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Immobilienkaufmann/-frau - Schwerpunkt Verwalter

Berufsbereiche: Büro, Wirtschaft, Finanzwesen und Recht
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung (Lehrlingseinkommen)
Lehrzeit: 3 Jahre. Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.820,- bis € 2.210,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Der Schwerpunktlehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau" mit den drei Schwerpunkten "Bauträger", "Makler" und "Verwalter" kann ab 1. Mai 2020 erlernt werden. Er ersetzt den bisherigen Lehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau", bei dem keine Schwerpunkte vorgesehen waren. Lehrlinge, die am 30. April 2020 im Lehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau (ohne Schwerpunkte)" ausgebildet werden, können die Lehre nach den bisherigen Regelungen (Ausbildungsordnung, Prüfungsordnung) abschließen. Sie können aber auch bei voller Lehrzeitanrechnung auf den neuen Lehrberuf (Immobilienkaufmann/-frau mit Schwerpunkten) umsteigen (erforderlich ist dafür eine entsprechende Vereinbarung zwischen Lehrbetrieb und Lehrling).

Tätigkeitsmerkmale

Unter "Immobilien" (oder auch "Realitäten") versteht man Grundstücke und Bauwerke (z.B. Wohngebäude, Betriebsgebäude) sowie Wohnungen aller Art. Da der Handel mit Immobilien und deren Betreuung viele Spezialkenntnisse erfordert, hat sich dafür ein eigener Wirtschaftszweig entwickelt, die Immobilienwirtschaft, sowie eine ganze Reihe von spezialisierten Berufen. Der Lehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau" mit den drei Schwerpunkten "Bauträger", "Makler" und "Verwalter" zeigt diese Vielfalt und den Bedarf an Fachkräften mit spezialisierten Fachkenntnissen für die verschiedenen Spielarten der Branche. "Bauträger" sind Bauunternehmen, die Bauwerke und Wohnungen nicht im Auftrag einer Privatperson oder eines Unternehmens, sondern auf eigene Rechnung errichten, um sie dann später an InteressentInnen zu verkaufen. "Immobilienmakler" sind Unternehmen, die mit Immobilien handeln, also Grundstücke/Gebäude/Wohnungen kaufen und weiterverkaufen oder vermieten. "Immobilienverwalter" sind Unternehmen, die sich (meist im Auftrag der EigentümerInnen) um die Wartung und Instandhaltung von Immobilien kümmern; sie sorgen dafür, dass die Gebäudetechnik (Strom, Kanalisation, Heizung/Lüftung usw.) funktioniert und die Bausubstanz erhalten bleibt (z.B. durch Renovierungsmaßnahmen); bei Mietshäusern sorgen sie für die Vermietung der Wohnungen und die Einhebung der Mieten.

Im Folgenden werden die wichtigsten Aufgabenbereiche der Immobilienkaufleute mit Schwerpunkt "Verwalter" genauer beschrieben. Die Aufgabenbereiche sind:

Gemeinsame Aufgabenbereiche aller Schwerpunkte:

  • Office-Management
  • Marketing
  • Betriebliches Rechnungswesen
  • Grundlagen der Immobilienwirtschaft

Aufgabenbereiche im Schwerpunkt "VERWALTER":

  • Rechtliche Grundlagen
  • Immobilienbetreuung
  • Operative Immobilienverwaltung
  • Immobilienpflege
  • Abwicklung eines Versicherungsfalles
  • Abrechnungen

 

Office-Management:

