausbildungsversuch eingerichtet und kann vorläufig bis 2020 begonnen werden. 24 Lehrlinge haben 2016, im ersten Jahr des Ausbildungsversuchs, eine Lehre zum/zur Medizinproduktekaufmann/-frau begonnen. 2017 haben ähnlich viele Personen die Lehre begonnen. Insgesamt stehen also derzeit rund 50 Personen in Ausbildung.

Unterschiede nach Geschlecht: Im ersten Jahr des Ausbildungsversuchs haben sich vor allem Frauen für eine entsprechende Ausbildung entschieden. Der Frauenanteil liegt bei rund 80 Prozent.

Berufsaussichten: Informationen zu den Berufsaussichten können nur geschätzt werden, da derzeit noch keine AbsolventInnen am Arbeitsmarkt anzutreffen sind. Generell wird mit einer steigenden Nachfrage für qualifiziertes Personal in diesem Bereich gerechnet. Gründe dafür sind die große Vielfalt an unterschiedlichen Medizinprodukten, technischer Fortschritt und der wachsende Markt in diesem Bereich.

Beschäftigungsaussichten: Für geschultes Verkaufspersonal zur Beratung bei der Auswahl sowie zu möglichen Risiken einzelner Medizinprodukte sind die Beschäftigungsmöglichkeiten gut.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Einzelhandelskaufmann/-frau", dem der Beruf "Medizinproduktekaufmann/-frau" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

Medizinproduktekaufmann/-frau
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Handelsgewerbe (Angestellte) 01.01.2018
Medizinproduktekaufmann/-frau (inkl. Doppellehren)
Zu diesem Lehrberuf liegen noch keine Lehrlingszahlen vor, da er erst am 1.1.2016 eingerichtet wurde!
Anz./Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
männlich k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. 0 4 11
weiblich k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. 0 20 38
gesamt k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. 0 24 49
Frauenanteil k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. - 83,3% 77,6%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
Medizinproduktekaufmann/-frau
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
Bankkaufmann/-frau nein
Betriebslogistikkaufmann/-frau nein
Buch- und MedienwirtschafterIn - Buch- und Musikalienhandel nein
Buch- und MedienwirtschafterIn - Buch- und Pressegroßhandel nein
Buch- und MedienwirtschafterIn - Verlag nein
Bürokaufmann/-frau nein
DrogistIn nein
E-Commerce-Kaufmann/-frau nein
EDV-Kaufmann/-frau nein
EinkäuferIn nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Allgemeiner Einzelhandel ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Baustoffhandel ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Einrichtungsberatung ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Eisen- und Hartwaren ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Elektro-Elektronikberatung ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Feinkostfachverkauf ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Gartencenter ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Kraftfahrzeuge und Ersatzteile ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Lebensmittelhandel ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Parfümerie ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Schuhe ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Sportartikel ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Telekommunikation ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Textilhandel ja <
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Uhren- und Juwelenberatung ja <
Finanz- und RechnungswesenassistentIn nein
Finanzdienstleistungskaufmann/-frau nein
FitnessbetreuerIn nein
Foto- und Multimediakaufmann/-frau nein
Großhandelskaufmann/-frau nein
Hotel- und GastgewerbeassistentIn nein
Hotelkaufmann/-frau nein
Immobilienkaufmann/-frau nein
Industriekaufmann/-frau nein
Mobilitätsservicekaufmann/-frau nein
PersonaldienstleistungsassistentIn nein
Pharmazeutisch-kaufmännisch(er/e) AssistentIn nein
RechtskanzleiassistentIn nein
ReisebüroassistentIn nein
Speditionskaufmann/-frau nein
SpeditionslogistikerIn nein
SportadministratorIn nein
SteuerassistentIn nein
Versicherungskaufmann/-frau nein
VerwaltungsassistentIn nein
Waffen- und MunitionshändlerIn nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz
< Die LAP im beschriebenen Lehrberuf ersetzt die LAP des verwandten Lehrberufs.

Selbstständige Berufsausübung:

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für Medizinproduktekaufleute im reglementierten Gewerbe "Herstellung und Aufbereitung sowie Vermietung von Medizinprodukten, soweit diese Tätigkeiten nicht unter ein anderes reglementiertes Gewerbe fallen, und Handel mit sowie Vermietung von Medizinprodukten" (Befähigungsnachweis erforderlich).

Weiters können Medizinproduktekaufleute das Handelsgewerbe ausüben. Das Handelsgewerbe ist ein freies Gewerbe und erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Handel, Seite 79
Schule oder Lehre? 2 Wege zum Wunschberuf (Broschüre)
Reihe: Berufswahl
Fundstelle: Gesundheit, Schönheitspflege, Seite 64
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