Der Aufgabenbereich "Office-Management" (also "Büro-Organisation") umfasst alle Aufgaben zur Gewährleistung eines funktionierenden Bürobetriebs. Die Immobilienkaufleute sorgen dafür, dass die Bürogeräte und Anlagen (PC/Laptop, Drucker, Telefonanlage) alle funktionieren, wobei sie einfache Probleme oft selbst lösen, z.B. durch Beheben eines Papierstaus im Drucker oder durch Austauschen leerer Tonerpatronen. Sie kümmern sich um die Beschaffung von Büromaterial, indem sie laufend den Bedarf an Büromaterial ermitteln, Anbote einholen, die Preise und Konditionen vergleichen und die Warenbestellungen durchführen. Sie bearbeiten den Posteingang und Postausgang, frankieren die Versandstücke und beauftragen die Zustelldienste. Immobilienkaufleute beantworten Anfragen, holen Auskünfte ein (telefonisch oder per E-Mail) und erledigen den Schriftverkehr (Briefe, E-Mails usw.). Sie sorgen für die erforderliche betriebliche Kommunikation, indem sie Informationen erfassen, strukturieren, bearbeiten und weiterleiten. Eine wichtige Aufgabe ist das Terminmanagement; es umfasst die Koordinierung von Terminen und Terminänderungen, die Dokumentation und Verwaltung der Termine im Kalendersystem des Betriebs und den Versand von Termin-Informationen und Unterlagen. Die Organisation von Besprechungen und Meetings umfasst die Reservierung und Vorbereitung der Räume, die Beschaffung und Vorbereitung der Unterlagen, die Aufbereitung von Unterlagen (Erstellung von Handouts und Präsentationen), die Erstellung und den Versand von Einladungen, den Empfang und die Betreuung der BesucherInnen und Gäste, die Protokollführung und die Nachbereitung (Schreiben der Protokolle, Zusammenfassung der Ergebnisse usw.).

 

Marketing:

Unter "Marketing" versteht man alle Maßnahmen eines Unternehmens, die dem Zweck dienen, die eigenen Angebote so zu gestalten und darzustellen, dass sie von den KundInnen wahrgenommen und nachgefragt werden. Wichtige Teilbereiche des Marketing sind z.B. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit (in den Medien ua.). Immobilienkaufleute sind an der Gestaltung von Info- und Werbematerialien beteiligt, indem sie z.B. Newsletters, Direct-Mailings, Presseaussendungen, Social-Media-Beiträge und Ähnliches erstellen und gestalten (teilweise auch mit speziellen Computer-Grafikprogrammen). Und sie arbeiten auch an Veranstaltungen mit, bei denen sich das Unternehmen der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Betriebliches Rechnungswesen:

Das Rechnungswesen dient der genauen Dokumentation aller finanziellen Angelegenheiten eines Betriebes. Immobilienkaufleute prüfen alle Belege (Rechnungen, Zahlungsbelege) auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Sie ordnen die Belege nach Datum, Herkunft und Belegart und bereiten sie für die Verbuchung vor. Sie prüfen die Rechnungen auf rechnerische und sachliche Richtigkeit und führen die Zahlungen per Zahlschein oder Online-Überweisung durch. Die Überprüfung der Zahlungseingänge und -ausgänge erfolgt durch regelmäßige Kontrolle der Kontoauszüge. Und schließlich gehört zum Rechnungswesen auch die Aufbereitung der Finanz-Daten, die Ermittlung von Kennzahlen und die Erstellung von Statistiken (z.B. Wohnstatistiken, Preisentwicklung am Immobilienmarkt, Entwicklung der Betriebs- und Mietkosten), die der Betriebsführung als Grundlagenmaterial für die betriebswirtschaftlichen Entscheidungen dienen.

 

Grundlagen der Immobilienwirtschaft:

Immobilienkaufleute benötigen für ihre beruflichen Aufgaben gute grundlegende Kenntnisse der Immobilienwirtschaft. Dazu gehören vor allem rechtliche Kenntnisse, technische Grundkenntnisse und genaue Kenntnisse der Informationsbeschaffung und -verwaltung für alle immobilienwirtschaftlich bedeutsamen Informationen. Wichtige rechtliche Kenntnisse sind: Grundbuchrecht, Mietrecht, Wohnungseigentums- und Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz, Steuer- und Abgabenrecht (z.B. Umsatzsteuer, Immobilienertragssteuer bzw. ImmoEst, Grunderwerbsteuer), Bestimmungen zum Energieausweis (verpflichtende Information über den energietechnischen Zustand eines Gebäudes), Berufshaftpflicht, Fördermöglichkeiten im Wohnbau, gesetzeskonforme Berechnung von Mietzins, Indexanpassungen, Honoraren usw. Grundlegende technische Kenntnisse in der Gebäudetechnik (Strom- und Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Heizung, Lüftung, Aufzugsanlagen usw.) sind vor allem deswegen erforderlich, weil Immobilienkaufleute die KundInnen fachgerecht über die technischen Einrichtungen der gehandelten Gebäude informieren müssen und auch mit der Beauftragung externer Unternehmen und Handwerker betraut sind, z.B. wenn Reparaturarbeiten erforderlich sind. Ein zentraler Arbeitsbereich der Immobilienkaufleute ist die Informationsbeschaffung und Informationsverwaltung. Sie müssen laufend Grundbuchauszüge (Grundbuch = Verzeichnis aller Immobilien) und sonstige Unterlagen (z.B. Immobilienpläne) beschaffen und die darin enthaltenen Informationen herauslesen. Ganz wichtig ist auch die (elektronische) Erfassung und Verwaltung der Immobilien-Daten in Form sogenannter "Objektakten" (z.B. Grundstücksakten, Gebäudeakten, Wohnungsakten, Miet-/Pachtakten, Bauakten) sowie der Klienten-Daten (z.B. KundInnen-Kartei).

 

Schwerpunkt "VERWALTER":

Immobilienkaufleute mit dem Schwerpunkt "Verwalter" sind in Unternehmen tätig, die Immobilien (vor allem Wohnungen) verwalten, die für die Wartung und Instandhaltung der Immobilien sorgen, angefangen von der Bausubstanz bis hin zur Gebäudetechnik (Strom, Kanalisation, Heizung/Lüftung usw.), und die Wohnungen vermieten und die Mieten und Betriebskosten einheben. Daraus ergeben sich auch die speziellen Aufgabenbereiche der Immobilienkaufleute mit Schwerpunkt "Verwalter": Immobilienbetreuung, Operative Immobilienverwaltung, Immobilienpflege, Abwicklung von Versicherungsfällen, Abrechnungen.

Zu den Aufgaben in der Immobilienbetreuung gehört es, die Anfragen der Eigentümer, Mieter/Pächter und sonstigen InteressentInnen telefonisch oder per E-Mail zu beantworten und die Eigentümer und Mieter/Pächter über Neuigkeiten und über notwendige bauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen zu informieren. Im Bereich der Operativen Immobilienverwaltung organisieren die Immobilienkaufleute Eigentümer- oder Mieterversammlungen. Sie bereiten diese vor und arbeiten bei der Durchführung mit; sie bereiten die Unterlagen und die Tagesordnung vor, führen die Anwesenheitsliste, prüfen die Beschlussfähigkeit, führen das Protokoll über die Diskussionsbeiträge und Beschlüsse und erledigen die Nacharbeiten, z.B. Ausschicken/Aushängen von Informationen und Einholen von Angeboten für die beschlossenen Maßnahmen (z.B. bauliche Maßnahmen wie etwa der Einbau eines Aufzuges). Wenn Beschlüsse zu treffen sind, bereiten sie diese vor, prüfen die Mehrheiten und versenden dann die Beschlussfassungsergebnisse. Weiters wirken sie beim Abschluss und bei der Beendigung von Miet-/Pachtverhältnissen sowie bei einem Eigentümerwechsel mit. Wenn es Probleme bei der Bezahlung der Miete oder der Pachtbeträge gibt, bringen sie eine Mahnklagen bei Gericht ein oder veranlassen eine gerichtliche Kündigung. Die Immobilienpflege umfasst die Hausbewirtschaftung, die Objektsicherheit, die Reparaturmaßnahmen, die Sanierung und die Bestandspflege. Immobilienkaufleute organisieren die Hausbetreuung (z.B. durch HausbesorgerInnen), die Müllabfuhr, die Schneeräumung, die Kontrolle der Sicherheitseinrichtungen (z.B. Feuerlöscher) usw. Sie nehmen Reparaturmeldungen auf, wirken an der Entwicklung von Sanierungskonzepten mit und organisieren Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sowie Reparaturarbeiten und Sanierungsmaßnahmen. Bei der Abwicklung von Versicherungsfällen nehmen die Immobilienkaufleute zunächst die Schadensmeldungen auf und klären dabei die schadensrelevanten Sachverhalte. Sie dokumentieren die Schadensmeldungen, prüfen sie oder leiten sie zur Überprüfung der Sachverhalte weiter. Sie organisieren die Maßnahmen zur Schadensbeseitigung (z.B. Reparaturen) und überwachen die Schadensregulierung. Die Erstellung der Abrechnungen für Miet- und Pachtverhältnisse und für Wohnungseigentum erfordert eine Reihe von vorbereitenden Berechnungen, z.B. Nutzfläche, Betriebskostenschlüssel, Betriebskosten, Verwaltungshonorar, Betriebskosten-Nachzahlung/-Gutschrift und Bruttomonatsmiete. Immobilienkaufleute bereiten die Abrechnungen für die KundInnen vor und versenden sie. Sie wickeln den Zahlungsverkehr ab, indem sie die Einzugsermächtigungen vorbereiten und die Zahlungsein- und -ausgänge überwachen und verbuchen; bei Zahlungsverzug verfassen und versenden sie ein Mahnschreiben.

Im Schwerpunkt "Verwalter" benötigen Immobilienkaufleute gute Kenntnisse über die gesetzlichen Bestimmungen des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz sowie über die immobilienrelevanten rechtlichen Bestimmungen des Versicherungsrechts.

Unter "Immobilien" (oder auch "Realitäten") versteht man Grundstücke und Bauwerke (z.B. Wohngebäude, Betriebsgebäude) sowie Wohnungen aller Art. Da der Handel mit Immobilien und deren Betreuung viele Spezialkenntnisse erfordert, hat sich dafür ein eigener Wirtschaftszweig entwickelt, die Immobilienwirtschaft, sowie eine ganze Reihe von spezialisierten Berufen. Der Lehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau" mit den drei Schwerpunkten "Bauträger", "Makler" und "Verwalter" zeigt diese Vielfalt und den Bedarf an Fachkräften mit spezialisierten Fachkenntnissen für die verschiedenen Spielarten der Branche. "Bauträger" sind Bauunternehmen, die Bauwerke und Wohnungen nicht im Auftrag einer Privatperson oder eines Unternehmens, sondern auf eigene Rechnung errichten, um sie dann später an InteressentInnen zu verkaufen. "Immobilienmakler" sind Unternehmen, die mit Immobilien handeln, also Grundstücke/Gebäude/Wohnungen kaufen und weiterverkaufen oder vermieten. "Immobilienverwalter" sind Unternehmen, die sich (meist im Auftrag der EigentümerInnen) um die Wartung und Instandhaltung von Immobilien kümmern; sie sorgen dafür, dass die Gebäudetechnik (Strom, Kanalisation, Heizung/Lüftung usw.) funktioniert und die Bausubstanz erhalten bleibt (z.B. durch Renovierungsmaßnahmen); bei Mietshäusern sorgen sie für die Vermietung der Wohnungen und die Einhebung der Mieten.

Im Folgenden werden die wichtigsten Aufgabenbereiche der Immobilienkaufleute mit Schwerpunkt "Verwalter" genauer beschrieben. Die Aufgabenbereiche sind:

Gemeinsame Aufgabenbereiche aller Schwerpunkte:

  • Office-Management
  • Marketing
  • Betriebliches Rechnungswesen
  • Grundlagen der Immobilienwirtschaft

Aufgabenbereiche im Schwerpunkt "VERWALTER":

  • Rechtliche Grundlagen
  • Immobilienbetreuung
  • Operative Immobilienverwaltung
  • Immobilienpflege
  • Abwicklung eines Versicherungsfalles
  • Abrechnungen

 

Office-Management:

Der Aufgabenbereich "Office-Management" (also "Büro-Organisation") umfasst alle Aufgaben zur Gewährleistung eines funktionierenden Bürobetriebs. Di…

  • Fingerfertigkeit: Arbeiten am Computer (Maschinschreiben, Eingeben von Daten); Bedienen von Bürogeräten über Touchscreen (z.B. Kopierer);
  • mathematisch-rechnerische Fähigkeit: Erstellen/Kontrollieren der Abrechnungen für Miet- und Pachtverträge; Abwickeln des Zahlungsverkehrs; Durchführen/Kontrollieren kaufmännischer und statistischer Berechnungen;
  • technisches Verständnis: Reparaturmeldungen aufnehmen; Organisieren von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, von Reparaturarbeiten und von Sanierungsmaßnahmen; fachgerechtes Beauftragen von externen Firmen und Handwerksbetrieben mit Installations- und Reparaturarbeiten an der Gebäudetechnik;
  • Organisationstalent: Organisieren der Hausbewirtschaftung (Facility Management); Vorbereiten und Durchführen von Eigentümer- oder Mieterversammlungen; Abwickeln von Versicherungsfällen;
  • Kontaktfähigkeit: Informieren und Beraten der KundInnen;
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Arbeiten im Team;
  • Sprachfertigkeit mündlich: Informieren und Beraten der KundInnen; fachgerechtes Beantworten von Anfragen;
  • Sprachfertigkeit schriftlich: Verfassen von Geschäftsbriefen und E-Mails; Verfassen von Protokollen von Mieter- und Eigentümerversammlungen;
  • logisch-analytisches Denken: richtiges Anwenden rechtlicher Bestimmungen (Mietrecht, Versicherungsrecht); Abwickeln von Versicherungsfällen;
  • Selbständigkeit: Organisieren von Reparatur- und Wartungsmaßnahmen; Abwickeln von Versicherungsfällen; Einleiten von Maßnahmen bei Zahlungsverzug;
  • generelle Lernfähigkeit: Erfordernis der regelmäßigen Weiterbildung über Neuerungen auf dem Immobiliensektor und über neue Rechtsvorschriften (z.B. im Mietrecht).

Betriebe/Lehrbetriebe: Als Ausbildungs- und Beschäftigungsbetriebe für Immobilienkaufleute mit Schwerpunkt "Verwalter" kommen Unternehmen in Frage, die sich mit der Verwaltung, Vermietung und Verpachtung von Immobilien (Grundstücke, Gebäude, Wohnungen) befassen. Im Bereich der Mietwohnungen sind das vor allem die sogenannten Hausverwaltungen.

Lehrstellensituation: Da die neue Form des Lehrberufs erst ab Mai 2020 besteht, kann hinsichtlich der Lehrstellenentwicklung derzeit noch keine Aussage getroffen werden, zumindest was die Verteilung der Lehrlinge auf die einzelnen Schwerpunkte betrifft. Die Zahl der Lehrlinge im Vorläufer-Lehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau (ohne Schwerpunkte)" ist in den letzten Jahren leicht gestiegen und lag zuletzt (2019) bei rund 150 Lehrlingen. Es ist anzunehmen, dass auch für die neue Version des Lehrberufs künftig Lehrstellen in dieser Größenordnung zur Verfügung stehen werden, wenn auch aufgeteilt auf die drei Schwerpunkte.

Unterschiede nach Geschlecht: Im Vorläufer-Lehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau (ohne Schwerpunkte)" lag der Frauenanteil über viele Jahre hinweg bei rund zwei Drittel, ist aber zuletzt leicht gesunken (auf rund 60 Prozent); der Anteil der Burschen ist daher leicht gestiegen (auf rund 40 Prozent). Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird der Lehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau" bald von gleich viel Burschen wie Mädchen erlernt werden.

Berufsaussichten: Es ist zu erwarten, dass sich der Immobilienmarkt auch weiterhin positiv entwickelt, weil nach wie vor eine große Nachfrage nach Wohnimmobilien besteht, die z.B. auch als Geldanlage gekauft werden. Daher werden in der Branche auch künftig kompetente Immobilienfachleute gesucht sein.

Beschäftigungsaussichten: Die Berufs- und Beschäftigungsaussichten für Immobilienkaufleute mit Lehrausbildung sind stabil. Die Lehre bietet eine fundierte allgemeine kaufmännische Büroausbildung, sodass auch eine Beschäftigung in anderen Wirtschaftszweigen möglich ist.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ImmobilienverwalterIn", dem der Beruf "Immobilienkaufmann/-frau - Schwerpunkt Verwalter" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

Immobilienkaufmann/-frau - Schwerpunkt Verwalter
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Immobilienverwalter (Angestellte)
gültig ab 01.01.2020
01.01.2020
Gemeinnützige Wohnungswirtschaft (Angestellte)
gültig ab 01.04.2020
01.04.2020
Gemeinde WIEN (gemäß Dienstvorschrift für Lehrlinge); die angeführten Werte enthalten die monatliche Pauschalabgeltung für Nebengebühren (Gemeindebedienstete)
gültig ab 01.11.2019
01.11.2019
Bundesimmobiliengesellschaft (ÖBIG) (Angestellte)
gültig ab 01.01.2020
01.01.2020
Fonds Soziales Wien (FSW) (Angestellte)
gültig ab 01.07.2019
01.07.2019
Immobilienkaufmann/-frau - Schwerpunkt Verwalter (inkl. Doppellehren)
Da dieser Lehrberuf erst seit 1. Mai 2020 erlernt werden kann und daher noch keine Lehrlingszahlen verfügbar sind, werden hier vorläufig die Lehrlingszahlen des Vorgänger-Lehrberufs "Immobilienkaufmann/-frau" angeführt, der noch keine Schwerpunkte hatte!
Anz./Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
männlich 59 56 50 53 50 50 42 44 54 59
weiblich 109 102 115 111 102 82 84 85 89 91
gesamt 168 158 165 164 152 132 126 129 143 150
Frauenanteil 64,9% 64,6% 69,7% 67,7% 67,1% 62,1% 66,7% 65,9% 62,2% 60,7%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
Immobilienkaufmann/-frau - Schwerpunkt Verwalter
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
Archiv-, Bibliotheks- und InformationsassistentIn nein
AssistentIn in der Sicherheitsverwaltung nein
Bankkaufmann/-frau nein
BetriebsdienstleisterIn nein
Betriebslogistikkaufmann/-frau nein
Buch- und MedienwirtschafterIn - Buch- und Musikalienhandel nein
Buch- und MedienwirtschafterIn - Buch- und Pressegroßhandel nein
Buch- und MedienwirtschafterIn - Verlag nein
Bürokaufmann/-frau ja <
DrogistIn nein
E-Commerce-Kaufmann/-frau nein
EDV-Kaufmann/-frau nein
EinkäuferIn nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Allgemeiner Einzelhandel nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Baustoffhandel nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Einrichtungsberatung nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Eisen- und Hartwaren nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Elektro-Elektronikberatung nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Feinkostfachverkauf nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Gartencenter nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Kraftfahrzeuge und Ersatzteile nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Lebensmittelhandel nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Parfümerie nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Schuhe nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Sportartikel nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Telekommunikation nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Textilhandel nein
Einzelhandelskaufmann/-frau - Schwerpunkt Uhren- und Juwelenberatung nein
Eventkaufmann/-frau nein
Finanz- und RechnungswesenassistentIn nein
Finanzdienstleistungskaufmann/-frau nein
Foto- und Multimediakaufmann/-frau nein
Großhandelskaufmann/-frau nein
Hotel- und GastgewerbeassistentIn nein
Hotel- und Restaurantfachmann/-frau nein
Hotelkaufmann/-frau nein
Industriekaufmann/-frau nein
KanzleiassistentIn - Schwerpunkt Notariatskanzlei nein
KanzleiassistentIn - Schwerpunkt Rechtsanwaltskanzlei nein
Medizinproduktekaufmann/-frau nein
Mobilitätsservicekaufmann/-frau nein
Personaldienstleistungskaufmann/-frau nein
Pharmazeutisch-kaufmännisch(er/e) AssistentIn nein
ReisebüroassistentIn nein
Speditionskaufmann/-frau nein
SpeditionslogistikerIn nein
SportadministratorIn nein
SteuerassistentIn nein
Versicherungskaufmann/-frau nein
VerwaltungsassistentIn ja <
Waffen- und MunitionshändlerIn nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz
< Die LAP im beschriebenen Lehrberuf ersetzt die LAP des verwandten Lehrberufs.

Folgende berufsbildende Schulen bieten teilweise eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

Normalformen (für 14-Jährige):

 

Sonderformen (für Erwachsene), die auch als Weiterbildung für LehrabsolventInnen geeignet sind:

Zur Weiterbildung und Höherqualifizierung der Immobilienkaufleute führt die Immobilienwirtschaft laufend Kurse, Seminare oder Lehrgänge durch, teilweise auch innerbetrieblich, teilweise in Weiterbildungsinstituten. Die Kurse umfassen vor allem Themen wie z.B. "Neue Entwicklungen am Immobiliensektor", "Neuerungen bei einschlägigen Rechtsvorschriften", "Finanzierungsmöglichkeiten", "neue Serviceangebote und entsprechenden Marketing-Strategien", "Persönlichkeitsbildung und Verkaufstraining" (z.B. Gesprächsführung, Verkaufspsychologie), allgemeine kaufmännische, betriebswirtschaftliche und organisatorische Themen, neue Entwicklungen in der EDV usw. Ein regelmäßiger Weiterbildungsbedarf in der Immobilienwirtschaft besteht auf dem Gebiet der rechtlichen Regelungen und der finanziellen Förderungen im Bau- und Immobilienbereich, da hier immer wieder Änderungen vorgenommen werden.

Als Weiterbildung für diesen Beruf kommen auch allgemeine Büro- und Verwaltungskurse in Frage, z.B. Kurse/Einschulungen über neue Computerprogramme im Büro-, Verwaltungs- und Statistik-Bereich (z.B. neue Versionen bestehender Office-Programme), Buchhaltungskurse und Kurse im Rechnungswesen. Derartige Kurse werden z.B. im WIFI (Wirtschaftsförderungsinstitut) und im BFI (Berufsförderungsinstitut) angeboten.

Das WIFI hat für die Immobilienwirtschaft ein sehr umfangreiches Weiterbildungsprogramm in allen Bundesländern. Das Kursangebot kann unter folgendem Internetlink abgerufen werden: www.wifi.at/kursbuch/wifi-kurssuche/wifi-kurssuche?ST=Immobilien.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs:

Aufstiegsmöglichkeiten:

Der berufliche Aufstieg der Immobilienkaufleute erfolgt meist durch die allmähliche Übernahme von übergeordneten Aufgaben in Planung, Betriebsorganisation und Personalführung, im Marketing und im Finanzierungsbereich. Das erfordert meist mehrjährige Berufstätigkeit und die Absolvierung entsprechender Weiterbildungskurse. Eine Aufstiegsposition ist z.B. "AbteilungsleiterIn".

Selbstständige Berufsausübung:

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für Immobilienkaufleute im reglementierten Gewerbe "ImmobilientreuhänderIn (ImmobilienmaklerIn, ImmobilienverwalterIn, BauträgerIn)" (Befähigungsnachweis erforderlich).

Weiters können Immobilienkaufleute das Handelsgewerbe ausüben. Das Handelsgewerbe ist ein freies Gewerbe und erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde.

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